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Impressionisten in London Französische Künstler im Exil (1870–1904): Ansichten von London und neue Kontakte

Claude Monet, London, das Parlament, Sonnenloch im Nebel, Detail, 1904, Öl/Lw, 81,5 x 92,5 cm (Musée d’Orsay, Paris)

Claude Monet, London, das Parlament, Sonnenloch im Nebel, Detail, 1904, Öl/Lw, 81,5 x 92,5 cm (Musée d’Orsay, Paris)

Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 flohen einige junge Maler nach London, um sich dem Kriegsdienst zu entziehen, die Entente Cordiale – ein Friedensvertrag zwischen Großbritannien und Frankreich vom 8. April 1904 – bildet das zeitliche Ende der Ausstellung. Claude Monet, James Tissot, Alfred Sisley und Camille Pissarro bildeten nur wenige Jahre später den Kern der Impressionisten. Die Ausstellung in der Tate Britain thematisiert die Netzwerke, welche die aufstrebenden Talente in London ausbildeten. Gleichzeitig hatte der mehrere Monate dauernde Aufenthalt einen bedeutenden künstlerischen Einfluss auf den sich herausbildenden Impressionismus, konnten Monet, Pissarro und Co. doch die Gemälde von William M. Turner und James McNeill Whistler im Original studieren.

 

Französische Künstler im Exil

Das Londoner Leben unterschied sich deutlich von den Cafés, in denen die Pariser ihre Freunde trafen, um über Kunst zu diskutieren. Pissarro hielt in „Kew Green“ (1892) beispielsweise das englische Picknick fest, während in den formalen französischen Gärten das Betreten der Grasfläche verboten war. Alfred Sisley und James Tissot wandten sich auch den Segelschiffen auf der Themse zu: britische Codes und Traditionen zogen offensichtlich die Impressionisten an. Die in London entstandenen Stadtansichten verraten die Franzosen dennoch durch deren außergewöhnliche Blickpunkte.

Gleichzeitig bildete sich in London ein Zirkel von Pariser Künstlern und Händlern heraus, welche ihre Geschäfte jenseits des Kanals weiterführten. Der Kontakt zu diesen Persönlichkeiten, darunter der Maler Charles-François Daubigny (→ Charles-François Daubigny: Wegbereiter des Impressionismus) sowie der Opernsänger und Förderer moderner Kunst Jean-Baptiste Faure, half ihnen, ihre Karrieren voranzutreiben und Geld zu verdienen. Claude Monet wurde von Daubigny gefördert, Faure kaufte auch von Sisley, dessen „Molesey Wehr, Hampton Court, Morgen“ (1874) ausgestellt ist. Eine wichtige Figur in diesem Kreis der Auslandskünstler war der Kunsthändler Paul Durand-Ruel, der Monet und Pissarro während des Aufenthalts in London 1870/17 kennenlernte. Während der folgenden Jahre erwarb Durand-Ruel über 5.000 Werke der Impressionisten und rettete sie, wie Monet es selbst formulierte, „vor dem Verhungern“. Die ab 1899 entstandenen Themse-Ansichten stellte Monet 1904 ebenfalls bei Durand-Ruel vor und erzielte damit erstmals in seiner Karriere durchschlagenden Erfolg bei Kritikern und Käufern.

 

 

Auch der Professor der Slade School in London, Alphonse Legros, spielte in diesen Jahren eine bedeutende Rolle. Zwischen 1876 und 1893 unterrichtete er in England und übte einen wichtigen Einfluss auf die britische Kunsterziehung aus (siehe: „Der Denker“, 1874). Er stellte seine Gönner Constantine Alexander Ionides und George Howard, 9th Earl of Carlisle, dem Bildhauer Aimé-Jules Dalou vor, der in der Folge gemeinsam mit seinem Kollegen und Emigranten Edouard Lantéri den Unterricht entschieden veränderte. Jean-Baptiste Carpeaux’s Aufenthalt in London war eng mit dem Exil seines wichtigsten Auftraggebers, dem ehemaligen Kaiser Napoleon III., verbunden.

