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Tübingen | Kunsthalle Tübingen: Max Pechstein. Tanz! Bühne, Parkett und Manege im Werk Pechsteins

Max Pechstein, Tänzerin in einer Bar, 1923/31, Detail, Öl auf Leinwand, 90 x 90,5 cm (Privatbesitz © 2019 Pechstein – Hamburg/Tökendorf)

Max Pechstein, Tänzerin in einer Bar, 1923/31, Detail, Öl auf Leinwand, 90 x 90,5 cm (Privatbesitz © 2019 Pechstein – Hamburg/Tökendorf)

Der Tanz erlebt Anfang des 20. Jahrhundert eine ungeahnte Blüte. Als sinnliche Gegenkraft und unmittelbares Ausdrucksmedium inspiriert er die Kunst und das kulturelle Leben. Unter den Expressionisten war es vor allem auch Max Pechstein (1881–1955), der den Tanz als Inbegriff von Bewegung und individuellem Ausdruck zum wichtigen Sujet erhob. Das Thema des Tanzes durchzieht das Werk des Brücke-Künstlers, der selbst leidenschaftlich getanzt hat, wie ein roter Faden (→ Expressionismus | Die Brücke).

„so ein Körper gibt doch mehr Anregung, als eine Landschaft es zu tun vermag“ (Max Pechstein 1908)

In Kooperation mit den Kunstsammlungen Zwickau wendet sich das Ausstellungsprojekt erstmals der Bedeutung des Tanzes im Werk des bedeutenden Expressionisten zu. Tanz, Varieté und Zirkusdarstellungen, in denen Bewegung und Unterhaltungskultur verschmelzen, werden erstmals genauer in den Blick genommen und auf ihre stilistische und inhaltliche Funktion im Werk von Max Pechstein befragt. Ausgehend von den expressionistischen Tanzdarstellungen, über die exotischen rituellen Tänze aus Palau, die Darstellungen der Gesellschaftstänze der Goldenen 1920er Jahre, die Pechstein in Berlin erlebte, bis zu den Erinnerungen an Palau in seinem Spätwerk werden rund 70 Arbeiten in Form einer chronologisch-thematischen Präsentation vorgestellt.

Max Pechstein in der Kunsthalle Tübingen: Bilder

  • Max Pechstein, Tänzerin in einer Bar, 1923/31, Öl auf Leinwand, 90 x 90,5 cm (Privatbesitz)
  • Ernst Ludwig Kirchner, Akrobatenpaar – Plastik, 1932/33, Öl auf Leinwand, 85,5 × 72 cm (Kirchner Museum Davos, Schenkung, Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1990)

Weitere Beiträge zu Max Pechstein

5. September 2019
Max Pechstein, Das gelbschwarze Trikot, 1910, Öl/Lw, 68 x 78 cm (© Pechstein – Hamburg / Tökendorf, Brücke-Museum Berlin, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: Roman März)

Max Pechstein: Biografie Lebenslauf des deutschen Expressionisten

Hier findest du den Lebenslauf des deutschen Expressionisten mit Schwerpunkt auf den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg (Expressionismus, Brücke, Südsee): Ausbildung, Max Pechstein und die „Brücke“, Pechstein in Berlin, Südsee, u.v.m.
29. Dezember 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Artistin – Marcella, Detail, 1910, Öl/Lw, 101 x 76 cm (© Brücke-Museum Berlin, Foto: Roman März)

Die Brücke in Baden-Baden Museum Frieder Burda zeigt 120 Werke des deutschen Expressionismus

Die farbenfrohen Werke des Deutschen Expressionismus sind ein wichtiger Schwerpunkt der Sammlung Frieder Burda. Die Mehrzahl der in der Sonderausstellung ausgestellten Werke kommt aus dem Brücke Museum Berlin, ergänzt durch bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, der Sammlung Frieder Burda und der Sammlung Franz Burda.
21. September 2016
Pablo Picasso, Frau mit gefalteten Händen, 1907, Musée national Picasso – Paris (links); Mutter mit Kind, 1907, Musée national Picasso – Paris (rechts), Ausstellungsansicht „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ im Leopold Museum 2016/17, Foto: Alexandra Matzner © Bildrecht.

Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.

Aktuelle Ausstellungen

1. Juli 2020
Larry Poons, Nixe's Mate, 1961, Acryl auf Leinwand, 178x 285 x 4 cm (Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1996, Photo: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht, Wien2020)

Wien | mumok: Misfitting Together. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art Andy Warhols serielles Denken kontextualisiert

Pop Art, Minimal und Conceptual Art aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig unter dem Aspekt des Seriellen erweitert den Blick auf Andy Warhols Werk. Modulare und serielle Ideen nach Mel Bochner in deutscher und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre.
23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
22. Juni 2020
Henri Cartier-Bresson, Simiane-la-Rotonde, 1969, Silbergelatineduck von 1973 (© Fondation Cartier-Bresson / Magnum Photos)

Venedig | Palazzo Grassi: Henri Cartier-Bresson Fünf Interpreten für die „Master Collection”

Fünf Kuratoren zeigen Henri Cartier-Bresson (1908–2004). Anfang der 1970er Jahre lud das Sammlerpaar Jean und Dominique de Menil Cartier-Bresson ein, seine bedeutendsten Bilder auszuwählen: Der Pariser Fotograf stellte selbst aus 385 Fotografien seine „Master Collection“ zusammen.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.