London | Tate Modern: Frida Kahlo 2026

Friada Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, Detail, 1940 (Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin) Foto: © Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin, Werk: © Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F.
Wie wurde Frida Kahlo zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen aller Zeiten? Zu einem kulturellen Phänomen und zu einer international anerkannten kommerziellen Ikone? Die Tate Modern lädt im Sommer und Herbst 2026 ein, diese außergewöhnliche Geschichte kennenzulernen.
Die Tate thematisiert nicht nur das Werk und die Selbstinszenierung der Malerin, sondern auch die Entwicklung ihres Mytos nach ihrem frühen Tod im Jahr 1954. Die sogenannte Fridamanie – der Nachruhm Frida Kahlos – begann in den 1970er Jahren, als feministische Künstlerinnen Leben und Werk Kahlos wiederentdeckten. Seither haben sich mehrere Generationen von Künstler:innen mit dem Werk Kahlos auseinandergesetzt. Die multimediale Schau verbindet geschickt seltene Originale mit Frida-Merchandise, künstlerische Antworten und biografische Referenzen an die legendäre Malerin!
Frida: The Making of an Icon
Großbritannien | London: Tate Modern
25.6.2026 – 4.1.2027
- Nickolas Muray, Frida auf einer weißen Bank, New York, umgeben von Waren, die unter Verwendung des Fotos als Inspiration erstellt wurden, © Nickolas Muray Photo Archives, © The Museum of Fine Arts, Houston
- Frida Kahlo, Diego and I, 1949, Öl auf Leinwand (Sammlung Eduardo F. Costantini © 2025 Banco de Mexico Diego Rivera & Frida Kahlo Museum Trust, Mexico, D.F.)
Frida in der Tate Modern 2026
Wer Frida Kahlo ist bzw. war, muss man vermutlich nicht mehr erklären. Allein dass neben der charakteristischen Monobraue der Vorname FRIDA ausreicht, ziegt den ikonischen Status dieser Künstlerin. (Wer dennoch sein Wissen auf den neuesten Stand bringen möchte, kann Leben und Werk auf ARTin WoRDS nachlesen.)
Die Tate Modern kontextualisiert die Künstlerin, von der nur knapp 143 oder 144 Gemälde aber über 1.000 Objekte ihres Haushalts existieren, im Sommer 2026 als artist's artist, als Künstlerin für Künstler:innen.
„Frida: Die Geburt einer Ikone“ zeigt Werke der Mexikanerin, die ihre vielen Identitäten – die hingebungsvolle Ehefrau, die Intellektuelle, die moderne Künstlerin und die politische Aktivistin – zum Ausdruck bringen. Die Ausstellung umfasst mehr als 130 Werke, darunter einige ihrer bekanntesten Gemälde, sowie Dokumente, Fotografien und Erinnerungsstücke aus Kahlos Archiven. Darüber hinaus werden Werke von mehr als 80 ihrer Zeitgenoss:innen und von Künstler:innen späterer Generationen, die sie inspirierte, gezeigt.
- Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Samtkleid, 1926 (Privatbesitz, Courtesy Galería Arvil, Mexiko-Stadt) Foto: © Courtesy Galería Arvil, Mexiko-Stadt, Werk: © Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F./VBK, Wien, 2010.
- Frida Kahlo, Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940 (Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin) Foto: © Nickolas Muray Collection, Harry Ransom Humanities Research Center, The University of Texas at Austin, Werk: © Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México.
Zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten ist in Großbritannien die gesamte Bandbreite von Frida Kahlos künstlerischer Entwicklung zu sehen. Über 30 Werken Kahlos, darunter selten gezeigte Selbstporträts, Fotografien und persönlichen Gegenstände, erweitern den Blick auf die mexikanische Künstlerin und Frau. Die Tate Modern lädt auf eine einzigartige und faszinierende Reise zu dieser furchtlosen und revolutionären Künstlerin ein. Die Ausstellung bietet einen Einblick in die transformative Rolle von Künstlerinnen im 20. Jahrhundert, in das faszinierende Konzept der Fangemeinde und in die Vielfalt der Gemeinschaften, die Frida für sich beanspruchen.
Aufbauend auf der Retrospektive der Tate Modern von 2005 geht die Ausstellung von 2026 noch einen Schritt weiter und verdeutlicht Fridas Einfluss auf andere Künstler:innen. Kahlos Werk wird in einen Dialog mit modernen und zeitgenössischen Künstler:innen aus aller Welt gestellt, die sich von ihrer Ästhetik, ihrer Identität und ihrer Biografie inspirieren ließen. Als besonders fruchtbares Beispiel zeigen wir dir Die zwei Fridas [Las dos Fridas] (1939), das seit den 1980er Jahren immer wieder neu gesehen, uminterpretiert und für intressante Themen als Projektionsfläche genutzt wird. Hatte die Künstlerin selbst das Werk mit ihrer Scheidung von Diego Rivera in Verbindung gebracht, so deuteten es die Feministinnen der 1970er Jahre als Urbild von Wieblichkeit und Schmerz, die Chico/a-Bewegung der 80er Jahre als Symbol für die Zweiteilung der Identität (mexikanisch-amerikanisch); die LGBTQ+-Bewegung interessierte sich für die Bedeutung des Blutes aber auch seine Gefahr im AIDS-Zeitalter, während der Kurator der Ausstellung die Widerspänstigkeit der Künstlerin - sich von Breton nicht zu Surrealistin erklären zu lassen und dennoch seine Ausstellung in Mexiko mit dem Großformat zu sprengen [an sich zu reißen?] - ins Zentrum der kunstwissenschaftlichen Aufmerksamkeit stellt.
