Expressionismus

Was ist der Expressionismus?

Der Expressionismus (franz., engl. expression „Ausdruck“) gehört zu den ersten Kunstströmungen der Klassischen Moderne, die zu Beginn des 20. Jh. in Anlehnung an die Errungenschaften des Post-Impressionismus radikal mit tradierten Werten und Auffassungen brach und der Kunst neue Inhalte und Intentionen eröffnete. Bis heute zählt der Expressionismus neben Kubismus und Futurismus zu den wichtigsten Entwicklungen der europäischen Kunst vor dem Ersten Weltkrieg. Der Ausbruch des Kriegs 1914 setzte dem Kunstexperiment vorläufig ein Ende. Während des Kriegs fanden viele Maler und Bildhauer jene Anerkennung, um die sie die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg so heftig kämpfen mussten.

In Auseinandersetzung an die Errungenschaften des Impressionismus und des Jugendstils brachen Künstler wie Henri Matisse, Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Franz Marc, Gabriele Münter oder Egon Schiele radikal mit der etablierten Ästhetik der Akademie, der noch diskutierten Auffassung der Spätimpressionisten und dem herrschenden Naturalismus (→ Naturalismus 1875-1918). Wirklichkeitswiedergabe und Weltinterpretation, die im Impressionismus vordergründig auf der Wiedergabe des Gesehenen lag, sollten unter anderem durch „mystische Weltentrücktheit“ (Max Picard, 1916) oder Formzertrümmerung abgelöst werden. Das neue Lebensgefühl und Menschenbild, beide durch Technologie und Wissenschaften radikal verändert, wurden in neuartigen Bildern versinnbildlicht. Dem Sehen mit dem Auge wurde das innere Sehen, das Sehen des Geistes entgegengestellt. Expressionistische Künstlerinnen und Künstler benutzten häufig das Wort „Vision“ oder „Gesichte“ (Oskar Kokoschka), um ihre inneren Bilder zu beschreiben. Diese „Visionen“ würden naturfremde Bilder liefern, weshalb (notgedrungen) die darauf aufbauende Kunst höchst subjektive Farben und Formen aufweist. Der Expressionismus wird daher von führenden Forscherinnen und Forschern wie Magdalena M. Moeller „mehr als eine Bewegung [gesehen] und weniger als eine stilistischer Äußerung“ gesehen.1

„Der Neo-Impressionismus, oder vielmehr der Teil davon, den man Divisionismus nannte, war der erste Versuch, die Ausdrucksmittel des Impressionismus zu ordnen; es war eine rein physikalische Ordnung, oft wurden mechanische Mittelverwendet, die nur eine physische Erregung hervorrufen. – Der Fauvismus erschüttert die Tyrannei des Divisionismus. Es lässt sich in einem allzu ordentlichen Haushalt, einem Haushalt von Tanten aus der Provinz, nicht leben. Also bricht man in die Wildnis auf, um sich einfachere Mittel zu schaffen, die den Geist nicht ersticken. Dann stößt man auch auf Gauguin und van Gogh. Hier sind ursprüngliche Ideen: Aufbau und Farbflächen. Aufsuchen der stärksten Farbwirkung – der Stoff ist gleichgültig.“ (Henri Matisse)

Die Kunstproduktion des Expressionismus beruht auf der Beobachtung der eigenen Befindlichkeit, dem Hören auf Gefühle und dem Instinkt. Damit positionierten sich die Expressionisten im Widerspruch zu den Impressionisten, für die sinnliche Beobachtung der Umwelt Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Schöpfungen war (zumindest der Landschaftsmaler wie Claude Monet). Die Expressionisten wollten sich ihren Motiven unvoreingenommen nähern und so ein Bild der Wirklichkeit entstehen lassen, das Wahrhaftigkeit, also ein subjektives „Für-Wahr-Halten“, ausstrahlt. Ziel des Expressionismus in der Kunst war demnach, die Kunst aus ihrer Abhängigkeit von äußeren Erscheinungsformen zu befreien und ihr neue (geistige) Bereiche zu erschließen – auch in den Bereich der pantheistischen und metaphysischen Weltsicht hinein.

Diese subjektive Weltsicht der Expressionisten war eine Reaktion auf die spätbürgerlichen kapitalistischen Verhältnisse und die verlorengegangene Einheit von Mensch und Natur – eine Folge der rasanten industriellen Entwicklung, Beschleunigung, der technologischen und wissenschaftlichen Revolutionen sowie zunehmenden Verstädterung. Die ungelösten sozialen und politischen Konflikte, die schließlich in den Ersten Weltkrieg mündeten, veranlassten Künstler und Künstlerinnen zu einer oppositionellen Haltung, die der Krisenhaftigkeit der Situation durch Hinwendung zu absoluten Wesens- und Erlebniswerten, zu einer unverbrauchten Ursprünglichkeit und Reinheit jenseits zivilisatorischer Zwänge zu begegnen suchte. Daraus resultierte ihre Beschäftigung mit außereuropäischen, sogenannten „primitiven“ Kulturen in Afrika südlich der Sahara und Ozeanien, mittelalterlicher Kunst und Volkskunst, nicht zu vergessen die als ursprünglich empfundene Kunst von Kindern.

Das Sichtbarmachen des Wesentlichen, für das Auge Unsichtbare, das nicht durch Wiedergabe des äußeren Eindrucks erreicht werden konnte, sondern nur durch die Konzentration auf den inneren Ausdruck, das persönliche Empfinden und Erleben, führte zur Entwicklung einer den Naturalismus als unzureichendes Ausdrucksmittel ablehnenden, von einfachen, ausdrucksstarken Formen und intensiver Farbigkeit geprägten Darstellungsweise. Durch Konfrontation mit Ungewohntem, jeglicher künstlerischer Konvention Widerstrebendem oder Schockierendem sollte der Betrachter aus der allgemeinen menschlichen Entfremdung und Gleichgültigkeit gerissen und unmittelbar berührt werden. Intuition anstatt Komposition, Subjektivität anstatt Regelhaftigkeit ist einigen Künstlern wie beispielsweise Emil Nolde höchstes Gut.

„Ich will so gern, dass mein Werk aus dem Material hervorwache. Feste ästhetische Regeln gibt es nicht. Der Künstler schafft, seinem Instinkt folgend, das Werk. Er selbst steht überrascht davor, andere mit ihm.“ (Emil Nolde)

Innerhalb des Expressionismus wurden unterschiedliche inhaltliche und formale Auffassungen formuliert und von diversen Künstlervereinigungen vertreten, wobei sich Paris (Frankreich), München, Dresden, Berlin (Deutschland) und Wien (Österreich-Ungarn) als bedeutendste Zentren und Impulsgeber etablierten. In Frankreich gruppierten sich Maler um Henri Matisse, die ab 1905 „Fauves“, die „Wilden“, genannt wurden und bis 1907 gemeinsam ausstellten. Gleichzeitig gründeten Architekturstudenten in Dresden die Künstlergruppe Die Brücke (1905–1913) und luden den Einzelgänger Emil Nolde ein, sich ihnen anzuschließen. In München brachten die Russen Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky neue Aspekte wie Liebe zur Musik und die Wertschätzung der bayerischen wie russischen Volkskunst ein. Kandinsky schuf als ausgebildeter Jurist und geborener Synästhet ein theoretisches Werk, in dem er seinen Schritt in die Abstraktion auch intellektuell begründete. Franz Marc tat sich ebenfalls als Theoretiker hervor, verschaffte Robert Delaunay (farbiger Kubimus) Gehör und argumentierte, dass sich der Expressionismus durch seine Hinwendung zum Spirituellen deutlich vom formalästhetischen Kubismus unterscheiden würde. Der von den Künstlern gemeinsam erarbeitete Almanach „Der Blaue Reiter“ wurde titelgebend für die Avantgarde in Bayern.

Namensgebung des Expressionismus

Der Begriff Expressionismus wurde im April 1911 im Katalog der Frühjahrsausstellung der Berliner Secession eingeführt. Die Zeitgenossen betonten mit dem Begriff die gegensätzliche Haltung der neuesten Avantgarde zum Impressionismus und fassten so unterschiedliche Künstler der Schau wie Kees van Dongen, Othon Friesz, Henri Manguin und Pablo Picasso zusammen.

„Ferner haben wir noch eine Anzahl Werke jüngerer französischer Maler, der Expressionisten, untergebracht, die wir glauben, nicht dem Publikum vorenthalten zu dürfen, da die Secession es von jeher für ihre Pflicht hielt, zu zeigen, was außerhalb Deutschlands Interessantes geschaffen wird.“ (Lovis Corinth anlässlich der XXII. Secessions-Ausstellung, Berlin 1911)

Der Erfolg des Begriffs lag zum einen in dem angedeuteten Gegensatz zum Impressionismus und seiner Verwendung durch junge Künstler, die sich damit von der sich etablierenden Kunst der Vorgängergeneration absetzten wollte. 1912 war der Expressionismus bereits in aller Munde: 1914 erschien mit Paul Fechters Buch „Der Expressionismus“ die erste Publikation zur expressionistischen Kunst.