 

 

Themse in der impressionistischen Malerei

Wie wurde der Fluss zu einem Thema in der französischen Kunst? Claude Monet kehrte ab 1899 drei Mal nach London zurück, um die Themse und das neu errichtete Parlament [Houses of Parliament] zu malen. Er stellte seine Leinwand am späten Nachmittag und zu Sonnenuntergang auf der Terrasse des Saint Thomas’s Hospital auf. Diese Ansicht ähnelt jener, die bereits der englische Maler J. M. W. Turner (1775–1851) in seinen visionären Gemälden vom Brand eingenommen hat. Das Großfeuer hatte 1834 große Teil des alten Parlamentskomplexes zerstört. Ein Jahr darauf malte Turner „The Burning of the House of Lords and Commons, 16th October, 1834“ (Philadelphia Museum of Art), das Monet allerdings kaum im Original gekannt haben dürfte. Claude Monet „antwortete“ auf den Poeten von Nebel und Dunst, gleichzeitig setzte sich Monet aber auch mit einem jüngeren Maler der Themse, nämlich dem Amerikaner James McNeill Whistler auseinander.

 

 

Die kurz nach 1900 entstandenen, fast abstrakten Bilder von Monet fanden in bunten, fauvistischen Werke von André Derain eine direkte Antwort. Monet hatte 37 der Themse-Ansichten 1904 in der Galerie von Paul Durand-Ruel präsentiert, und damit die Kritiker überzeugt. Zum ersten Mal in seiner Karriere wurde seine Ausstellung enthusiastisch besprochen, die Preise der Bilder waren entsprechend hoch. Der Kunsthändler Ambroise Vollard sandte im Anschluss André Derain nach London, damit dieser Monet nacheifere. In den folgenden zwei Jahren malte Derain ebenfalls das Londoner Parlament und die Waterloo Bridge – allerdings in fauvistischen Farben und mit strukturierterem Pinselstrich.

 

„Bildgruppen, die ich für Herrn Vollard gemacht habe, der mich in jener Zeit nach London schickte, [er] wollte Bilder, die durch die Atmosphäre von London inspiriert waren. Er sandte mich in der Hoffnung, dass ich die Ausdrucksweise (Bildwirkung), die Monet so verblüffend entwickelt hatte und die in den folgenden Jahren in Paris so starken Einfluss ausübte, fortsetze.“1 (André Derain in einem Brief an den Präsidenten der Royal Academy, 15.5.1953)

 

Kuratiert von Caroline Corbeau, in Zusammenarbeit mit dem Petit Palais und den Paris Musées.

 

 

Ausgestellte Künstler

  • Camille Pissarro (1830–1903)
  • James Tissot (1836–1902)
  • Alfred Sisley (1839–1899)
  • Claude Monet (1840–1926)

 

Impressionisten in London: Bilder

  • James Tissot, The Ball on Shipboard, um 1874, Öl/Lw, 101,2 x 147,6 x 11,5 cm (Tate. Presented by the Trustees of the Chantrey Bequest 1937)
  • Alfred Sisley, Molesey Wehr, Hampton Court, Morgen, 1874, Öl/Lw, 51,1 x 68,8 cm (National Galleries of Scotland (Edinburgh UK)
  • Camille Pissarro, Kew Green, 1892, Öl/Lw, 46 x 55 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Camille Pissarro, Saint Anne’s Church in Kew, London, 1892, Öl/Lw, 54,8 x 46 cm (Privatsammlung)
  • Camille Pissarro, Charing Cross Bridge, 1890, Öl/Lw, 60 x 92,4 cm (National Gallery of Art, Washington)
  • Claude Monet, Houses of Parliament [Parlament], 1900–1901, Öl/Lw, 81,2 x 92,8 cm (Art Institute of Chicago, Mr. and Mrs. Martin A. Ryerson Collection, 1933.1164)
  • Claude Monet, Leicester Square, 1901, Öl/Lw, 80,5 x 64,8 cm (Coll. Fondation Jean et Suzanne Planque (in deposit at Musée Granet, Aix-en-Provence)
  • Claude Monet, Le Parlement, Effet De Soleil [Parlament, Sonnenlicht Stimmung], 1903¸ Öl/Lw, 104,8 X 115,6 Cm (Brooklyn Museum of Art)
  • Claude Monet, Houses of Parliament [Parlament], 1903, Öl/Lw, 81 x 92 cm (Musée Malraux)
  • Claude Monet, Houses of Parliament, Fog Effect [Parlament, Nebelstimmung], 1903–1904, Öl/Lw,, 81,3 x 92,4 cm (Metropolitan Museum of Art, New York)
  • Claude Monet, Londre, le Parlement. Trouée de soleil dans le brouillard [London, das Parlament, Sonnenloch im Nebel], 1904, Öl/Lw, 81,5 x 92,5 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Claude Monet, Houses of Parliament, Sunset [Parlament, Sonnenuntergang], 1904, Öl/Lw, 81 x 92 cm (Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld)

