Düsseldorf | K20: Franz Marc

Franz Marc, Drei Katzen, 1913, 101 × 72 cm, Öl auf Leinwand (©Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2025)
Franz Marcs (1880–1916) expressionistische Werke faszinieren mit leuchtenden Farben und tief berührenden Themen. Besonders seine Tierdarstellungen sind Hauptwerke des Expressionismus und ziehen die Betrachter:innen in ihren Bann. Marcs Tiere stehen für Harmonie und eine innige Verbundenheit mit der Natur – Werte, die heute verloren scheinen.
Mit „Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt“ zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 am Grabbeplatz die erste monografische Ausstellung zu Franz Marc (1880–1916) seit mehr als zwanzig Jahren. Im Zentrum stehen die leuchtenden Tierbilder, mit denen Marc als Mitbegründer des „Blauen Reiter“ zu einem der einflussreichsten Wegbereiter der Abstraktion wurde.
Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt
Deutschland | Düsseldorf: K20
12.9.2026 — 24.1.2027
Franz Marc in Düsseldorf 2026
Die letzte große monografische Marc-Schau in Deutschland liegt zwei Jahrzehnte zurück – 2005/06 zeigte die Städtische Galerie im Lenbachhaus München „Franz Marc: Die Retrospektive“. Seither war der Maler zwar immer wieder Teil von Gruppenausstellungen zum „Blauen Reiter“ (zuletzt etwa in München, London oder Wien), stand aber nie wieder allein im Zentrum einer großen Überblicksschau. Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf schließt 2026/27 diese Lücke. Das macht die Ausstellung für Fachpublikum und Allgemeinheit zu einem der wichtigsten Ausstellungstermine des Jahres.
Franz Marcs expressionistische Werke faszinieren mit leuchtenden Farben und tief berührenden Themen. Besonders seine Tierdarstellungen ziehen die Betrachter*innen in ihren Bann. Sie stehen für Harmonie und eine innige Verbundenheit mit der Natur – Werte, die in unserer heutigen Zeit oft verloren gehen. Obwohl Franz Marc (1880–1916) ein eher zurückgezogenes Leben führte, war er alles andere als ein Einzelgänger. Als engagierter Künstler und Kritiker baute er ein weitreichendes Netzwerk zwischen Paris, Berlin und München auf. Gemeinsam mit Wassily Kandinsky gründete er die Redaktionsgemeinschaft „Der Blaue Reiter“ und setzte sich leidenschaftlich für die moderne Kunst ein. Die Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf bietet Ihnen einen umfassenden Einblick in das Werk dieses außergewöhnlichen Künstlers.
Highlights der Marc-Ausstellung
Franz Marcs gesamtes Werk entstand in nur etwa zehn Jahren, zwischen 1904 und 1914. Die Ausstellung folgt diesem kurzen, aber enorm verdichteten Weg: von den frühen, noch naturalistischen Tierstudien über die programmatische „Animalisierung der Kunst“ – Marcs eigener Begriff dafür, das innere Wesen des Tieres statt seiner äußeren Erscheinung einzufangen – bis zu den kubistisch grundierten Abstraktionen der Kriegsjahre.
Die folgende Auswahl zeigt, wie unterschiedlich Marcs Tierbilder zwischen 1911 und 1913 ausfielen – von der intimen Studie bis zum großformatigen Farbklang.
Blauschwarzer Fuchs (1911)
Das Von der Heydt-Museum Wuppertal leiht diese kleinformatige, intime Fuchsstudie aus. Sie entstand im Juli 1911 in August Mackes Bonner Atelier, auf der Rückreise von einem London-Aufenthalt – gemeinsam mit einem zweiten, gleich großen Bild, „Roter Hund“. Beide Gemälde steckten ursprünglich in ein und demselben Rahmen. Die weiche, in sich ruhende Maltechnik und die gedämpft leuchtende Farbigkeit dieser Nahaufnahmen zählen zu den stillsten, kammermusikalischsten Werken Marcs aus dieser Zeit.
Die weiße Katze (um 1912)
Aus dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) kommt dieses Bild eines Katers auf gelbem Kissen nach Düsseldorf. Das Gemälde zeigt exemplarisch, wie Marc häusliche Tiermotive in reine Farbflächen-Kompositionen übersetzte.
Im Regen (1912)
Ein besonders persönliches Bild: Unter den steil diagonalen, vom italienischen Futurismus inspirierten Regenlinien lassen sich Franz und Maria Marc selbst erkennen, während ihr Hund Russi im Vordergrund gerade noch dem Wolkenbruch entkommt. Die Leihgabe aus dem Lenbachhaus München verbindet damit Marcs formales Interesse an Bewegung und Wetterdynamik mit einem intimen biografischen Moment.
Drei Katzen (1913)
Aus dem eigenen Bestand der Kunstsammlung NRW stammt „Der Katzen“. Die aufrechte Haltung der vorderen Katze, die auf den Vorderpfoten balanciert, griff Marc kurz zuvor bereits in dem großformatigen, monochromen Bild „Spielende Katzen“ (1912/13) auf.
Langes gelbes Pferd (1913)
Ein Beispiel für Marcs zunehmend rhythmisierte, kristalline Formensprache kurz vor dem endgültigen Schritt in die Abstraktion.
Düsseldorf und der Blaue Reiter
Die Wahl Düsseldorfs als Ausstellungsort ist kein Zufall: Die Kunstsammlung NRW zählt mit ihren Beständen der Klassischen Moderne zu den wichtigsten Häusern für deutschen Expressionismus im Rheinland. Hier entwickelte sich durch August Macke (Bonn) und den Sonderbund Köln 1912 selbst ein Knotenpunkt von Marcs künstlerischem Netzwerk.





