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New York | MoMA: Frida und Diego. Der letzte Traum

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 21. März 2026
Kahlo und Rivera, Times Wide World Fotos: „A Mexican Artist Records his First Impressions of San Francisco“, 1930, Gelatinsilberabzug, 19,2 x 23,8 cm (The New York Times Collection, MoMA, New York, © 2026 Times Wide World Photos)

Kahlo und Rivera, Times Wide World Fotos: „A Mexican Artist Records his First Impressions of San Francisco“, 1930, Gelatinsilberabzug, 19,2 x 23,8 cm (The New York Times Collection, MoMA, New York, © 2026 Times Wide World Photos)

„Frida und Diego: Der letzte Traum“ würdigt Frida Kahlo und Diego Rivera – zwei der wichtigsten Ikonen der mexikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts – in einer einzigartigen Zusammenarbeit mit der Metropolitan Opera. Die Ausstellung wird in Verbindung mit der neuen Produktion der Met „El Último Sueño de Frida y Diego“ (14.5.–5.6.2026) präsentiert, komponiert von Gabriela Lena Frank mit einem Libretto von Nilo Cruz. Sie präsentiert Kunstwerke von Kahlo und Rivera in einer aufwendigen Installation von Jon Bausor, dem Bühnen- und Kostümdesigner der Oper. Sowohl für die Oper als auch für die Ausstellung verwebt Bausor visuelle Bezüge aus dem Leben und den Kunstwerken der Künstler in seine Bühnenbilder.

Frida and Diego. The Last Dream [Der letzte Traum]

USA | New York: MoMA, Floor 3
21.3. – 12.9.2026

Frida Kahlo, Fulang-Chang und ich, 1937 (nach 1939 zusammengestellt), zweiteilig, Öl auf Holz (1937) mit bemaltem Spiegelrahmen (nach 1939 hinzugefügt); und Spiegel mit bemaltem Spiegelrahmen (nach 1939), 56.5 x 44.1 x 4.4 cm (gerahmtes Bild), 64.1 x 48.3 x 4.4 cm (gerahmter Spiegel) (MoMA, New York, Inv.-Nr. 277.1987.a-b, © 2026 Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust, Mexico, D.F. / Artists Rights Society (ARS), New York)
Frida Kahlo, Fulang-Chang und ich, 1937 (nach 1939 zusammengestellt), zweiteilig, Öl auf Holz (1937) mit bemaltem Spiegelrahmen (nach 1939 hinzugefügt); und Spiegel mit bemaltem Spiegelrahmen (nach 1939), 56.5 x 44.1 x 4.4 cm (gerahmtes Bild), 64.1 x 48.3 x 4.4 cm (gerahmter Spiegel) (MoMA, New York, Inv.-Nr. 277.1987.a-b, © 2026 Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust, Mexico, D.F. / Artists Rights Society (ARS), New York)

Frida Kahlo und Diego Rivera im MoMA 2026

Frida Kahlo und Diego Rivera waren wichtige Vertreter einer Bewegung, die sich nach der Mexikanischen Revolution (1910–1920) für eine Neudefinition der mexikanischen Kultur und Identität einsetzte: Rivera durch monumentale Wandgemälde und Kahlo durch intime Selbstporträts. Das MoMA würdigte Rivera bereits 1931/32 mit einer groß angelegten Einzelausstellung – der zweiten in dem Museum überhaupt.1 Der mexikanische Muralist schuf dafür tragbare Wandbilder, indem er mit Wasserfarben auf einem Gipsfresko malte und dies wiederum auf Zement montierte. Als erstes entstand „Zapata líder agrario [Agrarführer Zapata]“ (1931, MoMA). Damit wiederholte Rivera ein Detail eines großen Wandgemäldes, das er 1930 in Cuernavaca im mexikanischen Bundesstaat Morelos gemalt hatte. Es zeigt den revolutionären Anführer des Bundesstaates, Emiliano Zapata, der im Namen der vertriebenen Bauerngemeinden dafür kämpfte, gemeinschaftliches Land und den Zugang zu Wasser von den sich ausbreitenden Zuckerrohrplantagen zurückzugewinnen. Er wird mit einer Zuckerrohrmachete und in bescheidener weißer Bauernkleidung dargestellt, anstatt in der schwarzen Charro-Tracht (Reiterkleidung), in der er normalerweise abgebildet wird. Rivera betonte Zapatas ländliche Herkunft und seinen Kampf für die Landreform als zentral für die postrevolutionäre Idee Mexikos.

Über ihr politisches Engagement hinaus waren Kahlo und Rivera von 1928 bis 1954 ein dramatisches Liebespaar. Die fiktive Erzählung von „El Último Sueño de Frida y Diego“ beginnt drei Jahre nach Kahlos Tod und folgt einem alternden Rivera, der die verstorbene Kahlo am Tag der Toten, einem mexikanischen Feiertag zu Ehren verstorbener Angehöriger, wieder zum Leben erweckt.

Das MoMA besitzt drei Gemälde von Frida Kahlo: „Fulang-Chang und ich“ (1937), „Selbstporträt mit abgeschnittenen Haaren“ (1940) sowie „Meine Großeltern, meine Eltern und ich“ (1936). Im Gegensatz dazu ist Diego Rivera mit 92 Werken in der Sammlung vertreten. Die Auswahl startet mit einer „Kubistischen Landschaft“ (1912) und dem Porträt „Junger Mann in einem grauen Pullover (Jacques Lipchitz)“ (Paris 1914). Aus den 20er Jahren folgen viele Zeichnungen, darunter Beobachtungen vom Tag der Moskauer Maifeier 1928 oder auch Bühnenbilder und Kostümentwürfe für das Ballett „H.P. (Horsepower)“ (um 1927–1932). Während seines Aufenthalts in Moskau traf Rivera Jere Abbott und Alfred H. Barr Jr. Barr wurde bald darauf Gründungsdirektor des Museum of Modern Art, Abbott dessen erster stellvertretender Direktor.

Wie Oper und Ausstellungsdesign belegen, haben die beiden weiterhin einen nachhaltigen Einfluss auf Künstler und Künstlerinnen aus den Bereichen Bildende und Darstellende Kunst.

Organisiert von Beverly Adams, Kuratorin für lateinamerikanische Kunst der Estrellita Brodsky, in Zusammenarbeit mit Jon Bausor, unabhängiger Bühnenbildner und Kreativdirektor, Caitlin Chaisson, kuratorische Assistentin, Abteilung für Malerei und Skulptur, und Rachel Remick, kuratorische Assistentin, Abteilung für Malerei und Skulptur und kuratorische Angelegenheiten. Realisiert unter Mitwirkung der Metropolitan Opera, New York.

Bilder

  • Kahlo und Rivera, Times Wide World Fotos: „A Mexican Artist Records his First Impressions of San Francisco“, 1930, Gelatinsilberabzug, 19,2 x 23,8 cm (The New York Times Collection, MoMA, New York)

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Alexandra Matzner

Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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