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25. September 2017
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25. September 2017
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15. September 2017
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19. Juli 2017
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28. Juni 2017
Vincent van Gogh, Baumwurzeln, Auvers-sur-Oise Juli 1890, Öl auf Leinwand, 50.3 × 100.1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam / Vincent van Gogh Foundation)

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29. März 2017
Frédéric Bazille, Das Familientreffen, Detail, 1867, Öl auf Leinwand, 152 x 230 cm (Paris, Musée d’Orsay © Photo Musée d’Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt)

Frédéric Bazille Leben und Werk

Frédéric Bazille (1841–1870) ist ein Pionier des Impressionismus und übersiedelte 1862 nach Paris, wo er sich im Atelier von Charles Gleyre einschrieb. Noch im gleichen Jahr lernte er Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley, ein Jahr später Claude Monet kennen. Der aus wohlhabendem, protestantischem Elternhaus stammende Kunststudent ging in den folgenden Jahren interessante Ateliergemeinschaften ein und vereinte in „Das Familientreffen“ (1867) Freilichtmalerei und Porträt miteinander. Bereits 1870 verstarb der Republikaner im Alter von 29 Jahren im Deutsch-Französischen Krieg, weshalb er als Pionier impressionistischer Konzepte gilt, jedoch nie so viel Aufmerksamkeit auf sich lenkten konnte wie die „Klassiker“ des Impressionismus.
8. Februar 2017
Claude Monet, Sonnenaufgang, Impression, 1872/73 (Musée Marmottan Monet, Paris)

Erste Impressionisten-Ausstellung 1874 Erste Selbstorganisation und Namensgebung des Impressionismus

An der ersten Impressionismus-Ausstellung in Paris nahmen 30 Künstlerinnen und Künstler, darunter Paul Cézanne, Edgar Degas, Armand Guillaumin, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Auguste Renoir und Alfred Sisley. Whistler hatte seine erste Einzelausstellung in London und nahm vielleicht deshalb nicht an der Impressionismus-Ausstellung in Paris teil.
8. Februar 2017
Claude Monet, La Grenouillère, 1869, Öl auf Leinwand, 74,6 x 99,7 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York © Metropolitan Museum of Art, dist.service presse Rmn / image of the MMA)

Zweite Impressionisten-Ausstellung 1876 Durchbruch des Impressionismus

Die zweite Impressionisten-Ausstellung erhielt bessere Kritiken als die erste, wobei vor allem die Leistungen der sechs „Impressionisten“ rund um Monet und Renoir besonders positiv hervorgehoben wurden. Für ausländische Leser besprachen vor allem Literaten die Schau: Henry James, Stéphane Mallarmé, August Strindberg und Emile Zola. Degas, Morisot, Monet, Pissarro, Renoir und Sisley, die heute als die wichtigsten Impressionistinnen und Impressionisten angesehen werden, hatten sowohl strategische wie ökonomische Ziele, an dieser zweiten Impressionisten-Ausstellung teilzunehmen.
8. Februar 2017
Gustave Caillebotte, Pariser Straße; Regnerisches Wetter, 1877, Öl auf Leinwand, 212.2 x 276.2 cm (The Art Institute of Chicago, Charles H. and Mary F. S. Worcester Collection, 1964.336)

Dritte Impressionisten-Ausstellung 1877 Gustave Caillebotts Engagement und Monets erste Serie

