Brunnen im Volksgarten von Ferdinand Kirschner (1821-1896), dahinter das Grillparzer-Denkmal und das Naturhistorische Museum © Foto: Alexandra Matzner.
Im Februar 1863 wurde beschlossen, dass der erheblich erweiterte Volksgarten als Teil der Hofburg nicht an die Stadtgemeinde Wien übertragen werden soll, sondern in die Obhut des Obersthofmeisteramtes zu übergeben ist. Im März erfolgten die Schleifung der „Hornwerkskurtine“ und die Genehmigung der Entwürfe von Franz Antoine d. J. Diese sahen eine landschaftliche Gestaltung des neu hinzugekommenen Geländestreifens entlang der Ringstraße in formaler Gestaltung vor. Bereits ein Jahr später war das zum Teil vergoldete Gitter errichtet. Als im Frühjahr 1865 die Eröffnung der Ringstraße gefeiert wurde (→ Die Wiener Ringstraße), waren die gartenplanerischen Arbeiten bereits abgeschlossen, die Ausstattung mit Brunnen und Denkmälern sollt erst danach erfolgen.
Österreich / Wien: 1. Bezirk
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Ferdinand Kirschner (1821–1896) entwarf eine im Grundriss vierpassförmige Brunnenanlage, die im Zentrum einen steinernen Schalenbrunnen im Neorenaissancestil mit Metallgussapplikationen aufweist. Für den Guss der Metallaufsätze war die Werkstatt von Anton Dominik Fernkorn zuständig; Fernkorn selbst war aufgrund seiner Erkrankung seit 1865 nicht mehr in der Lage, künstlerisch tätig zu sein. Die Dekorationen – Maskerons, Delfine, Fruchtgewinde, Appliken – sind nach dem „Verzeichnis“ 1866 gegossen worden.
Viktor Tilgners (1844–1896) „Triton- und Nymphenbrunnen“ (1875–1879) entstand in der Auseinandersetzung des Bildhauers mit den Werken von Hans Makart. 1874 hatten die beiden Künstler gemeinsam eine Italienreise unternommen. Im Atelier Makarts modellierte Tilgner ein Brunnenmodell nach dem Bild „Triumph der Ariadne“ (1873) und weiteren Modellen. 1875 sah Kaiser Franz Joseph I. dort das Modell und beauftragte sofort die Ausführung. 1877 gegossen und 1878 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt, wurde der Brunnen 1879 im Volksgarten aufgestellt.
Dieses Gebäude wurde 1890 ursprünglich als achteckiger Wasserspeicher erbaut und 1924 in eine Milchtrinkhalle umgewandelt.