Pierre Bonnard

Wer war Pierre Bonnard?

Pierre Bonnard (3.10.1867–23.1.1947) gehörte neben Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier zur Künstlergruppe „Nabis“ (hebräisch für „die Erleuchteten“), die ab den 1888 den Impressionismus durch eine flächige, dekorative Gestaltung ablöste und so den Jugendstil vorbreitete.

Der studierte Jurist Bonnard war Autodidakt und schuf mit dem Plakat zu „France-Champagne“ (1889) ein erstes Hauptwerk. 1900 löste er sich vom dunklen Kolorit des Symbolismus und Jugendstils, um sich im südlichen Licht der farbenfrohen Malerei hinzugeben. Von Künstlerfreunden wie Pierre-Auguste Renoir und Henri Matisse verteidigt, sah sich Pierre Bonnard zeitlebens mit der Kritik konfrontiert, ein Maler von „dekorativen, schönen Bildern“ zu sein. Jüngst wurde sein malerisches Werk wiederentdeckt. Heute genießt Pierre Bonnard den Ruf, komplexe Kompositionen (v.a. in Bezug auf den Bildausschnitt) mit leuchtenden Farben umgesetzt zu haben, ohne als Theoretiker in die Kunstgeschichte eingegangen zu sein.

Immer wieder widmete sich Pierre Bonnard seinem Themenkanon: Fensterausblick, Akt in freier Natur, Stillleben am Tisch bzw. gedeckter Tisch, seine Familie bei Müßiggang oder Spiel im Garten. Diese Reduktion der Motive geht einher mit eigenwilligen Bildideen, ungewöhnlichen Formate, die oft Bonnards Kunst an die Grenzen des Gegenständlichen führen.

Pierre Bonnard und die Nabis

„Als meine Freunde und ich die Untersuchungen der Impressionisten verfolgen und versuchen wollten, sie weiterzuentwickeln, strebten wir danach, ihre naturalistischen Farbimpressionen zu überwinden. Kunst ist nicht Natur. Wie gingen strenger mit der Komposition um. Außerdem konnte man noch viel mehr aus der Farbe als Ausdrucksmittel herausholen.“1 (Pierre Bonnard, 1937)

1888 schlossen sich Paul Sérusier, Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Félix Vallotton, Ker Xavier Roussel, Georges Lacombe, der Bildhauer Aristide Maillol und Maurice Denis zur Gruppe „Nabis“ (hebräisch für die „Erleuchteten“ bzw. „Propheten“) zusammen. Denis verkündete: „Man vergesse nie, dass ein Bild an erster Stelle kein Schlachtross, keine nackte Frau, keine Erzählung, sondern eine Oberfläche ist, die in einer bestimmten Ordnung mit Farben bedeckt wurde.“

Der studierte Jurist Bonnard, der nur ein Jahr an der Ecole des Beaux-Arts verbracht hatte, folgte den Konzepten von Paul Gauguin und Paul Cézanne. Die Gruppe suchte nach neuen Kunstformen, was sich im frühen Werk von Bonnard in seinem Interesse für Kunsthandwerk und Bühnenbild niederschlug. Er entwarf Menüprogramme und Buchillustrationen, Theaterdekorationen (Bühnenbilder, Kostüme), Einbände von Partituren und Plakate. Als aktiver Mitgestalter der Avantgarde-Zeitschrift „La Revue Blanche“ prägte er Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec, der sich 1891 ebenfalls dem Plakat und der Druckgrafik, allen voran der Farblithografie, zuwandte. Dass Bonnard und die anderen Mitglieder der „Nabis“ ein gutes Verhältnis zum Herausgeber der „Revue Blanche“ herstellen konnten, förderte die Bekanntheit der jungen Maler. Während der 1890er Jahre malte Bonnard Bilder, die – seiner Ansicht nach – vor allem dekorativ sein müssten. Zunehmend brach sich neben einer komplexen Linienführung, in der sich sein Interesse für japanische Druckgrafik zeigt, auch die Farbe Bann.

