ARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, kleinARTinWORDS Logo, klein
  • Ausstellungen
    • Aktuelle Ausstellungen
      • Ausstellungen 2025
      • Ausstellungen in Deutschland
      • Ausstellungen in Österreich
      • Ausstellungen in der Schweiz
      • Ausstellungen in Frankreich
      • Ausstellungen in Großbritannien
      • Ausstellungen in Niederlande
      • Ausstellungen in Spanien
      • Ausstellungen in Italien
      • Ausstellungen in USA und Kanada
    • Ausstellungen Vorschau
      • Ausstellungen 2026
      • Ausstellungen 2027
      • Ausstellungen in Deutschland: Vorschau
      • Ausstellungen in Österreich: Vorschau
      • Ausstellungen in der Schweiz: Vorschau
      • Frankreich
      • Großbritannien
      • Italien
      • Niederlande
      • Spanien
      • Dänemark
      • USA und Kanada
    • Ausstellungen Archiv
      • Ausstellungen 2024
      • Ausstellungen 2023
      • Ausstellungen 2022
      • Ausstellungen 2021
      • Ausstellungen 2020
  • Künstler & Künstlerinnen
    • Berühmte Künstlerinnen
    • Alte Meister und Meisterinnen
    • Berühmte Künstler der Renaissance
    • Berühmte Künstler des Barock
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen: Romantik bis Jugendstil
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts
    • Berühmte Künstler und Künstlerinnen von heute: die Megastars der Gegenwartskunst
  • Kunstgeschichte
    • Kunstgattungen
      • Malerei
      • Zeichnung & Druckgrafik
      • Druckgrafik
      • Fotografie & Medienkunst
      • Skulptur & Installation
      • Architektur
      • Design & Kunsthandwerk
    • Kunstbegriffe
  • Themen
    • Gespräche mit Persönlichkeiten aus der Kunstwelt
    • ARTinLIFE
    • Hotels
  • Newsletter
✕

Sheila Hicks im Centre Pompidou: Lebenslinien Handwerk, Farbe, Raum im Werk der amerikanisch-französischen Textilkünstlerin

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 16. April 2018

Sheila Hicks (* 1934, Hastings, Nebraska) ist international seit mehr als 50 Jahren als eine Protagonistin der textilen Kunst bekannt. Ihre Arbeiten in Wolle und Leinen, Baumwolle und Seide stellen ästhetische Fragen, die bisher allzu oft übersehen wurden. Leuchtende Farbe, Material und Raum sind Hicks‘ zentrale Themen – dazu gesellt sich noch die komplexe technische Ausführung und Experimentierfreude. Die großartige Einzelausstellung der Textilkünstlerin, die seit 1964 in Paris lebt, präsentiert 145 Werke von 1957 bis heute. Dabei vereint die Schau monumentale Arbeiten mit mehr als 100 „Minimes“, das sind in der Größe von etwa A4 gearbeitete Webstücke oder Kompositionen, die eine Art von Laboratorium für Hicks‘ Werk darstellen, verschiedenste technische Experimente durchexerzieren und ihre überbordende Kreativität unter Beweis stellen.

Sheila Hicks. Lignes de vie | Lifelines

Frankreich | Paris: Centre Pompidou, Stock 1, Galerie 3
7.2. – 30.4.2018

#ExpoSheilaHicks

Gemeinsam mit der Künstlerin entwickelt und aufgestellt, reagieren die Werke auf den transparenten Bau des Centre Pompidou. Die Kunstwerke bilden farbige „Kuschelecken“ aus oder streng geometrische Farbfelder, wirken wie abstrahierte Architekturelemente (vgl. Josef Albers!) oder erinnern an Säulen. Ästhetisch absolut überzeugend!

