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Thonet Stuhl Nr. 14 Perfektes Design - von Wolfgang Thillmann

Wolfgang Thillmann, Perfektes Design - Thonet Nr. 14 (Cover, Kerber Verlag).

Wolfgang Thillmann, Perfektes Design - Thonet Nr. 14 (Cover, Kerber Verlag).

Wolfgang Thillmann, Experte für Thonet-Möbel und auch Sammler, legt mit „Michael Thonet. Perfektes Design“ im KERBER Verlag seine jüngsten Forschungsergebnisse zur Entwicklung des „Consumsessels Nr. 14“ vor.1 In ihm sieht der Autor den Beginn des modernen Designs, sei der Sessel doch reine Zweckform und befriedige keine Repräsentationsbedürfnisse. Dennoch ermöglichte das 1856 privilegierte Herstellungsverfahren Thonet, konkurrenzlos billige Möbel herzustellen, die leicht und dauerhaft haltbar aus massiv gebogenem Holz gefertigt wurden. Der Aufbau einer weltweit exportierenden Firma2 gelang Thonet durch die revolutionäre industrielle Fertigung, die Entwicklung neuer Maschinen und eine durchrationalisierte Arbeitsteilung, ergänzt durch eine neue Vertriebsidee - in einer Kiste mit einem Kubikmeter Größe wurden 36 zerlegte Stühle verpackt, in die ganze Welt geschickt und vor Ort montiert.

Michael Thonet in Boppard

Der Sessel Nr. 14 wurde nach jahrzehntelanger Entwicklung 1859 erstmals hergestellt, bis Ende der 1870er Jahre optimiert und seither kaum verändert produziert. Allein bis zum Jahr 1930 wurde er über 50 Millionen Mal hergestellt und verkauft. Der so genannte Kaffeehausstuhl stand und steht heute noch in Wohnungen, Cafés und in vielen öffentlichen Bereichen. Der Name Thonet war nicht nur über seine prestigeträchtige Niederlassung am Stephansplatz mit Wien verbunden, sondern prägte auch nachhaltig die hiesige Caféhaus-Kultur.

Michael Thonet experimentierte bereits zwischen 1830 und 1842 in Boppard mit geschweiften Bauteilen der spätbiedermeierlichen Stühle, die er nicht mehr aus geschnittenem Holz, sondern aus gebogenen Furnierbündeln formte. Die in Leimwasser erhitzten, faserparallel gebündelten Furnierpakete wurden in vorgefertigte Formen eingelegt und für zwei Tage gepresst. Nach dem Trocknen in beliebige Stärke geschnitten, erlaubt diese Schichtverleimung sehr feine, elegante Formen, die trotzdem belastbar sind. Da sich Thonet mit dieser Fertigung 1841 noch nicht von anderen Tischlern unterschied, wurde sein Patentantrag in Preußen wegen „Mangel an Neuheit“ abgelehnt.3 Der Bopparder Stuhl (1836–1841) mit seinen Schlaufenbeinen ist typisch spätbiedermeierlich und auch ästhetisch keine Erfindung Thonets, aber der Tischler vom Niederrhein löste das Problem der Verbindung der Sesselbeine und konstruierte in stabiler Bauweise. Typisch für Thonet wurde, dass er die formale Lösung des Bopparder Stuhls über Konstruktion und materialgerechte Lösung fand. Auch seine Entscheidung, nicht mehr für einzelne Auftraggeber, sondern auf Lager zu produzieren, wies bereits in die Richtung industrialisierter Massenproduktion.

 

 

Desvignes und der Auftrag für den Fürsten Liechtenstein

Nach der Übersiedlung Thonets nach Wien, im Mai 1842,4 arbeitete er genauso weiter, wie er es in Boppard getan hatte. Obwohl Fürst Metternich ihn in die Hauptstadt eingeladen hatte, hatte Thonet mit seinen Tischlerarbeiten anfangs keinen Erfolg. Der britische Architekt und Innendesigner Peter Hubert Desvignes (1804-1883) und dessen Auftrag, für Fürst Alois II. das Wiener Stadtpalais des Fürsten von und zu Liechtenstein zu modernisieren und auszubauen, retteten das Unternehmen.

