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Gustave Courbet Hauptvertreter des Realismus in Frankreich

Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), 1954, Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet (1819–1877) ist einer der wichtigsten Maler der Romantik und des Realismus in Frankreich. Seine revolutionäre Maltechnik wurde schon von Paul Cézanne hymnisch besungen, als er diesen als „wüsten Gipskneter“ und „Farbenstampfer“ bezeichnete. Die Bilder wirken über ihre Größen, die Kompositionen und die meisterhafte Beherrschung der malerischen Mittel. Bevor auf der Leinwand ein Baum, ein Felsen oder ein Stück Himmel erscheint, ist es reine Farbe. Courbet zelebriert in seiner Fleckenmalerei diese Freiheit und den Selbstzweck des Malmittels.

Mit aufsehenerregenden Selbstbildnissen versuchte der junge, ambitionierte Künstler am Salon zu reüssieren, was ihm erstmals 1844 mit „Selbstbildnis mit schwarzem Hund“ gelang. Bereits in diesen Jugendwerken wird die enge Verbindung Courbets mit seiner Heimat, der Frenche-Comté, deutlich. Im großformatigen Gemälde „Die Begegnung (oder: Bonjour Monsieur Courbet)“ (1954, Montpellier, Musée Fabre) zeigt sich Courbet selbst vor seinem Förderer Alfred Bruyas und dessen Diener. Der wohlhabende Sammler hatte 1853 zwei Gemälde Courbets aus dem Salon erworben und wurde im folgenden Jahr von ihm porträtiert. Der ehrgeizige Künstler, der in den Salons von 1849 und 1850/51 seinen Durchbruch hatte, präsentiert sich als monumentale, dem Adeligen ebenbürtige Person. Seinen Status als freier und unabhängiger Maler betonte er mit der Aussage, sobald er nicht länger kontroversiell wäre, würde er nicht mehr bedeutend sein.

Courbet wurde schon von Zeitgenossen als Maler mit dem Gewehr in der Hand beschrieben. In der Fondation Beyeler zeigen v. a. seine Winterlandschaften das begehrte Wild. Darüber hinaus sind sie auch dem Schnee gewidmet, den Courbet über dunklen Landschaften und düsteren Bäumen ausbreitete. Selten ist die Schneedecke geschlossen und weich, häufig ist der weiße Belag flockig auf den Leinwänden verteilt und scheint das Sonnenlicht nur bedingt widerzuspiegeln. Wie angezuckert liegen die Landschaften da und wirken doch erstarrt.

 

7. August 2017
Gustave Courbet, Brandungswogen mit drei Segelschiffen, um 1870 (Privatsammlung. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert)

Delacroix — Courbet — Ribot Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts

Eugène Delacroix (1798–1863), Gustave Courbet (1819–1877) und Augustin Théodule Ribot (1832–1891) gehören zu den bedeutenden Vertretern der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Delacroix und Courbet prägten die Romantik und setzten mit ihrer neuartigen Verwendung der Farbe Maßstäbe für folgende Generationen wie die Impressionisten. Ribot war bereits ein Bewunderer der Bilder von Courbet fand aber auch wichtige Anregungen in der holländischen und spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
7. August 2017
Gustave Courbet, Selbstbildnis mit schwarzem Hund, Öl auf Leinwand, 46,5 x 55,5 cm, Petit Palais, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris © bpk / RMN – Grand Palais / Jacques L’Hoir / Jean Popovich.

Gustave Courbet: Biografie Alle wichtigen Ereignisse und Werke des Begründers des Realismus

Gustave Courbet's Biografie (Lebenslauf / Biographie): alle wichtigen Ereignisse von Salonteilnahmen, wichtige Werke (Bilder) bis zu seinem Engagement als Präsident der Republikanischen Kunstkommission (1870/71) und seine Flucht in die Schweiz.
7. August 2017
Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet: Werke (Bilder) Bedeutende Ausstellung zum Hauptvertreter des Realismus in der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler überprüft das Werk von Gustave Courbet (1819–1877), einem der wichtigsten Maler der Romantik und des Realismus in Frankreich, auf sein revolutionäres Potenzial. Ulf Küster stellt in dieser monografischen Schau den Landschaftsmaler ins Zentrum der Betrachtung und ordnet die Werke nach Sujets. Auf einige wichtige, frühe Selbstbildnisse folgen sieben Räume, in denen Landschaften und weibliche Akte die Hauptrolle spielen.
20. Oktober 2010
Max Hollein, Klaus Herding (Hg.) Courbet. Ein Traum von der Moderne, Cover (Hatje Cantz)

Courbet – ein Romantiker? Ein Traum von der Moderne

Die Frankfurter Schirn-Kunsthalle widmet in diesem Herbst dem französischen Realisten und Vorkämpfer für eine sozialkritische Malerei, Gustave Courbet (1819–1877), eine Sonderausstellung, in der eine wenig bekannte Seite des Malers besonders hervorgestrichen wird. Entgegen der allgemein bekannten Fakten um Courbets demokratisches und soziales Engagement und dem Interesse des Künstlers an Sujets jenseits von Stereotypen und gefälliger Kunst, stellt man ihn als Schöpfer schlafender oder tagträumender Mädchen, von versunkenen, grübelnden und innengewandten Porträts, von abgeschiedenen Quellen und unberührter Natur dar.
Alexandra Matzner
* 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.