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Picasso. Malen gegen die Zeit Das Alterswerk des Malers

Pablo Picasso, Die Umarmung, 1. Juni 1972, Öl auf Leinwand, 130 x 195 cm © Succession Picasso/VBK, Wien, 2006, Larry Gagosian, Foto: Robert McKeever.

Pablo Picasso, Die Umarmung, 1. Juni 1972, Öl auf Leinwand, 130 x 195 cm © Succession Picasso/VBK, Wien, 2006, Larry Gagosian, Foto: Robert McKeever.

Mann und Frau werden eins – oder doch nicht? Phallus und Vagina stehen einander in der Mitte des Bildes diametral gegenüber. Kaum ist erkennbar, zu welchem Körper welches Bein gehört, wie die deutlich ausgezeichneten Brüste links oder der Bauchnabel rechts mit der Anatomie der Figuren in Übereinstimmung zu bringen ist. Der linke, wohl weibliche Körper streckt einen Arm nach oben, während der rechte mit seinen Armen sein Gesicht verdeckt. Obwohl die Körper orgiastisch miteinander verschränkt sind, will doch kein rechtes Gefühl einer glücklichen Vereinigung aufkommen. „Die Umarmung“ ist das letzte Gemälde, das Pablo Picasso am 1. Juni 1971 fertig stellte.

Wie Werner Spies überzeugend zeigt, sind die zentralen Themen der Kunst des späten Picasso Liebe und Tod, Eros und Thanatos, eine Auseinandersetzung mit der ihm davonlaufenden Zeit, der zunehmenden Vereinsamung des Maler-Fürsten des 20. Jahrhunderts. Ohne ins Melodramatische oder Plakative abzugleiten, zeigt uns der gealterte Künstler Existentielles wie auch Persönliches.

 

Der Kopf ist ganz Auge

Die Kreidezeichnung „Kopf (Selbstportrait), 30. Juni 1972“ lässt tief blicken: Weit aufgerissene Augen starren uns an. Die wuchtige Nase teilt das Gesicht, der Mund ist zu zwei Strichen zusammengepresst. Falten unter den Augen, an der Stirn und im Wangenbereich wirken wie eingemeißelt. Am meisten irritiert aber der starre Blick aus den ungleichen Augen. Dürfen wir in ihm Hoffnungslosigkeit oder gar Angst lesen? Das Auge ist dem Maler alles: wichtigstes Sinnesorgan und ausdrucksstarkes Motiv. Es ist in der Lage, wortlos zu sprechen, gilt seit der Antike als „Seelenfenster“. Zudem erschließen die Augen der Betrachter_innen die Malerei, indem sie über die Oberfläche der Bilder tasten. Ein Vergleich mit einer nahezu zeitgleichen Portraitaufnahme zeigt die Schonungslosigkeit, die Picasso seinem Selbstportrait hat angedeihen lassen: eingefallene Wangen, das von Falten tief zerfurchte Gesicht, der schmale Mund, die Betonung der „Denkerfalte“ zwischen den Augenbrauen finden sich auch in der Fotografie – nicht jedoch die großen Augen, die die Papierarbeit so beseelt erscheinen lassen. Sie bleiben geheimnisvoll.

 

 

Picassos „Alterswerk“

Das „Alterswerk“1 Pablo Picassos ist in Südfrankreich, genauer ab Juni 1961 in seinem Landhaus Notre-Dame-de-Vie in Mougins, entstanden. Der Maler hatte sich dorthin mit seiner frisch angetrauten Frau Jacqueline Roque zurückgezogen, malte und zeichnete mehr als in den Jahrzehnten davor. Die Schaffenskraft des bereits über 80jährigen entfaltete sich zu einem ungeheuren Furor, den Werner Spies überzeugend mit Malen gegen die Zeit erklärt. Der Maler selbst fand dafür folgende Worte: „Ich habe den Eindruck, dass die Zeit immer schneller an mir vorüberzieht. Ich bin wie ein Fluss, der sich weiterwälzt und Bäume mit sich führt, die zu nahe an seinen Ufern wuchsen, oder tote Kälber, die man hineingeworfen hat, oder alle mögliche Mikroben, die in ihm gedeihen.“ Das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit und darüber hinaus das Wissen um die Unabwendbarkeit dieses Schicksals führten zu einem künstlerischen Mitteilungsbedürfnis, das alles Gesehene noch heute übertrifft.

