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Anthonis van Dyck: Biografie Leben und Werke des flämischen Barockmalers

Anthonis van Dyck, Endymion Porter und Anthonis van Dyck, Detail, um 1633, Öl/Lw, 119 x 144 cm (© Museo Nacional del Prado)

Anthonis van Dyck, Endymion Porter und Anthonis van Dyck, Detail, um 1633, Öl/Lw, 119 x 144 cm (© Museo Nacional del Prado)

Sir Anthonis van Dyck (flämisch Antoon van Dyck, 1599–1641) war ein flämischer Maler, der besonders als Porträtist am Londoner Hof reüssierte. Zudem schuf er Grafiken und publizierte 1640 seine Porträtsammlung unter dem Titel „Ikonografphie“. Der hochbegabte Schüler von Hendrick van Balen arbeitete als freier Mitarbeiter von Peter Paul Rubens, der ihn als seinen wichtigsten Schüler lobte.

 

Rubens' „bester Schüler“

Bereits mit 19 Jahren wurde Anthonis van Dyck als unabhängiger Meister in die Antwerpener Malergilde aufgenommen und arbeitete gleichzeitig im Atelier von Peter Paul Rubens. Hier malt er unter anderem an den Kartons des Decius-Mus-Zyklus wie den Deckengemälden der Antwerpener Jesuitenkirche. Die Auftraggeber Rubens‘, darunter herausragende Kunstkenner Englands wie Thomas Howard, 21. Earl of Arundel, lernten den ambitionierten und talentierten Maler bald kennen und schätzen. Rubens nutzte die steigende Bekanntheit seines Mitarbeiters und führte ihn namentlich in Verträgen an bzw. nannte ihn in Briefen „seinen besten Schüler“.

 

Anthonis van Dyck in England

Auf Veranlassung Arundels reiste Anthonis van Dyck 1620 erstmals nach England. In London trat er 1621 in die Dienste von James I. (1566–1625), gleichzeitig porträtierte er Persönlichkeiten des Stuart-Hofes. Dabei nutzte er die Gelegenheit, die in deren Sammlungen befindlichen Meisterwerke der italienischen Renaissance zu studieren, die ihn schon in Antwerpen interessiert hatten.

 

Italien

Mit Erlaubnis des Königs reiste Anthonis van Dyck nach Italien, um sich dort fortzubilden. Van Dyck hielt sich zwischen 1621 und 1626 in Genua, Rom, Sizilien und Venedig auf und perfektionierte dort seine Porträtkunst. Insgesamt porträtiert er in seinem Leben etwa 280 Personen. Das Studium der italienischen Renaissance-Meister Tizian und Veronese minderte den Einfluss von Rubens auf das Werk Van Dycks. Am 12. Juli 1624 besuchte Anthonis van Dyck die betagte Sofonisba Anguissola in Sizilien. Er zeichnete ihr Porträt in das „Italienische Skizzenbuch“ und hielt dort auch den Inhalt ihres Gesprächs fest.

 

Hofmaler von Erzherzogin Isabella

1627 kehrte Anthonis van Dyck nach Antwerpen zurück. Hier trat er der Sodalität der Unverheirateten, einer jesuitischen Laienbruderschaft, bei und pflegte freundschaftlichen Umgang mit seinem Lehrer Peter Paul Rubens. Für die Bruderschaft malte Van Dyck „Die Krönung der Hl. Rosalia“ (KHM, Wien) und „Die Vision des seligen Herman-Joseph“ für das Jesuitenkonvent. Weitere Altarbilder entstanden für die Genter Heiligkreuzbruderschaft, die Minoriten in Mechelen, die Liebfrauenschaft in Denderminde.

Ende der 1620er und Anfang der 1630er Jahre reiste Anthonis van Dyck an den Hof in Den Haag, wo er die Porträts von Frederick Hendrick von Oranien und seiner Gattin, Amalia von Solms, malte und Aufträge für den Exilierten Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz ausführte. Im Juni 1628 malte er Nicolas Lanier, „Master of the King’s Music”, der 1632 Charles I. nach London berichtete, dass Van Dyck erneut bereit wäre zu übersiedeln. In einer Vollmacht für den Maler Pieter Snayers nannte sich Anthonis van Dyck selbst „Maler ihrer Hoheit, der Erzherzogin Isabella“ (27. Mai 1630). Für das Amt des Brüsseler Hofmalers erhielt er eine jährliche Pension von 250 Gulden, er blieb aber in Antwerpen wohnhaft. Auch wenn Van Dyck 1632 nach London übersiedelte, ernannte ihn die Antwerpener Lukasgilde zu ihrem Ehrendekan (18.10.1634).

