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Kassel | Schloss Wilhelmshöhe: DÜRER für hessische Fürsten

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 25. Januar 2026
Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, Detail, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)

Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, Detail, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)

Im Spätherbst 2026 zeigt Hessen Kassel Heritage in Kooperation mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung „DÜRER für hessische Fürsten“ und richtet dabei den Blick auf die beiden hessischen Fürstenhäuser Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, deren Sammlungen in besonderer Weise mit Albrecht Dürers Werk verbunden sind. Die Ausstellung erzählt von einer über 500 Jahre währenden Begeisterung für einen Künstler, dessen Arbeiten durch technische Brillanz, innovativen Erfindergeist und Sinn für lukrative Bildideen geprägt sind.

DÜRER für hessische Fürsten

Deutschland | Kassel: Schloss Wilhelmshöhe, Hessen Kassel Heritage
9.10.2026 – 17.1.2027

Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)
Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)

Dürer in Kassel 2026

Die Marke Dürer

Albrecht Dürer war bereits zu Lebzeiten europaweit berühmt und setzte Maßstäbe für Künstler und Sammler. Sein außergewöhnliches Renommee beruhte vor allem auf seiner international verbreiteten Druckgrafik. Anlässlich seines 555. Geburtstags im Jahr 2026 widmet sich die Ausstellung der Frage, wie diese Wertschätzung entstand – und worin Dürers bis heute ungebrochene Modernität liegt. Das Zusammenspiel von Künstlern, Sammlern, Literaten und Kunsthändlern bildete die Grundlage für Dürers Ruhm. Neben künstlerischer Qualität spielten dabei auch Faktoren wie der Schöpfername, Seltenheit und Konkurrenz eine zentrale Rolle – ein komplexes Gefüge, in dem sich das „Making of Dürer“ vollzog.

Die enorme Nachfrage nach Dürers Werken führte bereits früh zu zahlreichen Kopien seiner Druckgraphik. Auch seine Gemälde wurden vielfach reproduziert, während Zeichnungen und Werke aus seinem Umfeld mit dem berühmten Dürer-Monogramm versehen wurden. Für zeitgenössische Sammler war es daher häufig kaum möglich, zwischen authentischen Werken und Zuschreibungen zu unterscheiden.

 

DÜRER für hessische Fürsten

„DÜRER für hessische Fürsten“ zeichnet das Sammeln von Dürers Werken im fürstlichen Kontext vom späten 16. bis ins 19. Jahrhundert nach. Die Ausstellung eröffnet damit Einblicke in die Entwicklung der Kennerschaft, in den Umgang mit Original und Kopie sowie in die Entstehung moderner kunsthistorischer Forschung. Durch das Nebeneinanderstellen von mehreren Abzügen ein und derselben Platte kann der Besucher im vergleichenden Sehen selbst Kennerschaft entwickeln.

Insgesamt werden rund 130 Werke präsentiert, darunter etwa 100 Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte von höchster Qualität, einzigartige Zeichnungen sowie bedeutende Gemälde, die von den hessischen Landgrafen als Dürer erworben wurden. Nur bei der berühmten „Tucherin“ hielt diese Zuschreibung stand. Sämtliche Ausstellungsstücke stehen in direktem Zusammenhang mit den fürstlichen Sammlungen in Kassel und Darmstadt und veranschaulichen eindrucksvoll die anhaltende Faszination für einen der einflussreichsten Künstler der europäischen Kunstgeschichte.

 

Porträt der Elsbeth Tucher

Der „Porträt der Elsbeth Tucher“ (1499) war die rechte Seite eines zusammenklappbaren Diptychons; das Porträt des Ehemannes Nikolaus Tucher (1464–1527) ist verschollen.1 Elsbeth Tucher, geb. Pusch (geb. 1473), war die Tochter des Zeugmeisters der Nürnberger Artillerie. 1492 heiratet sie Nikolaus Tucher aus einer bedeutenden Nürnberger Patrizierfamilie. Dürers Porträt besticht bereits mit einem in der Renaissance neuen Selbstbewusstsein der Dargestellten. Ihr Blick ist dem Diesseits zugewandt, und die raumschaffende Plastizität und Linearität der Gestaltung basiert auf einem neuen Raumverständnis des Künstlers. Dies zeigt sich auch im Ausblick auf eine Landschaft hinter der Dargestellten. Auch wenn Albrecht Dürer die Bäume noch in einem sehr stilisierten Stil wiedergibt, so weisen die Behandlung von Licht und Atmosphäre bereits in die Renaissance.

Bilder

  • Albrecht Dürer, Elsbeth Tucher, 1499, Öl auf Lindenholz, 29,1 x 23,3 cm (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)
  • Albrecht Dürer, Hercules am Scheideweg (Die Eifersucht; Der große Satyr), Probedruck von der unvollendeten Platte, um 1498, Kupferstich, 32,4 x 22,3 cm (Kassel)
  • Albrecht Dürer, Adam und Eva, 1504, Kupferstich, 25 x 19,2 cm (in der Platte) (Kassel, GS 10456)
  • Albrecht Dürer, Die Darstellung im Tempel aus dem Marienleben, um 1505, Holzschnitte, 29,4 x 20,8 cm (Kassel, GS 10568)
  • Albrecht Dürer, Melencolia I (Die Melancholie), 1514 , Kupferstich, 23,9 x 18,6 cm (Kassel, GS 10499)
  • Kopie nach Albrecht Dürer, Hl Hieronymus (Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel)

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