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New York | MoMA PS1: Niki de Saint Phalle

Niki de Saint Phalle, Tarot Garten, Detail, 1991, Lithografie, 60.3 x 80 cm © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: Ed Kessler

Niki de Saint Phalle, Tarot Garten, Detail, 1991, Lithografie, 60.3 x 80 cm © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: Ed Kessler

Das MoMA PS1 zeigt 2020 die erste New Yorker Museumsausstellung der visionären Feministin und Aktivistin Niki de Saint Phalle (Amerikanerin und Französin, 1930–2002). Zu sehen sind über 100 Werke von den 1970er Jahren bis zum Tod des Künstlerin, darunter Skulpturen, Drucke, Zeichnungen, Schmuck und Archivmaterial. Die Ausstellung wird den interdisziplinären Ansatz und die Auseinandersetzung von Saint Phalle mit wichtigen sozialen und politischen Themen hervorheben und sich auf Werke konzentrieren, die sie geschaffen hat, um die Umwelt, den Einzelnen und die Gesellschaft zu verändern.

Zu Beginn ihrer Karriere wandte sich Saint Phalle gegen anerkannte künstlerische Praktiken und schuf Arbeiten, die Assemblage und performative Produktionsweisen miteinander verbanden, ihre sogenannten „Schießbilder“ (→ Niki de Saint Phalle: Biografie). Die Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden war immer von zentraler Bedeutung für Niki de Saint Phalles Arbeit, einschließlich mehrerer gemeinsam mit dem Künstler Jean Tinguely produzierte Skulpturen. Ab den späten 1960er Jahren begann Saint Phalle, großformatige Skulpturen zu entwickeln, was zu einer Ausweitung ihrer Praxis auf Architekturprojekte, Skulpturengärten (→ Niki de Saint Phalle: Tarot-Garten), Bücher, Drucke, Filme, Theaterdekorationen, Kleidung, Schmuck und sogar ein eigenes Parfüm führte.

Ab dieser Zeit schuf Saint Phalle auch eine Reihe innovativer Arbeiten, die ein Ethos der Zusammenarbeit und des Engagements für die Politik des sozialen Raums widerspiegeln. Saint Phalle sprach Themen an, die sich mit den Rechten von Frauen gegen den Klimawandel und dem Bewusstsein für HIV / AIDS befassten, und war oft an der Spitze, wenn es darum ging, die sozialen und politischen Probleme ihrer Zeit anzusprechen. Ihr in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Immunologen und AIDS-Spezialisten Dr. Silvio Barandun verfasste und illustrierte Niki de Saint Phalle den Bildband „AIDS: you can’t catch it holding hands [Vom Händchenhalten kriegt man's nicht]“ (1983–1986, publ. 1986). Darin arbeitete sie an der Entstigmatisierung der Krankheit. Das Aufklärungsbuch wurde in sechs Sprachen übersetzt und 70.000 Bücher in Schulen gratis verteilt.

Die Ausstellung wird von Ruba Katrib, Kuratorin, MoMA PS1 organisiert.

Niki de Saint-Phalle in New York 2020: Bilder

  • Niki de Saint Phalle, Foto von Hon übermalt, 1979 © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: Katrin Baumann
  • Niki de Saint Phalle, Buchcover für AIDS, you can’t catch it holding hands, 1986 © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: NCAF Archives
  • Niki de Saint Phalle. What is now known was once only imagined, 1979, Offset print © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: NCAF Archives
  • Niki de Saint Phalle, Tarot Garten, 1991, Lithografie, 60.3 x 80 cm © 2019 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION. Foto: Ed Kessler
  • Niki de Saint Phalle, Tarot Garten, Garavicchio, Italien © 2019 FONDAZIONE IL GIARDINO DEI TAROCCHI. Foto: Peter Granser
  • Niki de Saint Phalle, Innenansicht der Kaiserin, Tarot Garten, Garavicchio, Italien © 2019 FONDAZIONE IL GIARDINO DEI TAROCCHI. Foto: Peter Granser
  • Niki de Saint Phalle im Tarot Garden, Garavicchio, Italien 1980er Jahre, unbekannter Fotograf

Beiträge zu Niki de Saint Phalle

26. März 2021
Thomas Scheibitz, Figur und Landschaft, 2020, Öl, Vinyl, Pigmentmarker auf Leinwand, 270 × 380 cm (Leihgabe Hannover Rück Stiftung, Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover © VG Bild-Kunst, Bonn 2021)

Hannover | Sprengel Museum: BIG! Großformate aus der Sammlung

Spektakulärer Großformate aus der eigenen Sammlung von der Farbfeldmalerei und geometrischer Abstraktion über expressive Figuration und Fotorealismus bis hin zu Landschaftsdarstellungen, darunter etliche Neuzugänge, werden erstmals überhaupt gezeigt oder waren viele Jahre nicht mehr zu sehen.
7. März 2021
Düsseldorf, Kunstpalast, Barock Modern

Düsseldorf | Kunstpalast: BAROCK MODERN Gegenüberstellung barocker Werke und abstrakten Arbeiten der Nachkriegszeit

In einer rund 120 Gemälde, Skulpturen, Papierarbeiten und Glasobjekte umfassenden Ausstellung untersucht der Kunstpalast die bislang kaum beleuchteten Spuren des Barocks in der Kunst nach 1950.
3. Juli 2018

Niki de Saint Phalle: Biografie Schießbilder, Nanas, Skulpturengärten

Aktuelle Ausstellungen

28. März 2021
Serge Poliakoff (Chemnitz)

Chemnitz | Museum Gunzenhauser: Serge Poliakoff Abstraktion aus dem Paris der Nachkriegszeit

Serge Poliakoff (1899–1969) ist einer der wichtigsten Künstler in der Sammlung Dr. Alfred Gunzenhauser. Anhand von zehn Gemälden aus der Sammlung Gunzenhauser zeigt die Ausstellung in Kombination mit internationalen Leihgaben die künstlerische Entwicklung Poliakoffs. Die Präsentation schlägt dabei einen Bogen von den noch gegenständlichen Anfängen bis hin zu seiner unverkennbaren abstrakten Ausdrucksweise.
28. März 2021
Jakob Alt, Blick auf Wien von der Spinnerin am Kreuz, Detail, 1817, Aquarell, Deckfarben (Albertina, Wien)

Wien | Albertina: Stadt und Land von Dürer bis Schiele, Nolde und Klee Landschaften der berühmten Sammlung von der Renaissance bis zur Moderne

26. März 2021
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Gerhard Richters lebenslange Beachäftigung mit der Landschaft steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Einmal mehr zeigt sich seine subtile Arbeit über das Medium Malerei, die er mit Hilfe von Fotovorlagen und Anleihen bei der romantischen Landschaftsvision von Caspar David Friedrich bewerkstelligt.