 

 

Malen gegen die Zeit

Picasso malte hauptsächlich in der Nacht, teilte sich die Zeit genau ein und gewährte sich für jedes Werk, sei es eine kleinformatige Graphik oder ein großformatiges Gemälde dieselbe Zeit. So sind die den Medien innewohnenden Unterschiede in der Ausführung erklärbar und deutlich an Werken wie „Weiblicher Akt mit Putto und Hahn, 20. September 1967“ und „Frau mit Vogel und Flötenspieler, 9. November 1967“ erkennbar. Neben dem „alten Wilden“, wie die Kunstkritik den gereiften Picasso scherzhaft getauft hat, der die Schnelligkeit der Ausführung als Teil des kreativen Prozesses respektierte, war der Graphiker Picasso an erzählerischen Details interessiert, arbeitete alle Formen differenziert aus.
Diese Arbeitsorganisation hatte einen eminenten Einfluss nicht nur auf die Ausführung der Werke, sondern auch auf die Inszenierung seiner Motive. Zwischen August 1959 und Juli 1962 bestimmte die Auseinandersetzung mit Manets „Frühstück im Grünen“ das Œuvre Picassos. Es entstanden in diesem Zeitraum 27 Gemälde und mehr als 150 Graphiken sowie mehrere Skulpturen. „Das Frühstück im Grünen, 29. Februar 1960“ zeigt drei Figuren in einer grünen Landschaft, die flächig gegeben sind. Die einzelnen Elemente der Komposition fügen sich ohne Überschneidungen nebeneinander, und doch ist der Tiefenraum noch nachvollziehbar. Die Geschichte wird detailreich erzählt.

„Matador und weiblicher Akt, 17. Oktober 1970“ ist ein typisches Werk des letzten Dezenniums von Picassos Schaffen: Die Figuren werden bildfüllend in den Vordergrund gerückt. Der Künstler beschäftigt sich nur mehr mit der menschlichen Gestalt, alles schmückende Beiwerk wird eliminiert. Matador und Musketier sind die männlichen Stars in der Mythenwelt des gealterten Malers. Als Symbol des Siegers präsentiert der Kämpe uns eine unbekleidete Frau wie einen Pokal.

 

 

Picasso und die Frauen

Frauen spielten im Leben Picassos immer eine wichtige Rolle, scherzhaft wurde bereits formuliert, dass er seinen Malstil so oft wechselte wie seine Beziehungen (siehe den Text zu Olga Picasso). So ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Frau sein gesamtes Oeuvre durchzieht. „Der Maler und sein Modell, 3.-8. April 1963“ ist nur ein Beispiel des Facettenreichtums seiner Frauendarstellungen. Verletzlich wirkt die mädchenhaft zusammengekauerte Frau, und obwohl dem Modell gleich viel Platz eingeräumt wird wie dem Maler, bleibt doch die „althergebrachte“ Ordnung des aktiven, malenden Mannes und der passiven, betrachteten Frau bestehen. Das Verhältnis Picassos zu seinen Frauen war oftmals ein schwieriges, von intensiven Gefühlen von Glück aber auch Abschied geprägtes. Oder wie Picasso es selbst beschrieb: „Ich denke ständig an den Tod. Sie ist die einzige Frau, die mich nie verlässt.“ Wie schon gesagt: Mann und Frau werden eins – oder doch nicht?