„Die […] Ausstellung […] will einen Überblick über den Stand der jüngsten Bewegung in der Malerei geben, die nach dem atmosphärischen Naturalismus und dem Impressionismus der Bewegung aufgetreten ist und nach einer Vereinfachung und Steigerung der Ausdrucksform, einer neuen Rhythmik und Farbigkeit, nach einer dekorativen oder monumentalen Gestaltung strebt, die man als Expressionismus bezeichnet hat.“ (Richard Reiche, Vorwort zum Katalog zur „Internationalen Kunstausstellung des Sonderbunds Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler“, Köln 1912)

Der Expressionismus erfasste sämtliche Bereiche der Kunstproduktion, bildende Kunst ebenso wie Literatur, Musik, Theater, Film und Architektur. In der expressionistischen Dichtung ist von Rausch, Traum, Wahnsinn und Ekstase zu lesen. Bis zum Ersten Weltkrieg bestanden „Impressionismus und Expressionismus nebeneinander, als moderner und modernster Stil“2.

Stilmerkmale des Expressionismus

Da der Begriff Expressionismus eher eine Haltung als eine Methode beschreibt, werden höchst unterschiedliche Kunstwerke dieser Bewegung zugerechnet. Wenn sich auch Künstler und Künstlerinnen des Expressionismus individuell ausdrückten, so lassen sich doch einige stilistische Gemeinsamkeiten beschreiben.

Pinselstrich

Zu den auffallendsten Stilmerkmalen vieler expressionistischer Werke zählt die wild-undeutliche, rohe Malweise – vor allem im Vergleich zu Bildern des Naturalismus und des Symbolismus. Hinter dieser gewollten Skizzenhaftigkeit stand der Wunsch, Unmittelbarkeit im Ausdruck zu vermitteln. Ähnliche Argumente wurden auch mit dem Pinselduktus verbunden. Der Pinselstich war im Impressionismus befreit und im Pointillismus bzw. Divisionismus wieder gebändigt und reglementiert worden (→ Postimpressionismus | Pointillismus | Divisionismus). Subjektivität und Individualität ließen sich durch die Technik des Farbauftrags, sprich Strichführung, ausdrücken.

Expressionistische Farbe

Aus dem Impressionismus übernahmen die Expressionisten die Hochschätzung der Freilichtmalerei. Diese half ihnen, unmittelbare Farb- und Lichterlebnisse umzusetzen. Hierfür stand vor allem das Spätwerk von Vincent van Gogh Pate, das ab 1903 im deutschsprachigen Raum zunehmende Resonanz erfuhr. Ab 1905 waren die Briefe Van Goghs an seinen Bruder in Übersetzung zugänglich (→ Vincent van Gogh und Deutschland).

Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass die Konzentration auf das Sichtbare und die konkrete Lebensumwelt vor allem in den Werken von Wassily Kandinsky und Franz Marc durch einen mystischen Aspekt gesteigert zur Erfindung der Abstraktion führte. Indem die Künstler der Farbe einen Eigenwert, eine psychologisch wirksame Kraft zusprachen, begannen sie die Mimesis (beschreibende, abbildende Qualität) abzulehnen. Hierbei spielte die Rezeption von Kubismus und Orphismus eine genauso große Rolle wie die Hinwendung zu russischen Ikonen und bayrischen Glasfenstern.

Um zu neuen Möglichkeiten der Farbverwendung zu gelangen, studierten die Expressionisten die aktuellsten Farbtheorien. Sie lehnten akademische Traditionen und Sehgewohnheiten deutlich ab, was vor allem durch den kontastreichen Einsatz der Farben, die in „schreienden“ unvermischten Farbflächen eingesetzt werden, zum Ausdruck kommt. An Modulation mit Licht und Farben hatten die Expressionisten genauso wenig Interesse wie an Details, was die Tendenz zur Abstraktion stärkte.

Die Farbverwendung der Expressionistinnen und Expressionisten beruht demnach auf ihren subjektiven Gefühlen, ihrer Spontaneität – auf Basis der Farbzerlegung und Farbverschiebung. Letztere geht einher mit der Formzertrümmerung.

Formzertrümmerung

Das vereinfachte, verknappte Formenvokabular des Expressionismus lässt sich in den 1910er Jahren bis zur Formzertrümmerung steigern.

„Unfassbare Ideen äußern sich in fassbaren Formen. Fassbar durch unsere Sinne als Stern, Donner, Blume, als Form.
Die Form ist unser Geheimnis, weil sie der Ausdruck von geheimnisvollen Kräften ist. Nur durch sie ahnen wir die geheimen Kräfte, den „unsichtbaren Gott“.
Die Sinne sind untere Brücke vom Unfassbaren zum Fassbaren.
Schauen der Pflanzen und Tiere ist: ihr Geheimnis fühlen.
Hören des Donners ist: sein Geheimnis fühlen. Die Sprache der Formen verstehen heißt: dem Geheimnis näher sein, leben.
Schaffen von Formen heißt: leben. Sind nicht Kinder Schaffende, die direkt aus dem Geheimnis ihrer Empfindungen schöpfen, mehr als der Nachahmer griechischer Form? Sind nicht die Wilden Künstler, die ihre eigene Form haben, stark wie die Form des Donners? Der Donner äußert sich, die Blume, jede Kraft äußert sich als Form. Auch der Mensch. Ein Etwas treibt auch ihn, Worte zu finden für Begriffe, Klares aus Unklarem, Bewusstes aus Unbewusstem. Das ist sein Leben, sein Schaffen.
Wie der Mensch, so wandeln sich auch seine Formen.“ (August Macke, 1912)

Holzschnitt

In der Druckgrafik des Expressionismus ist zu beobachten, dass vor allem die Künstler der Brücke die hohe Bewertung des Holzschnitts aus dem Jugendstil übernahmen. Mit Feuereifer gingen sie daran, Holzplatten zu schneiden und die Motive direkt aus dem Material herauszuschälen. Das Motto der Künstlergruppe – „Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt.“ – wurde als Handabzug eines Holzschnitts vervielfältigt. Kantige Formen und keine Modellierung, letzteres charakteristisch für den Holzschnitt, prägten den Stil der expressionistischen Druckgrafik über weite Strecken.

Bald begannen die Expressionisten in Dresden ohne Vorzeichnung direkt in die Platten zu arbeiten (→ Karl Schmidt-Rottluff Holzstöcke). Diese Beschäftigung mit dem Material ermöglichte beispielsweise Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff wenige Jahre später mit Hammer und Meißel Holzskulpturen zu schaffen, in denen sie sich mit der Ausdrucksweise der „Wilden“, d. h. der „Naturvölker“ Afrikas und Ozeaniens, auseinanderzusetzen.

„Primitivismus“

Zu den wichtigsten neuen Inspirationsquellen der Maler des Expressionismus gehörte die Kunst aus Subsahara-Afrika und Ozeanien (→ Picasso war ein Afrikaner!). Anfangs kopierten die Künstler, vor allem die Künstler der „Brücke“, die exotischen Werke. Danach übertrugen sie deren Stilmerkmale in die eigene Kunst. Die Auffassung, dass man sich durch Aufstellung afrikanischer und ozeanischer Objekte der eigenen Wohnungen und Ateliers in europäische „Wilde“ verwandeln könnte, verbannte Ludwig Meidner in das Reich der Legendenbildung, wenn er 1913 über das Malen in der Großstadt schrieb:

„Gestehen wir uns ein, dass wir keine Neger oder Christen des frühen Mittelalters sind! Dass wir Bewohner von Berlin sind, anno 1913, in Caféhäusern sitzen und diskutieren, viel lesen, sehr viel vom Verlauf der Kunstgeschichte wissen und: dass wir alle vom Impressionismus herkamen!“ (Ludwig Meidner, 1913)

Vorläufer des Expressionismus

Mit der „Sonderbund-Ausstellung“ in Köln 1912 stellten die Protagonisten des Expressionismus ihre „Väter“ mit großen Werkblöcken vor: Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Edvard Munch wurden damit in der Erzählabfolge kanonisiert und erhielten gleichzeitig eine historische Position als Vorläufer zugeschrieben. Weiters erfuhr die Kunst der Gotik, die der „Naturvölker“ und der exaltierte Manierismus des griechisch-spanischen Malers El Greco eine neuerliche Aufwertung.

„Wir weisen gern und mit Betonung auf den Fall Greco, weil die Glorifikation dieses großen Meisters im engsten Zusammenhang mit dem Aufblühen unserer neuen Kunstideen steht. Cézanne und Greco sind Geistesverwandte über die trennenden Jahrhunderte hinweg. Zu dem „Vater Cézanne“ holten Meier-Graefe und Tschudi im Triumphe den alten Mystiker Greco; beider Werke stehen heute am Eingang einer neuen Epoche der Malerei.“3 (Franz Marc, 1912)

Unter den deutschen Malern entwickelten die Künstler der „Brücke“ „zeitlich versetzt ähnliche Stilmerkmal wie die Fauves in Frankreich“4. Voraussetzung waren für beiden Künstlergruppen die „Väter der Moderne“, die seit den Impressionisten rund um Claude Monet eine anti-akademische Richtung vertraten.

Georges Seurat

Georges Seurat, Erfinder des Pointillismus wurde von Paul Signac propagiert und von diesem an Henri Matisse im persönlichen Studium weitergegeben. Signac war es auch, der Matisse das kleine Fischerdorf Collioure am Fuß der Pyrenäen für Malstudien im Sommer 1905 empfahl. Der Aufenthalt von Matisse und André Derain im pittoresken Hafen kann als „Geburtsstunde“ des Fauvismus gelten.