Desvignes kann, so Thillmann, als erster „Designer“ für Thonet bezeichnet werden (S. 15). Der Brite gestaltete die repräsentativen Räume des Palais im Zweiten Rokoko („Louis Quartorze-Revival“, in Wien auch gerne „Blondel’scher Stil“ genannt) und hatte Carl Leistler als bekanntesten Wiener Möbelfabrikanten verpflichtet. Am 16. Juli 1842 wurde Thonet das Privileg, Holz zu „schweifen“, verliehen. Desvignes erkannte, dass sich die Technik auch für die Herstellung von komplexen Parketten eignete. Michael Thonet wurde daraufhin als ein Subunternehmer Leistlers und gegen fest Bezahlung in dessen Fabrik engagiert. Neben den prachtvoll gebogenen Parkettmustern erarbeitete der deutsche Tischler den so genannten Laufsessel. Designer war auch hierfür P. H. Desvignes. Die Sessel wurden in verschiedenen Ausführungen geliefert: Die frühesten sind, so konnte Wolfgang Thillmann nach seinen jüngst durchgeführten Recherchen erstmals belegen, sind jene mit Polstersitz und -rücken, gefolgt vom so genannten „Schlangen=Sessel“, den es poliert und blattvergoldet gibt (S. 33).

 

Erfindung der Stabverleimung

Als Michael Thonet begann, mit Stäbchen von zwei bis drei Millimetern, die in alle Richtungen gebogen werden konnten und nach zwei Biegeverfahren dreidimensionale Bauteile ergaben, zu arbeiten, brauchte er eine größere Werkstatt und baute daher in Kortischan eine neue Fabrik.5 Als wichtig stellte sich in der Folge auch die Entscheidung heraus, Hinterbeine und Rücklehne aus zwei spiegelsymmetrischen Teilen zu formen und mit dem Sitzrahmen zu verschrauben.

Thonet entwickelte nun Luxusmöbel und Kunsttischlerarbeiten, die er u. a. auf der Weltausstellung 1851 in London und Paris 18896 präsentierte. Wie auch im Stadtpalais Liechtenstein zu sehen, fertigte er auch Tischplatten, welche Parketten in Miniaturformat wiederholen. Neben diesen kostenintensiven Möbeln baute die Firma auch weniger aufwändige Sitzmöbel, die sich in Wien als Caféhaus Stühle durchsetzten.

Als 1856 die Fertigungsanlage im mährischen Koritschan eröffnet wurde, hatte Michael Thonet bereits eine mehr als zehnjährige Erfahrung in der Fertigung mit Stabverleimung. Zwischen 1846 und 1856 forschte er an der Vereinfachung des Verfahrens (z. B. durch Verdrehen während des Einlegens in die Pressform, Einschrauben der Vorderbeine), der Standardisierung der Bauteile sowie der Stabilität der Verbindung. Dadurch wurde es möglich, mit nur mehr angelernten Arbeitern zu arbeiten.

 

Massivbiegen

In der Fabrik Koritschan arbeitete Thonet mit Massivbiegen, was nicht mehr mit Leimwasser, sondern über Wasserdampf und offenen Biegeformen geschah. Während Thonet im ersten Jahr des Betriebs knapp über 10.000 Möbel, davon 9.300 Sessel, hergestellt wurden, fertigten man dort 1860 bereits 47.600 Möbel pro Jahr. Im Jahr 1859 hatte die Entwicklung von Modell Nr. 14 zur massiven Steigerung von Produktion und Absatz geführt. Die Form der Nr. 14 war schon durch den Sessel Nr. 8 vorgezeichnet. Durch Vereinfachung – wie dem runden Sitz, das Anschrauben des verstärkenden U-Bogens und den kapitellosen Vorderbeinen – aber auch der Erfindung des Fußrings im Herbst 1861 gelang Thonet zu einem beispiellos funktionalen, stabilen wie ästhetischen Möbel.

Hier beginnt die Publikation von Wolfgang Thillmann interessant für Sammler_innen zu werden, legt er doch in den folgenden dreißig Seiten alle Entwicklungsschritte der Thonet’schen Erfindung offen. Ergänzt wird die detailreiche Schilderung durch Fotografien und Konstruktionszeichnungen, die die technischen Daten sowie Verarbeitungsstrategien augenscheinlich vermitteln. Mit Hilfe der Zeitleiste „Wie alt ist mein Thonet-Stuhl? – gelingt eine Einordnung mühelos. Das Glossar ist eine äußerst hilfreiche Ergänzung, um all jenen, die sich erstmals mit Möbelkunst beschäftigen, Fachbegriffe schlüssig näher zu bringen. In Summe stellt sich die Untersuchung Wolfgang Thillmanns zu Thonet „Nr. 14“ als gelungene Einführung in das „perfekte Design“ der Thonet-Welt dar.

