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Wien | Unteres Belvedere: Franz Xaver Messerschmidt Mehr als Charakterköpfe | 2025/26

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 31. Oktober 2025
Franz Xaver Messerschmidt, Charakterkopf Nr 25, 1771/1783 (Foto: Johannes Stoll/Belvedere)

Franz Xaver Messerschmidt, Charakterkopf Nr 25, 1771/1783 (Foto: Johannes Stoll/Belvedere)

Im Zentrum des Werks von Franz Xaver Messerschmidt (1736–1783) stehen die sogenannten „Charakterköpfe“, die trotz ihrer Bekanntheit bis heute als rätselhaft gelten. Die seit dem 20. Jahrhundert äußerst populäre psychopathologische Deutung schränkt den Blickwinkel auf diese Objekte jedoch stark ein. Sie lässt vergessen, dass der Bildhauer in seinem Schaffen auf die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts reagiert hat. So widmet das Belvedere Messerschmidt eine Ausstellung, die ihn als Künstler einer kulturellen und politischen Zeitenwende sowie als Wegbereiter des sogenannten langen 19. Jahrhunderts präsentiert.

Franz Xaver Messerschmidt
Mehr als Charakterköpfe

Österreich | Wien: Unteres Belvedere
31.10.2025 – 6.4.2026

Franz Xaver Messerschmidt, Franz I. Stephan, 1760, Bronze, feuervergoldet, 100 × 80 × 50 cm © Belvedere, Wien
Franz Xaver Messerschmidt, Franz I. Stephan, 1760, Bronze, feuervergoldet, 100 × 80 × 50 cm © Belvedere, Wien
Franz Xaver Messerschmidt, Maria Theresia, 1760, Bronze, feuervergoldet 90 × 75 × 55 cm © Belvedere, Wien
Franz Xaver Messerschmidt, Maria Theresia, 1760, Bronze, feuervergoldet 90 × 75 × 55 cm © Belvedere, Wien

Franz Xaver Messerschmidt Ausstellung 2025/26

Messerschmidts Porträts weisen ab etwa 1769 ein neues Menschenbild auf, das von den Ideen der Aufklärung durchdrungen ist: Dabei tritt die Repräsentation zugunsten einer reduzierten und treffenden Charakterisierung der Dargestellten zurück. Anhand der porträtierten Persönlichkeiten, wie etwa die Ärzte Gerard van Swieten und Franz Anton Mesmer oder der Kunstschriftsteller Franz von Scheyb, wird außerdem das kulturelle, politische und wissenschaftliche Klima des 18. Jahrhunderts erläutert.

Ziel der Ausstellung ist weiters, Messerschmidts ab ca. 1770 entstandene „Charakterköpfe“ vor dem Hintergrund der damaligen Beschäftigung mit Mimik und Physiognomie einzuordnen und als Phänomene ihrer Zeit zu lesen. Vergleiche mit Werken von Künstler:innen wie Joseph Ducreux (1735-1802) untermauern dabei, dass das Interesse für das Gesicht (und seine Entgleisungen) keine Ausnahme darstellt.

Kuratiert von Katharina Lovecky, Georg Lechner und Axel Köhne.

Bilder

  • Franz Xaver Messerschmidt, Sogenanntes Selbstbildnis lachend, um 1777–1783 (Szépművészeti Múzeum / Museum of Fine Arts, Budapest)
  • Franz Xaver Messerschmidt, „Charakterkopf“ Nr. 25, 1771/83 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, „Charakterkopf“ Nr. 48, 1777/83 (Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Franz Anton Mesmer, 1770 (Belvedere, Wien, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Gerard Van Swieten, 1769 (Belvedere, Wien, Leihgabe der Universität Wien, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, „Charakterkopf“ Nr. 27, um 1777–1783 (Belvedere, Wien, Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Allegorie der Religion, um 1775–1777 (Bayerisches Nationalmuseum, München)
  • Joseph Ducreux, Selbstbildnis, genannt „La surprise“ (Die Überraschung), um 1790–1800 (Nationalmuseum, Stockholm, Foto: Anna Danielsson / Nationalmuseum, Stockholm)
  • Jakob Matthias Schmutzer, Porträtstudie eines nach oben blickenden Mannes, 1774 (Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Bärtiger alter Mann, um 1772–1774 (Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, 1766 (Belvedere, Wien, Foto: Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Maria Theresia als Königin von Ungarn, 1764–1766 (Belvedere, Wien, Foto: Belvedere, Wien)
  • Franz Xaver Messerschmidt, Martin Georg Kovachich, 1782 (Szépművészeti Múzeum / Museum of Fine Arts, Budapest)

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