Paul Cézanne

Paul Cézanne wurde ob seiner Tektonik und seines fleckenhaften Farbauftrags v. a. für die Kubisten wichtig. Der jedoch die gesamte Komposition, oder wie Henri Matisse es in seinen „Notizen“ ausdrückte, die Harmonie der Leinwände nie aus den Augen verlor und auch scheinbar Unfertiges als abgeschlossen bestimmte.

Odilon Redon

Odilon Redon ist ein Hauptvertreter des Symbolismus und wurde von Matisse gesammelt, sein mystisches Licht und seine neuartige Farbigkeit in seinen Pastellen halfen zu akzeptieren, dass Gefühle hauptsächlich über den Farbeinsatz ausgedrückt werden können. Redon verfasste ein Bekenntnis zur „suggestiven Kunst“. Im Juni 1910 veranstaltete die Neue Künstlervereinigung München, die Vororganisation des „Blauen Reiter“, eine Ausstellung in der Galerie Tannhauser. Im Katalog publizierten die Münchener Künstler einen Text Redons, den er mit folgenden Worten beendete:

„Die Jugend überdies, mit ihren beweglicheren Innenleben und in Frankreich mehr denn ehedem von den erhabenen Wogen der Musik ergriffen, erschließt (sic!) sich notwendigerweise auch den Dichtungen und Träumen der idealistischen Plastik dieser Kunst.“5

Vincent van Gogh

Vincent van Gogh und sein dynamischer Farbauftrag gemeinsam mit der subjektiven Farbverwendung wurden zu wichtigen Inspirationsquellen. Nach Van Goghs ersten großen Ausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune 1901 wandten sich v. a. die Künstler der „Brücke“ wie auch Emil Nolde dem Holländer zu.

Paul Gauguin

Paul Gauguin wurde nach seinem frühen Tod 1903 in Gedächtnisausstellungen gefeiert und auch in Deutschland gezeigt. Er trug nicht nur mit seiner großflächigen, farbigen Gestaltung zur Diskussion bei, sondern auch durch seinen Primitivismus, mit dem er an die paradiesische Ursprünge des Menschseins erinnern wollte.

Henri Rousseau

Henri Rousseau wurde nicht nur von Pablo Picasso ob seiner naiven Ausdrucksweise geschätzt, sondern auch von den Künstlerinnen und Künstlern des „Blauen Reiter“. Als Zeichen ihrer Verehrung luden sie „den Zöllner“ 1911 neben Henri Matisse und Robert Delaunay zu ihrer ersten Ausstellung in der Münchener Galerie Thannhauser ein.

Aber auch Künstler wie der Norweger Edvard Munch und der Belgier James Ensor haben wichtige Rollen in der Geschichte des deutschen Expressionismus gespielt.

Neue Einfachheit

Der Bruch mit dem Impressionismus gelang in den Jahren 1905/06 zwei Deutschen in Paris: dem Bildhauer Bernhard Hoetger und der Malerin Paula Modersohn-Becker. In Auseinandersetzung mit den Werken von Henri Rousseau und Paul Gauguin aber auch der zeitgenössischen Skulptur von Aristide Maillol, ergänzt durch das Studium antiker Werke im Louvre und von Abbildungen (ägyptische Mumienporträts und Skulpturen, javanische Tempelfriese von Borobodur [um 800]), wandten sich Hoetger und Modersohn-Becker monumentalen Formen zu. Zeitgleich zu den französischen Fauvisten gelangten sie zu blockhaften Formen, eine starke Reduktion der Details und leuchtenden Farbflächen.

Obschon Modersohn-Becker Ende 1907 verstarb, förderte Hoetger ihr Andenken und wurde selbst 1909 an die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe berufen. Ab 1914 lebte Hoetger in Worpswede, wo er in seinem eigenen Haus eine expressionistische Formensprache entwickelte. Mit Skulpturen und Denkmälern prägte Hoetger die Entwicklung der expressionistischen Bildhauerei in Deutschland.

„Die Brücke“

Die Brücke (Einführung)

„Die Brücke“ war eine deutsche Künstlergruppe des Expressionismus, die 1905 in Dresden gegründet wurde und sich 1913 auflöste. Vier Architekturstudenten – Ernst Ludwig Kirchner, Erich HeckelKarl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl – schlossen sich zu gemeinsamer autodidaktischer Kunstübung zusammen. Bis 1910 entwickelten sie einen neuen Malstil, den sie auch auf den Holzschnitt und die Holzskulptur übertrugen. Charakteristisch ist eine rohe Malweise, unvermischte Farben in intensiven Tönen und die Hinwendung zu Natur und Großstadt. Erst mit der Entstehung des Expressionismus, für den die Künstlergruppe „Brücke“ heute synonym steht, wurde mit allem Bisherigen gebrochen. Heute gelten die Malerei und Bildhauerei der „Brücke“-Künstler als der Durchbruch der deutschen Stilentwicklung zur Moderne.

„Der Blaue Reiter“

→ (Einführung)

„Der Blaue Reiter“ ist der Titel eines Almanachs, der 1912 von der „Redaktion Der Blaue Reiter“ herausgegeben wurde. Federführend waren Wassily Kandinsky und Franz Marc an dessen Entstehung beteiligt. Darüber hinaus organisierte die „Redaktion Der Blaue Reiter“ zwei epochale Ausstellungen in München, die auf Tournee geschickt werden konnten. Hier stellten sich die Künstlerinnen und Künstler im Kontext der französischen und russischen Avantgarde. Zu den wichtigsten Mitgliedern zählten Wassily Kandinsky und dessen Freundin Gariele Münter, Franz Marc, Alfred KubinPaul Klee und Lyonel Feininger. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin traten der „Redaktion Der Blaue Reiter“ nie offiziell bei, trennten sich jedoch von der „Neuen Künstlervereinigung München“ und stellten in den Ausstellungen des „Blauen Reiter“ aus.

„Der Sturm“

Zu den wichtigsten Förderern des Expressionismus in Berlin gehörte Herwarth Walden und seine Galerie „Der Sturm“. Er stellte sowohl die Künstler und Künstlerinnen der „Brücke“ als auch des „Blauen Reiters“ aber auch die russische und französische Avantgarde aus. Darüber hinaus förderte Walden eine Reihe von Künstlerinnen darunter Else Lasker-Schüler und die Niederänderin Jacoba van Heemskerck.

Expressionismus während der 1920er Jahre

Waren die 1910er Jahre gleichsam die Wiege des Expressionismus, so feierten die Pioniere der Stilrichtung in den 1920ern ihre größten Erfolge. Während des Ersten Weltkriegs stiegen Maler wie Paul Klee, Erich Heckel, Emil Nolde und Oskar Kokoschka zu den berühmtesten Malern ihrer Generation im deutschsprachigen Raum auf. Sie wurden auf renommierte Professorenposten berufen und prägten mit einem gemäßigten expressionistischen Stil die Kunstproduktion ihrer Zeit.

Zu den wichtigsten Malerinnen des Expressionismus zählt Maria Caspar-Filser, die 1925 als erste Frau eine Professur an der Kunstakademie in München zugesprochen bekam.

Als Einzelgnger in Paris wird der Maler Chaim Soutine angesehen, der ab 1923 mit seinen dynamisch gemalten, verzerrten Landschaften, seinen aus der Farbmasse modellierten Stillleben und expressiven Porträts zu den berühmtesten Künstlern seiner Generation zählte. Der aus dem heutigen Weißrussland stammende, jüdische Künstler war 1913 nach Paris gekommen und ein enger Freund Amedeo Modiglianis. Obwohl er mit Künstlern des Kubismus befreundet war, entwickelt er doch einen höchst eigenen Stil, mit dem er teils klassische Kompositionen und Motive - u.a. von Chardin, Rembrandt - auf neue Weise interpretierte.

Expressionismus in Österreich

Die erste Generation von Expressionisten in Österreich ist von den beiden Malern Egon Schiele und Oskar Kokoschka dominiert. Der jüngere Schiele war ein frühreifes Talent, das bereits 1910 zu einem analytischen Expressionismus fand. Beeinflusst von Symbolismus und der Kunst Gustav Klimts, schuf er ambivalente Bilder, in denen Geschlechterverhältnis, Körperlichkeit und Sexualität verhandelt werden. Kokoschka feierte zur selben Zeit Skandalerfolge mit seinen "sezierenden" Porträts der gehobenen Gesellschaft und von Künstlerkollegen. Durch die Förderung von Herwarth Walden erfuhr Kokoschka schon früh Anerkennung in Berlin und stellte mit den Künstlern des "Blauen Reiter" aus.

Der Erste Weltkrieg, der Zerfall der Donaumonarchie 1918 und  der frühe Tod Schieles und Kokoschkas Berufung nach Dresden bzw. seine anschließende Reisezeit bildeten markante Zäsuren für die Entwicklung der expressiven Formensprache in Österreich. In der Ersten Republik (auch: Zwischenkriegszeit) etablierten sich die Maler Anton Kolig und Herbert Boeckl als "Gegenspieler". Beide wandten sich dem farbintensiven Expressionismus mit gestischer Pinselführung zu. Vor allem Kolig bildete in der Künstlerkolonie in Nötsch (Kärnten) eine Reihe von Schülern aus, darunter Gerhart Frankl. In Salzburg etablierte sich der Schiele-Freund Anton Faistauer als führende Maler, der sich auch als Freskomaler (Pfarrkirche in Morzg, Foyer des Kleinen Festspielhauses in Salzburg). Mit Helene Funke schaffte es eine in Paris um Umkreis von Henri Matisse ausgebildete Malerin, als Künstlerin Anerkennung zu finden. Die zweite wichtige Kunstschaffende in Wien dieser Zeit war Marie-Louise von Motesiczky, die von Max Beckmann Unterricht erhielt. Helene von Taussigs Werke führen den Neoimpressionismus und den Expressionismus zusammen.