Marthe Bonnard

Als Pierre Bonnard 1893 seine spätere Ehefrau Marthe kennenlernte, hatte er in ihr jenen Frauentypus gefunden, den er zeitlebens als Nymphe in Landschaften oder als Badende, als Lesende, als Nachdenkliche in Innen- wie Außenräumen auftreten ließ. Von 1898 bis 1920 widmete sich Bonnard häufig der Fotografie. Da er seine Sujets im familiären Bereich suchte, wurde seine Gefährtin Marthe für fünfzig Jahre sein bevorzugtes Modell. Sie zeigt er in zahlreichen sinnlichen Akten in freier Natur oder bei ihrer täglichen Toilette. Häufig dreht das Modell dabei ihr Gesicht vom Betrachter oder der Betrachterin weg, wodurch Bonnards Bilder einen Hauch von Voyeurismus versprühen (ohne ins Erotische abzugleiten). Hierin zeigt sich der Maler und Druckgrafiker als gelehriger Schüler von Edgar Degas‘ zahllosen Ballett- oder Badeszenen (→ Edgar Degas: Ballerina in Pastell), in denen die Beobachtung von Frauen in höchst natürlichen und spontanen Bewegungen das Ziel sind.

„Es lebe die Malerei! Grüße“ (Matisse an Bonnard, 13.8.1925)

Immer wieder widmete sich Pierre Bonnard seinem Themenkanon: Fensterausblick, Akt in freier Natur, Stillleben am Tisch bzw. gedeckter Tisch, seine Familie bei Müßiggang oder Spiel im Garten. Diese Reduktion der Motive geht einher mit eigenwilligen Bildideen, ungewöhnlichen Formate, die oft Bonnards Kunst an die Grenzen des Gegenständlichen führen.

Desgleich ließe sich auch über das Leben des Künstlers erzählen: Es sind keine Exzesse überliefert. Bonnard war kein Exzentriker, sondern führte ein genügsames, ruhiges Leben, das von häufigem Aufenthaltswechsel bestimmt war. Zudem besaß er kaum Möbel und bevorzugte ein fast leeres Atelier (ganz im Gegensatz zu Henri Matisse und dessen Sammlung von Dingen, die auch in seine Bildwelt einging). Seine Briefe sind knapp gehalten, geben meist Gesundheitszustand, Wetter und Stand der Arbeit an. Aussagen über seine Kunst sind nur spärlich überliefert. Dass er kaum theoretische Überlegungen zu seiner Kunst verkündete, führte dazu, dass ihn die Kunstgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts eher wenig beachtete, obgleich er mit Vuillard zu den kühnen Erneuerern der Pariser Kunst der 1890er Jahre zählte.

Bonnard und Matisse

„Ich hatte Ihre Karte mit der Rückantwort aus Amerika erhalten und wusste, dass Ihre Dekoration [„La Danse“ für Dr. Barnes/Pennsylvania, Anm. AM] dort unten gut aufgehoben ist, so wie Sie es wollten. Ich bin darüber entzückt, weil ich an der Entstehung Ihres Werkes teilgenommen und es verstanden und bewundert habe, als ich es im Werden sah. Ehrlich, die Malerei ist schon etwas, vorausgesetzt, dass man sich ihr vollständig hingibt. Glaube, dass wir uns in diesem Punkt einig sind. Ich hoffe sehr, dass ich nächstes Jahr an die Küste von Nizza zurückkehren und Gemälde sehen werde, die der Dekoration folgen. Meine Frau und ich schicken Ihnen die besten Grüße“ (Bonnard an Matisse)

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Auch Matisse hatte bei diesem Kunsthändler zwei Jahre zuvor seine erste Einzelausstellung erhalten. 1910 besuchte Bonnard Matisse in dessen Atelier in Issy-les Moulineaux, wo dieser an einem großen Gemälde, „La Danse“, für den russischen Sammler Schtschukin arbeitete. 1911 Henri Matisse kaufte für 1.200 Francs ein großes Ölgemälde von Pierre Bonnard, „La Soirée au salon“, von dem er sich zeitlebens nicht trennte. Mit „Le fenêtre ouverte“ besaß auch Bonnard ein Gemälde von Matisse. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte. Beide gehen jedoch von der Natur aus, das Sehen spielt für sie eine bedeutende Rolle. „Man muss immer ein Thema haben, so geringfügig es auch sei, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren“, war sich Pierre Bonnard 1945 sicher.