Dass es ein Jahr nach der zweiten Impressionisten-Ausstellung 1876 in der Galerie von Paul Durand-Ruel bereits zur dritten Impressionisten-Ausstellung kam, war vor allem dem finanziellen Engagement von Gustave Caillebotte zu verdanken. Er arbeitete gerade an seinem bislang wichtigsten Werk – „Rue de Paris, Temps de pluie [Straße in Paris bei Regen]“ (1877) – und wollte für dessen Erstpräsentation offensichtlich den richtigen Rahmen schaffen. Die Künstlerinnen und Künstler stellten erstmals als „Impressionisten“ aus
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Kohlernte, 1878/79, Gouache auf Seide, 16.5 x 52.1 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Leonora Brenauer Bequest, in memory of her father, Joseph B. Brenauer, 1994)

Vierte Impressionisten-Ausstellung 1879 Bröckelnde Gemeinschaft aber wirtschaftlicher Erfolg

Die vierte Impressionisten-Ausstellung stand unter einem ungünstigen Stern, da viele der wichtigsten Maler des Impressionismus ihre Teilnahme absagten. Dennoch wurde sie endlich auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass sie weniger provokativ ausgefallen sein dürfte als die ersten drei Ausstellungen.
8. Februar 2017
Mary Cassatt, Le thé [Der Tee], um 1880, Öl auf Leinwand, 64.77 x 92.07 cm (Museum of Fine Arts, Boston, M. Theresa B. Hopkins Fund)

Fünfte Impressionisten-Ausstellung 1880 Degas‘ „kleine Tänzerin“ und die Rückkehr zum Salon

Die fünfte Impressionisten-Ausstellung wurde im Vergleich zur vierten von den meisten Kritikern nicht sehr positiv aufgenommen. Es fehlten nicht nur so zentrale Künstler wie Renoir, Sisley und Cézanne, die bereits an der vierten Impressionisten-Ausstellung 1879 nicht mehr teilgenommen hatten, sondern auch Claude Monet, der stattdessen zwei Gemälde in den Salon einsandte.
8. Februar 2017
Edgar Degas, Kleine Tänzerin im Alter von 14 Jahren, um 1878–1881, rotes Bienenwachs, Ton, Metallarmatur, Seil, Pinsel, menschliches Haar, Seide und Leinenband, Trikot aus Leinen, Baumwolle und Seidentutu, Leinenschuhe, Holzsockel, 98.9 x 34.7 x 35.2 cm (ohne Sockel), Gewicht: 22.226 kg (The National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, Inv.-Nr. 1999.80.28)

Sechste Impressionisten-Ausstellung 1881 Edgar Degas‘ „Kleine Tänzerin“ und der Triumph des Realismus

Im Vorfeld zur sechsten Impressionisten-Ausstellung 1881 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den so genannten Impressionisten und Realisten in der Gruppe. Monet, Renoir und Sisley sagten ihre Teilnahme ab, um am Salon teilzunehmen. Die verbliebenen Künstlerinnen und Künstler scharten sich um Edgar Degas, der die Ausstellung organisierte.
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Junges Bauernmädchen mit Hut, 1881, Öl auf Leinwand, 73,4 x 59,6 cm (National Gallery of Art, Washington)

Siebte Impressionisten-Ausstellung 1882 Pleinair und lockere Malweise

Die siebte Impressionisten-Ausstellung wurde von Paul Durand-Ruel organisiert, weil er sich in einer finanziell prekären Lage befand. Die Gruppe rund um Degas lehnte eine Teilnahme ab. Auch Renoir hatte sich geweigert, an der Ausstellung teilzunehmen, dennoch hängte der Galerist einundzwanzig von Renoirs Werken in die Ausstellung. Der Galerist kam zum Schluss, dass es einfacher wäre, die Künstler getrennt voneinander zu vermarkten, was er ab 1883 auch in Einzelpräsentationen umsetzte.
8. Februar 2017
Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Achte Impressionisten-Ausstellung 1886 Krise und Ende des Impressionismus