Einige Maler, darunter Jean Egger, emigrierten schon in den 20er Jahren nach Paris, wo er im Zirkel von Chaim Soutine große Beachtung fand. Allen österreichischen Malern gemein war, dass sie sich stark am Werk von Paul Cézanne orientierten.

Beiträge zur Kunst des Expressionismus

2. Oktober 2021
Richard Gerstl, Selbstbildnis, lachend, Sommer/Herbst 1907, Öl auf Leinwand, 40 x 30,5 cm (Belvedere, Wien)

Zug | Kunsthaus: Richard Gerstl „Inspiration – Vermächtnis“ des Wiener Avatgardisten

Richard Gerstl, früh verstorbener Expressionist, zwischen seinen Vorgängern und Nachfolger*innen. Ausstellung zur spannend gestischen Malerei eines Unangepassten!
15. Juli 2021
Franz Marc, Liegender Stier, Detail, 1913, Tempera auf Papier, 40 x 46 cm (Museum Folkwang, Essen, Foto: Jens Nober)

Essen | Museum Folkwang: Expressionismus am Folkwang Entdeckt – Verfemt – Gefeiert

Im Herbst 2022 zeichnet diese Ausstellung erstmals das besondere Verhältnis zwischen dem Museum Folkwang und den Künstler*innen des Expressionismus nach.
14. Juli 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Akte im Strandwald, Detail, 1913, Öl auf Leinwand, 124 x 90 cm (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) © Foto: Punctum/Bertram Kober)

Aschaffenburg | KirchnerHAUS: Kirchners Badende Neuschöpfung und Erinnerung

Ausgehend von den Badeszenen in den Dresdner Ateliers und den gemeinsamen Badefreuden der Brücke-Künstler an den Moritzburger Seen und der Ostseeinsel Fehmarn sowie von Kirchners Schweizer Jahren an den Bergbächen von Davos, zeichnet der Band dieses Thema anhand von Gemälden, Aquarellen und druckgraphischen Arbeiten nach - incl. der Rekonstruktion der Wandgemälde, die Kirchner 1916 im Sanatorium in Königstein schuf.
11. Juli 2021
Franz Marc, Der Panther, 1908, Bronze (posthumer Guss, wohl 1928), 9,5 x 12,2 x 10,3 cm (mit Sockel) (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober)

Halle (Saale) | Kunstmuseum Moritzburg: Franz Marc

Die Kabinettausstellung konzentriert sich erstmalig auf das plastische Werk von Franz Marc und beleuchtet seine Bedeutung für das Schaffen des Künstlers. Besonders die drei Plastiken „Der Panther“ (1908), „Zwei Pferde“ (1908/09) und „Zwei Bären“ (1910), die zum Sammlungsbestand des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) gehören, gaben ihm klärende und richtungsweisende Impulse zu seinem von ihm selbst als „Animalisierung der Kunst“ formulierten Bestreben.
10. Juli 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Vier Badende, Detail, 1909/10 (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)

Wuppertal | Von der Heydt-Museum: Brücke und Blauer Reiter Zusammenwirken der beiden Künstlergruppen

Die umfassende Ausstellung soll anhand ausgewählter Hauptwerke einen frischen Blick auf die Bedeutung und das Zusammenwirken dieser beiden Formationen Brücke und Der Blaue Reiter ermöglichen.
22. Juni 2021
Jacoba van Heemskerck, Bild no. 33 (Meer mit Schiffen), 1915, Öl auf Leinwand, 80,5 x 100,5 cm (Kunstmuseum Den Haag, Foto: Kunstmuseum Den Haag)

Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld: Jacoba van Heemskerck

Jacoba van Heemskerck (1876–1923) hat in weniger als zwei Jahrzehnten ein kraftvolles Œuvre geschaffen, das Gemälde, Holzschnitte und Glasarbeiten umfasst und war eine der zentralen Künstlerinnen der "Sturm"-Bewegung. Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld in Kooperation mit dem Kunstmuseum Den Haag.
17. Mai 2021
Ernst Ludwig Kirchner, Sitzende Frau mit Holzplastik, Detail, 1912

Berlin | Brücke Museum: Nolde und Kirchner

Das Werk von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Emil Nolde (1867–1956) vor dem Hintergrund des deutschen Kolonialismus zwischen 1908 und 1918. betrachtet Es bringt weniger bekannte, gewalttätige Aspekte des Expressionismus ans Licht und fragt nach dem Kontext der Bilde.
7. März 2021
Emil Nolde, Herr und Dame (im roten Saal), Detail, 1911, Öl/Leinwand, 73 x 88 cm (Hamburger Kunsthalle, Dauerleihgabe der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen © Nolde Stiftung Seebüll, Foto Elke Walford)

Hamburg | Kunsthalle: Emil Noldes Maltechnik „Meistens grundiere ich mit Kreide“ analysiert elf Gemälde

Präsentation der Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojekts zu dem Expressionisten Emil Nolde (1867–1956), an dem die Hamburger Kunsthalle zusammen mit dem Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München und der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde seit Herbst 2018 arbeitet.
2. Februar 2021
Rudolf Wacker, Stillleben mit Puppe und Hund, Detail, um 1923 (© Leopold Privatsammlung, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger)

Wien | Leopold Museum: 11 österreichische Maler der Ersten Republik „Menschheitsdämmerung. Zwischen lyrischer Empfindsamkeit und sachlicher Weltauffassung“

Alfons Walde, Albin Egger-Lienz, Anton Kolig, Herbert Boeckl, Gerhart Frankl, Anton Faistauer, Josef Dobrowsky, Hans Böhler, Alfred Wickenburg, Rudolf Wacker und Sergius Pauser kennzeichnen den Pluralismus zwischen einem zurückhaltenden, von Innerlichkeit geprägten, expressiven Kolorismus und einer vom nüchternen Blick auf die Dingwelt geleiteten Neuen Sachlichkeit.
17. November 2020
August Macke, Farbige Formen I, Detail, 1913, Öl/Pappe, 53,1 x 38,5 cm (LWL-Museum, Münster, Inv.-Nr. 1610 LM, Foto: LWL/Sabine Ahlbrand-Dornseif)

Münster | LWL-Museum: August Macke

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt im Sommer 2021 erstmals die Hälfte seiner fast 400 Werke umfassenden Macke-Sammlung in seiner Vielfalt.
9. November 2020
Maria Caspar-Filser, Großer Obstgarten, Detail, 1931, Öl/Lw (Landkreis Biberach © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Emden | Kunsthalle Emden: Maria Caspar-Filser Retrospektive der Pionierin der Moderne

Retrospektive der außergewöhnlichen Malerin Maria Caspar-Filser (1878–1968), einer Hauptvertreterin des Expressionismus in Deutschland. Jeweils als einzige Frau war sie Gründungsmitglied der SEMA (1911) und der Münchener Neuen Secession (1913). 1925 wurde Caspar-Filser als erste deutsche Malerin zur Professorin ernannt.
28. Oktober 2020
August Macke, Stillleben mit Apfelschale und japanischem Fächer, Detail, 1911 (Kunstmuseum Bonn)

Wiesbaden | Museum Wiesbaden: August Macke Umfassenden Retrospektive zum deutschen Expressionisten

Im Herbst 1920 gastierte eine Retrospktive des 1914 verstorbenen Macke im Museum Wiesbaden - im Herbst 2020 neuerlich: August Macke, der Expressionist zwischen Bonn, München und Paris, beleuchtet alle Schaffensphasen und Medien von der Malerei, über Zeichnung, Aquarell und Druckgrafik zum Kunstgewerbe.
28. Oktober 2020
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht — Erwartung, Detail, 1912 (Museum Wiesbaden, Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert)

Wiesbaden | Museum: Jawlensky in Wiesbaden 111 Werke des Malers vom Expressionismus zu den Blauen Vier

Die 111 Werke im Bestand des Museums, die sein gesamtes Schaffen von den frühen expressiven Köpfen bis zum seriellen Werk umreißen, werden 2021 erstmals komplett präsentiert.
19. Oktober 2020
Wassily Kandinsky, Kallmünz – Gabriele Münter beim Malen I, Detail, Sommer 1903 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)

München | Lenbachhaus: Wassily Kandinsky – Gabriele Münter Frühe Reisen des Künstlerpaars zwischen 1904 und 1908

Wassily Kandinsky und Gabriele Münter – wir kennen sie als zentrale Figuren der Künstlerformation „Der Blaue Reiter“. Bereits vor dieser Zeit verband die beiden eine enge künstlerische Beziehung. Die Ausstellung widmet sich erstmals ihren gemeinsamen Wegen in den Jahren von 1902 bis 1908.
25. September 2020
Max Beckmann. weiblich-männlich in der Hamburger Kunsthalle

Hamburger Kunsthalle: Max Beckmann. weiblich-männlich

Die Hamburger Kunsthalle thematisiert erstmals die zahlreichen, oft widersprüchlichen Rollen von Weiblichkeit und Männlichkeit in Max Beckmanns Kunst (Frühjahr 2020).
21. August 2020
Ernst Ludwig Kirchner, Das Soldatenbad, Detail, 1915, Öl/Lw, 140 x 150 cm (Nationalmuseum, Oslo)