Diese stumme Übereinkunft über das Wesentliche in der Kunst war wohl die Grundlage für die Freundschaft zwischen Pierre Bonnard und Henri Matisse. Wenn sie auch die Bedeutung des Kubismus in der Kunst anerkannten2, so war für beide die Empfindung wichtiger als die Abhängigkeit von der Struktur, der sich in einer Form von Intellektualismus äußerte. Matisse wandte sich in einer Gegenreaktion dem Orient, den dekorativen Linien und dem Ornament zu. Pierre Bonnard hingegen machte den Spiegel zu einem wichtigen Komplizen seiner Kunst. Der Spiegel öffnet wie ein Fenster die Wand und lässt Räume entstehen, spiegelt sie, verzerrt sie.

„Er duldete nicht im geringsten, dass die Philosophie (oder irgendetwas anderes) sich zwischen ihn und seine Malerei stellte, angesichts dieser Freude, auf die sich auch Matisse berief.“3 (Jacques Villon)

Während der 1910er Jahre durchlief Bonnard eine Phase der Neubestimmung, die auch mit einer künstlerischen Krise in der Mitte des Jahrzehnts begleitet wurde. Er zeichnete viel und wandte sich erneut der Figur, Frauenporträts, zu. Frauen bildeten auch für Bonnard, wie für viele seiner malenden Zeitgenossen (z.B. Henri Matisse, Edvard Munch) eine Quelle der Inspiration, wie in „Le thé“ (1917) zu sehen ist. Gleichzeitig mit der sich verschlechternden Beziehung zu Marthe setzte sich der Fünfzigjährige mit dem eigenen Abbild auseinander. Obwohl er seine Gefährtin im August 1925 heiratete, blieb Marthe depressiv und launisch. Das Werk Pierre Bonnards wird in diesem Zusammenhang gerne als eine „von Farbvisionen erfüllte Traumwelt“ beschrieben, in die sich der Maler zurückzog.4

Pierre Bonnard im Süden

„Ich verbringe kaum mehr als zwei Monate im Jahr in Paris. Dorthin gehe ich, um Energien zu sammeln, um meine Bilder mit anderen Bildern zu vergleichen. In Paris bin ich ein Kritiker, ich kann dort nicht arbeiten: da ist zu viel Lärm, zu viel Ablenkung. Ich weiß, dass sich andere Maler an dieses Leben gewöhnen. Für mich war das immer schwierig.“5 (Pierre Bonnard, 24.6.1933)

Für Bonnard bot der Süden Frankreichs Rückzugsort und Motivschatz in einem. Er interpretierte seine Bilder als eine „Abfolge von Flecken, die sich untereinander verbinden, um schließlich den Gegenstand zu formen, den Teil, über den das Auge ohne Schwierigkeiten gleitet.“ (Bonnard in „The Studio“, IX, 50, Mai 1942) Für ihn waren Karo- und Schachbrettmuster wichtige strukturgebende Elemente, mit Hilfe derer er die Farben zum Leuchten bringen wollte. Gleichzeitig arbeitete er mit der Überforderung des Auges durch eine malerische Fülle.

 „Da ich sowieso zu drei Viertel Vegetarier bin, komme ich nicht vor Hunger um, und ich glaube sogar, dass es einem deshalb nicht schlechter geht. Was die Übersiedlung in ein Palasthotel betrifft, um dort ein wenig materiellen Wohlstand zu finden, so würde ich dabei alles verlieren, was die Basis meiner Arbeit ausmacht. Übrigens übersteigt dieses etwas raue Leben meine Kräfte nicht. Geldprobleme habe ich keine. […] Ich habe heute den ersten Mandelbaum in Blüte gesehen, und die Mimosen beginnen, ihre gelben Flecken auszubreiten.“ (Pierre Bonnard an Henri Matisse)

