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Essen | Folkwang Museum: Gustave Courbet

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 1. Juni 2026
Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, Detail, um 1844 (Nasjonalmuseet, Oslo; Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo)

Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, Detail, um 1844 (Nasjonalmuseet, Oslo; Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo)

Gustave Courbets radikale Bildsprache, sein gesellschaftspolitischer Anspruch und sein Einfluss auf die Kunst der Moderne haben bis heute nicht an Wirkung verloren. Er wandte sich gegen die idealisierte Ästhetik des Klassizismus und der Romantik und machte stattdessen das Leben einfacher Menschen und die Wirklichkeit zum Gegenstand seiner Malerei. Mit seiner kompromisslosen Haltung und seiner innovativen Maltechnik gilt Courbet als Wegbereiter der Moderne – ein Grenzgänger zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik (→ Gustave Courbet: Biografie).

ICH, GUSTAVE COURBET. Maler und Rebell

Deutschland | Essen: Folkwang Museum
17.7. – 8.11.2026

Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, um 1844 (Nasjonalmuseet, Oslo; Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo)
Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, um 1844 (Nasjonalmuseet, Oslo; Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo)

Gustave Courbet im Folkwang Museum Essen (2026)

Die große Retrospektive widmet sich einem der prägendsten Künstler des 19. Jahrhunderts, einem künstlerischen Erneuerer mit schillernder Persönlichkeit – getrieben vom Streben nach Unabhängigkeit. In seiner Kunst spiegelt sich sein politisches Engagement wider, vor allem in Auseinandersetzungen mit den historischen Ereignissen und Umbrüchen in Frankreich, was 1873 dazu führte, dass er als politisch Verfolgter Paris verlassen und in die Schweiz flüchten musste.

Das Folkwang Museum in Essen beleuchtet zentrale Lebensstationen und Werkgruppen des Künstlers: Selbstbild und Öffentlichkeit, soziale  Realität, erotische Darstellung, Landschaft und Exil. Damit folgt die Schau der Chronologie des Lebens und bildet gleichzeitig gattungsspezifische Werkblöcke aus. Dies entspricht - grob gesagt - interessanterweise auch den sich wandelnden Interessen des Künstlers: In den 1840ern widmete er sich hingebungsvoll dem Selbstporträt, in den 1850ern dem realistischen Figurenbild mit frühsozialistischen Ambitionen. Mitte der 50er entdeckte er das Jagdbild und die damit verbundene Begeisterung von Altem und Neuem Geld, während in den 1860er Jahren der weibliche Akt erstmals die Bühnen von Courbets Bildern betritt. Gleichzeitig widmete er sich intensiv dem Landschaftsbild, ist doch zwei Drittel seines OEuvres dieser Gattung gewidmet. Durchschlagenden Erfolg feierte der Künstler aus Ornans mit seinen Ende der 1860er entstandenen Meereslandschaften. Er strich die pastose Ölfarbe mit Verve auf die Leinwand, um die Kraft und Freiheit der wogenden Wassermassen ins Bild zu fassen. Während des Deutsch-franzöischen Kriegs und der Pariser Kommune (1870/71) politisch aktiv, landete der Unbeugsame zu Gefängnishaft und zur Zahlung von 330.000 Francs, eine horrende Geldstrafte, verurteilt. Seine Flucht führte ihn in die Schweiz, wo er noch eindrucksvolle Gebirgslandschaften schuf und 1877 verstarb.

Der Ursprung der Welt in Essen

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört Courbets ikonisches Werk „L'Origine du monde“ (1866, Musée d'Orsay → Gustave Courbet: L’Origine du monde), das für den ägyptisch-osmanischen Diplomaten Khalil-Bey entstanden ist (→ Khalil-Bey: Der Mann hinter Courbets Ursprung der Welt). Auch wenn bis heute die Entstehungsumstände und die Aussage des Bildes ungeklärt bzw. umstritten sind, so zeigt sich Courbet darin doch als Revolutionär und Meister des Realismus. Die Spannung zwischen dem Offensichtlichem und den möglichen Interpretationsansätzen macht aus „L'Origine du monde“ ein gewagtes Bild. Einst für einen berühmt-berüchtigten Salon der französischen Metropole entstanden, sprengt es die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz, zwischen Offenlegung und Objektifizierung des Frauenkörpers.

In Kooperation mit dem Leopold Museum → Wien | Leopold Museum: Gustave Courbet

Bilder

  • Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, um 1844 (Nasjonalmuseet, Oslo; Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo)

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