Aimé-Jules Dalou

Wer war Aimé-Jules Dalou?

Aimé-Jules Dalou (Paris 31.12.1838–15.4.1902 Paris) war ein französischer Bildhauer im Umkreis des Impressionismus.

Kindheit und Ausbildung

Um Bildhauer zu werden, besuchte Jules Dalou auf Anraten seines Förderers Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875) in den Jahren 1852 bis 1854 die Petite Ecole, die spätere Ecole nationale superieure des arts decoratifs, wo er von Horace Lecoq de Boisbaudran (1802–1897) unterrichtet wurde. 1854 trat er in die Ecole des Beaux-Arts ein und studierte bei Francisque Duret (1804–1865). Dalou verließ die Schule 1857 enttäuscht und lehnte auch 1883 eine Professur dort ab.

1864 beteiligte ihn der Architekt Pierre Manguin (1815–1869) an Arbeiten bei der Ausgestaltung des Hotels, das Esther Lachmann (La Paiva), einer stadtbekannten Kurtisane, gehörte. Dalou beschickte die Salons von 1861, 1864, 1867 und 1869. Im Jahr 1870 lieferte er die lebensgroße Gipsplastik einer Stickerin ein, wurde mit einer Medaille ausgezeichnet und erhielt einen Staatsauftrag zur Ausführung der Stickerin in Marmor. Dalou konnte das Projekt wegen des Deutsch-Französischen Krieges jedoch nicht realisieren. Jules Dalou war erst Freiwilliger in der Nationalgarde, dann während der Kommune Mitglied der Federation des Artistes unter dem Vorsitz von Gustave Courbet (1819–1877).

Dalou in England

Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde er zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt, der er sich durch Flucht nach London entzog. Seine Porträt- und Genreplastiken waren beim englischen Publikum und der Kritik sehr beliebt (→ Impressionisten in London). Von 1872 bis 1879 stellte Dalou regelmäßig an der Royal Academy of Arts aus und erhielt Aufträge der englischen Aristokratie – so auch das Denkmal zur Erinnerung an die jung verstorbenen Enkel der Königin Victoria, 1877, in Frogmore Chapel, Windsor. Trotz mangelnder Sprachkenntnisse wurde Jules Dalou als Lehrer an die Londoner Slade School of Fine Art berufen.

Zurück in Paris: Triumph der Republik

Aufgrund einer Amnestie der Dritten Republik vom Mai 1879 kehrte Jules Dalou 1880 nach Paris zurück. Bereits 1879 nahm er am Wettbewerb der Stadt Paris für ein Denkmal der Republik teil. Angeblich wegen Nichteinhaltung der Wettbewerbsregeln gewann er den Preis nicht, konnte jedoch 1889 seinen „Triumph der Republik“, eine komplexe Gruppe allegorischer Figuren, auf der Place de la Nation in Gips präsentieren (Bronzeausführung 1899). Das Denkmal gilt als eines der künstlerisch und technisch bedeutendsten Monumente des 19. Jahrhunderts. Im selben Jahr wurde Dalou zum Offizier, 1899 zum Kommandanten der Ehrenlegion ernannt.

1883 stellte Dalou im Salon der Societe des Artistes Francais mit so großem Erfolg aus, dass dieser auch als „Dalous Salon“ bezeichnet wird. Der Künstler wurde mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. Von den fünf eingesandten Werken fand besonders der Entwurf für das Hochrelief „Mirabeau antwortet dem Marquis Dreux-Brézé“ (Bronzeausführung 1890, Palais Bourbon, Paris) große Zustimmung und weite Verbreitung in Druckgrafiken. Er gestaltet zahlreiche Denkmäler im Stil des Neobarock und Neorokoko, darunter das „Delacroix-Denkmal“ (1890) und „Der Triumph des Silen“ (Salon von 1885, Bronzeausführung 1897) für den Jardin du Luxembourg (beide in situ). In den 1890er Jahren wurde Dalous Formensprache schlichter und konzentrierter. Von den Zeitgenossen „Erster Bildhauer der Dritten Republik“ genannt, wurde Dalous Ruhm kurz vor 1900 von Auguste Rodin überflügelt.

Jules Dalou starb 1902 in Paris.