Neapel | Gallerie d’Italia: Angelika Kauffmann und Elisabeth Vigée-Le Brun Die beiden berühmtesten Malerinnen des Klassizismus | 2026/27

Élisabeth Louise Vigée-Le Brun, Selbstporträt und Angelika Kauffmann, Selbstporträt als Muse der Malerei, Detail (c) ARTinWORDS
Die Gallerie d'Italia in Neapel stellen erstmals das Leben, das Werk und die außergewöhnlichen Karrieren von Angelika Kauffmann (1741–1807) und Élisabeth-Louise Vigée Le Brun (1755–1842) in einen Dialog. Die zwei Malerinnen zählen aufgrund der Qualität ihres Schaffens aber auch wegen ihrer historischen Bedeutung als erfolgreiche Frauen im internationalen Kunstmarkt von 1800 zu den größten Malerinnen aller Zeiten. Mit ihren Porträts und Historiengemälden prägten sie den Klassizismus und beeinflussen bis heute die Wahrnehmung ihrer Zeitgenossen.
Angelika Kauffmann und Elisabeth Vigée-Le Brun. Die Ära der Malerinnen [Angelica e Élisabeth. L’età delle donne pittrici]
Italien | Neapel: Gallerie d'Italia - Napoli
6.11.2026 – 7.3.2027
- Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Friede bringt Überfluss, 1780, Öl/Lw, 102,5 x 132,5 (Paris, Musée du Louvre, Département des Peintures)
Angelika Kauffmann und Elisabeth Vigée-Le Brun. Die Ära der Malerinnen in Neapel
Sowohl Angelika Kauffmann als auch Élisabeth Louise Vigée Le Brun wurden bereits von ihren Zeitgenoss:innen gefeiert und prägten die europäische Kulturszene; es gelang ihnen, sich in einem Umfeld zu behaupten, das weitgehend von Männern dominiert wurde, und eine herausragende Stellung an den bedeutendsten Höfen und Akademien des Kontinents einzunehmen.
Der Ausstellungsrundgang zeichnet ihre Lebens- und Berufswege nach, indem er Gemälde und Selbstporträts einander gegenüberstellt. Dabei werden Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen zwei grundverschiedenen Persönlichkeiten deutlich. Ihr außergewöhnliches Talent, eine starke Entschlossenheit sowie ein modernes Bewusstsein für den eigenen Wert weisen beide auf.
Neapel beleuchtet 2026/27 die unterschiedlichen malerischen Ansätze der beiden Künstlerinnen: Auf der einen Seite Angelika Kauffmann – gebildet und kosmopolitisch, versiert in Historienmalerei, allegorischen Themen, literarisch inspirierten Sujets und der Porträtkunst. Auf der anderen Seite Élisabeth Vigée Le Brun – eine unübertroffene Meisterin des aristokratischen und höfischen Porträts, berühmt dafür, dass sie Königin Marie-Antoinette sowie Angehörige bedeutender europäischer Adelsfamilien – von Frankreich bis Russland – verewigte. Angelika agierte besonnen und reflektiert, sie gilt als eine Malerin der Anmut. Élisabeths Werke hingegen wirken spontan, unmittelbar und genial, was ihr den Ruf als Malerin des Erhabenen einbrachte.
Ein zentraler Teil der Ausstellung widmet sich der Beziehung der beiden Ausnahmefrauen zu Italien, wo sie Teile ihrer Ausbildung erhalten haben, ihren beruflichen Aufstieg und ihren internationalen Durchbruch feierten. Insbesondere Rom und Neapel bilden den roten Faden der Erzählung und ermöglichen einen tieferen Einblick in die Verbindungen beider Künstlerinnen zum bourbonischen Hof sowie zum kulturellen Umfeld der „Grand Tour“. Durch den Vergleich von Werken, die dieselben Persönlichkeiten darstellen, sowie ihrer jeweiligen Selbstporträts treten die Stärke und Entschlossenheit dieser beiden Frauen des 18. Jahrhunderts hervor: Sie verstanden es, sich erfolgreich zu etablieren und ein bewusstes Selbstbild zu vermitteln, wodurch sie zu Vorbildern für berufliche Unabhängigkeit und weibliche Emanzipation wurden.
Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten zu entdecken, die im Spannungsfeld von Aufklärung, Klassizismus und Revolution dazu beitrugen, die Rolle der Künstlerin in der europäischen Gesellschaft neu zu definieren. Darüber hinaus hinterließen sie ein Erbe, das die Kunstgeschichte weit über ihre eigene Zeit hinaus prägte. Den Abschluss dieser von Bildern gestützte Erzählung weitet den Blick auf zahlreichen Malerinnen, die sich im Zuge der Aufklärung um 1800 in Italien und Frankreich als bedeutende Akteurinnen etablierten.
