London | National Gallery: Manet und Eva Gonzalès | ARTinWORDS
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London | National Gallery: Manet und Eva Gonzalès Kontext und Maltechnik eines Malerinnenporträts | 2022

Edouard Manet, Eva Gonzalès, Detail, 1870, Öl/Lw, 191.1 x 133.4 cm (Sir Hugh Lane Bequest, 1917, The National Gallery, London. In partnership with Hugh Lane Gallery, Dublin)

Edouard Manet, Eva Gonzalès, Detail, 1870, Öl/Lw, 191.1 x 133.4 cm (Sir Hugh Lane Bequest, 1917, The National Gallery, London. In partnership with Hugh Lane Gallery, Dublin)

„Entdecke Manet und Eva Gonzalès“ ist die erste einer Reihe von Ausstellungen, die ein einzelnes Gemälde aus frischen und unerwarteten Perspektiven betrachten. Die Verbindung aus neuer technischer Analyse und Untersuchung von Leben und Zeit des Künstlers sowie seiner einzigen Schülerin nähert sich diesem imposanten Porträt mit neuen Augen.

Monet malt Eva Gonzalès – die Künstlerin im Kontext

Eva Gonzalès (1847–1883), Tochter eines bedeutenden Schriftstellers, trat 1869 im Alter von 22 Jahren in Edouard Manets (1832–1883) Atelier ein. Ein Jahr später malte er sie vor der Staffelei sitzend und arbeitend. Diese Ausstellung in der National Gallery of Art in London ist eine Gelegenheit, mehr über die Malerin zu erfahren: ihre Beziehung zu Manet, einer Galionsfigur des Impressionismus, ihre eigenen Gemälde, und was ihre Erfahrung als Künstlerin im Paris des 19. Jahrhunderts gewesen sein könnte. Die Ausstellung stellt Manets Porträt von Eva Gonzalès auch in einen breiteren kunsthistorischen Kontext, indem Selbstporträts von Frauen aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert einbezogen werden. Das Bildnis der Eva Gonzalès wird mit Porträts ihrer Vorgängerinnen aber auch ihrer männlichen Künstlerkollegen und Lehrer verglichen und kontrastiert. Darunter sind unter anderem Gemälde von Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun (1755–1842), Angelika Kauffmann (1741–1807), Berthe Morisot (1841–1895), Alfred Stevens (1823–1906) und Laura Knight (1877–1970).

Entstehung des Gemäldes enthüllt

Neue technische Untersuchungen des Porträts bieten andere Perspektiven und zeigen, wie Edouard Manet arbeitete und welche Materialien er wählte. Röntgenaufnahmen und Röntgenfluoreszenz-Scans (XRF) zeigen Manets mehrfache Versuche in Bereichen, mit denen er zu kämpfen hatte. So hat er Eva Gonzalès‘ Gesicht aber auch Hände, Arme und die Palette wiederholt neu gestaltet, Stoffe und Möbel überarbeitet, Dinge in verschiedenen Winkeln positioniert und sogar unerwünschte Objekte übermalt. Alles, um ein Gefühl der Spontaneität zu erzeugen. Indem man unter die letzte Malschicht blickt, kann man sehen, wie das Gemälde zum Leben erweckt wurde, als ob wir hinter Manet an der Staffelei stehen würden, während er seine Freundin und Schülerin malte.

In der Hugh Lane Gallery, Dublin, wird die Ausstellung bereits vom 1. Juni bis zum 18. September 2022 zu sehen sein.

Edouard Manets Porträt von Eva Gonzalès in der National Gallery in London: Bilder

  • Edouard Manet, Eva Gonzalès, 1870, Öl/Lw, 191.1 x 133.4 cm (Sir Hugh Lane Bequest, 1917, The National Gallery, London. In partnership with Hugh Lane Gallery, Dublin)
  • Edouard Manet, Eva Gonzalès, 1870, Detail des Kopfes, Röntgenbild (The National Gallery of Art, London)

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