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Madrid | Museo Thyssen-Bornemisza: Picasso und Chanel

Pablo Picasso, Mann mit einer Klarinette, Detail, 1911/12, Öl/Lw, 106 x 69 cm (Museo nactional Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sucesión Pablo Picasso, VEGAP, Madrid)

Pablo Picasso, Mann mit einer Klarinette, Detail, 1911/12, Öl/Lw, 106 x 69 cm (Museo nactional Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sucesión Pablo Picasso, VEGAP, Madrid)

Pablo Picasso und Coco Chanel arbeiteten zweimal zusammen – an „Antigone“ (1922) und an Serge Diaghilews „Le Train Bleu“ (1924) für seine Ballets Russes. Beide Male war auch Jean Cocteau involviert. Picasso und die Modedesignerin lernten einander im Frühjahr 1917 kennen, wahrscheinlich durch Cocteau oder Misia Sert. Chanel war mit beiden befreundet und so in den Kreis Picassos eingeführt. Chanel knüpfte erste Kontakte mit dem Künstler und seiner Frau, als Picasso aktiv an Diaghilews Projekten beteiligt war. Chanel tauchte tief in das Paris der Künstler und Intellektuellen ein, bis hin zu ihrer Erklärung, dass „es sind Künstler [waren], die mir gezeigt haben, wie man anspruchsvoll ist“.

Das Museo Thyssen-Bornemisza bringt im Herbst 2022 erneut Kunst und Mode in einer Ausstellung zusammen, welche die Beziehung zwischen den beiden kreativen Genies des 20. Jahrhunderts untersucht. Die Ausstellung ist in vier Hauptabschnitte gegliedert und folgt einer chronologischen Ordnung, die ungefähr das Jahrzehnt zwischen 1915 und 1925 umfasst.

Chanel-Stil und der Kubismus

Der Einfluss des Kubismus auf Chanels Kreationen ist seit ihren frühesten, innovativen Designs spürbar: ihre Verwendung einer geometrischen Formensprache, zurückhaltender Farbeinsatz und die kubistische Ästhetik der Collage, die sich in Chanels Kleidern mit geraden, kantigen Linien ausdrückt. Vieles von Chanels Modernität – von ihrer Vorliebe für Schwarz, Weiß und Beige, und ihre Verwendung von billigen Stoffen mit strengen Texturen – lässt sich mit der Kunstrichtung in Beziehung setzen.

Olga Picasso

Der zweite Abschnitt konzentriert sich auf Picassos zahlreiche, schöne Porträts seiner ersten Frau, der russischen Ballerina Olga Khokhlova, die zu Chanels hingebungsvollen Kundinnen gehörte (→ Picassos erste Frau: Olga Picasso). Neben diesen Werken werden verschiedene Ensembles aus der Frühzeit der Designerin gezeigt, von denen nur wenige Exemplare erhalten sind.

Antigone

Antigone, eine moderne Adaption des Sophokles-Stücks von Cocteau, wurde 1922 in Paris mit Bühnenbildern und Masken von Picasso sowie Kostümen von Chanel uraufgeführt. Beide ließen sich vom Klassischen Griechenland inspirieren.

Le Train Bleu

„Le Train Bleu“ ist der Titel des 1924 von Diaghilew geschaffenen Balletts mit einem Drehbuch von Cocteau, inspiriert von den Olympischen Spielen, Jazz und Stummfilmen. Die kleine Gouache „Zwei Frauen, die am Strand entlanglaufen [Deux femmes courant sur la plage]“ von 1922, die Diaghilew in Picassos Atelier sah, wurde in den Vorhang verwandelt. Weiters nahm Picasso auch den Auftrag an, das Programmheft zu illustrieren. Coco Chanel ihrerseits nutzte ihre Sportkleidungskollektion aus dieser Saison als Kostüme der Tänzerinnen.

Picasso – Chanel: Bilder

  • Pablo Picasso, Mann mit einer Klarinette, 1911/12, Öl/Lw, 106 x 69 cm (Museo nactional Thyssen-Bornemisza, Madrid)

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