Kopenhagen | Nationalgalerie: Nolde und Kirchner

Die Dänen sind erfreut, selten zu sehende Werke des Expressionismus zu zeigen und fokussieren sich auf das Interesse der Künstler für außereuropäische Kulturen.
14. Juli 2020
Ernst Barlach, Der Asket, Kopf, 1925

Dresden | Albertinum: Ernst Barlach Barlach in Dresden fokussiert auf das Frühwerk, seine Verfemung und Rezeption nach 1945

Zum 150. Geburtstag des deutschen expressionistischen Bildhauers, Zeichners, Grafikers und Autors Ernst Barlach (1870–1938) wird die erste derart umfangreiche Retrospektive seines höchst einflussreichen Œuvres in Dresden stattfinden.
5. April 2020
Chaïm Soutine, Das Dorf, um 1923, Öl/Lw, 73,5 x 92 cm (Musée de l'Orangerie, Paris © RMN-Grand Palais (Musée de l'Orangerie) / Hervé Lewandowski)

Paris | Musée de l’Orangerie: Soutine – De Kooning Französischer und amerikanischer Expressionismus zwischen Figur und Abstraktion

Im Rahmen dieser Ausstellung wird insbesondere die Auswirkung der Malerei von Soutine, einem russischen Maler der Pariser Schule, auf die künstlerische Vision des amerikanischen Malers niederländischer Herkunft beleuchtet.
16. März 2020
Emil Pirchan, Plakatentwurf (Collage), Detail, ca. 1912 © Sammlung Steffan / Pabst, Foto: Sammlung Steffan / Pabst

Wien | Leopold Museum: Emil Pirchan

Dem Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, fantasiereichen Plakatgestalter und Entwerfer widmet das Leopold Museum 2020 eine erste Einzelausstellung in Österreich.
16. März 2020
Erwin Dominik Osen, Patientenportrait (2), Detail, 1915 © Privatbesitz

Wien | Leopold Museum: Erwin Osen und Egon Schiele Wiener Moderne und klinische Medizin

Das Leopold Museum zeigt mit „The Body Electric. Erwin Osen – Egon Schiele“ eine Ausstellung, die auf einer Gruppe kürzlich wiederentdeckter Zeichnungen von Erwin Osen (1891–1970) aufbaut.
14. November 2019
Max Pechstein, Tänzerin in einer Bar, 1923/31, Detail, Öl auf Leinwand, 90 x 90,5 cm (Privatbesitz © 2019 Pechstein – Hamburg/Tökendorf)

Tübingen | Kunsthalle Tübingen: Max Pechstein. Tanz! Bühne, Parkett und Manege im Werk Pechsteins

Tanz, Varieté und Zirkusdarstellungen im Werk von Max Pechstein werden erstmals auf ihre stilistische und inhaltliche Funktion untersucht: ausgehend von expressionistischen Tanzdarstellungen, über exotische rituelle Tänze aus Palau, Darstellungen von Gesellschaftstänzen der Goldenen 1920er Jahre, die Pechstein in Berlin erlebte, bis zu den Erinnerungen an Palau in seinem Spätwerk.
4. November 2019
Andy Warhol, The Three Gentlemen, 1982 . Acryl/Siebdruck/Leinwand, 101,8 x 203,4 cm (Museum Frieder Burda, Baden-Baden © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York)

Baden-Baden | Museum Frieder Burda: Sammlungen der Burda-Brüder „Die Bilder der Brüder“ vom deutschen Expressionismus zur Pop Art

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda spürt den Wurzeln der Sammlungstätigkeit der drei Brüder nach und zeigt zugleich die individuellen Entwicklungslinien ihrer persönlichen Begeisterung für Kunst auf. Ausgehend von der Sammlungstätigkeit der Eltern, die dem deutschen Expressionismus verbunden waren, schufen alle drei Brüder eigenständige Kunstsammlungen bis zur Pop Art und Andy Warhol.
21. Oktober 2019
Vincent van Gogh, Selbstbildnis, Detail, 1887, Öl auf Malpappe, montiert auf parkettierter Holztafel, 44 x 32,5, cm (The Art Institute of Chicago, Joseph Winterbotham Collection)

Frankfurt | Städel: Vincent van Gogh „Making Van Gogh“ beleuchtet Rezeption von Van Goghs Kunst in Deutschland

Vincent van Gogh (1853–1890) verkaufte während seines kurzen Künstlerlebens nur ein einziges Bild. Doch 15 Jahre nach seiner Selbsttötung hatten die Kunstwelt und erste Sammler den immensen Wert seines Schaffens erkannt. Das Städel Museum in Frankfurt a.M. zeigt erstmals in einer Ausstellung, welche Rolle die deutschen Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte seiner Malerei spielten.
7. Oktober 2019
August Macke, Café am See, Detail, 1913 (Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz)

Kochel am See | Franz Marc Museum: Blauer Reiter – Das Moment der Abstraktion August Mackes „Café am See“ und die Abstraktion im „Blauen Reiter“

Eine neue, bedeutende Dauerleihgabe, das Gemälde August Mackes, „Café am See“ von 1913 ist Anlass, die verschiedenen Abstraktionstendenzen, die die Künstler des „Blauen Reiters“ in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entwickelten, nebeneinanderzustellen.
26. September 2019
Richard Gerstl, Paar im Grünen, Detail, Juli 1908, (Leopold Museum, Wien)

Leopold Museum: Richard Gerstl "Inspiration - Vermächtnis" stellt den österreichischen Frühexpressionist in den Kreis seiner Zeitgenossen und späteren Bewunderer

Von den rund 70 erhaltenen Gemälden Richard Gerstls (1883–1908) besitzt das Leopold Museum 16 Werke! Überblicksschau mit Vorbildern und Bewunderern wie Georg Baselitz.
25. September 2019
Henri Matisse, Akt im Wald [Nu dans la forêt], Detail, 1906, Öl auf Holz, 40.6 x 32.4 cm (Brooklyn Museum, Geschenk von George F. Of, 52.150 © Succession H. Matisse/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Kunsthalle Mannheim: Henri Matisse „Inspiration Matisse“ beschäftigte französische Fauves und deutsche Expressionisten

„Inspiration Matisse“ in Mannheim zeigt im Herbst 2019 mehr als 100 Werke von Matisse, seinen Einfluss auf die anderen Fauvisten, ergänzt durch die Wirkung seiner Kunst auf den Expressionismus in Deutschland. Zudem unterrichtete Matisse an der Académie Matisse in Paris deutsche Schülerinnen und Schüler wie Hand Purrmann.
13. Juli 2019
Vincent van Gogh, Der Weg nach Arles, Detail, 1888, Öl/Lw, 46,1 x 60,9 cm (National Gallery of Art, Washington D.C. © National Gallery of Art, Washington, Ailsa Mellon Bruce Collection)

Vincent van Gogh und Deutschland "Making van Gogh" im Städel

Vincent van Gogh (1853–1890) verkaufte während seines kurzen Künstlerlebens nur ein einziges Bild. Doch 15 Jahre nach seiner Selbsttötung hatten die Kunstwelt und erste Sammler den immensen Wert seines Schaffens erkannt. Das Städel Museum in Frankfurt a.M. zeigt erstmals in einer Ausstellung, welche Rolle die deutschen Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte seiner Malerei spielten.
6. Juli 2019
Oskar Kokaschka, Wolfgang Gurlitt als Zauberprinz, Detail, 1922, © Fondation Oskar Kokoschka

Linz | LENTOS: Wolfgang Gurlitt. Zauberprinz Kunsthändler, Kunstsammler, Museumsgründer

Erstmals wird das bisher wenig erforschte Leben und Wirken von Wolfgang Gurlitt (1888–1965), dem Cousin von Hildebrand Gurlitt, im LENTOS eine Ausstellung gewidmet. Der Kunsthändler, Kunstsammler und Museumsgründer hinterließ in Linz ein zugleich glanzvolles wie problematisches Erbe.
7. Juni 2019
Edmund Kalb, Selbstbildnis, Detail, 1930 (© Privatbesitz Foto: Archiv Sagmeister, © Rudolf Sagmeister/Kunsthaus Bregenz)

Wien | Leopold Museum: Edmund Kalb Selbstporträts sind Gedankenbilder

Edmund Kalb (1900–1952) studierte an der Kunstakademie München, kehrte dann nach Dornbirn (Vorarlberg) zurück und schuf über 1.000 Selbstporträts!
9. April 2019
Oskar Kokoschka, Portrait Franz Hauer, Detail, um 1914 (© Rhode Island School of Design, Providence / Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018)

Krems | Landesgalerie Niederösterreich: Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler Vom Wiener Gastwirt zum Förderer von Schiele, Kokoschka und Egger-Lienz

Der Wiener Gastwirt Franz Hauer (1867–1914) zählte zu den wichtigsten Förderern der Wiener Moderne, allen voran der Expressionisten: Albin Egger-Lienz, Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Seine Kunstsammlung umfasste mehr als 1.000 Werke der Avantgarde. Nach seinem frühen Tod 1914 wurde sie in alle Winde zerstreut. Ein Teil allerdings verblieb in Familienbesitz und befindet sich nun in den Niederösterreichischen Landessammlungen. Die Landesgalerie Niederösterreich in Krems widmet eine ihrer Eröffnungsaausstellungen dem bedeutenden Visionär.
5. April 2019
Oskar Kokoschka, Das rote Ei, Detail, 1940–1941, Öl/Lw, 61 x 76 cm (National Gallery in Prague, © Fondation Oskar Kokoschka, Vevey / 2017 ProLitteris, Zürich)

