Pierre Bonnard

Wer war Pierre Bonnard?

Pierre Bonnard (1867–1947) gehörte neben Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier zur Künstlergruppe „Nabis“ (hebräisch für „die Erleuchteten“), die ab den 1888 den Impressionismus durch eine flächige, dekorative Gestaltung ablöste und so den Jugendstil vorbreitete.

1888 schlossen sich Paul Sérusier, Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Félix Vallotton, Ker Xavier Roussel, Georges Lacombe, der Bildhauer Aristie Maillol und Maurice Denis zur Gruppe „Nabis“ (hebräisch für die „Erleuchteten“ bzw. „Propheten“) zusammen. Denis verkündete: „Man vergesse nie, dass ein Bild an erster Stelle kein Schlachtross, keine nackte Frau, keine Erzählung, sondern eine Oberfläche ist, die in einer bestimmten Ordnung mit Farben bedeckt wurde.“ Der studierte Jurist Bonnard, der nur ein Jahr an der Ecole des Beaux-Arts verbracht hatte, folgte den Konzepten von Paul Gauguin und Paul Cézanne. Die Gruppe suchte nach neuen Kunstformen, was sich im frühen Werk von Bonnard in seinem Interesse für Kunsthandwerk und Bühnenbild niederschlug. Er entwarf Menüprogramme und Buchillustrationen, Theaterdekorationen (Bühnenbilder, Kostüme), Einbände von Partituren und Plakate. Als aktiver Mitgestalter der Avantgarde-Zeitschrift „La Revue Blanche“ prägte er Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec, der sich 1891 ebenfalls dem Plakat und der Druckgrafik, allen voran der Farblithografie, zuwandte. Dass Bonnard und die anderen Mitglieder der „Nabis“ ein gutes Verhältnis zum Herausgeber der „Revue Blanche“ herstellen konnten, förderte die Bekanntheit der jungen Maler. Während der 1890er Jahre malte Bonnard Bilder, die – seiner Ansicht nach – vor allem dekorativ sein müssten. Zunehmend brach sich neben einer komplexen Linienführung, in der sich sein Interesse für japanische Druckgrafik zeigt, auch die Farbe Bann.

Immer wieder widmete sich Pierre Bonnard seinem Themenkanon: Fensterausblick, Akt in freier Natur, Stillleben am Tisch bzw. gedeckter Tisch, seine Familie bei Müßiggang oder Spiel im Garten. Diese Reduktion der Motive geht einher mit eigenwilligen Bildideen, ungewöhnlichen Formate, die oft Bonnards Kunst an die Grenzen des Gegenständlichen führen.

Beiträge zu Pierre Bonnard

14. März 2019
Maurice Denis, Poetische Arabeske, oder: Die Leiter im Laub, Detail, 1892, Öl/Lw, auf Holzpaneel montiert, 235 x 172 cm (Saint-Germain-En-Laye, Musée départemental Maurice Denis / Christian Jean)

Musée du Luxembourg: Nabis und die dekorativen Künste Gemusterte Flächigkeit in Malerei und Wandschmuck

Das Musée du Luxembourg widmet erstmals den dekorativen Werken der Nabis eine Ausstellung. Les Nabis (hebr. Propheten) – allen voran Pierre Bonnard, Edouard Vuillard und Félix Vallotton – strebten die Überwindung der Trennung von bildender und angewandter Kunst an.
27. Januar 2019
Pierre Bonnard, Speisezimmer am Land, Detail, 1913, Öl/Lw, 164,5 x 205,7 cm (Minneapolis Institute of Art)

Pierre Bonnard. Die Farbe der Erinnerung Farbenfrohe Moderne mit südfranzösischem Licht

Pierre Bonnards (1867–1947) reifes Werk ab 1909 in leuchtenden Farben, seine Freundschaften mit Vuillard & Matisse und seine Reaktionen auf politisches Zeitgeschehen neu gesehen. Wie zeitgenössisch ist das Werk des französischen Postimpressionisten?
12. September 2017
Pierre Bonnard, Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund, um 1909, Öl auf Leinwand, 60 x 65 cm (Städel Museum, Frankfurt, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Matisse – Bonnard Künstlerfreundschaft und Bilddiskurs

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte.
16. August 2017
Pierre Bonnard, Akt vor dem Spiegel, Detail, 1931, Öl auf Leinwand, 152 x 102 cm (Photo Archive - Fondazione Musei Civici di Venezia © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto: Claudio Franzini)

Pierre Bonnard: Bilder und Leben Farbe, Licht, Gefühle und der „Akt im Gegenlicht“ beschäftigten den Postimpressionisten

Pierre Bonnard (1867–1947) gehörte neben Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier zur Künstlergruppe „Nabis“ (hebräisch für „die Erleuchteten“), die ab den 1888 den Impressionismus durch eine flächige, dekorative Gestaltung ablöste und so den Jugendstil vorbreitete. Bonnard war zeitlebens kein „Star“ und sein Werk wurde nicht journalistisch oder kunstkritisch „ausgebeutet“.