„Meine Arbeit basiert auf Linien, die Skulpturen im Raum formen.“ (Sheila Hicks)

 

Abstrakt expressive Webkunst

Sheila Hicks begann ihr Studium an der Yale University 1954 und schloss es 1959 ab (→ Sheila Hicks: Biografie). Zu ihren Lehrern gehörte Josef Albers, in ihrer Freizeit fokussierte sie sich auf freies Textilgestalten mit Anni Albers (→ Anni Albers. Textilkünstlerin mit Folgen). Bereits während ihres Studiums entdeckte Sheila Hicks präkolumbianische Textilkunst, vermittelt durch Professor George Kubler und Raoul d’Harcourts Publikation „Les textiles anciens du Pérou et leurs techniques“ (1934). Über ihren Lehrer Josef Albers partizipierte Sheila Hicks an den Konzepten und Ideen des Bauhaus. Das Textil als ihr Medium zu entdecken, bedeutete für die Malereistudentin ihrer Faszination am Handwerk in der Freizeit nachzugehen. Bereits als Studentin reiste Sheila Hicks nach Südamerika und Mexiko – später dann in die ganze Welt. Auf fünf Kontinenten bewegt sie sich wie eine Ethnografin durch Webwerkstätten und sammelte Webtechniken und -ideen für ihre Kreationen. Mit ihren Werken bewegt sich Sheila Hicks seither im Grenzbereich zwischen hoher Kunst, Design und Dekoration. Tief beeindruckt von der Farbtheorie ihres Lehrers Albers und später des mexikanischen Architekten Luis Barragan, entwickelte Hicks Kompositionen in leuchtenden Farben.

 

Anti-Form zwischen Malerei und Bildhauerei

Während der 1960er Jahre konzipierte Sheila Hicks ihre Werke als Wandbilder, als teils bestickte Flachreliefs, als Schlitz-Gewebe. Die Kenntnis der europäischen Avantgarde-Kunst der frühen 1960er ermutigte sie zu Experimenten: Lucio Fontanas Schnitte („tagli“) waren Hicks zu aggressiv, weshalb sie eine Schlitz-Webtechnik anwandte. Julius Bissiers Aquarelle faszinierten sie aufgrund ihrer Feinheit, Kleinheit und differenzierten Farbigkeit. Alexander Calder und Isamu Noguchi schufen – wie Hicks – sowohl Großformate wie auch kleinteilige Objekte. Piero Dorazios feine Streifenbilder inspirierten sie zu ähnlich subtilen Farbexperimenten und Designs für Florence Knoll. Begehbare Installationen von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely schlussendlich brachten sie auf die Idee, ihre Gewebe auch als dreidimensionale, weiche Skulpturen in den Raum zu hängen. Damit griff Sheila Hicks Konzepte des zeitgenössischen Kunstdiskurses auf, vornehmlich das der Anti-Form.

 

Sheila Hicks im Centre Pompidou

„Was ich mache? […] Ich habe Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Zeichnen studiert, aber fühle mich am stärksten zu Textilien hingezogen. Ich mache eine Art von Textilkunst. Ich entwickele Environments, fertige Schnurobjekte, webe Textilien, baue weiche Skulpturen, Flachreliefs, aber ich entwerfe und mache auch funktionale Dinge aus dem Faden.“ (Sheila Hicks)

 

Sheila Hicks © Cristobal Zanartu
Sheila Hicks © Cristobal Zanartu

 

Im Centre Pompidou ergänzen einander Arbeiten aus verschiedenen Perioden zu einer farbenfrohen, weitläufigen Installation. Die Werke werden nicht chronologisch angeordnet. Sheila Hicks feiert wahrlich Farbe, Material und Form. Im Gegensatz zu den großformatigen Werken stehen einige Duzend „Minimes“, sehr kleinformatige Gewebe, durch die man einen Einblick in die Recherchen der Künstlerin erhält. Fotografien und Video-Dokumentationen zeigen, wie Hicks arbeitet, ihre Reisen und Kontakte.