Oskar Kokoschka: Eine Retrospektive Österreichischer „Expressionist. Migrant. Europäer“ auf dem Prüfstand

Oskar Kokoschka (1886–1980) zählt zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein nachhaltiges Erbe für die Kunstproduktion der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart ist unbestritten und dennoch rätselhaft.
3. April 2019
August Macke, Frauen im Park (mit weißem Schirm), Detail, 1913 (© Stiftung Renate und Friedrich Johenning Foto Linda Inconi–Jansen)

Leopold Museum: Deutscher Expressionismus Die Sammlungen Braglia und Johenning zu Gast in Wien

Ca. 130 Werke aus der Schweizer Sammlung Braglia und der deutschen Sammlung Johenning werden erstmals in Wien präsentiert: mit Nolde, Klee, Marc, Kandinsky, Jawlensky, Werefkin, Macke.
31. März 2019
Marianne von Werefkin, In die Nacht hinein, Detail, 1910, Tempera, Mischtechnik auf Papier und Karton, 74 x 101 cm (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus)

München | Lenbachhaus: Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin Lebensmenschen in München

Alexej von Jawlensky (1864–1941) und Marianne von Werefkin (1860–1938) sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde eingegangen. Erstmals widmet das Lenbachhaus den beiden Mitbegründern der Neuen Künstlervereinigung München - aus der der Blaue Reiter erwuchs - eine gemeinsame Sonderausstellung. Im Herbst/Winter 2019/20 zeigt das Münchner Museum, wie Jawlensky in seiner Malerei und Werefkin in Theorie und Malerei die Moderne prägten.
4. November 2018
Helene Funke, Drei Frauen (Drei Mädchen), Detail, 1915, Öl/Lw, 98 x 81 cm (Lentos Kunstnumseum Linz)

Chemnitz | Kunstsammlungen am Theaterplatz: Helene Funke Erste Ausstellung der Expressionistin in Deutschland

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentierten die erste Einzelausstellung mit Werken der in Chemnitz geborenen Malerin Helene Funke (1869–1957) in Deutschland. Einige der etwa 60 Gemälde, Grafiken und Zeichnungen galten als verschollen und wurden erstmals weltweit öffentlich gezeigt.
22. Oktober 2018
Max Beckmann, Cabins [Kajüten], Detail, 1948, Öl/Lw, 139,5 x 190 cm (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf)

Max Beckmann. Figuren im Exil Flucht und Exil im Werk des deutschen Malers

„Max Beckmann. Figuren im Exil“ versammelt Arbeiten, in denen Exil – auch in wörtlichem Sinne sein eigenes Exil – und Figur im Zentrum stehen. Die Figur hatte zeitlebens größte Bedeutung für Max Beckmann, stand sie doch in seinem Werk und Denken für die conditio humana, die Existenz des modernen Menschen.
22. Oktober 2018
Emil Nolde, Brennendes Gehöft, Detail, undatiert (Nolde Stiftung Seebüll © Nolde Stiftung Seebüll)

Emil Nolde im Nationalsozialismus Hamburger Bahnhof zeigt „Eine deutsche Legende“

Emil Nolde wob selbst einen Mythos um seine Verfolgung durch den NS-Staat, seine 1.300 Ungemalten Bilder scheinen sie zu bezeugen. Wie war es wirklich? Der Hamburger Bahnhof zeigt 2019 eine beachtenswerte Schau.
3. Oktober 2018
Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen (Fränzi Fehrmann), Detail, 1910-1920, Öl-Lw, 80,6 x 91,1 cm (Minneapolis Institute of Arts)

Ernst Ludwig Kirchner. Erträumte Reisen Exotisches und Schweizer Volkskunst im Werk des Expressionisten

Ernst Ludwig Kirchner in der Bundeskunsthalle Bonn: Er fand das Exotische und Ursprüngliche in afrikanischen Artefakten und der Schweizer Volkskultur!
2. Oktober 2018
Egon Schiele, Stehender Frauenakt mit blauem Tuch, Detail, 1914, Opake Farbe, Aquarell, Grafit auf Velinpapier, 48.3 x 32.2 cm (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

Egon Schiele in der Fondation Louis Vuitton Linie und Körper im Werk des Wiener Expressionisten

Egon Schiele (1890–1918) blieben nur zehn Jahre, um sein epochales Werk zu entwickeln. Die Fondation Louis Vuitton stellt anlässlich der 100. Wiederkehr des Todestages Schieles Werk neben jenem von Jean-Michel Basquiat aus.
28. September 2018
Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, Detail, um 1924 (© Von der Heydt-Museum, Wuppertal, Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal)

Otto Mueller und die Malerei der Moderne zwischen Berlin und Breslau Deutsch-polnische Kunstgeschichte der 1920er Jahre

In den 1920er Jahren gab es zwischen der schlesischen Metropole Breslau und der damaligen Reichshauptstadt Berlin einen künstlerischen Austausch von europäischer Strahlkraft. Eine besondere Rolle spielte die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Dort unterrichteten etwa der Brücke-Expressionist Otto Mueller (1874–1930), der Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer sowie Oskar Moll.
10. September 2018
Thomas Struth, Art Institute of Chicago 2, Detail, Chicago 1990, C-Print, 184,1 x 219 cm (Astrup Fearnley, Museum of Modern Art, Oslo; © Thomas Struth, 2018)

Der Flaneur. Vom Impressionismus bis zur Gegenwart Kunstvolles Schlendern durch die Kunst im Kunstmuseum Bonn

Kunstvolles Schlendern durch die Kunst im Kunstmuseum Bonn: Sehen und gesehen werden in der modernen Großstadt als Thema von Kunstwerken von den 1880ern bis heute.
7. August 2018
Emil Nolde, Dschunken (rot), 1913, Aquarell, 24 x 33.2cm (© Nolde Stiftung Seebüll)

Emil Nolde. Farbe ist Stärke Scottish National Gallery zeigt erstmals den deutschen Expressionisten

Emil Nolde - seine Landschaften zum Thema „Heimat“, seine Reise nach Neuguinea, und v.a. Noldes „Ungemalte Bilder“. Welche Ideen, Konzepte und künstlerischen Überzeugungen trieben den Expressionisten an?
30. Juli 2018
Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, Detail, um 1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt später Bilder der Malerin im Kontext

Paula Modersohn-Becker (1876–1907) erarbeitete sich selbstbewusst und selbstgewiss, unabhängig vom Urteil ihrer Lehrer, Malerkollegen und Kritiker zwischen 1900 und 1907 eine gänzlich neue Bildsprache. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besitzt mehr als 20 Gemälde zumeist aus der späten und reifen Zeit der Malerin. Gemeinsam mit dem Rijksmuseum Twenthe in Enschede organisiert es eine Ausstellung, die auf den internationalen Kontext der populären deutschen Malerin setzt.
25. Juni 2018
Wassily Kandinsky, Murnau – Landschaft mit grünem Haus, 1909 (Privatsammlung)

Vom Expressionismus zum Informel in Deutschland: Nolde, Kandinsky, Nay Farbe und Gefühl zwischen Figur und Abstraktion

Anhand einer konzentrierten Auswahl von 26 Werken zeichnet das Museum Barberini – parallel zur Ausstellung „Gerhard Richter. Abstraktion“ – den Weg vom Expressionismus zum Informel nach. Potsdam präsentiert dafür Gemälde von Willi Baumeister, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Ernst Wilhelm Nay, Emil Nolde, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Winter.
26. Mai 2018
Ernst Ludwig Kirchner, Liebespaar (Die Hembusse), Detail, 1932, Farbholzschnitt in Schwarz, Dunkelblau, Grün, Rot, Dunkelocker, Rosa, Hellviolett und Gelb auf elfenbeinfarbenem Transparentpapier (Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung)

Ernst Ludwig Kirchner zum 80. Todestag in Stuttgart Zeichnungen und Druckgrafiken im Kontext der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“

Die Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart beherbergt den großen Schatz von 81 Zeichnungen sowie 84 Druckgrafiken und einigen Illustrierten Büchern von Ernst Ludwig Kirchner - und zeigt ihn anlässlich dessen 80. Todestag 2018.
28. Februar 2018
Paul Klee, Nach der Zeichnung 19/75, Detail, 1919, 113, Aquarellierte Lithographie, 22,2 x 16 cm (Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)

Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses in der Pinakothek der Moderne, München Klee am Bauhaus reflektiert Verstand und Mysterium

Paul Klee (1879–1940) ist einer der bedeutendsten und produktivsten Künstler des 20. Jahrhunderts. „Konstruktion des Geheimnisses“ ist die erste große Sonderausstellung zu Klees Werk in der Pinakothek der Moderne. Sie wird den hochkarätigen Münchner Bestand erstmals zusammen mit 125 Leihgaben aus den wichtigsten internationalen Klee-Sammlungen präsentieren. Die Ausstellung folgt Paul Klees Weg als „denkender Künstler“, der in seinem Werk systematisch die Grenzen des Rationalen auslotet und gleichzeitig überschreitet.
25. Januar 2018
Karl Schmidt-Rottluff, Die schwarze Maske, 1956 (Brücke-Museum Berlin, Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Karl Schmidt-Rottluffs Liebe zum „Wilden“ Ethnografische Sammlung des Malers beeinflusste seine expressive Bildsprache