 

Hofmaler von Charles II. in London

Im April 1632 hielt sich Anthonis van Dyck bereits in London auf. Anfangs lebte er bei Edward Norgate, dem Illuminator der königlichen Patente. Ein Monat später zog er in ein Haus in Blackfriars an der Themse. Das Haus lag außerhalb der Zuständigkeit der Londoner Malerzunft (Painters-Stainers Company). Die Miete wurde von der Krone beglichen. Darüber hinaus erhielt Anthonis van Dyck, „der erste Hofmaler“ eine Wohnung im königlichen Sommerpalast von Eltham in Kent (nicht mehr erhalten). Am 5. Juli 1632 schlug ihn Charles I. in St. Jame’s Palace zum Ritter.

Für Charles I. (1600–1649) schuf Anthonis van Dyck unzählige Porträts und kümmerte sich um den in Mantua erworbenen Tizian-Zyklus. Er restaurierte das Bildnis von Gallus und ersetzte Kaiser Vitellius. Damit der König Van Dycks Gemäldesammlung besichtigen konnte, wurde ein Landesteg in dessen Garten errichtet. Als Abraham van der Doort ein Verzeichnis der königlichen Gemäldesammlung in Whitehall Palace erstellte (Dezember 1638–Januar 1639), listete er dreizehn Gemälde von Anthonis van Dyck auf, dazu dessen Vorzeichnungen für „Le Roi à la Chasse“, die der König zusammen mit wertvollen Zeichnungen (Leonardo und Michelangelo) in einem besonderen Album verwahrte.

1640 heiratete Anthonis van Dyck und publizierte die erste Ausgabe seiner „Ikonographie“. Sie enthält 80 Kupferstiche von Porträts von Fürsten, Staatsmännern und Philosophen, Künstlern und Kunstliebhabern in Antwerpen. Nach dem Tod von Peter Paul Rubens weigerte sich Van Dyck dessen unvollendet hinterlassenen Gemälde fertigzustellen. Sein Interesse an der Ausstattung der Grand Galerie im Louvre wurde nicht erfüllt (ging an Nicolas Poussin). Kurz vor Anthonis van Dycks Tod wurde seine eheliche Tochter Justiniana geboren (1.12.1641). Der berühmte flämische Maler starb am 9. Dezember 1641 und wurde in St. Paul’s Cathedral bestattet.

Ihm zu Ehren wurde Anthonis van Dycks Büste in der Walhalla aufgestellt. Nach seiner typischen Malweise ist das Van-Dyck-Braun benannt.

 

Geschwister

  • Catharina van Dyck (1590): ⚭ Adriaen Diericx, Notar
  • Maria van Dyck (1592): ⚭ Lancelot Lancelots, Kaufmann
  • Franchois van Dyck der Jüngere (1594)
  • Cornelia van Dyck (1598–18.9.1627)
  • Susanna van Dyck (1600)
  • Anna van Dyck (1601)
  • Theodoor van Dyck (1605)
  • Elisabeth van Dyck (1606)

 

Ehe

  • Mary Ruthven († 1645): 1640, Kammerzofe der Königin und Enkelin des ersten Grafen von Gowrie.

 

Kinder

  • Maria Theresia: uneheliche Tochter
  • Justiniana (* 1. Dezember 1641–?)

