Frederic Remington

Wer war Frederic Remington?

Frederic Remington (4.10.1861–26.12.1909) zählt zu den bekanntesten Bildhauern Amerikas im späten 19. Jahrhundert. Vor allem berühmt für dynamische Darstellungen des Wilden Westens, wie der „Der Zureiter“ (1895), prägte er die Vorstellung einer untergehenden, genuin amerikanischen Welt: In seinen Gemälden, Illustrationen, Skulpturen und Schriften betätigte sich Frederic Sackrider Remington als Chronist des alten amerikanischen Westens.

Ausbildung

Frederic Remington wurde im US-Bundesstaat New York im Kanton Canton geboren und zog 1872 mit seiner Familie nach Ogdensburg. Ab Herbst 1875 besuchte Remington die Highland Military Academy in Worcester, Massachusetts. Im September 1878 schrieb er sich an der Yale University ein. Während seines Studiums in Yale verfolgte Remington seine Leidenschaft für den Football und begann ein Kunststudium. Er erhielt Unterricht im Zeichnen von John Henry Niemeyer an der School of Fine Arts. Dies und ein dreimonatiger Aufenthalt in der Klasse für Malerei und Zeichnen an der Art Students League in New York im Frühjahr 1886 bildeten Remingtons einzige formale Kunstausbildung. Nach drei Semestern musste er Yale verlassen, nachdem sein Vater 1880 verstorben war (1900 erhielt er den Ehrentitel von Yale). Anschließend arbeitete Remington als Sachbearbeiter für staatliche Stellen in Albany.

Remington und der Wilde Westen

Frederic Remingtons berufliches Interesse am amerikanischen Westen entwickelte sich, als er im Sommer 1881 in das Montana-Territorium reiste. Zwei Jahre später erwarb er einen Viertelanteil an einer Schäferei in Kansas, doch sein Engagement in landwirtschaftlichen und kommerziellen Aktivitäten in Kansas und Missouri war wenig erfolgreich. Nach seiner Heirat mit Eva Caten im Oktober 1884 gründete er ein Atelier in Kansas City, Missouri. Remingtons erste veröffentlichte Skizze – die Darstellung eines Wyoming-Cowboys – erschien in der Harper-Weekly-Ausgabe vom 25. Februar 1882.

Grenzgänger zwischen Illustration, Reportage und Malerei

Nach Reisen durch den Südwesten der Vereinigten Staaten kehrte Frederic Remington 1885 nach New York zurück, ließ sich in Brooklyn nieder und wurde mit Schwarzweiß-Illustrationen bekannt. In ihnen bewies er seine künstlerischen Fähigkeiten und sein Talent als Erzähler vom Leben in den Grenzgebieten. Der „Wilde Westen“ mit seiner exotischen Tierwelt, den First Nations, den Cowboys war erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts von Henry Kirke Brown und in der Folge von John Quincy Adams Ward, den beiden wichtigsten Protagonisten des Naturalismus in der amerikanischen Skulptur thematisiert worden.

Zwischen 1885 und 1913 wurden Remingtons Zeichnungen in 41 Periodika veröffentlicht, darunter „Century Magazine“, „Collier's“ und vor allem „Harper's Weekly“, das angesehene Bildermagazin. Er illustrierte auch Bücher von namhaften Autoren wie Henry Wadsworth Longfellow, Owen Wister, Francis Parkman und Theodore Roosevelt, mit denen ihn eine dauerhafte Freundschaft verband. Frederic Remington schrieb und illustrierte auch eigene Bücher und Artikel auf der Grundlage seiner Erfahrungen im „Wilden Westen“. Während des Spanisch-Amerikanischen Krieges diente er als Kriegskorrespondent für das „New York Journal“ in Kuba. Viele von Remingtons frühen Schriften waren Reportagen. Später produzierte er Kurzgeschichten, acht Anthologien von zuvor veröffentlichten Zeitschriftenartikeln und zwei Romane.

Frederic Remington reiste häufig in den amerikanischen Westen, um auf die Suche nach Motiven zu gehen und zu skizzieren. Seine Erfahrungen und Beobachtungen von Mitgliedern der amerikanischen First Nations, Kavalleristen, Pfadfindern und Cowboys dienten als fortwährender Nährboden für einen unendlichen Strom an Aufträgen für Illustrationen. Remington fotografierte auch, um Vorlagen für seine Atelierarbeiten zu haben. Die Arbeit als Illustrator erwies sich bald als Routine, und Remington strebte auch nach Anerkennung als Maler. 1887 begann er Gemälde an der National Academy of Design auszustellen. Vier Jahre später, 1891, wurde er zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Seine wenigen erhaltenen Gemälde aus dieser Zeit spiegeln seine Betonung dramatischer Erzählungen und anekdotischer Details, wie im Fall von „A Dash for the Timber“ (1889; Amon Carter Museum für amerikanische Kunst, Fort Worth). Stilistisch sind seine frühen Gemälde – mit ihrem engen Bildausschnitt und ihrer starken Beleuchtung – von der französischen akademischen Malerei wie Ernest Meissonier und Édouard Detaille abhängig. Remington arbeitete auch in Aquarell und stellte Aquarelle bei der American Water-Color Society aus.

