0

Madrid | Museo Nacional Thyssen-Bornemisza: Magritte Die Magritte Maschine automatisiert den Denk- und Schaffensprozess

René Magritte, La Clef des champs, Detail, 1936, Öl/Lw, 80 x 60 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, Inv. no. 657 (1976.3)

René Magritte, La Clef des champs, Detail, 1936, Öl/Lw, 80 x 60 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, Inv. no. 657 (1976.3)

Das Konzept der Mechanisierung kreativer Aktivitäten war in der modernen Kunst und Literatur von Edgar Allan Poe bis Andy Warhol präsent. In „La Manufacture de poésie“ (1950) bot der surrealistische Maler René Magritte (1898–1967) auch einen imaginären Gerätekatalog zur Automatisierung von Denk- und Schaffensprozessen an (→ Surrealismus), darunter eine „universelle Maschine zum Malen“. Ausgehend von dieser Erfindung zeigt die Ausstellung, wie die Magritte-Maschine funktioniert.

Die Ausstellung in Madrid zeigt rund 65 Ölgemälde sowie eine Auswahl an Fotografien und Filmen. Dieses Material wird in sechs Kapiteln präsentiert, die dem Katalog der miteinander verbundenen Geräte entsprechen, aus denen die „Magritte-Maschine“ besteht:

  • das Museum als Instrument, das Kataloge erstellt und ausstellt;
  • die Silhouette, die zum Ausschneiden und Ausfüllen dient;
  • das Fenster, das einrahmt und abdeckt;
  • der Mechanismus, der Größe und Gewicht verändert;
  • Mimikry, die eine Tarnung in der Umgebung ermöglicht;
  • die Maske, die das Gesicht löscht und projiziert.

Kuratiert von Guillermo Solana, dem künstlerischen Leiter des Museums.
Quelle: Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, 2020

Magritte in Madrid: Bilder

  • René Magritte, La Clef des champs, 1936, Öl/Lw, 80 x 60 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, Inv. no. 657 (1976.3)

Weitere Beiträge zu René Magritte

24. April 2019
Salvador Dalí, Versuchung des hl. Antonius, 1946, Öl/Lw, 89,7 x 119,5 cm (Musée d’Art Moderne, Brüssel)

Brüssel | Magritte Museum: Dalí und Magritte Zwei Ikonen des Surrealismus im Dialog

Was verbindet Salvador Dalí mit René Magritte? Beide Künstler gehören zum Surrealismus, wenn auch beide ihre Differenzen mit André Breton hatten. Wichtiger als diese Zuordnung zu einer bestimmten Gruppe von Pariser Künstlern ist jedoch, ihre Überzeugung, dass sie mit ihren Gemälden das enthüllen könnten, was hinter der einfachen Erscheinung eines gemalten Bildes liegt.
9. Februar 2017
René Magritte, La Condition Humaine [So lebt der Mensch], 1935, Öl auf Leinwand, 54 x 73 cm (Norfolk Museums Service (accepted by HM Government in lieu of tax and allocated to Norwich Castle Museum & Art Gallery) © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Magritte. Der Verrat der Bilder La Condition Humaine und die Philosophie des Surrealisten

René Magritte (1898–1967) und seinen konzeptuellen Text-Bildern widmen die Schirn und das Centre Pompidou eine Überblicksausstellung mit Fokus auf Magrittes „Problemlösungen“. Der Belgier setzt dem französischen Surrealismus eine denkende Malerei entgegen. Nicht Automatismus und Umdeutung, sondern die kühle Präzision seiner nach Präsenz heischenden Malerei, deren erklärtes Ziel „Stillosigkeit“ und Ausdruck des Denkens sind. Für sich selbst lehnte Magritte die Berufsbezeichnung Künstler ab, er arbeitete auch nie in einem Atelier, sondern bei sich zu Hause. Anstatt mit Worten stellte er seine Überlegungen zum Verhältnis von Bild und Sprache in Gemälden dar. Magrittes verfremdete Gegenstände verbinden das Vertraute mit dem Fremdartigen, die Poesie der Titel enthebt sie zusätzlich jegliches Anspruchs auf Ähnlichkeit.
11. Oktober 2016
Dalí, Ernst, Miró, Magritte… Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Edward James, Roland Penrose, Gabrielle Keiller, Ulla und Heiner Pietzsch (HIRMER Verlag)

Surreale Begegnungen: Dalí, Ernst, Miró, Magritte… Surrealismus-Sammlungen von James, Penrose, Keiller und Pietzsch in Hamburg

Wurden die Surrealistinnen und Surrealisten bislang hauptsächlich als radikale Erneuerer der Kunst und der Surrealismus als höchst subjektive und individualistische Kunstrichtung präsentiert, so öffnet sich der spannende Blick in Hamburg auf die Zusammenarbeit zwischen den Künstlern und ihren beiden zeitgenössischen Sammlern Edward James und Roland Penrose. Ergänzt werden die beiden zeitgenössischen Kollekionen durch die seit den 1960er Jahren zusammengetragenen Sammlungen von Gabrielle Keiller und dem Ehepaar Pietzsch.

Aktuelle Ausstellungen

25. März 2020
Agnes Pelton, Untitled, Detail, 1931, Öl/Lw, 91.9 × 61.4 cm (Whitney Museum of American Art, New York; purchase, with funds from the Modern Painting and Sculpture Committee 96.175)

New York | Whitney Museum of American Art: Agnes Pelton Wiederentdeckte „Wüstentranszendentalistin“

Agnes Pelton (1881–1961) war eine visionäre Symbolistin. Sie stellte die spirituelle Realität dar, die sie in Momenten meditativer Stille erlebte. Diese Ausstellung von ungefähr 45 Werken stellt der Öffentlichkeit eine wenig bekannte Künstlerin vor, deren leuchtende, abstrakte Bilder der Transzendenz erst jetzt vollständig erkannt werden.
12. März 2020
Tizian, Raub der Europa, Detail, 1562, Öl/Lw, 178 x 205 cm (© Isabella Stewart Gardner Museum, Boston)

Tizian: Poesie Venedigs Renaissancemeister interpretiert Ovid: Liebe, Verlangen und Tod

Tizians späte "Poesie" werden in London wieder zusammengeführt: Hauptwerke der venezianischen Renaissance voller Liebe, Verlangen, Tod für Philipp II. von Spanien - in der National Gallery of Art im Frühjahr 2020.
9. März 2020
Raffael, Selbstporträt, Detail, um 1506, Öl-Holz, 47,5 x 33 cm (Uffizien, Florenz)

Rom | Scuderie del Quirinale: Raffael Größte Raffael-Ausstellung 2020

Die Raffael-Ausstellung in den Scuderie in Rom wird vermutlich die wichtigste Ausstellung des Raffael-Jahrs 2020. Die Scuderie und arbeiten für die Raffael-Ausstellung mit den Gallerie degli Uffizi und dem Palazzo Pitti in Florenz zusammen.