Karl Schmidt-Rottluff begann sich 1909 für außereuropäische Kunst zu interessieren und während der 1910er Jahre selbst zu sammeln: Die Kunst- und Kultgegenstände hatten Einfluss auf den Stil und die Themenwahl des Expressionisten, wobei das Interesse für den nackten, "natürlichen" Körper bereits in der Ideologie der Brücke angelegt war. Expressionistische Holzschnitte und erste Holzskulpturen zeigen die direkte Auseinandersetzung mit den bewunderten, magischen Objekten.
7. Januar 2018
Wilhelm Lehmbruck, Der Gestürzte, 1915, Steinguss, Kunststein, 78 x 240 x 82 cm (Staatsgalerie Stuttgart)

Wilhelm Lehmbruck. Variation und Vollendung Materialeinsatz des deutschen Expressionisten in Stuttgart hinterfragt

Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Die Vielseitigkeit des Werks und das Erproben verschiedener Techniken und Materialien sind charakteristisch für die Generation der Expressionisten. Doch wie nutzte Lehmbruck die unterschiedlichen Materialien und Medien?
7. Januar 2018
Feininger / Kubin in der Albertina

Lyonel Feinigner: Gelmeroda, Seegelboote und die Skyline von New York Werke und Leben des deutsch-amerikanischen Malers

Lyonel Feininger (1871-1956) war ein amerikanischer Maler und Grafiker, der in Deutschland vom Karikaturisten zum freischaffenden Künstler wurde.
29. Dezember 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Artistin – Marcella, Detail, 1910, Öl/Lw, 101 x 76 cm (© Brücke-Museum Berlin, Foto: Roman März)

Die Brücke in Baden-Baden Museum Frieder Burda zeigt 120 Werke des deutschen Expressionismus

Die farbenfrohen Werke des Deutschen Expressionismus sind ein wichtiger Schwerpunkt der Sammlung Frieder Burda. Die Mehrzahl der in der Sonderausstellung ausgestellten Werke kommt aus dem Brücke Museum Berlin, ergänzt durch bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, der Sammlung Frieder Burda und der Sammlung Franz Burda.
11. Dezember 2017
Paul Klee, Abenteurer zur See, Detail, 1927, 5, Gouache und Aquarell, teilweise mit Luftpinsel, auf blaugrundiertem Papier, mit Gouache und Feder eingefasst, auf Karton, 25,1 x 32,4 cm Karton: 28,5 x 35 cm (Albertina, Sammlung Batliner, DL313)

Paul Klee, Abenteurer zur See Der Bauhaus-Lehrer auf hoher See

Als Paul Klee im Sommer 1927 dieses Blatt gestaltete, verbrachte er die Ferien gemeinsam mit seinem Sohn Felix an der Côte d'Azur. Er hatte nach der anstrengenden Umsiedlung des Bauhaus von einer längere Mittelmeerreise mit einem Dampfschiff geträumt. Aus „einer größeren Dampfmittelmeerfahrt“ wurde allerdings „nur“ die Dampferüberfahrt zur Insel Porquerolles.
4. Dezember 2017
Egon Schiele, Herbstbaum in bewegter Luft (klein)

Egon Schiele, Kleiner Baum im Spätherbst, 1911 Herbstliche Vision eines jungen Expressionisten

Egon Schiele (1890–1918) ist bekannt für seine aufwühlenden Darstellungen weiblicher und männlicher Akte, seine psychologisierenden Selbstporträts. Die Landschaften des Wiener Expressionisten erfreuen sich vergleichsweise großer Beliebtheit, sind aber nie so berühmt geworden wie die analytisch-kritischen Körperbilder.
11. November 2017
Erich Heckel, Szene am Meer, 1912, Öl auf Leinwand, 96 x 121 cm (Von der Heydt-Museum Wuppertal, © Nachlass Otto Gleichmann, Foto: © Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal)

Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld: Der böse Expressionismus

Die Brisanz des Expressionismus droht im Wohlgefallen zu verschwinden, weshalb die Kunsthalle Bielefeld mit „Der böse Expressionismus. Trauma und Tabu“ die wilden, antibürgerlichen Seiten der Kunstform aufdeckt.
10. Oktober 2017
Gabriele Münter, Bildnis von Marianne von Werefkin, Detail, 1909 (Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Gabriele Münter: Malen ohne Umschweife Bilder und Leben der deutschen Malerin

Gabriele Münter (1877–1962) ist bekannt als Mitglied des Blauen Reiter, als Lebensgefährtin von Wassily Kandinsky (1866–1944) – und dennoch als Malerin in der Öffentlichkeit kaum präsent. Erstmals seit 25 Jahren wird der Malerin aus Berlin und München eine umfassende Werkschau gewidmet, die ihre Suche nach Ausdruck von frühen Fotografien in den USA, impressionistischen Landschaften der Zeit um 1905, radikalen Reduktionen mit leuchtenden Farbflächen im Expressionismus (bis hin zur expressiven Abstraktion in der Nachfolge Kandinskys) bis zu einer fast suprematistischen Auffassung in den späten 1920er Jahren, die in eine malerische Neuen Sachlichkeit weiterführt.
31. August 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Schimmeldressurakt, 1908/09, Öl/Lw, 82 x 95 cm, sign. o. r.: E L Kirchner (Kirchner Museum Davos, Schenkung Olga Schwendener 1997, Inv. Nr. 1997/Sch1-1/01322/G © Foto: Kirchner Museum Davos)

Botho Graef. Förderer des Expressionismus Mentor des Jenaer Kunstverein und Mitbegründer der Kunstsammlung Jena

Die Kunstsammlung Jena widmet ihrem Gründungsvater Botho Graef (1857–1917) zur 100. Wiederkehr seines Todestags am 9. April eine fulminante Expressionisten-Schau. Doch wer war dieser Wegbereiter und Mentor des Jenaer Kunstvereins, den nicht nur Ernst Ludwig Kirchner als seinen „Vater“ bezeichnete? Wie wurde Botho Graef zum bedeutendsten Wortführer des Expressionismus?
3. Juli 2017
Anton Kolig, Selbstbildnis mit blauer Jacke, Detail, 1927, Öl auf Leinwand, 126,9 x 78,8 cm (Leopold Museum, Wien)

Anton Kolig: Werk und Leben Farbiger Expressionismus für Porträts, Männerakte und Allegorien

Anton Kolig (1886–1950) verbindet in seiner Malerei die Moderne der Jahrhundertwende mit expressiven Tendenzen der Zwischenkriegszeit und abstrahierenden Auffassungen der Nachkriegszeit. Neben Herbert Boeckl, den Kolig nach dem Ersten Weltkrieg kennenlernte, zählt Kolig zu den wichtigsten Expressionisten Österreichs. Vor allem mit Porträts und großformatigen Jünglingsakten der 1920er Jahre gelang ihm der internationale Durchbruch, der 1928 durch eine Berufung an die Stuttgarter Akademie gekrönt wurde.
1. Juli 2017
Edvard Munch, Selbstporträt: Zwischen Uhr und Bett, Detail, 1940–1943, Öl auf Leinwand, 149,5 × 120,5 cm (Foto: courtesy Munch Museum, Oslo)

Edvard Munch: Mehr als nur der Schrei Spätwerk des norwegischen Malers als Befragung von Leben und Ich

Der Norwegische Maler und Druckgrafiker Edvard Munch (1863–1944) ist so berühmt für seine frühen Werke (vor 1900), dass häufig übersehen wird, dass sich das Œuvre des Künstlers über mehr als sechzig Jahre erstreckt. Wenn auch „Der Schrei“, „Madonna“ und „Vampir“ schon längst ikonischen Status im öffentlichen Bewusstsein errungen haben, so gilt es doch mehr von Munchs Werk zu entdecken.
5. März 2017
Richard Gerstl, Die Familie Schönberg, Ende Juli 1908, Öl auf Leinwand, 88,8 x 109,7 cm (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien)

Richard Gerstl Leben und Werk: Ausstellung in der Schirn, Frankfurt

Richard Gerstl (1883–1908) wird oft als Österreichs erster Expressionist bezeichnet: in Auseinandersetzung mit Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch entwickelte er seine Malerei in Richtung befreiter Malweise und intensiver Farbigkeit.
21. Februar 2017
Alfred Wickenburg, Burgenländisches Stillleben II, 1968, Öl auf Leinwand, 52,5 x 69 cm (© Belvedere, Wien/Leihgabe aus Privatbesitz, New York/ © Henriette Gorton-Wickenburg 2016)

Alfred Wickenburg Werk & Leben

Alfred Wickenburg (1885–1978) gilt als einer der Hauptvertreter des „österreichischen Kubismus“ der Zwischenkriegszeit, in dem kubistische Stilmittel im Sinn des Expressionismus für die eigenen ästhetischen Zwecke adaptiert wurden. Seine Ausbildung in München, Paris und Stuttgart ließ den in Graz geborenen Maler früh mit konstruktiven Konzepten an ihren originären Entstehungsorten in Kontakt kommen.
20. Februar 2017
Egon Schiele, Aktselbstbildnis, Detail, 1910, Schwarze Kreide, Pinsel, Aquarell, Deckfarben, Deckweiß auf braunem Packpapier (Albertina, Wien)

