Wien | Gartenpalais Liechtenstein: Peter Paul Rubens, Decius Mus und die Schlacht am Vesuv

Decius Mus in der Schlacht, Detail, 1616/17, Öl auf Leinwand, 289 × 518 cm (The Princely Collections Liechtenstein, Vaduz-Wien)
Anlässlich des 450. Geburtstags von Peter Paul Rubens widmet das Gartenpalais Liechtenstein die dem bedeutenden Barockmaler eine voraussichtlich opulente Sonderausstellung. 2027 steht der frisch restaurierte „Decius-Mus-Zyklus“ im Zentrum.
Die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein besitzen seit 1693 den vollständigen „Decius Mus“-Zyklus.1 Die Bilderrahmen wurden eigens für die Hängung in Wien von Giovanni Giuliani angefertigt, denn 1705 wurde dem Gemäldezyklus ein eigener Saal im Wiener Stadtpalais eingerichtet. Wir sind alle gespannt, welche neuen Erkenntnisse die seit Mai 2022 laufende Restaurierungskampagne zu diesem wichtigen Werk aus Rubens‘ Frühzeit bringt.
Im Dienst der Freiheit. Decius Mus und die Schlacht am Vesuv (Arbeitstitel)
Österreich | Wien: Gartenpalais Liechtenstein
29.1. – 29.3.2027
- Decius Mus in der Schlacht, 1616/17, Öl auf Leinwand, 289 × 518 cm (The Princely Collections Liechtenstein, Vaduz-Wien)
Rubens zum 450. Geburtstag in Wien (2027)
Peter Paul Rubens wurde am 28. Juni 1577 in Siegen geboren. Sein Vater Jan Rubens (1530–1587) war Rechtsanwalt und Beamter der Stadt Antwerpen. Aufgrund seines calvinistischen Glaubens war er vor der spanischen Besatzung der Stadt geflohen und 1568 mit seiner Frau, Maria Pypelinckx (1538– 1608), nach Köln übersiedelt. 1577 wurde Jan Rubens nach Siegen verbannt, da ihm eine Affäre mit Anna von Sachsen, der Ehefrau von Willem von Oranien, dem Anführer der holländischen Revolte gegen Spanien, nachgesagt wurde. Rubens‘ Mutter hielt ihrem Ehemann die Treue und kehrte nach dessen Tod (1587) im Jahr 1589 mit Rubens und dessen älteren Bruder Philip (1574–1611) nach Antwerpen zurück.
Nach einer Ausbildung in Antwerpen und seit 1598 Meister der Lukasgilde von Antwerpen, hielt sich Rubens bis 1609 in Italien auf. Dort vernetzte er sich, lernte die antiken Meisterwerke aber auch die zeitgenössische Barockmalerei Roms kennen und schuf seine ersten Altarbilder. Die Kenntnis der Kunst Caravaggios und Rubens‘ Beschäftigung mit der Antike befähigten ihn, ab den 1610er Jahren einer der beliebtesten Künstler Europas zu werden. Am 9. November 1616 schloss er in Brüssel einen Vertrag über die Entwürfe für den „Decius-Mus-Zyklus“: der Kunsthändler Frans Sweerts, der Brüsseler Weber Jan Raes der Ältere und der genuesische Kaufmann Francesco Cattaneo verständigten sich über die Fertigung von zwei Tapisserie-Serien in leicht unterschiedlichen Maßen.
Decius-Mus-Zyklus
Der achtteilige Gemäldezyklus zu Sieg und Tod des römischen Konsuls Decius Mus ist ein Herzstück der Fürstlichen Sammlungen. Er erzählt die Geschichte vom Kampf der Römer gegen die Latiner (340–338 v. Chr.). Die Götter wählten Decius Mus als Opfer, so Titus Livius (59 v. Chr. – 17 n. Chr.) in „Ab urbe condita“. Rubens inszenierte seine Tugendhaftigkeit und seinen Heldentod in sechs Bildern: „Decius Mus deutet seinen Offizieren den Traum“, „Decius Mus befragt die Haruspizien“, „Decius Mus weiht sich dem Tod“, „Decius Mus sendet die Liktoren aus“, „Der Tod des Decius Mus in der Schlacht“ und „Die Totenfeier für Decius Mus“. Eine „Waffentrophäe“ sowie „Victoria und Virtus“ schließen den Zyklus ab. Aktuell wird der Zyklus in der Onlinesammlung der Princely Collections Lichtenstein als Entwurf Peter Paul Rubens und Ausführung Jacob Jordaens (1593–1678) geführt. Ausstellung und Katalog werden 2027 Klarheit in die Händescheidung, Ikonografie und kulturellen Kontext seiner Entstehung bringen.
Bilder
- Peter Paul Rubens (Entwurf), Jakob Jordaens Werkstatt (Ausführung), Der Tod des Decius Mus in der Schlacht, 1616/17, Öl auf Leinwand, 289 × 518 cm (The Princely Collections Liechtenstein, Vaduz-Wien)