 

Schüler und Assistenten

  • David Beck
  • Jan van de Reyn

 

Künstlerfreunde und Kollegen

 

Weitere Beiträge zu Anthonis van Dyck

 

Biografie von Anthonis van Dyck (1599–1641)

  • 22.3.1599

    Am 22. März 1599 wurde Anthonis van Dyck als fünftes Kind von Franchois van Dyck († 1622), einem reichen Textilkaufmann, und dessen zweiter Ehefrau Maria (geb. Comperis, † 1607) in Antwerpen geboren. Sein Großvater Anthonis van Dyck der Ältere († 3.3.1580) war ebenfalls als Maler tätig gewesen.
  • 1607

    Tod der Mutter (17.4.)
  • Um 1609–1610

    Der im Zeichnen besonders begabte Van Dyck wurde im Alter von zehn Jahren vom Maler Hendrick van Balen (1575–1632) als Schüler aufgenommen. Van Balen war auf elegante kleinformatige mythologische Szenen für Sammler der Antwerpener Mittelklasse spezialisiert.
  • 1613

    Mit 14 Jahren malte Anthonis van Dyck das „Bildnis eines siebzigjährigen Mannes“. In dieser Zeit entstand auch das berühmte „Selbstbildnis“ (Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien).
  • 1615

    Van Dycks beide Schager, Adriaen Diericx und Lancelot Lancelots, traten als Vormünder der minderjährigen Geschwister auf, um deren großmütterliches und mütterliches Erbe vor dem Zugriff der Gläubiger von Franchois van Dyck zu schützen. Sie verklagen den Vater auf die Ausbezahlung der Erbschaft der Kinder, die sich auf 6.600 flämische Gulden belief. Das Eigentum von Franchois van Dyck wurde inventarisiert und verkauft. (24.7.)
  • 1616

    Anthonis van Dyck beklagte sich vor den Ratsherren über die treuhändische Verwaltung des Erbes seiner Großmutter durch seine beiden Schwager.
  • 1616–1618

    Anthonis van Dyck richtete sich im Haus Den Dom van Geulen in der Lange Minderboederstraat (heute: Mutsaertstraat) eine Werkstatt ein. Herman Servaes und Justus van Egmont wurden seine Gehilfen. Andere Quellen besagen, dass Anthonis van Dyck 1616 der Lehrling von Rubens wurde.
  • 1617

    Die finanziellen Schwierigkeiten des Vaters und seines älteren Bruders Franchois des Jüngeren belasten die Familie weiterhin. Anthonis van Dyck sprach vor den Ratsherren von Antwerpen vor, um seinen Besitz und die Erbschaft seiner Geschwister vor den Vormündern zu schützen. (13.9.) Anthonis van Dyck erhielt den Auftrag für einen Gemäldezyklus mit Darstellungen der Mysterien des Rosenkranzes für die Pauluskirche in Antwerpen. Van Dyck erhielt 150 Gulden, um eine „Kreuztragung“ (Sint-Pauluskerk, Antwerpen) zu malen. Rubens und Jordaens erhielten für ihre Arbeit an diesem Projekt die gleiche Summe.
  • 1618

    Anthonis van Dyck wurde als Freimeister in die Lukasgilde aufgenommen (11.2.). Er erhielt eine jährliche Rente von „zwei alten flämischen Groten oder Brabanter stuyvers“, die Zinsen einer Hypothek, die sein Vater auf De Stad van Ghendt aufgenommen hatte. Damit wurde der Maler als volljährig erachtet (16.2.).
  • 12. Mai 1618

    Van Dyck arbeitete in der Werkstatt von Peter Paul Rubens an den „Kartons“ für die Tapisseriefolge des Decius Mus (Sammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz/Wien). Rubens schrieb an Sir Dudley Carleton, dass die Kartons – eigentlich Ölgemälde – in den Brüsseler Weberwerkstätten eingetroffen wären. Der Maler Gonzales Coques bestätigte, am 15. Februar 1661, dass Anthonis van Dyck die Bilder nach Entwürfen von Peter Paul Rubens ausgeführt hätte.
  • 28. April 1618

    Rubens bot Dudley das Gemälde „Achilles unter den Töchtern des Lycomdes“ (Prado) an, das von „meinem besten Schüler“ – Anthonis van Dyck – gemalt und von ihm persönlich retuschiert worden wäre.
  • 1620

    Am 29. Mai unterschrieb Rubens den Vertrag für 39 Deckengemälde der Antwerpener Jesuitenkirche (heute: Carolus-Borromeus-Kirche): Rubens verpflichtete sich, die Entwürfe zu liefern, die von „Van Dyck und einigen anderen meiner Schüler“ auszuführen waren. Am 17. Juli lebte Anthonis van Dyck noch immer im Haus von Rubens (Brief von Francesco Vervellini an dessen Herrn, den Grafen von Arundel). Auf Veranlassung des Grafen Arundel reiste Anthonis van Dyck erstmals nach London.
  • 20. Oktober 1620

