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Frankfurt | Schirn: Casablanca Art School Eine postkoloniale Avantgarde 1962–1987 | 2024

Mohamed Melehi, Ohne Titel, 1983, Zellulosefarbe auf Holz, 150 x 200 cm, © Mohamed Melehi Estate / VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Mohamed Melehi, Ohne Titel, 1983, Zellulosefarbe auf Holz, 150 x 200 cm, © Mohamed Melehi Estate / VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Nur wenige Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 entwickelt sich in Casablanca ein pulsierendes Zentrum kultureller Erneuerung. Die Hauptvertreter dieser innovativen Schule Farid Belkahia (1934–2014), Mohammed Chabâa (1935–2013), Bert Flint (1931–2022), Toni Maraini (*1941) und Mohamed Melehi (1936–2020) werden zusammen mit Studierenden, Lehrenden und assoziierten Künstler:innen schnell zu einem zentralen Motor für die Entwicklung einer postkolonialen modernen Kunst in der Region. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert das einzigartige und einflussreiche Wirken der Casablanca Art School in einer ersten großen, längst überfälligen Ausstellung.

Casablanca Art School in Frankfurt

Das Anliegen Der Casablanca Art School ist die Öffnung zur lokalen Geschichte und zur neuen sozialen Wirklichkeit. Unter anderem im Dialog mit den Ideen des Bauhaus-Manifests wird das Verhältnis zwischen Kunst, Handwerk, Design und Architektur im lokalen Kontext neu bestimmt, indem künstlerische Einflüsse aus westlichen Metropolen mit Elementen des während der Kolonialzeit verdrängten traditionellen Erbes kombiniert werden.

Die Schirn präsentiert rund 100 Werke, darunter großformatige, buntfarbige, abstrakte (Wand-)Gemälde, grafische Experimente und Gebrauchsgegenstände, sowie umfangreiches dokumentarisches Material. Sichtbar wird eine spezifisch marokkanische Kunstszene, die sich transnational verortet.

Kuratiert von Morad Montazami und Madeleine de Colnet (für Zamân Books & Curating) in Zusammenarbeit mit Esther Schlicht und Luise Leyer (Schirn Kunsthalle Frankfurt); wissenschaftliche Mitarbeit von Fatima-Zahra Lakrissa und Maud Houssais. Die Ausstellung wurde organisiert von der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Tate St Ives und der Sharjah Art Foundation.
Quelle: Schirn Kunsthalle Frankfurt

 

Casablanca Art School: Bilder

  • Mohammed Chabâa, Ohne Titel, 1977, Acrylfarbe auf Leinwand, 75 x 95 cm, (Tate: Erworben von Nadia Chabâa mit Mitteln des Nicholas Themans Trust und des Middle East North Africa Acquisitions Committee 2022)
  • Mohammed Chabâa, Ohne Titel, 1977, Acrylfarbe auf Leinwand, 75 x 95 cm (Tate: Erworben von Nadia Chabâa mit Mitteln des Nicholas Themans Trust und des Middle East North Africa Acquisitions Committee 2022)
  • Mohamed Melehi, Ohne Titel, 1983, Zellulosefarbe auf Holz, 150 x 200 cm
  • Farid Belkahia, Cuba Si, 1961, Ölfarbe auf Papier auf Sperrholz, 62,6 x 44,6 cm (Tate: Erworben mit Mitteln des Middle East North Africa Acquisitions Committee 2016)
  • Mustapha Hafid, I belong To You, 1975, Mischtechnik auf Leinwand, 68,5 x 80 cm (Sammlung des Künstlers)
  • Chaïbia Tallal, Cérémonie de Mariage (Hochzeitszeremonie), 1983, Öl auf Leinwand, 180 x 180 cm (Privatsammlung, Marrakesch)
  • Malika Agueznay, Ohne Titel, 1986, Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 87 cm (Privatsammlung, Marrakesch)

Aktuelle Ausstellungen

29. März 2025
Vincent van Gogh, Joseph Roulin, Detail, Arles Anfang 1889, Öl auf Leinwand, 64,4 x 55,2 cm (MoMA, New York)

Boston | MFA Boston: Van Gogh und die Familie Roulin Van Goghs beste Freunde in Arles | 2025

Vincent van Goghs (1853–1890) Leidenschaft für die Porträtmalerei erblühte zwischen 1888 und 1889, als der Künstler während seines Aufenthalts im südfranzösischen Arles mehrere Porträts einer benachbarten Familie schuf – des Postboten Joseph Roulin, seiner Frau Augustine und ihrer drei Kinder Armand, Camille und Marcelle. Erstmals versammelt diese Ausstellung die Bildnisse der Familie Roulin.
29. März 2025

Kopenhagen | SMK: Michelangelo Gipsabgüsse, Zeichnungen und Briefe | 2025

Gipsabgüsse, Zeichnungen und Briefe Michelangelo Buonarroti (1475–1564) erschließen sein Leben und seine Kunst. Eingehende Studien seiner Skulpturen zeigen die komplexe Beziehung zwischen Original und Reproduktion im digitalen Zeitalter.
28. März 2025
Pierre-Auguste Renoir, Der Zopf, Detail, 1886/87, Öl auf Leinwand (Museum Langmatt, Baden, © Foto: Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, Baden, Schweiz)

Köln | Wallraf: Impressionistische Meisterwerke aus dem Museum Langmatt Schweizer Schätze | 2025

Mit Werken von Boudin, Corot, Courbet, Gauguin, Renoir, Pissarro, Monet, Sisley, Degas, Cassat, Cézanne und Redon.
28. März 2025
Ernst Ludwig Kirchner, Ruhendes Mädchen mit Kopfschmerzen, 1906, Farbholzschnitt in Rot, Gelb, Blau und Grün, 19 × 22,5 cm (Brücke-Museum, Berlin)

Berlin | Brücke-Museum: Die Brücke wird 120 Jahre Eine Jubiläumsausstellung mit 120 Werken & 120 Personen | 2025

Am 5. Juni 1905 gründeten die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl die expressionistische Künstlergruppe Brücke. Das Gründungsdatum vor 120 Jahren soll mit einer Jubiläumsausstellung gefeiert werden — 120 Berliner:innen stellen 120 Lieblingswerke vor.
28. März 2025
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Wien | mumok: Nie endgültig! Das Museum im Wandel | 2025/26

Die Ausstellung widmet sich dem Wandel des mumok während der Direktionszeit von Dieter Ronte (1979-1989). Exemplarische Einblicke in die Heterogenität der Sammlungserweiterungen werden kontrastiert mit den kulturpolitischen Parametern und programmatischen Entscheidungen dieses Jahrzehnts.
27. März 2025
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Wien | Leopold Museum: Egon Schieles letzte Jahre Zeiten des Umbruchs | 2025

Die Ausstellung gibt einen Einblick in Egon Schieles letzte fünf Schaffensjahre, seine Erfolge und seinen künstlerischen Durchbruch in der Wiener Secession. Auch die letzten, zum Teil unvollendeten Arbeiten werden analysiert und Einblicke in bisher Unveröffentlichtes wie das Tagebuch von Edith Schiele gegeben.
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