Auch den Zweiten Weltkrieg verbrachte Bonnard in Cannes. Hier verstarb fünf Jahre vor dem Maler seine Ehefrau, was diesen in großer Einsamkeit zurückließ. Auch Matisse verbrachte seine letzten Jahre im Rollstuhl, die örtliche Nähe (Nizza und Cannes) und die lebenslange gegenseitige Bewunderung führte zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch unter Künstlern. Zunehmend geht es in ihrer Korrespondenz um menschliche Anteilnahme. Um Pierre Bonnard und sein Werk blieb es jedoch stiller als um den Kollegen. Erst nach seinem Tod erhielt Bonnard große Retrospektiven, wurde seine Kunst international gesammelt. Zum Maler eines friedlichen bürgerlichen Milieus gestempelt, zu einem „Nachimpressionist“, dessen Bilder mit blühenden Gartenlandschaften und spielenden Kindern, Fensterausblicken und sinnlichen Akten in der Nachfolge Renoirs zu betören versuchen, hatte der Maler wenig Freunde unter den Kritikern gefunden. Ein Erbrechtsstreit (von Galerien befeuert) tat ein Übriges, das Werk des Künstlers erst jetzt breit der Öffentlichkeit vorzustellen.

Literatur über Pierre Bonnard

  • Felix Krämer (Hg.), Matisse – Bonnard. Es lebe die Malerei! (Ausst.-Kat. Städel Museum Frankfurt), München 2017.
  • Guy Cogeval, Isabelle Cahn (Hg.), Pierre Bonnard: peindre l’Arcadi (Ausst.-Kat. Musée d’Orsay, Paris / Fundación MAPFRE, Madrid / Fine Arts Museums of San Francisco), Paris 2015.
  • Pierre Bonnard (Ausst.-Kat. The Metropolitan Museum of Art, New York 27.1.–19.4.2009), New York 2009.
  • Suzanne Pagé (Hg.), Bonnard: L’oeuvre d’art, un arrêt du temps (Ausst.-Kat. Musée d’Art moderne de la Ville de Paris), Paris 2006.
  • Elizabeth Hutton Turner (Hg.), Pierre Bonnard: Early and Late, (Ausst.-Kat. The Phillips Collection, Washington, D.C.; Denver Art Museum), London 2002.
  • Antoine Terrasse, Matisse und Bonnard – Vierzig Jahre Freundschaft, in: Bonnard (Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München 28.2.–24.4.1994), München 1994.

Beiträge zu Pierre Bonnard

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9. Januar 2020
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Pierre Bonnards (1867–1947) reifes Werk ab 1909 in leuchtenden Farben, seine Freundschaften mit Vuillard & Matisse und seine Reaktionen auf politisches Zeitgeschehen neu gesehen. Wie zeitgenössisch ist das Werk des französischen Postimpressionisten?
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Matisse – Bonnard Künstlerfreundschaft und Bilddiskurs

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte.
16. August 2017
Pierre Bonnard, Akt vor dem Spiegel, Detail, 1931, Öl auf Leinwand, 152 x 102 cm (Photo Archive - Fondazione Musei Civici di Venezia © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto: Claudio Franzini)

Pierre Bonnard: Bilder und Leben Farbe, Licht, Gefühle und der „Akt im Gegenlicht“ beschäftigten den Postimpressionisten

Pierre Bonnard (1867–1947) gehörte neben Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier zur Künstlergruppe „Nabis“ (hebräisch für „die Erleuchteten“), die ab den 1888 den Impressionismus durch eine flächige, dekorative Gestaltung ablöste und so den Jugendstil vorbreitete. Bonnard war zeitlebens kein „Star“ und sein Werk wurde nicht journalistisch oder kunstkritisch „ausgebeutet“.
  1. Zitiert nach: Antoine Terrasse, Matisse und Bonnard – Vierzig Jahre Freundschaft, in: Bonnard (Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München 28.2.–24.4.1994), München 1994, S. 34–43, hier S. 37.
  2. Für Matisse spielte er eine „wesentliche Rolle im Kampf gegen die Formlosigkeit des Impressionismus“.
  3. Zitiert nach Bonnard (Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München 28.2.–24.4.1994), München 1994, S. 337.
  4. Margit Hahnloser-Ingold, Bonnard, in: Ebenda, S. 31.
  5. Zitiert nach Ebenda, S. 38.