Egon Schiele. Gezeichnete Bilder Ausstellung zur franziskanischen Ethik im Werk Schieles in der Albertina

Egon Schiele (1890–1918), dem früh verstorbenen Expressionisten, widmet die Albertina kurz vor der 100. Wiederkehr seines Todestags eine umfassende Ausstellung zu dessen zeichnerischem Werk aus eigenem Bestand. Seine 13 Skizzenbücher nicht mitgerechnet, besitzt die Albertina eine der weltweit größten Sammlungen von Werken Schieles, die 160 Arbeiten auf Papier sowie Dokumente und Erinnerungen an sein Leben umfasst.
6. Februar 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Die Straße, Detail, 1913, Öl auf Leinwand, 120,5 × 91 cm (The Museum of Modern Art, New York, purchase, 1939, Foto © 2017 Digital image, The Museum of Modern Art/Scala Florence)

Ernst Ludwig Kirchner: Die Berliner Jahre Ausstellung im Kunsthaus Zürich

Mit 31 Jahren übersiedelte Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) nach Berlin. Die Jahre zwischen 1911 und 1917 lebte er in der Zweimillionen-Metropole, die Sommermonate verbrachte er auf der Ostseeinsel Fehmarn. Wenn der Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ thematisch bereits etablierte Wege ging – Straßenszenen, Porträts, Zirkus, Tanz, Varieté, Akte im Atelier und in der Natur waren in der Dresdner Zeit bereits ausgeprägt – so änderte er in Berlin und Fehmarn seinen Malstil. Zwischen 1912 und 1917 verwendete Kirchner gedeckte Farbtöne und spitze Formen. Hier das frenetisch-nervöse Großstadtleben, da die Erholung in ländlicher Abgeschiedenheit; hier die Misere und Entfremdung des Großstädters, da das harmonische Leben in Einheit mit der Natur. So werden und wurden Ernst Ludwig Kirchners Bilder aus den Berliner Jahren gerne gedeutet. Über diese apokalyptisch-paradiesische Lesart hinaus zeigt das Kunsthaus Zürich den Kirchner der Jahre 1911 bis 1918.
27. November 2016
Paula Modersohn-Becker, Mädchen in rotem Kleid vor Sonnenblume, Detail, 1907 (Privatbesitz)

Paula Modersohn-Becker. Pionierin der Moderne Deutsche Malerin auf der Suche nach dem "Einfachen"

Das Werk von Paula Modersohn-Becker gilt als wegbereitend für die Moderne in Deutschland, denn stets war die Künstlerin auf der Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ und dem lebendigen Ausdruck der Farbe. In den ägyptischen Mumienporträts aus dem Louvre (1.-4. Jahrhundert) fand sie diesen genauso wie in den Gesichtern alter Bäuerinnen und junger Kinder im niedersächsischen Worpswede.
21. September 2016
Pablo Picasso, Frau mit gefalteten Händen, 1907, Musée national Picasso – Paris (links); Mutter mit Kind, 1907, Musée national Picasso – Paris (rechts), Ausstellungsansicht „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ im Leopold Museum 2016/17, Foto: Alexandra Matzner © Bildrecht.

Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.
8. April 2016
Wilhelm Lehmbruck, Kniende, 1911, Kneeling Woman, Bronze, 174,5 × 67,7 × 140 cm Privatbesitz.

Wilhelm Lehmbruck. Werke und Leben Mit überlängten Proportionen und Vergeistigung zur expressionistischen Skulptur

Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) wurde mit überschlanken, vergeistigten Figuren in strenger architektonischer Bauweise berühmt. Als erster europäischer Bildhauer ignorierte er die menschliche Proportion, um von einer idealisierten Bildhauerei zum affektgeladenen Leib zu gelangen. Damit eröffnete er dem Menschenbild in der Skulptur völlig neue Darstellungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit dem Lehmbruck Museum in Duisburg stellt das Leopold Museum den Bildhauer in einer umfassenden Gesamtschau vor – und Hans-Peter Wipplinger bringt ihn erstmals in Beziehung zu Egon Schiele (1890–1918).
6. April 2016
Paul Klee, Insula dulcamara, 1938, 481, Öl- und Kleisterfarbe auf Papier auf Jute, originale Rahmenleiste (Zentrum Paul Klee, Bern)

Paul Klee. Bilder voller Poesie Überblick über Werke und Leben des deutschen Expressionisten

Der Grafiker und Maler Paul Klee (1879–1940) verband in seinem Werk unterschiedliche Strömungen der Avantgarde und steuerte Essentielles zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ bei. Er fand während der berühmten Tunisreise 1914 zur Farbe. Als Bauhaus-Lehrer und Professor der Düsseldorfer Akademie lehrte er seine Überzeung, dass Kunst nicht darstellt, sonder etwas sichtbar machen würde. 1933 von den Nationalsozialisten diffamiert und aus dem Dienst entlassen, emigrierte Paul Klee in die Schweiz, wo er, von Krankheit gezeichnet, unermüdlich weiterarbeitete. Klees Spätwerk prägte die Amerikanischen Expressionisten.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke (nach Delacroix), um 1854, Öl/Lw, 37.5 x 45 cm (Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset)

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
8. Januar 2016
Max Beckmann und Berlin, 2015 (Kerber Verlag).

Max Beckmann und Berlin

„Beckmann ist Berliner, lebt aber in Frankfurt am Main.“ Dieser Selbstbeschreibung Max Beckmanns (1884─1950) aus dem Jahr 1924 folgten seine Zeitgenossen, wenn sie ihn als den Maler des modernen Berlin empfanden. Der nun vorliegende Ausstellungskatalog „Beckmann und Berlin“ (Kerber Verlag) beweist, wie sehr sich der Künstler mit der Hauptstadt verbunden fühlte, auch wenn er in Frankfurt lebte. Kuratorin Stefanie Heckmann legte nicht nur Augenmerk auf die Berliner-Jahre, sondern auch einen Fokus auf die Ausstellungsgeschichte Beckmanns in Berlin. Insgesamt zehn Aufsätze analysieren nicht nur das Verhältnis des Künstlers zur Stadt, sondern führen auch genauso gekonnt wie allgemein in das Werk Beckmanns ein.
19. Oktober 2015
Edvard Munch, Das kranke Kind, 1907, Öl auf Leinwand, 118,7 x 121 cm (Tate, Presented by Tomas Olsen 1939, Poto Credit: © Tate, London 2014)

Edvard Munch. Archetypen Munchs berühmteste Werke: Der Schrei, Das kranke Kind, Madonna, Vampir...

In Zusammenarbeit mit dem Munch-Museet in Oslo präsentiert das Madrider Museo Thyssen-Bornemisza 80 Werke des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944). Die Kuratoren Paloma Alarcó und Jon-Ove Steihaug zeigen einen Künstler, der mehr ist als der Maler von Ängsten und Obsessionen, sondern der auch mit großer Sensibilität die Veränderungen in der modernen Kunst wahrnahm und verarbeitete.
8. Oktober 2015
Karl Schmidt-Rottluff, Boote am Wasser (Boote im Hafen), 1913 © Courtesy of Osthaus Museum Hagen & Institut für Kulturaustausch, Tübingen.

Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.
19. Juli 2015
Munch : Van Gogh (Mercator Fonds)

Munch : Van Gogh Ungeahnte Parallelen in Leben und Werk

Vincent van Gogh (1853–1890) und Edvard Munch (1863–1944) - zwei Giganten der Kunst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - werden in einer Ausstellung erstmals (!) einander gegenübergestellt. Schon auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln 1912 wurden sie als „Väter der modernen Kunst“ gefeiert. Heute wird der eine für die Befreiung der Farbe und seinen dynamischen Pinselstrich verehrt, während der andere die dunkle Seite der Liebe, Angstzustände, Krankheit und Tod ergiebig erforschte.
11. Juli 2015
Charlotte Salomon, Rupertinum 2015, INstallationsansicht

Salzburg | Rupertinum: Charlotte Salomon. Leben? Oder Theater?

Das Museum der Moderne Salzburg zeigt mit 278 Blättern eine repräsentative Auswahl des Bilderzyklus „Leben? oder Theater?“ von Charlotte Salomon (geboren 1917 Berlin, DE, verstorben 1943 Auschwitz, PL), der ein einzigartiges Dokument eines deutsch-jüdischen Lebens im Berlin der 1920er und 1930er Jahre darstellt.
  1. Magdalena M. Moeller, Zur Einführung, in: Magdalena M. Moeller (Hg.), Expressionismus. Die große Künstlerbewegung der Moderne, Köln 2005, S. 7.
  2. Angelika Wesenberg, Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende, in: Angelika Wesenberg (Hg.), Impressionismus – Expressionismus (Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, 22.5.–20.9.2015), München 2015, S. 20.
  3. Franz Marc, Geistige Güter, in: Wassily Kandinsky, Franz Marc (Hg.), Der Blaue Reiter, München 1912, S. 3.
  4. Magdalena M. Moeller: Die Brücke und Fauves, in: Expressionismus in Deutschland und Frankreich. Von Matisse zum Blauen Reiter (Ausst.-Kat. Zürich 7.2.-11.5.2014), Zürich 2014, S. 81.
  5. Zit. n. Odilon Redon: Ich wende mich hier…, in: Neue Künstlervereinigung München E.V. II. Ausstellung, München 1910, S. 45.