Remingtons Werk bietet einen nostalgischen, sogar mythischen Blick auf eine schnell verschwindende westliche Grenze, die angesichts des transkontinentalen Verkehrs, des Zurückdrängens der amerikanischen First Nations in die Reservate, Einwanderung und Industrialisierung dramatische Veränderungen durchmachte. Theodore Roosevelt bemerkte über Remington 1907 im „Pearson's Magazine“:

„Er ist natürlich einer der typischsten amerikanischen Künstler, die wir je hatten, und er hat eine wirklich charakteristische und doch verschwindende Art des amerikanischen Lebens dargestellt. Der Soldat, der Cowboy und der Rancher, der Indianer, die Pferde und das Vieh der Prärie werden in seinen Bildern und Bronzen leben, glaube ich, für immer.“

Broncho Buster [Der Zureiter]

Frederic Remington verlegte sein Atelier 1890 nach New Rochelle, New York, wo er fast bis zum Ende seines Lebens blieb. Im Jahr 1900 kaufte er eine kleine Insel, Ingleneuk, in der Chippewa Bay am Saint Lawrence River, wo er die Sommer verbrachte. Remingtons Laufbahn als Künstler nahm eine unerwartete Wendung, als er die Grundlagen des Tonmodellierens von dem Bildhauer Frederick W. Ruckstull erlernte. Die Themen, die er bislang in seinen bildlichen Darstellungen pflegte, wurden nun in die Dreidimensionalität übertragen.

Remingtons „Broncho Buster [Der Zureiter]“ (1895), der 1895 urheberrechtlich geschützt wurde, war ein Sensationserfolg! Die momenthafte Wiedergabe eines Cowboys auf einem buckelnden Pferd wurde höchst bewundert. New Yorker Gießereien stellten mehr als 275 zugelassene Bronzegüsse her; zuerst im Sandgussverfahren der Henry-Bonnard Bronze Company und ab 1900 im Wachsausschmelzverfahren in den Roman Bronze Works.

Remington modellierte 21 Skulpturengruppen, die fast alle Motive des „Wilden Westen“ zeigen. Einige wurden von Motiven inspiriert, die er zuvor in seinen Bildern und Illustrationen entwickelt hatte; andere waren innovative und komplexe Kompositionen mit mehreren Figuren. Remingtons Talent für Bildhauerei wurde von seiner technischen Tollkühnheit (insbesondere Details der Textus und innovative Patinierung) und seiner Vorliebe für das Erzählen von Geschichten mitgetragen, was zu einigen der besten amerikanischen Kleinbronzen dieser Zeit führte. Im Gegensatz zu den meisten seiner Bildhauer-Kollegen arbeitete Remington nur selten im monumentalen Maßstab. Seine einzige erhaltene Skulptur in Originalgröße ist „The Cowboy“ (1905–1918; Fairmount Park, Philadelphia).

Früher Erfolg

Frederic Remington war während seiner gesamten Laufbahn ein geschickter Vermarkter seiner Kunst, was sich in seinem anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg und seiner öffentlichen Wertschätzung widerspiegelte. Er stellte seine Arbeit konsequent aus. Die American Art Association in New York veranstaltete 1893 und 1895 Ausstellungen und Verkäufe seiner Gemälde und Illustrationen. In den Noe Galleries fanden 1905 und 1906 Ausstellungen statt. Remingtons Statuetten und Gemälde wurden in prominenten New Yorker Verkaufsräumen wie Tiffany & Co. und M. Knoedler angeboten, wo mehrere Einzelausstellungen stattfanden. Remington erhielt auch institutionelle Anerkennung: Sowohl die Corcoran Gallery of Art (1905) als auch das Metropolitan Museum (1907) kauften seine Bronzestatuetten.

Spätwerk

In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete der früh verstorbene Remington in einem erstaunlichen Tempo. Neben dem Modellieren seiner Skulpturen und dem Organisieren der Güsse setzte er seine Illustrationsarbeit fort. 1903 verhandelte er mit dem Bildmagazin „Collier“ einen Exklusivvertrag über eine Doppelseite oder eine Titelillustration von mindestens einem Gemälde pro Monat. Nach der Jahrhundertwende veränderte sich sein Malstil, der nun den Einfluss einer impressionistischen Palette und skizzenhafter Pinselführung zeigt (→ Impressionismus in Amerika). Eine Serie nächtlicher Szenen wiederum mit Motiven aus dem Westen versinnbildlicht die Verschiebung der Betonung von detaillierter Erzählung zu atmosphärischer Stimmung. Andere späte Ölgemälde wie „On The Southern Plains“ (1907) zeigen eine mutige Handhabung der Farbe, die die temperamentvolle Bewegung von Pferden und Soldaten durch staubiges Gelände ergänzt.

1909 zog der Künstler von New Rochelle nach Ridgefield, Connecticut, das er über seinen ehemaligen Lehrer der Art Students League und den amerikanischen Impressionisten Julian Alden Weir kennengelernt hatte. Remington starb 1909 im Alter von 48 Jahren an Komplikationen nach einer Blinddarmoperation. Das Frederic Remington Art Museum mit Gemälden, Illustrationen, Skulpturen und Erinnerungsstücken befindet sich in Ogdensburg, New York.

Frederic Remington. Berühmteste Werke: Bilder

  • Frederic Remington, The Broncho Buster, 1895, Bronze, 57.8 x 47.6 x 35.6 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Helen R. Bleibtreu, 1985)
  • Frederic Remington, The Mountain Man, 1903, Guß März 1907, Bronze, 70.5 x 30.5 x 25.4 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund, 1907)
  • Frederic Remington, On the Southern Plains, 1907, Öl/Lw, 76.5 x 129.9cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Gift of Several Gentlemen, 1911)

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