    Thomas Locke schrieb an William Trumbull aus London, dass: der junge Maler Van Dyck neuestens in die Stadt gekommen wäre und Briefe von Rubens mitgebracht hätte. Am 25. November schrieb Toby Matthew in Antwerpen an Sir Dudley Carleton, dass Anthonis van Dyck, Rubens berühmter Schüler, nach England gegangen wäre, und dass König James I. (Jakob I.) ihm eine Pension von £ 100 ausbezahlen würde.
  • 1621

    Am 16. oder 26. Februar 1621 erhielt Anthonis van Dyck £ 100 für besondere Dienste für seine Majestät. Am 28. Februar wurde Van Dyck ein Pass für acht Monate ausgestellt. Im März kehrte er kurz nach Antwerpen zurück und reiste im Oktober nach Italien. Ende November kam er in Genua an, wo er im Haus der Brüder Cornelis und Lucas de Wael untergebracht war.
  • Dezember 1621–Januar 1622

    Anthonis van Dyck malte das Porträt von Agostino Pallavicino (J. P. Getty Museum, Los Angeles)
  • Februar–August 1622

    Anthonis van Dyck hielt sich in Rom auf. Schuf dort die Porträts von Sir Robert und Lady Shirley, dem persischen Gesandten (22.7.–29.8.; Pentworth House, The Egremont Collection).
  • August–September 1622

    Van Dyck schloss sich in Venedig dem Gefolge von Aletheia Talbot, der Gräfin von Arundel, an. Er besuchte Kunstsammlungen in Venedig und Padua.
  • Oktober 1622–Anfang 1623

    Wahrscheinlich begleitete Anthonis van Dyck die Gräfin über Mantua nach Mailand und Turin. Auf seinem Rückweg nach Rom machte er Stationen in Genua, Florenz und Bologna. Tod des Vaters (1.12.).
  • 1623

    Anthonis van Dyck ist wieder in Genua nachzuweisen, dann in Rom (März–Oktober/November) und erneut in Genua (Herbst 1623–Frühjahr 1624).
  • Frühjahr 1624

    Anthonis van Dyck reiste, vermutlich auf Einladung des Vizekönigs Emanuele Filiberto von Savoyen, nach Palermo. Im Mai brach die Pest aus, an der der Vizekönig am 3. August verstarb. Kurz zuvor malte Van Dyck dessen Porträt (The Trustees of the Dulwich Picture Gallery, London). Im Jahr zuvor war schon sein Freund Jan Brueghel der Jüngere in Palermo gewesen. Anthonis van Dyck bezeugte vor dem Generalkonsul der Flamen und Deutschen naziones einen Wechsel auf Jan Brueghel dem Älteren erhalten zu haben (19.6.).
  • 12. Juli 1624

    Anthonis van Dyck besuchte die betagte Sofonisba Anguissola. Er zeichnete ihr Porträt in das „Italienische Skizzenbuch“ und hielt dort auch den Inhalt ihres Gesprächs fest.
  • Dezember 1624

    Anthonis van Dyck wurde für die Porträts von Marcello Durazzo (Ca‘ d’Oro, Venedig) und dessen Ehefrau Caterina Balbi Durazzo (Palazzo Reale, Genua) sowie das Bildnis der Bettina Balbi Durazzo (Privatbesitz) bezahlt.
  • 1625

    Anthonis van Dyck hatte für Hendrik Dych Gemälde ausgeführt als Gegenleistung für die „Verpflegung“ in dessen Haus. Erhielt eine Bezahlung von Jacopo und Giovanni Battista Brignone. Vermutlich handelt es sich um die Bezahlung für die Porträt von Elena Grimaldi Cattaneo und ihrer Kinder Filippo und Maddalena Cattaneo (alle National Gallery of Art, Washington).
  • 22. August 1625

    Anthonis van Dyck wurde beauftragt für das Oratorium der Compagnia del Rosario in Palermo ein Altargemälde mit der Darstellung der Rosenkranzmadonna zu malen. Er erhielt dafür 260 neapolitanisch Dukaten als Bezahlung.
  • 1627