- Frida Kahlo, Los dos Fridas, 1939, Öl auf Leinwand, 173,5 × 173,5 cm (Museo de Arte Moderno, Mexiko-Stadt)
Gemeinsam zeigen sie, wie Kahlos Geschichte von neuen Generationen immer wieder neu interpretiert und aufgegriffen wird und ihren Platz als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte festigt.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum of Fine Arts, Houston, wo die Ausstellung in der ersten Jahreshälfte 2025 zu sehen ist (→ Houston | MFAH: Frida: The Making of an Icon), und der Tate Modern.
Ausgestellte Künstler und Künstlerinnen
Laura Aguilar, Carlos Almaraz, Lola Álvarez Bravo, Rafael Amorim, Abraham Ángel, Alfredo Arreguín, Santa Barraza, Joe Bastida Rodriguez, Emilio Baz Viaud, Patricia Belli, Miranda Bergman, Lucienne Bloch, Claude Cahun, Danie Cansino, Barbara Carrasco, Yreina D. Cervantez, Enrique Chagoya, Judy Chicago, Olga Costa, Guillermo Dávila, Richard Duardo, Rosalie Favell, Leonor Fini, Camila Fontenele de Miranda, Juan R. Fuentes, Julio Galán, Regina Jose Galindo, Harry Gamboa, Rupert Garcia, Guerilla Girls, Jose Guadalupe Posada, Carlos Guererro, Martine Gutierrez, Astrid Hadad, Fritz Henle, Ester Hernandez, Nancy Hom, Kati Horna, Graciela Iturbide, María Izquierdo, Peter A. Juley, Antonio Kahlo, Frida Kahlo, Guillermo Kahlo, Jacqueline Lamba, Las Yeguas del Apocalipsis, Carolyn Lazard, Julien Levy, Carmen Lomas Garza, Manuel Lopez, Germain Machuca, Nalini Malani, Rocío Maldonado, Lara Magali, Lucia Maya, Monica Mayer, Mary McCartney, Ana Mendieta, Amalia Mesa-Bains, Roberto Montenegro, Delilah Montoya, Yasumasa Morimura, Gerardo Murillo, Nikolas Murray, Dulce María Núñez, Nahui Olín, Berenice Olmedo, Catherine Opie, Tony Ortega, Adolfo Patiño, Georgina Quintana, Alice Rahon, Man Ray, Marcos Raya, Diego Rivera, Manuel Rodriguez Lozano, Rosa Rolanda, Miriam Schapiro, Kiki Smith, Joey Terrill, Francisco Toldeo, Spencer Tunnick, Javi Vargas Sotomayor, Carrie Mae Weems, Rio Yañez und Nahum B. Zenil.
- Yasumasa Morimura, An Inner Dialogue with Frida Kahlo (Hand-Shaped Earring), Farbfotografie auf Leinwand (Minneapolis Institute of Art, gift of funds from Beverly Grossman, Yasumasa Morimura, courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York)
- Rupert García, Frida Kahlo (September), aus der Serie: Galeria de la Raza 1975 Calendario, Siebdruck auf Papier (Fine Arts Museums of San Francisco, De Young Museum, erworben Achenbach Foundation for Graphic Arts Endowment; © Rupert García, courtesy Rena Bransten Gallery, San Francisco / Image, Fine Arts Museums of San Francisco)
Bilder
- Frida Kahlo, Ohne Titel [Selbstporträt mit Dornenhalsband und Kolibri], 1940 (Nickolas Muray Collection of Mexican Art)
- Frida Kahlo, Selbstporträt (mit Samtkleid) ,1926 (Privatsammlung)
- Frida Kahlo, Selbstporträt mit offenem Haar, 1946 (Privatsammlung)
- Frida Kahlo, Stillleben (Ich gehöre Samuel Fastlich), 1951 (Privatsammlung)
- Frida Kahlo, Gedächtnis (Das Herz), 1937 (Privatsammlung)
- Frida Kahlo, Überlebender, 1938 (Colección Pérez Simón)
- Diego Rivera, Porträt von Frida Kahlo,1935 (Los Angeles County Museum of Art)
- Julien Levy, Frida Kahlo, 1938 (© Courtesy Philadelphia Museum of Art)
- Las Yeguas del Apocalipsis, Las dos Fridas, 1989 (© Yeguas del apocalipsis. Tate Collection. Image courtesy Malba Foundation, Museum of Latin American Art of Buenos Aires)
- Maria Izquierdo, Dream and Premonition, 1947 (Rocio and Boris Hirmas Collection)
- Mary McCartney, Being Frida, London, 2000 (© Mary McCartney. Courtesy the artist)
- Río Yañez, Ghetto Frida's Mission Memories, 2009 (© Río Yañez)
- Tehuana dresses from Kahlo’s archive (Museo Frida Kahlo)
- Yasumasa Morimura, An Inner Dialogue with Frida Kahlo (Hand Shaped Earring), 2001 (© Yasumasa Morimura; Courtesy of the artist, Luhring Augustine, New York and Yoshiko Isshiki Office, Tokyo)
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