Kuratiert von Francesco Leone, Fernando Mazzocca und Elisabetta Rasy in Zusammenarbeit mit der Accademia Nazionale di San Luca und unter der Schirmherrschaft der Stadt Neapel.
Quelle: Gallerie d'Italia in Neapel
- Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)
Ausgestellte Bilder
- Angelika Kauffmann, Selbstporträt als Muse der Malerei, 1787 (Florenz, Uffizien; Foto: Roberto Palermo – Claudio Ripalti, mit freundlicher Genehmigung des italienischen Kulturministeriums [MiC])
- Élisabeth Louise Vigée Le Brun, Selbstporträt, 1789 (Florenz, Uffizien; Foto: Roberto Palermo – Claudio Ripalti, mit freundlicher Genehmigung des italienischen Kulturministeriums [MiC])
- Angelika Kauffmann, Domenica Morghen (geb. Volpato, 1760–1811) und Maddalena Volpato (geb. Riggi, 1765–1825) als Musen der Tragödie und der Komödie, 1791, Öl auf Leinwand, 125 x 158 cm (Warschau, Nationalmuseum Warschau; Foto: Piotr Ligier)
- Élisabeth Louise Vigée Le Brun, Porträt der Baronin de Crussol (geb. Bonne Marie Joséphine Gabrielle Bernard de Boulainvilliers), 1785, Öl auf Holz, 112 x 85 cm (Toulouse, Musée des Augustins; Foto: Daniel Molinier)
- Angelika Kauffmann, Venus und Adonis, 1786, Öl auf Leinwand, 128 x 94 cm (Charlottesville, Virginia, The Fralin Museum of Art an der University of Virginia; Ankauf durch das Museum über den „Membership Acquisition Fund“, 1976.25)
- Élisabeth Louise Vigée Le Brun, Der Friede bringt den Überfluss zurück, 1780, Öl auf Leinwand, 103 x 133 cm (Paris, Musée du Louvre, Gemäldeabteilung; © RMN-Grand Palais / Philippe Fuzeau) (Foto: SCALA, Florenz)
- Angelika Kauffmann, Kirke verführt Odysseus, 1786, Öl auf Leinwand, 139,7 x 104,8 cm (Charlottesville, Virginia, The Fralin Museum of Kunst an der University of Virginia; Ankauf durch das Museum mithilfe des „Membership Acquisition Fund“. Mit freundlicher Genehmigung des The Fralin Museum of Art an der University of Virginia. Ankauf durch das Museum über den „Membership Acquisition Fund“, 1976.24)
- Élisabeth Louise Vigée-Le Brun, Selbstporträt, 1789, Öl auf Leinwand, 100 x 81 cm (Florenz, Uffizien; „Mit Genehmigung des Kulturministeriums – Uffizien / Jede weitere Reproduktion oder Vervielfältigung ist untersagt.“ Foto: Roberto Palermo – Claudio Ripalti, MiC)
- Angelika Kauffmann, Domenica Morghen, geb. Volpato (1760–1811), und Maddalena Volpato, geb. Riggi (1765–1825), als Musen der Tragödie und der Komödie, 1791, Öl auf Leinwand, 125 x 158 cm (Warschau, Nationalmuseum Warschau; Foto: Piotr Ligier)
- Angelika Kauffmann, Selbstporträt als Muse der Malerei, 1787, Öl auf Leinwand, 128 x 93,5 cm (Florenz, Uffizien; „Mit Genehmigung des Kulturministeriums – Uffizien / Jede weitere Reproduktion oder Vervielfältigung ist untersagt.“ Foto: Roberto Palermo – Claudio Ripalti, MiC)
- Élisabeth Louise Vigée Le Brun, Porträt der Baronin de Crussol, geb. Bonne Marie Joséphine Gabrielle Bernard de Boulainvilliers, 1785, Öl auf Holz, 112 x 85 cm (Toulouse, Musée des Augustins, Mairie de Toulouse, Musée des Augustins. Foto: Daniel Molinier)
- Angelika Kauffmann, Entwurf für das Porträt von König Ferdinand IV. von Sizilien (1751–1825) und seiner Familie, 1782/83, Öl auf Leinwand, 71 × 99 cm (LIECHTENSTEIN. Die Fürstlichen Sammlungen, Vaduz–Wien, Inv.-Nr. GE 2070)
- Angelica Kauffmann, Porträt der Fürstin Maria Josepha Hermenegilde von Esterházy (1768–1845), geborene Liechtenstein, 1795, Öl auf Leinwand, 67 × 55 cm (LIECHTENSTEIN. Fürstliche Sammlungen, Vaduz–Wien, Inv.-Nr. GE 1856)
- Angelica Kauffmann, Telemach und Mentor auf der Insel der Kalypso, vor 1784, Öl auf Leinwand, 81 × 112 cm (LIECHTENSTEIN. Fürstliche Sammlungen, Vaduz–Wien, Inv.-Nr. GE 2451)