Die Vorbereitungen zur achten Impressionisten-Ausstellung 1886 waren geprägt von alten Vorbehalten gegenüber Kollegen, Missgunst, Eifersüchteleien und wechselnde Loyalitäten. Finanzielle Misserfolge, nicht zuletzt wegen einer Wirtschaftskrise in Frankreich in den beginnenden 1880er Jahren, ließen die ohnehin zaghaften Ankäufe impressionistischer Malerei einbrechen, ungeachtet der Versuche des Kunsthändlers Paul Durand-Ruel, die Impressionisten auch in New York bekannt zu machen. Generell lässt sich beobachten, wie Galeristen zunehmend als Ausstellungsmacher von Personalen auftraten, die sie vorfinanzierten. Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Caillebotte und Alfred Sisley folgten Pissarros Einladung erst gar nicht. Sie versuchten ihr Glück bei Georges Petit, dessen Galerie sich an ein betuchtes, kaufkräftiges Publikum wandte. Animositäten mit Edgar Degas in den vorangegangenen Jahren verleideten ihnen die Teilnahme an Pissarros Projekt genauso wie dessen Engagement für ihre „Schützlinge“.
28. Januar 2017
Eugène Druet, Auguste Rodin zwischen seinen Werken in seinem Atelier

Auguste Rodin: Werke "Das Höllentor", "Der Denker", "Der Kuss", "Die Bürger von Calais", ... #Rodin100

Es ging Auguste Rodin um die Allansichtigkeit seiner Plastiken. Ziel von Rodins Arbeit war, neue Kompositionen und Techniken zu erfinden, um leidenschaftliche Gefühle auszudrücken. Anstelle der Allegorie tritt bei ihm der Torso, das Fragment, der Mensch mit all seinen Leidenschaften. Die Körper sind von Schwerkraft, Bescheidenheit und Erzählung befreit, haben keinen perfekten Standpunkt, erlauben keine Interpretation durch Werktitel oder Attributen.
20. Januar 2017
Claude Monet, Matinée sur la Seine [Vormittag auf der Seine], 1897, Öl auf Leinwand, 81,9 x 93,3 cm (Mead Art Museum, Amherst College, Massachusetts, Vermächtnis Miss Susan Dwight Bliss, 1966, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS)

Claude Monet in der Fondation Beyeler Monets Landschaften der 1880er Jahre

Monet die Fondation Beyeler. Als Renzo Piano das Gebäude für die Sammlung des berühmten Kunsthändlerehepaares Beyeler plante, hatte er Claude Monets monumentales Gemälde „Le bassin aux nymphéas [Seerosenteich]“ (um 1917–1920) im Sinn. Piano öffnete das Museum mit großen Glasflächen zum Garten hin. Der Blick wandert über das Gemälde – und weiter zum Teich, dem Schilf, das sich manchmal sanft im Wind wiegt. Wenn auch Claude Monet dieses späte Werk nicht vor dem Motiv gemalt hat, sondern sich dafür eigens ein Atelier in Giverny bauen hat lassen, so suggeriert die Sammlungspräsentation überzeugend die innige Verbindung des Malers mit der Natur, der nahezu blind nach seinen Erinnerungen malte.
29. Dezember 2016
Edgar Degas, Tänzerin in Ruhestellung, um 1882/1885, Bronze, H. 45,5 cm (Von der Heydt-Museum Wuppertal) & Tänzerinnen (im Hintergrund), 1900–1905 (Von der Heydt-Museum Wuppertal Foto: Medienzentrum/Antje Zeis-Loi)

Degas & Rodin Wettlauf der Giganten zur Moderne im Von der Heydt Museum Wuppertal

Edgar Degas (1834–1917) und Auguste Rodin (1840–1917) revolutionierten beide auf ihre Weise die Kunst des späten 19. Jahrhunderts: Der Maler, Druckgrafiker und Plastiker Degas wählte moderne Motive, setzte einen fotografischen Blick ein und dachte über das moderne Großstadtsubjekt nach. Rodin stieg aufgrund seiner Themenwahl, der neuartigen Oberflächengestaltung und seiner revolutionären Auffassung des Denkmals ab 1880 zum Bildhauerfürsten Europas auf. Beide reflektierten den Prozess des Kunstmachens genauso wie ihre unterschiedlichen sozialen Rollen innerhalb des Kunstzirkels; beide verstarben vor genau 100 Jahren.
  1. Zitiert nach Karin Sagner-Düchting, Die London Bilder, in: Karin Sagner-Düchting (Hg.), Claude Monet und die Moderne (Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung), München 2001, S. 58–59, hier S. 59.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.