 

 

Michael Thonet (1796–1871) und Gebrüder Thonet (ab 1853)

1819 Thonet machte sich als Bau- und Möbeltischler selbstständig. Gründung einer Bau- und Möbeltischlerei in Boppard am Rhein.7
1820 Heirat mit Anna Grahs, mit der er sieben Söhne und sechs Töchter hatte, davon überlebten nur fünf Söhne das Kleinkindalter.
1830 Experimente mit in Leim gekochten Furnierstreifen
1836 Erster Erfolg mit dem Bopparder Schichtholzstuhl.
1840 Versuch, sich seine Technik in Preußen patentieren zu lassen, scheiterte.
1841 Versuch, sich seine Technik in Großbritannien, Russland und Frankreich patentieren zu lassen, scheiterten. Teilnahme an der Koblenzer Gewerbeausstellung, wo Michael Thonet Staatskanzler Metternich kennenlernte.
1842 Bankrott in Boppard und Umzug nach Wien. Fürst Metternich holte ihn ans Kaiserhaus. Patent der k.u.k. Hofkammer Wien. Anfangs fertigte er billige Stühle für den Möbelhändler Clemens List, die guten Absatz fanden. Vom englischen Architekten und Innendesigner Peter Hubert Desvignes wurde er dem Möbeltischler Carl Leistler empfohlen.
1843-1846 Arbeit an den Fußböden des Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse, 1010 Wien.
1849 Gründung einer eigenen Werkstätte.
1850er Jahre Perfektionierte das Biegen von massivem Holz und entwickelte seine berühmte Vertriebsidee: In einer Kiste mit einem Kubikmeter wurden 36 zerlegte Stühle verpackt, in die ganze Welt geschickt und vor Ort montiert.
1850 Der Stuhl Nr. 4 wurde 1850 im „Niederösterreichischen Gewerbeverein“ ausgestellt und erweckte allgemeines Interesse. Anna Daum richtete ihr Kaffeehaus in Wien mit dem Sessel Nr. 4 aus Mahagoni ein.
1851 Internationaler Durchbruch bei der „Great Exhibition“, der Londoner Industrieausstellung mit dem Stuhl Nr. 1. Thonet bekam für seine Vienna bentwood chairs eine Bronzemedaille, die höchste Auszeichnung für Industrieprodukte.
1852 Verlängerung des Patents „Dem Holze durch Zerschneiden und Wiederzusammenleimen jede beliebige Biegung und Form in verschiedener Richtung zu geben“ - d. h. für das Biegen schichtverleimten Holzes in mehrere Richtungen - für seine fünf Söhne bis 28. Juli 1864. Erste Verkaufsniederlassung wurde in der Strauchgasse, im Palais Montenuovo (Wien) eröffnet.
1853 Thonet übertrug die Firma per Gesellschaftsvertrag an seine fünf Söhne - Franz, Michael, August, Josef und Jakob Thonet -als zukünftige Inhaber. Die Firma wurde in Gebrüder Thonet umbenannt. Umzug der Verkaufsniederlassung in die zu Gumpendorf gehörige Mollardmühle.
1854 Beschickte die inoffizielle Weltausstellung in München.
1855 Auf der Weltausstellung in Paris vertreten und mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Erste Exportaufträge für Frankreich und Südamerika.
1856 Patent auf das Biegen massiven Holzes angemeldet. Eröffnung einer weiteren Fabrik in Koritschan, Mähren. Michael Thonet und seinen Söhnen wurde die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Erteilung des Patents „Auf die Anfertigung von Sesseln und Tischfüssen aus gebogenem Holze, dessen Biegung durch Einwirkung von Wasserdämpfen oder siedenden Flüssigkeiten geschieht.“ bis zum 10. Dezember 1869.
1857 Erste Fertigprodukte aus dem Werk in Koritschan zur Produktion von aus Einzelteilen verschraubbaren Möbel für den Export auch in tropische Länder.
1858 Die Wiener Fabrik in der Mollardgasse wurde aufgelöst.
1859 Entwicklung von Stuhl Nr. 14 – besser bekannt unter Konsumstuhl Nr. 14 mit Hilfe neuartiger Stahlschienen, die eine exakte Biegung massiver Holzstäbe ermöglichten. In Koritschan produziert.
1860 Thonet ließ ein Nabenrad mit Speichen patentieren, dem zwar eine große Aufmerksamkeit, aber kein finanzieller Erfolg beschieden war. Produktion des ersten Schaukelstuhls aus gebogenem Holz. Die Gebrüder Thonet beschäftigten in der Fabrik Koritschan circa 300 Arbeiter und produzierte täglich circa 200 Stühle und Möbelstücke.
1861 Thonet schlossen mit Ernst Freiherrn von Laudon, dem Besitzer der bei Holleschau (Nordbahnstation Hullein) gelegenen Herrschaft Bistritz am Hostein, einen mehrjährigen Holzlieferungsvertrag ab und bauten 1861 die Fabrik Bistritz.
1862 Tod seiner Frau (10.1.). Teilnahme an der Weltausstellung in London mit in Großserien konzipierten Modellen, die ein großer Verkaufserfolg wurde. Gründung der Filiale in London, 16 Ludgate Hill.
1865/1866 Bau und Inbetriebnahme eines Werkes in Groß-Ugrócz.
1867 Gewann mit dem Stuhl Nr. 14 die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris. Das Café Daum tauschte seine Bestuhlung gegen den inzwischen ausgereiften Serientyp Nr. 14 aus. Eröffnung einer Fabrik mit Sägewerk in Hallenkau in Wsetin.
1869 Freiwilliger Verzicht auf das Patent. Bau des Zweigwerks in Koritschan zur Fertigung von Halbfabrikaten, die im Stammhaus in Wien montiert wurden.
1871 Im Alter von 75 Jahren starb Michael Thonet am 3. März 1871 in Wien. Er wurde auf dem Sankt Marxer Friedhof in Wien beerdigt.
1873 Aufnahme des Stuhls Nr. 4 in die „additionelle Abtheilung für die Geschichte der Erfindungen der internationalen Wiener Ausstellung“.
1880 Gründung der bislang größten Fabrik in Nowo-Radomsk in Russisch-Polen.
1888 Michael Thonet wurde in die Familiengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof umgebettet.
1889 1889 folgte die Gründung einer Fabrik im hessischen Frankenberg, die heute das Stammhaus ist. Die Gebrüder Thonet produzierten in sieben Fabriken im heutigen Tschechien, Ungarn, Russland und in Frankenberg (Deutschland). Es gab eigene Handelshäuser in allen wichtigen Metropolen der Welt.
1918 Gründung der Thonet AG.
1923 Fusion mit dem Mitbewerber Mundus (Kohn), durch die die Vormachtstellung auf dem Weltmarkt gesichert wurde.
1929–1930 folgte die Errichtung einer Stahlrohrmöbelproduktion in Frankenberg.
1930 Über 50 Millionen Stück vom Sessel Nr. 14 waren in der Zwischenzeit hergestellt worden.

