Renate Bertlmann

Renate Bertlmanns (* 1943) mannigfaltiges Werk umfasst Zeichnungen, Inszenierte Fotografien, Latex- und Plexiglas-Objekte, Installationen, Performances, Filme und Fotofilme. Performances - sowohl vor Publikum wie auch allein im Atelier inszeniert - befragen gesellschaftliche "Normen" der 1970er Jahre wie Schwangerschaft und Hochzeit, Mutterschaft, Sexualität und Katholische Kirche. Renate Bertlmann thematisiert Lust, Berührung aber auch Gewalt und Schmerz. In der für sie charakteristischen Verbindung von Eros und Thanatos befreit sie Frauen (wie Männer) von stereotypen Geschlechterbildern.

9. Dezember 2017
Renate Bertlmann, Zärtlicher Tanz, Detail, 1976, S/W-Fotografie, 18 x 12 cm, Unikat (SAMMLUNG VERBUND, Wien)

Renate Bertlmann, Zärtlicher Tanz Ambivalente Bilder für komplexe Beziehungen

„Zärtlicher Tanz“ aus der Sammlung VERBUND inszeniert von und mit Renate Bertlmann das Verhältnis von Körper, Geschlecht, Zärtlichkeit und Mütterlichkeit – spart aber auch Abhängigkeitsverhältnisse nicht aus.
17. Mai 2017
Renate Bertlmann, Bilderwandlung oder der pädagogische Eros, 1979/2016, 7 S/W-Fotografien auf Leinwand je 50 x 70 cm, Gebetsschemel, Gebetsbuch, 7 Kerzenhalter, 7 Grabkerzen, Installationsmaße: 600 x 170 x 60 cm (Sammlung VERBUND).

Renate Bertlmann: Bilderwandlung oder der pädagogische Eros Feministische Rebellion zwischen Kitsch und Kunst

Gebetsgesang schwillt an. Mitten im sterilen White-Cube des mumok drängt sich plötzlich eine Wand in zartem Fliederviolett auf. Und mit ihr die Vision einer Nonne, die kniend die Bilder eines großen Dildos anfleht: „San Erectus Prega Per Noi“, „Hl. Erectus bete für uns“.
1. Mai 2017
Lynn Hershman Leeson, Roberta Construction Chart #1, 1975, C-Print © Lynn Hershman Leeson, SAMMLUNG VERBUND, Wien

Feministische Avantgarde der 1970er Jahre aus der SAMMLUNG VERBUND Ausstellung „Woman“ im mumok

„Feministische Avantgarde“ – die Rebellion der Künstlerinnen der 1970er Jahre gegen das patriarchale System (auch der Kunst) – anhand von über 300 Werken der SAMMLUNG VERBUND dargestellt. Den internationalen Aufbruch feministischer Künstlerinnen taufte Gabriele Schor, Sammlungsleiterin des Verbund, als „Avantgarde“.
28. Februar 2016
Renate Bertlmann, Cover

Renate Bertlmann: AMO ERGO SUM Ein subversives Politprogramm

Renate Bertlmann (* 1943) ist eine der bedeutenden Wiener Feministinnen, die in ihrer Arbeit die Themen Liebe, Erotik und Sexualität verhandelt. Die Avantgardistin, die sich der Methoden der Performance, Fotografie, Video aber auch Zeichnung und Installation bedient, zeigt den Geschlechterkampf und demaskiert die Gesellschaft. Bertlmann spielt männliche und weibliche Rollen, um unterschiedliche Identitäten zu erkunden. Sie erforscht und reinszeniert beispielsweise mit dildohaften Schmetterlingen Vorstellungen einer männlichen, fetischversessenen Sexualität, die sie ins Absurde dreht.
26. Oktober 2015
Ron Mueck, Mother and Child, 2001–2003, Mischtechnik, 24 x 36 x 89 cm (Courtesy the artist und Hauser & Wirth), Installationsansicht "Rabenmütter": Alexandra Matzner.

Mütterbilder von 1900 bis heute Rabenmütter - Zwischen Kraft und Krise

Kinder profitieren von „Rabenmüttern“!? Damit, wenn auch verkürzt, ließ eine Harvard Studie jüngst aufhorchen. Nur, was auf Deutsch als „Rabenmutter“ wie eine Grimm’sche Märchenfigur betitelt und seit dem 19. Jahrhundert das Gegenteil zur innig liebenden, fürsorglichen Mutter bezeichnet wird, heißt auf Englisch „working mother“ oder in der Linzer Ausstellung „Mom of the Year“. Die Kuratorinnen aus Linz - Stella Rollig, Elisabeth Nowak-Thaller und Sabine Fellner - stellen sich angesichts aktueller Entwicklungen und Diskussionen der brennenden Frage nach den Veränderungen des Mutterbildes seit 1900.
26. August 2013
Kurt Ingerl, Struktur, 1978, Foto: Alexandra Matzner.

Die 70er Jahre: Expansion der Wiener Kunst Feminismus, Abstraktion und erste Medienkunst

Das MUSA präsentiert im Zweijahres-Rhythmus eine Auswahl aus einem Jahrzehnt Wiener Kunstschaffens. Im Herbst/Winter 2013/2014 werden die 70er Jahre unter dem Titel „Expansion der Wiener Kunst“ aufgefächert. Bereits ein schneller Rundgang zeigt, wie viel die heutige Kunstszene diesem Jahrzehnt verdankt, und wie viele Wiener Künstler_innen von den großen Ausstellungshäusern sträflich vernachlässigt werden.