    Anthonis van Dyck kehrte nach Antwerpen zurück, da seine Schwester Cornela verstarb (18.9.). Er malte hier das Porträt des Pieter Stevens (Mauritshuis). Im Dezember erhielt er die Bezahlung von Giovanni Francesco Brignole-Sale für die Bildnisse seines Sohnes Anton Giulio Brignole-Sale und dessen Ehefrau Paolina Brignole-Sale, seiner Mutter und seiner Schwester mit ihrer Tochter (Palazzo Rosso, Genua).
  • 1628

    Anthonis van Dyck setzte in Antwerpen sein Testament auf. Er wünschte sich, im Chor der Antwerpener Beginenhofkirche bestattet zu werden (6.3.). Antio della Torre, Van Dycks Repräsentant in Sizilien, erhielt für das Altargemälde der Rosenkranzmadonna, das erst vor kurzem in Genua entstanden war, die Bezahlung. Der Rat der Stadt Antwerpen beschloss, Anthonis van Dyck für ein geplantes Gruppenporträt 2.400 Gulden zu bezahlen (Auftrag 1634/35). Trat der Antwerpener Sodalität der Unverheirateten, einer jesuitischen Laienbruderschaft, bei. Der Graf von Carlisle berichtete dem Herzog von Buckingham aus Brüssel, er hätte Rubens bei Van Dyck getroffen (27.5.). Reiste an den Hof in Den Haag, wo er die Porträts von Frederick Hendrick von Oranien und seiner Gattin, Amalia von Solms, malte. Porträt der Anna Wake und Erzherzogin Isabella, „Der Hl. Augustinus in Ekstase“.
  • Juni 1628

    Nicolas Lanier, „Master of the King’s Music”, machte auf seiner im Auftrag von Charles I. erfolgten Reise von Mantua nach London in Antwerpen einen Zwischenstopp, wo er von Anthonis van Dyck porträtiert wurde (KHM, Wien).
  • 1629

    Für die jesuitische Sodalität der Unverheirateten malte Van Dyck „Die Krönung der Hl. Rosalia“ (KHM, Wien) und erhielt dafür 300 Gulden. Für das dominikanische Nonnenkloster in Antwerpen entstand „Christus am Kreuz mit dem Hl. Dominikus und Katharina von Siena“ (Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen).
  • 1630

    Für die jesuitische Sodalität der Unverheirateten malte Van Dyck „Die Vision des seligen Herman-Joseph“ für das Jesuitenkonvent und erhielt 150 Gulden. Weitere 800 Gulden brachte ihm das Altargemälde im Auftrag der Genter Heiligkreuzbruderschaft mit der „Kreuzigung“ ein.
  • 27. Mai 1630

    In einer Vollmacht für den Maler Pieter Snayers nannte sich Anthonis van Dyck „Maler ihrer Hoheit, der Erzherzogin Isabella“. Für das Amt des Brüsseler Hofmalers erhielt er eine jährliche Pension von 250 Gulden, er blieb aber in Antwerpen wohnhaft. Der Antwerpener Restaurator J.-B. Bruno erwähnte die hervorragende Gemäldesammlung von Van Dyck (Dezember).
  • 1630/31

    Im Auftrag der Minoriten in Mechelen malte Anthonis van Dyck drei Altargemälde: „Kreuzigung“ für den Hochaltar und die Darstellungen der Heiligen Bonaventura und Antonius für die Seitenaltäre. 1631 Taufpate von Antonia, der Tochter des Kupferstechers Lucas Vorsterman (10.5.).
  • 4. September–16. Oktober 1631

    Maria de‘ Medici und ihr Sohn Gaston, Herzog von Orléans, besuchten Antwerpen. Anthonis van Dyck malte ihr Bildnisse. Puget de la Serre, ihr Sekretär, notierte ihre Bewunderung für Van Dycks „Cabinet de Titien“.
  • Winter 1631

    Van Dyck reiste nach Den Haag und arbeitete für den Hof von Frederick Hendrick von Oranien sowie dessen Gemahlin, Amalia von Solms. Er führte auch Aufträge für den Hof des exilierten Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz aus.
  • 1631–1632

    Für „Anbetung der Hirten“ für die Marienkirche in Denderminde erhielt Anthonis van Dyck von der örtlichen Liebfrauenschaft 500 Gulden.
  • 1632

