Marie Laurencin: Rollenspiel (Wanderausstellung 2027)
Stand: 17. Juli 2026 — Diese Seite wird laufend aktualisiert, sobald neue Stationen, Termine oder Details bestätigt werden.
Die Malerin Marie Laurencin (1883–1956) ist 2027 mit einer international vorbereiteten Wanderausstellung in mehreren europäischen Museen zu sehen.
- Ab März 2027 zeigt das Musée du Luxembourg in Paris die Schau unter dem Titel „Sœur des poètes“,
- ab dem 24. Juli 2027 folgt das Museum Barberini in Potsdam mit dem deutschen Titel „Rollenspiel“.
Steckbrief
| Künstlerin: | Marie Laurencin (1883–1956) → Mehr zur Künstlerin Marie Laurencin: Leben und Werk |
| Ausstellungstitel: | Sœur des poètes (Paris) | Rollenspiel (Potsdam) |
| Stationen: | Paris und Potsdam |
| Frühjahr 2027 | Paris | Musée du Luxembourg Marie Laurencin. Sœur des poètes März – Juli 2027 (vorbehaltlich Bestätigung) → Paris | Musée du Luxembourg: Marie Laurencin. Sœur des poètes |
| Sommer 2027 | Potsdam | Museum Barberini Marie Laurencin. Rollenspiel 24.7. – 24.10.2027 → Potsdam | Museum Barberini: Marie Laurencin. Rollenspiel |
| Kuratorium: | Camille Morineau, Giovanni Casini, Emilie Bouvard, Jane Pritchard, Sterre Barentsen, Anna Heling |
| Leihgaben Potsdam: | Musée Marie Laurencin, Tokio (erstmals in Deutschland) |
Worum geht es in der Ausstellung?
Paris in den 1920er Jahren: Cafés, Ateliers und Salons werden zu Laboratorien der Moderne. Inmitten dieser kulturellen Aufbruchsstimmung entwickelt Marie Laurencin ihre unverwechselbare Bildsprache — zart und kühn zugleich, zwischen Pastellfarben, poetischer Abstraktion und bewusst inszenierter Weiblichkeit. Im Umfeld der Kubisten und im Austausch mit Persönlichkeiten wie Guillaume Apollinaire, Gertrude Stein und Pablo Picasso schuf Laurencin ein Werk, das sich den Konventionen ihrer Zeit entzog. Ihre Darstellungen von Frauen kreisen um Identität, Rolle und Selbstentwurf. Laurencins Themen wirken heute erstaunlich gegenwärtig.
Die beiden bislang bekannten Ausstellungstitel setzen dabei unterschiedliche Akzente: Der Pariser Titel „Sœur des poètes [Schwester der Dichter]“ rückt Laurencins enge Bindung an die literarische Avantgarde von Montparnasse in den Vordergrund. Der Potsdamer Titel „Rollenspiel“ betont stärker die Frage von Identität und Selbstinszenierung in ihrem malerischen Werk. Beide Perspektiven ergänzen einander und zeichnen gemeinsam ein neues, differenzierteres Bild einer Künstlerin, deren Bedeutung für die Moderne lange unterschätzt wurde.
Das Potsdamer Begleitsymposium vom 3. Juni 2026 (24. Symposium des Museum Barberini) gibt bereits eine gute Vorschau auf die inhaltliche Gliederung der Ausstellung. Erfahrungsgemäß korrespondieren die Vortragsthemen bei Barberini-Symposien eng mit den späteren Katalogbeiträgen: Rezeptionsgeschichte (Camille Morineau), Kunstmarkt und Selbstinszenierung als „Weiblichkeit“ (Giovanni Casini), literarischer Kreis von Apollinaire bis Colette (Emilie Bouvard), Bühnenbilder und Kostüme fürs Ballett (Jane Pritchard), Mode und Medien (Anna Heling) sowie Interieurgestaltung (Sterre Barentsen). Pritchards Beitrag bestätigt dabei einen konkreten Sammlungsbezug: Laurencin entwarf Bühnenbild und Kostüme für die Ballets Russes, wovon sich Objekte im Bestand des V&A befinden. Ein älterer V&A-Blogbeitrag hatte zusätzlich eine queere Lesart Laurencins nahegelegt — diese spielt im offiziellen Symposiumsprogramm jedoch keine erkennbare Rolle.
Die Kuratorinnen und Kuratoren
- Camille Morineau, Centre Pompidou, Paris
- Giovanni Casini, Università di Torino
- Emilie Bouvard, Fondation Giacometti, Paris
- Jane Pritchard, Victoria and Albert Museum, London
- Sterre Barentsen, Museum Barberini, Potsdam
- Anna Heling, Museum Barberini, Potsdam
Die Zusammensetzung des Kuratoriums — mit Beteiligung des Centre Pompidou, der Fondation Giacometti und des V&A London — unterstreicht den wissenschaftlichen Anspruch des Projekts über die einzelnen Häuser hinweg.
Hinweis zu einer möglichen dritten Station: Die Teilnahme von Jane Pritchard (V&A London) am Begleitsymposium in Potsdam lässt eine weitere Station in London möglich erscheinen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus; wir aktualisieren diese Seite, sobald Informationen vorliegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo ist Marie Laurencin 2027 zu sehen?
Die Wanderausstellung ist zunächst im Musée du Luxembourg in Paris (ab März 2027) und anschließend im Museum Barberini in Potsdam (24.7.–24.10.2027) zu sehen. Eine mögliche dritte Station in London wird derzeit diskutiert.
Warum tragen die Ausstellungen in Paris und Potsdam unterschiedliche Titel?
Internationale Kooperationsausstellungen verwenden häufig länderspezifische Marketingtitel. „Sœur des poètes“ und „Rollenspiel“ setzen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, behandeln aber dasselbe kuratorische Grundkonzept.
Wer kuratiert die Ausstellung?
Ein internationales Team aus Centre Pompidou, Fondation Giacometti, Victoria and Albert Museum, Universität Turin und Museum Barberini — siehe Kuratorium oben.
Kommt die Ausstellung auch nach London?
Das ist möglich, aber noch nicht offiziell bestätigt. Ende 2026 sollen weitere Details bekanntgegeben werden.
