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Anthonis van Dyck: Maria Henrietta Stuart im Szépművészeti Múzeum Erste Präsentation des Hochzeitsporträts in Budapest

Anthonis van Dyck, Hochzeitsporträt von Prinzessin Maria Henrietta Stuart, Detail, 1641, Öl/Lw, 158,2 × 108,6 cm (Szépművészeti Múzeum, Budapest)

Anthonis van Dyck, Hochzeitsporträt von Prinzessin Maria Henrietta Stuart, Detail, 1641, Öl/Lw, 158,2 × 108,6 cm (Szépművészeti Múzeum, Budapest)

Wie das Szépművészeti Múzeum bekanntgibt, ist ab sofort das „Hochzeitsporträt von Prinzessin Maria Henrietta Stuart“, 1641 von Anthonis van Dyck in London gemalt, zu sehen. Das Budapester Museum erwarb das lebensgroße Porträt 2017 für etwa 6,6 Millionen EURO bei Christie‘s. Es zeigt die älteste Tochter von König Charles I. im Alter von neun Jahren. Da Van Dyck am 9. Dezember 1641 verstarb, zählt es zu den letzten königlichen Bildnissen des gefeierten Barockmalers.

König Charles I. von England, Schottland und Irland wählte als Ehemann seiner ältesten Tochter, Maria Henrietta Stuart (1631–1660), den damals 14-jährigen Wilhelm II., Fürst von Oranien und Graf zu Nassau, dem zukünftigen Statthalter der Vereinigten Niederlande (1626–1650). Die dynastische Verbindung sollte die politische Verbindung zwischen England und den Niederlanden stärken. Die neunjährige Maria Henrietta Stuart wurde am 2. Mai 1641 in der Königskapelle im Whitehall-Palace in London verheiratet. Aufgrund des jugendlichen Alters der Ehepartner wurde die Ehe erst Jahres später vollzogen und damit legalisiert. Im Hochzeitsporträt trägt die Prinzessin bereits einen Ehering an ihrer linken Hand. Die große Brosche an ihrem Kleid war ein Geschenk ihres Ehemanns. Diese findet sich auch in einem weiteren Hochzeitsporträt der beiden kindlichen Eheleute, das sich im Rijksmuseum in Amsterdam befindet (nicht in Budapest ausgestellt!).

Die erste Präsentation des Porträts der etwa zehnjährigen Maria Henrietta Stuart (1631–1660) im Michelangelo Raum gruppiert um das flämische Bildnis weitere königlichen Kinderporträts und Van Dycks frühere Werke. Das Szépművészeti Múzeum besitzt einen „Heiligen Johannes Evangelista“ (um 1619/20) und das „Porträt eines Ehepaares“ (1618). Vor allem das Bildnis des unbekannten Ehepaars zeigt Anthonis van Dycks frühes Einfühlungsvermögen und dessen außergewöhnliche Fähigkeiten, Stoffe wiederzugeben.

Kinder von Herrschern wurden regelmäßig porträtiert. Die Schau in der Dauerausstellung versammelt einige Kinder rund um Maria Henrietta Stuart, die mir ihr in Verbindung standen. Balthasar Carlos, Prinz von Asturien und gemalt von Alonso Cano, war zwei Jahre älter als die englische Prinzessin und einer der möglichen Heiratskandidaten. Er war ihr Cousin – wie auch die Kinder des „Winterkönigs“, Friedrich V. von der Pfalz, der sie von Cornelis van Poelenburch mit einem Jagdstillleben in Szene setzen ließ. Auch Kurfürst Karl I. Ludwig von der Pfalz wurde als Ehekandidat der englischen Prinzessin gehandelt. Nachdem beide Verhandlungen gescheitert waren, wurde sie mit Wilhelm vermählt.

Die Porträts der Prinzessinnen, die befreundeten Höfen geschickt wurden, dienten auch der Vorbereitung von dynastischen Hochzeiten. Margarita Theresa von Spanien, die Halbschwester von Balthasar Carlos, war mit Leopold I, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König der Ungarn, verlobt. Ihre Bildnisse von Diego Velázquez wurden regelmäßig an den Wiener Hof geschickt (→ Diego Velázquez. Portäts und Rokeby-Venus). Das Szépművészeti Múzeum besitzt eine Fassung der Infantin in grünem Kleid von Juan Bautista Martínez del Mazo. Das Porträt des Szépművészeti Múzeum zeigt die neunjährige Margarita Theresa – also im gleichen Alter wird Prinzessin Maria Henrietta.

Anthonis van Dyck, Porträts von Maria Henrietta Stuart: Bilder

  • Anthonis van Dyck, Hochzeitsporträt von Prinzessin Maria Henrietta Stuart, 1641, Öl/Lw, 158,2 × 108,6 cm (Szépművészeti Múzeum, Budapest)
  • Anthonis van Dyck, Willhelm II, Prinz von Oranien, und seine Braut, Maria Stuart, 1641, Öl/Lw, 182,5 × 142 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Anthonis van Dyck

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.