Henry Kirke Brown

Wer war Henry Kirke Brown?

Henry Kirke Brown (24.2.1814–10.7.1886) war ein US-amerikanischer Bildhauer, der sich 1849 als erster vom vorherrschenden Klassizismus löste und naturalistische Plastiken schuf. Zu den berühmtesten Werken Browns gehört die Bronzestatuette „Wahl des Pfeils“ (1849). Als Lehrer von John Quincy Adams Ward gab er sein technisches Können und seine Ästhetik an den führenden Bildhauer des Naturalismus der nächsten Generation weiter.

Ausbildung

Henry Kirke Brown stammt aus Leyden, Massachusetts, und studierte in Boston Malerei bei Chester Harding. Zwischen 1836 und 1839 begann er in Cincinnati als Künstler zu arbeiten. Henry Kirke Brown lebte dann in Albany, New York, und schuf Gipsportraits, um sich eine Reise nach Europa zu finanzieren. Brown reiste 1842 nach Italien und ließ sich zunächst in Florenz und später in Rom nieder. Nachdem er 1846 in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt war und in New York ein Atelier eröffnet hatte, war er ein gefragter Bildhauer von Porträtbüsten aus Marmor. Zu seinen Auftraggebern zählten wichtige Persönlichkeiten der Kulturwelt, darunter der Journalist William Cullen Bryant und die Maler der Hudson River School, Asher B. Durand und Thomas Cole. Brown war 1847 Gründungsmitglied der Century Association, eine Kunst- und Literaturvereingung, und ein aktiver Kulturanwalt wie seine Freunde Bryant und Durand.

Durchbruch mit einem Indianerjungen

Obwohl sich Henry Kirke Brown mit den klassizistischen Traditionen in Europa gut auskannte, war er bestrebt, nationale Kompositionen zu erzeugen, um die amerikanischen Empfindungen anzusprechen. Er verzichtete weitgehend auf Marmor zugunsten von Bronze. Brown reiste 1848 nach Mackinac Island in Michigan, um Skizzen des Chippewa und Ottawa für eine Statuette zu machen, die er im Auftrag der American Art-Union für eine Lotterie konzipierte. „Choosing oft he Arrow [Die Wahl des Pfeils]“ (1849) zeigt einen Indianer-Jüngling als klassizistischen Akt im Kontrapost, der einen Pfeil aus seinem Köcher nimmt. Nach der Reise modellierte Brown „Indianer und Panther“ (Verbleib unbekannt), eine Gestalt, die mit einem Schläger auf einen knurrenden Panther einschlägt. Aus dieser Gruppe entwickelte er „Panther mit Jungen“ (um 1850–1855), ein frühes Beispiel für Tierstatuen aus Bronze, die wildlebende Tiere des amerikanischen Westens als exotisch und bedroht darstellen.

Im Jahr 1848 eröffnete Brown ein Atelier in Brooklyn und eine Gießerei. Mit Hilfe zweier französischer Handwerker fertigte er kleine Bronzeskulpturen und erzielte in den Vereinigten Staaten Erfolg bei der Herstellung von Sandgussbronzen, zuerst in seiner eigenen Einrichtung und später bei der Ames Manufacturing Company in Chicopee, Massachusetts. Er erkannte, dass sich mit dem Reiz von kleinformatigen, handlichen Bronzen das Interesse des amerikanischen Publikums für Kunst wecken ließ. Browns Aufträge von der New Yorker American Art-Union, einer Organisation, die Kunstwerke durch Lotterie an vorwiegend bürgerliche Abonnenten verteilte, umfassten die Statuetten „Wahl des Pfeils“ und die Spinnerin „Filatrice“, beide mit einer Auflage von zwanzig Exemplaren. Wie die meisten amerikanischen Bildhauer modellierte Brown auch eine Gruppe von Gründungsvätern in medaillonförmigen Flachreliefs, die von George Washington, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin reicht.

Denkmäler

Henry Kirke Browns erster großer öffentlicher Auftrag war eine Bronzestatue von DeWitt Clinton mit erzählerischen Reliefplatten am Sockel, die 1853 für den Green-Wood Cemetery in Brooklyn fertiggestellt wurde. Die Bronzestatue von George Washington, die am 4. Juli 1856 auf dem Union Square in New York enthüllt wurde, brachte dem Künstler großes Lob ein. Nachdem er 1859 in der ersten National Arts Commission tätig war, erhielt Henry Kirke Brown mehrere Aufträge von der Stadtverwaltung von Washington, D.C. Vier Porträtstatuen wurden in der National Statuary Hall im Kapitol aufgestellt, wobei Brown auch am Raumkonzept mitverantwortlich war. Browns Reiterstatue des dreimaligen Kriegshelden Leutnant General Winfield Scott (1874) stand in Scott Circle.

Im Jahr 1861 verlegte Brown seinen Wohnsitz und sein Atelier in die ländliche Umgebung von Newburgh, New York, wo er bis zu seinem Tod lebte. In den späteren Jahren seiner Karriere erhielt er mehrere bedeutende Aufträge von Bürgern, darunter eine Bronzestatue von „Abraham Lincoln“ (1868) auf dem Union Square in New York, die durch öffentliches Abonnement finanziert wurde. Eine weitere Statue von Lincoln wurde ein Jahr später im Prospect Park in Brooklyn aufgestellt.

Während Browns letzte Arbeiten wenig von der Vitalität der Beaux-Arts-Ästhetik widerspiegeln, die in den 1870er Jahren aufkam, verdient er Anerkennung dafür, die Bronzeskulptur in den Vereinigten Staaten populär gemacht zu haben. Darüber hinaus unterstützte er vor allem jüngere Künstler als Mentor, allen voran John Quincy Adams Ward, seinem wichtigsten Schüler.

Henry Kirke Brown. Werke: Bilder

  • Henry Kirke Brown, Choosing of the Arrow [Die Wahl des Pfeils], 1849, Bronze, 55.9 x 28.9 x 14.3 cm (The Metropolitan Museum, New York, Mia R. Taradash and Dorothy Schwartz Gifts, and Morris K. Jesup and Rogers Funds, 2005, Inv.-Nr. 2005.405)
  • Henry Kirke Brown, Panther mit Jungen, um 1850–1855, Bronze, 25.1 x 47.3 x 19.7 cm (The Metropolitan Museum, New York, Gifts in memory of James R. Graham, 1992, Inv.-Nr. 1992.372)

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