    Porträtierte in Den Haag Constantijn Huygens, der drei Denksprüche für Van Dycks Ikonographie schrieb. In einem Brief schrieb Baltasar Gerbier aus Brüssel an König Charles I., dass Anthonis van Dyck bereits wäre, nach England zu kommen.
  • April 1632

    Anthonis van Dyck war zu diesem Zeitpunkt bereits in London angekommen. Er lebte bei Edward Norgate, der dafür von der Krone 15 Schillinge pro Tag erhielt. Er war der Illuminator der königlichen Patente, zudem Schwager von Nicolas Lanier und Verfasser eines Malereitraktates „Miniatura, or the Art of Limning“.
  • Ende Mai 1632

    Inigo Jones und Sir Francis Windebank suchten für Anthonis van Dyck eine Residenz in Blackfriars an der Themse. Das Haus lag außerhalb der Zuständigkeit der Londoner Malerzunft (Painters-Stainers Company). Die Miete wurde von der Krone beglichen. Darüber hinaus erhielt Anthonis van Dyck eine Wohnung im königlichen Sommerpalast von Eltham in Kent (nicht mehr erhalten).
  • 5. Juli 1632

    Als „Principalle Paynter in ordinary to their Majesties“ Anthonis van Dyck wurde von Charles I. in St. Jame’s Palace zum Ritter geschlagen.
  • 8. August 1632

    Charles I. beschloss, einige Porträts, die dieser aus Flandern nach London mitgebracht hatte, zu erwerben. Der König hatte Tizians 12-teiligen Zyklus der römischen Cäsaren gekauft, wobei das Gemälde des Kaisers Vitellius während des Transports unwiederbringlich zerstört wurde. Van Dyck restaurierte das Bildnis von Gallus und ersetzte Vitellius.
  • 1633

    Anthonis van Dyck erhielt die goldene Amtskette des königlichen Hofmalers, die einen Werke von £ 110 hatte (20.4.). Erhielt £ 440 „für neun Gemälde ihrer Majestäten des Königs und der Königin“ (7.5.). Er erhielt eine Pension von £ 200 pro Jahr, um den Dienst fortzusetzen. Datierte eine Aquarellzeichnung der Stadt Rye in Sussex mit dem 27. August.
  • 1634

    Van Dyck erwarb im März Optionen auf den Landsitz Het Stehen, den später Rubens kaufte. Rückkehr nach Antwerpen (vor dem 28.3.). Widmete den Stich „Beweinung Christi“ (Alte Pinakothek, München), ausgeführt von Lucas Vorsterman, George Gage. Stellte seiner Schwester Susanna eine Vollmacht aus, seine finanziellen Angelegenheiten in Antwerpen zu regeln, während er sich in Brüssel aufhielt (14.4.). Hier malte er Ende des Jahres das Porträt des Kardinalinfanten.
  • 18. Oktober 1634

    Die Antwerpener Lukasgilde ernannte Anthonis van Dyck zu ihrem Ehrendekan.
  • 1635

    Im Frühjahr hielt sich Van Dyck wieder in London auf. Aus Antwerpen brachte er seine Gemäldesammlung mit. Ließ in seinem Garten in Blackfriars einen Landesteg bauen, damit der König im Juni und Juli leichter zu dessen Haus gelangen konnte, um dessen Gemälde zu betrachten.
  • November 1635

    Das Gemälde „Die drei ältesten Kinder von Charles I.“, das im Auftrag der Königin entstanden war, wurde an deren Schwester Christine, Herzogin von Savoyen, nach Turin gesandt.
  • 1636

    Anthonis van Dyck handelte mit italienischen Gemälden. Sein dreifaches Porträt des Königs „Charles I in drei Ansichten“ wurde an Gianlorenzo Bernini gesandt, damit dieser danach eine Marmorbüste herstellte. Malte „Charles I. im Staatsornat“.
  • 16. November 1637

    Nachdem sich die Londoner Malerzunft erneut über ausländische Konkurrenz beschwert hat, nahm Van Dyck neben John de Critz und seiner Frau, Inigo Jones, Matthew Wren (dem Vater des Architekten Christopher Wren) und Edward Norgate an einem Versöhnungsessen in den Räumen der Londoner Painters-Stainers Company teil. Malte „Die fünf ältesten Kinder von Charls I.“ und erhielt dafür £ 100.
  • 1638