 

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Picassos erste Frau: Olga Picasso Pablo Picassos Ehefrau (1917–1935), Tänzerin, Muse, Modell

Olga Picasso (1891–1955), der lesenden, melancholisch nachdenklichen Frau in den Bildern ihres Mannes Pablo ist erstmals im Pariser Musée Picasso eine Ausstellung gewidmet. Die russische Balletttänzerin und Mutter des gemeinsamen Sohnes Paul war ab 1917 Picassos wichtigstes Modell, an dem er seine realistische „Klassische Phase“, oder „Olga Periode“, seine surrealistischen Experimente erprobte. Olga und Pablo Picasso lebten von 1917 bis 1935 zusammen, dann trennte sich das Paar, bliebt aber bis zum Tod Olgas (1955) verheiratet.
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Picasso: Guernica Ausstellung zum 80. Geburtstag des Gemäldes im Museo Reina Sofia, Madrid

„Guenica“, Pablo Picassos 27 Quadratmeter großer Aufschrei gegen das Bombardement der gleichnamigen Stadt im Baskenland, wurde 1937 im Spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris erstmals dem Publikum gezeigt. Zum 80. Geburtstag des Gemäldes richtet das Museo Reina Sofia in Madrid, wo sich das Werk seit 1992 befindet, eine Werkmonografie aus. Unter dem Titel „Pity and Terror in Picasso: The Path to Guernica“ zeigen die Kuratoren Timothy James Clark und Anne M. Wagner etwa 150 Gemälde Picassos.
21. September 2016
Pablo Picasso, Frau mit gefalteten Händen, 1907, Musée national Picasso – Paris (links); Mutter mit Kind, 1907, Musée national Picasso – Paris (rechts), Ausstellungsansicht „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ im Leopold Museum 2016/17, Foto: Alexandra Matzner © Bildrecht.

Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.
5. August 2016
„La femme au miroir“ in Jena, Cover des Ausstellungskatalogs

Französische Druckgrafik von Manet bis Picasso

Eine interessante Auswahl französischer Druckgrafik aus der Coninx-Stiftung Zürich – von Werken der Impressionisten bis Pablo Picasso – ist derzeit in der Kunstsammlung Jena zu sehen. Gezeigt werden 77 Druckgrafiken von den Impressionisten, Nabis und der Schule von Paris sowie 46 Werke von Pablo Picasso.
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Picasso und Duchamp steigen erstmals in den Ring! Zumindest inszeniert das Stockholmer Moderna Museet derzeit Picasso als den „Maler“ gegen Duchamp als das „Gehirn“. Kuratorin Annika Gunnarsson spielt mit dem Gedanken, zwei der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts wie Boxer gegeneinander antreten zu lassen.
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Picasso: die Erfindung der Friedenstaube

Der Spanier in Paris, der unbeugsame und unkorrumpierbare Künstler, der von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft worden war, erreichte nach 1944 weltweit Kultstatus, was nicht nur mit seiner künstlerischen Arbeit zu tun hatte, sondern auch seinem (wenig bekannten) politischen Engagement. Im Oktober 1944 trat Pablo Picasso (1881-1973) der kommunistischen Partei Frankreichs (der PCF) bei und blieb deren Mitglied bis zu seinem Tod.
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Zürcher Kunstgesellschaft Kunsthaus Zürich (Hg.): Picasso. Die erste Museumsausstellung 1932, 2012, Prestel Verlag

Picasso. Die erste Museumsausstellung 1932 Wendepunkt zum modernen Ausstellungsbetrieb

Die erste Museumsausstellung von Pablo Picasso 1932 im Kunsthaus Zürich ist nicht nur als Wegmarke in der Rezeption des Künstlers, sondern auch als Wendepunkt zum modernen Ausstellungsbetrieb zu sehen. Eindrucksvoll und selbstkritisch präsentieren Tobia Bezzola, Christian Geelhaar, Simonetta Fraquelli und Michael FitzGerald die Entstehungsgeschichte jener Ausstellung, die die Beziehung zwischen zeitgenössischer Kunstproduktion, Kunsthändlern, Sammlern und Museum völlig veränderte.
  1. Der Begriff „Alterswerk“ ist ein durchaus umstrittener und nicht genau definierbarer, mag jedoch in Zusammenhang mit dem im Alter fortgeschrittenen Picasso zur Anwendung kommen. Dennoch kann man sich die Frage stellen, was ein „Alterswerk“ zu einem solchen macht? Ab welchem Alter, ab welcher Erfahrung darf von einem „Alterswerk“ gesprochen werden? Was wären die stilistischen oder inhaltlichen (?) Voraussetzungen für ein „Alterswerk“?
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.