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Linz | Francisco Carolinum: Ewa Partum

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 27. Februar 2026
Ewa Partum, 1972

Ewa Partum, 1972

Ewa Partum (*1945) ist eine polnische Künstlerin, deren wichtigstes Ausdrucksmittel die Sprache ist. Sie verknüpft seit Mitte der 1960er Jahre in Polen bewusst feministische Intentionen mit konzeptuellen und ästhetischen Strategien. Parallel zu ihren Arbeiten mit Buchstaben, die häufig im öffentlichen Raum inszeniert wurden und ihren Mail-Art Aussendungen, setzte sie ihren eigenen nackten Körper als künstlerisches Werkzeug ein.

Ewa Partum. conceptual exercises

Österreich | Linz: Francisco Carolinum
27.2. – 28.6.2026

Ewa Partum in Linz (2026)

„conceptual exercises“ ist Ewa Partums erste umfassende Ausstellung in Österreich.  1972 gründete sie in Łódź die Galeria Adres – zunächst in den Räumen der staatlichen Berufsorganisation des Verbands der Polnischen Bildenden Künstler, später in ihrer eigenen Wohnung. Diese Galerie wurde zu einem Ort des Experimentierens und des internationalen Austauschs, auch über Mail- Art, und verschaffte der Künstlerin Autonomie und Unabhängigkeit gegenüber den männlich dominierten Avantgardekreisen. Ihre Arbeit Eiffel Tower, die sie 1972 in der Galeria Adres präsentierte, ist in der Ausstellung in Linz zu sehen.

Darüber hinaus eroberte die Künstlerin den öffentlichen Raum. Die Ausstellung zeigt etwa ihre Intervention „The Legality of Space“. 1971 stellte Partum auf dem Freiheitsplatz in Łódź Verkehrs- sowie selbst gestaltete Gebots- und Verbotsschilder auf und machte damit auf die Absurdität totaler staatlicher Kontrolle des öffentlichen Raums aufmerksam. Für „Change“ ließ sie 1974 eine Hälfte ihres Gesichts wie das einer gealterten Frau schminken; rund 600 Poster dieser Transformation wurden 1978 in der Stadt plakatiert. In der Arbeit „Self-Identification“ von 1980 collagierte sie ihren nackten Körper in Straßenszenen und betrat zur Ausstellungseröffnung nackt den Gehsteig vor der Galerie – just in dem Moment, als sich dort eine Hochzeitsgesellschaft vor einem Standesamt aufhielt. „My touch is the touch of a woman“ – dieser Satz steht unter dem lippenstiftroten Kussmund auf einem ihrer Mail-Art-Blätter von 1971, versehen mit der Bemerkung „poem by ewa“.

Ewa Patrums „conceptual exercises“ sind ungewöhnlich, intellektuell präzise, klar, gesellschaftlich virulent – und zugleich sanft und liebevoll.

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Ewa Partum (*1945) ist eine polnische Künstlerin, deren wichtigstes Ausdrucksmittel die Sprache ist. Sie verknüpft seit Mitte der 1960er Jahre in Polen bewusst feministische Intentionen mit konzeptuellen und ästhetischen Strategien. Parallel zu ihren Arbeiten mit Buchstaben, die häufig im öffentlichen Raum inszeniert wurden und ihren Mail-Art Aussendungen, setzte sie ihren eigenen nackten Körper als künstlerisches Werkzeug ein.

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„conceptual exercises“ ist Ewa Partums erste umfassende Ausstellung in Österreich.  1972 gründete sie in Łódź die Galeria Adres – zunächst in den Räumen der staatlichen Berufsorganisation des Verbands der Polnischen Bildenden Künstler, später in ihrer eigenen Wohnung. Diese Galerie wurde zu einem Ort des Experimentierens und des internationalen Austauschs, auch über Mail- Art, und verschaffte der Künstlerin Autonomie und Unabhängigkeit gegenüber den männlich dominierten Avantgardekreisen. Ihre Arbeit Eiffel Tower, die sie 1972 in der Galeria Adres präsentierte, ist in der Ausstellung in Linz zu sehen.

Darüber hinaus eroberte die Künstlerin den öffentlichen Raum. Die Ausstellung zeigt etwa ihre Intervention „The Legality of Space“. 1971 stellte Partum auf dem Freiheitsplatz in Łódź Verkehrs- sowie selbst gestaltete Gebots- und Verbotsschilder auf und machte damit auf die Absurdität totaler staatlicher Kontrolle des öffentlichen Raums aufmerksam. Für „Change“ ließ sie 1974 eine Hälfte ihres Gesichts wie das einer gealterten Frau schminken; rund 600 Poster dieser Transformation wurden 1978 in der Stadt plakatiert. In der Arbeit „Self-Identification“ von 1980 collagierte sie ihren nackten Körper in Straßenszenen und betrat zur Ausstellungseröffnung nackt den Gehsteig vor der Galerie – just in dem Moment, als sich dort eine Hochzeitsgesellschaft vor einem Standesamt aufhielt. „My touch is the touch of a woman“ – dieser Satz steht unter dem lippenstiftroten Kussmund auf einem ihrer Mail-Art-Blätter von 1971, versehen mit der Bemerkung „poem by ewa“.

Ewa Patrums „conceptual exercises“ sind ungewöhnlich, intellektuell präzise, klar, gesellschaftlich virulent – und zugleich sanft und liebevoll.

Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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