    Erhielt im März eine Aufenthaltsbewilligung. In einem undatierten Memorandum erinnerte Anthonis van Dyck daran, dass er für 25 Gemälde, die er im Auftrag des Königs und der Königin ausgeführt hatte, noch nicht bezahlt worden war. Außerdem war ihm seit fünf Jahren die Pension nicht ausbezahlt worden. Der König sichtete diese Liste und schrieb Randnotizen dazu, weiters minderte er die Preise und bat die Königin das gleiche zu tun. Am 13. Dezember ließ er dem Maler £ 603 für die Gemälde und £ 1.000 für die Pension ausbezahlen.
  • Dezember 1638–Januar 1639

    Abraham van der Doort erstellte ein Verzeichnis der königlichen Gemäldesammlung in Whitehall Palace. Er listete dreizehn Gemälde von Anthonis van Dyck auf, dazu dessen Vorzeichnungen für „Le Roi à la Chasse“, die der König zusammen mit wertvollen Zeichnungen (Leonardo und Michelangelo) in einem besonderen Album verwahrte.
  • 1640

    Im Januar kritisierte die Gräfin von Sussex ihr Porträt von Van Dyck und bat den Maler, es zu ändern, bevor er London verließ. Anthonis van Dyck heiratete Mary Ruthven, eine Kammerzofe der Königin und Enkelin des ersten Grafen von Gowrie. Im September besorgte ihnen der Graf von Arundel Papiere für eine Reise nach Antwerpen. Erste Ausgabe von Van Dycks „Ikonographie“ mit 80 Kupferstichen von Porträts on Fürsten, Staatsmännern und Philosophen, Künstlern und Kunstliebhabern erschien bei Martin van Enden in Antwerpen.
  • 18. Oktober 1640

    Anthonis van Dyck nahm in Antwerpen an den Festlichkeiten der Lukasgilde teil. Er weigerte sich in der Folge die von Rubens unvollendet hinterlassenen Gemälde zu vollenden. Er zeigte sich aber bereit, neue Aufträge anzunehmen. Er malte für die Antwerpener Bogenschützengilde die „Marter des Hl. Georg“ für den Altar in der Kathedrale der Stadt. Das Gemälde ist beim Tod des Malers allerdings nicht vollendet.
  • Ende Dezember 1640

    Van Dyck reiste nach Paris, um dort den Auftrag für die Ausmalung der Grande Galerie des Louvre zu erhalten. Der Auftrag wurde jedoch an Nicolas Poussin vergeben. Im Januar 1641 schrieb Claude Vignon in einem Brief an François Langlois, dass Van Dyck Paris besucht hatte.
  • 9. August 1641

    Kronprinz Charles (II.) besuchte Anthonis van Dyck in Blackfriars. Danach erkrankte Anthonis van Dyck.
  • Oktober 1641

    Van Dyck hielt sich in Antwerpen auf.
  • 16. November 1641

    Van Dyck reiste nach Paris. Aus gesundheitlichen Gründe konnte er das Porträt „des Kardinals“ (Mazarin oder Richelieu) nicht mehr ausführen. Er bat um Ausstellung von Passpapieren, damit er wieder nach England zurückkehren konnte.
  • 1. Dezember 1641

    Geburt seiner Tochter Justiniana, die am 9. Dezember getauft wurde.
  • 4. Dezember 1641

    Anthonis van Dyck setzte ein neues Testament auf. Er hinterließ seine Besitzungen in Antwerpen seiner Schwester Susanna – allerdings mit der Auflage, dass sie sich um seine uneheliche Tochter Maria Theresia kümmern sollte. Die englischen Besitzungen, darunter der Inhalt der Werkstatt und das vom König noch nicht ausbezahlte Geld, vermachte er seiner Ehefrau und der neugeborenen Tochter. Den Bedürftigen in der Gemeinde Blackfriars hinterließ er £ 3.
  • 9.12.1641

    Am gleichen Tag, an dem seine Tochter getauft wurde, starb Anthonis van Dyck in seinem Haus on Blackfriars. Er wurde am 11. Dezember im Chor der Kathedrale St. Paul beigesetzt, wo der König über seinem Grab ein Denkmal errichten ließ. In diesem wurde Anthonis van Dyck als Genius der Malerei geehrt (1666 zerstört).
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.