Der Schwerpunkt der Ausstellung im Centre Pompidou liegt auf der einzigartigen Verbindung von nicht westlichen Traditionen und modernistischen Formen durch Sheila Hicks. Einige Objekte türmen sich in Raumecken („La sentinelle de safran“, 2017), andere wirken wie Farbtafeln („North-South-East-West“, 2018) oder wie Gebetsteppiche („Moroccan Prayer Rug, Nejjal“, 1972), viele hängen von der Decke. „Trapèze de Cristobal“ (1971), „Lianes nantaises” (1973) oder „Pillar of Inquiry” (2014/15) stellen immer deutlicher das Material an sich, seine farbigen, stofflichen Qualitäten in den Vordergrund. Aus der Weberin wurde in den 1970ern eine Gestalterin von raumgreifenden Objekten, deren Inspiration sich, wie oben bereits angedeutet, sowohl aus der ungegenständlichen Malerei wie aus dem aktuellen Diskurs über den Skulpturenbegriff speiste. In diesem gattungsübergreifenden Arbeiten ist Sheila Hicks Bedeutung zu finden: der gesponnene Faden birgt unzählige Möglichkeiten der Gestaltung und der Funktion. Hicks‘ beeindruckend vielfältiges, textiles Werk in dieser sehenswerten Retrospektive zu entdecken, heißt, über Materialgerechtigkeit, die Auflösung der Gattungsgrenzen, das Negieren von Hierarchien im Kunstbetrieb nachzudenken.

Kuratiert von Michel Gauthier.

 

Sheila Hicks im Centre Pompidou: Bilder

  • Sheila Hicks, Bâoli Chords Pow Wow, 2014/15 (re), Pockets, 1982 (i), Ausstellungsansicht „Ligne de vie“ © Centre Pompidou Philippe Migeat.
  • Sheila Hicks, Ligne de vie, Ausstellungsansicht © Centre Pompidou Philippe Migeat
  • Sheila Hicks, Lianes de Beauvais, 2011/12 (li), Ligne de vie © Centre Pompidou Philippe Migeat.
  • Sheila Hicks, Pêcher dans la rivière, 1989–2013, La sentinelle de safran, 2017, Ausstellungsansicht: Ligne de vie © Centre Pompidou Philippe Migeat.
  • Sheila Hicks, Pillar of Inquiry, 2014/15, Trapèze de Cristobal, 1971, Ausstellungsansicht: Ligne de vie © Centre Pompidou Philippe Migeat
  • Sheila Hicks, Trapèze de Cristobal, 1971 (Mitte), Lianes de Beauvais, 2011/21 (re), Ausstellungsansicht: Ligne de vie © Centre Pompidou Philippe Migeat

Beiträge zu Sheila Hicks

1. Mai 2026
Georg Baselitz, Sigmund fliegt mit Sex im Koffer, 2024, Öl und Plastik auf Leinwand (courtesy White Cube Bermondsey, London)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 1. Mai 2026

London | White Cube Bermondsey: Georg Baselitz. Back Again

White Cube Bermondsey plant ab Juni 2026 neue, großformatige Gemälde und Arbeiten auf Papier von Georg Baselitz (1938–2026) zu zeigen. Neben bereits Bekanntem wie den expressiven und schonungslosen Selbstporträts, den Bildnissen seiner Ehefrau Elke widmete sich der Künstler zum Schluss noch goldenen Gottheiten Indiens. Man darf gespannt sein!
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
1. Mai 2026
Georg Baselitz, Weißes Bett, weiß, 2022, Öl, Dispersionsklebstoff und Stoff auf Leinwand, 200 x 250 cm, © Georg Baselitz 2026, Foto: Jochen Littkemann
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 1. Mai 2026

Salzburg | Museum der Moderne: Baselitz 2026

Georg Baselitz feiert 2026 seinen 88. Geburtstag. Deshalb widmet ihm das Museum der Moderne Salzburg zwei Ausstellungen, die den Bogen schlagen von seinen frühen Zeichnungen bis hin zu seinem monumentalen Spätwerk.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
29. April 2026
Giovanni Segantini, Mittag in den Alpen, Detail, 1891, 77,5 x 71, 5 cm (Segantini Museum, St. Moritz)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 29. April 2026

Paris | Musée Marmottan Monet: Giovanni Segantini

2026 zeigt das Musée Marmottan Monet die erste Ausstellung zu Giovanni Segantini in Paris. Der Symbolist trifft dabei auf eine Hommage von Anselm Kiefer.
Gefällt es Dir?
Weiter lesen
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
Copyright by ARTinWORDS
  • Publikationen
  • Biografie
  • Kontakt
  • Impressum