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  1. Bereits 2003 stellte Ottilinger fest, dass die Wiederentdeckung der Bugholzmöbel und ihre Erforschung „vor allem Architekten und Sammlern zu verdanken (sei), deren persönliche Auseinandersetzung mit den Bugholzmöbeln zahlreiche neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Thonet-Produktion brachten.“ Eva B. Ottilinger (Hg.), Gebrüder Thonet. Möbel aus gebogenem Holz (Ausst.-Kat. Kaiserliches Hofmobilendepot, Wien 3.9.2003 - 6.1.2004) Wien-Köln-Weimar 2003, S. 7.
  2. Ab 1889 produzierten die Gebrüder Thonet in sieben Fabriken im heutigen Tschechien, Ungarn, Russland und in Frankenberg (Deutschland). Es gab eigene Handelshäuser in allen wichtigen Metropolen der Welt.
  3. Erste Beispiele für schichtverleimte Bauteile finden sich in der englischen Möbelkunst des dritten Viertels des 18. Jahrhunderts, nämlich bei Robert Adams 1777 entworfenen und von Thomas Chippendale ausgeführten Speisezimmerstühlen von Osterley Park bei London. Siehe Ottilinger, S. 9.
  4. Thonet hatte im Herbst 1841 an der Koblenzer Gewerbeausstellung teilgenommen, um sich nach neuen Abenhmer_innen umzusehen. Dort entdeckte Staatskanzler Fürst Metternich den Tischler und empfahl ihm, nach Wien zu kommen. Ottilinger, S. 12.
  5. Wie schwierig Bau und Betrieb der neuen Firma zu bewerkstelligen waren, bezeugen die von Thillmann uim Anhang publizierten 24 Briefe Michael Thonets aus Bistritz an seine Söhne, S. 90-107.
  6. Eine Anekdote erzählt davon, wie in Paris das Restaurant des neuen Eiffelturms mit Thonet-Stühlen eingerichtet wurde. Dabei stürzte ein Stuhl von der ersten Plattform aus 57 Metern Höhe in die Tiefe – und nahm keinen Schaden! Bis heute sind Gestaltung, Qualität und Langlebigkeit für Thonet Möbel die wichtigsten Merkmale.
  7. Die Biografie wurde unter Zuhilfenahme verschiedenster Quellen zusammengestellt. Besonders hilfreich waren: http://www.michael-thonet.de (letzter Aufruf 10.12.2015), Eva B. Ottilinger (siehe Fußnoten), http://www.voglhofer.at/rtc-voglhofer/460.html (letzter Aufruf 10.12.2015.)
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.