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Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Das Niederländische Goldene Zeitalter Klasse Gesellschaft würdigt die niederländische Genremalerei

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 26. November 2021
Hamburger Kunsthalle, Niederländische Genremalerei 2021

Hamburger Kunsthalle, Niederländische Genremalerei 2021

Im „Goldenen Zeitalter“ der Niederlande erlebte die Malerei im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung einen großen Aufschwung (→ Barock). Dabei erfuhr die Genremalerei aufgrund ihrer sehr realitätsnah wirkenden Darstellungen bei wohlhabenden Bürgern und Kaufleuten eine hohe Wertschätzung. Beliebt waren die eleganten, atmosphärischen Interieurs und familiären Szenen der Delfter Feinmaler um Jan Vermeer, Pieter de Hooch und Gerard ter Borch sowie die überspitzten, ironischen Schilderungen des bäuerlichen Milieus und zügellosen Treibens der einfachen Leute von Jan Steen oder David Teniers.

Klasse Gesellschaft
Das Niederländische Goldene Zeitalter

Deutschland | Hamburg: Hamburger Kunsthalle
Hubertus-Wald-Forum
26.11.2021 – 27.3.2022
verlängert bis 24.4.2022

Mit „Klasse Gesellschaft. Die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters“ widmet die Hamburger Kunsthalle mit ca. 150 Werken einem facettenreichen Kapitel der europäischen Kunstgeschichte eine umfassende Schau. Ausgangspunkt der Ausstellung ist der hochkarätige Bestand in der Hamburger Kunsthalle an Gemälden des holländischen 17. Jahrhunderts, den die Präsentation nun entsprechend würdigen will.

 

David Teniers, Die Neuigkeit, 1660-1670, Öl/Eichenholz, 24 x 34 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
David Teniers, Die Neuigkeit, 1660-1670, Öl/Eichenholz, 24 x 34 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

Malerei des Goldenen Zeitalters in der Hamburger Kunsthalle kontextualisiert und aktualisiert

Ein weiterer wesentlicher Teil der Präsentation ist übergeordneten Aspekten gewidmet und skizziert anhand von soziokulturellen Entwicklungen und politischen Hintergründen die niederländische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die die ausgewählten Künstler in ihren Gemälden scheinbar abbildeten.

Darüber hinaus bewertet die Ausstellung mit gesellschaftskritischen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts die Darstellungen und verknüpft sie mit unserer eigenen Lebenswirklichkeit. Oftmals erscheinen die Kunst der Alten Meister und der Kontext, in dem sie entstanden ist, weit entfernt von aktuellen Diskussionen, hat ihre ursprüngliche Intention scheinbar nichts mehr mit den komplexen Zusammenhängen und Themen zu tun, die die Gesellschaft heute bewegt.

Mit diesen Vorurteilen möchte die Schau brechen und kontroverse Thesen diskutieren. Wichtige thematische und motivische Anknüpfungspunkte an die heutige Zeit sind zudem die inszenierten Darstellungen des niederländischen Bürgertums des 17. Jahrhunderts und die Mittel der Kommunikation. Die heutigen Motivationen dafür und die damit verbundenen Erwartungen unterscheiden sich dabei kaum von den Damaligen. Und so entstehen Blicke auf die Gesellschaft, die überraschende Parallelen aufweisen.

 

Pieter de Hooch, Der Liebesbote, um 1670, Öl/Lw auf Holz aufgezogen, 57 x 53 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Pieter de Hooch, Der Liebesbote, um 1670, Öl/Lw auf Holz aufgezogen, 57 x 53 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Gerard ter Borch, Jan Roever, Bürgermeister von Deventer, um 1660/61, Öl/Lw, 66,5 x 51,5 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Gerard ter Borch, Jan Roever, Bürgermeister von Deventer, um 1660/61, Öl/Lw, 66,5 x 51,5 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

Mit Lars Eidinger und Stefan Marx

In der Ausstellung treffen die Werke der niederländischen Meister auf Arbeiten von Stefan Marx und Lars Eidinger. Die beiden Künstler reflektieren die Themen und Motive, stellen sie in einen größeren Kontext und heben dadurch traditionelle Grenzen auf. Durch diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Gegenüberstellung entsteht ein spannender Dialog, der in seiner Wechselwirkung neue Blicke und Sichtweisen auf die Kunst der Alten Meister ermöglicht. Stefan Marx arbeitet u.a. mit Schriftbildern, die in besonderer Typographie als Zeichnungen und Gemälde realisiert werden. Die bisweilen poetischen, humorvollen, aber auch kritischen und zum Nachdenken anregenden Aussprüche, Zitate oder Epigramme erschließen neue Perspektiven in der Auseinandersetzung mit den niederländischen Genreszenen.

Lars Eidingers Fotografien und Videoarbeiten spiegeln eine Fülle von alltäglichen und aufmerksamen Beobachtungen an unterschiedlichen Orten wider. Sie halten oftmals paradoxe Alltagsszenen und das ambivalente Verhalten der Menschen fest, ohne dieses zu bewerten. Teilweise angereichert mit Szenen aus Theater und Film, ergeben sich hintergründige, eigenwillige und tiefsinnige Bildwelten, die unerwartete Parallelen zu den Werken der Alten Meister offenbaren.

Kuratiert von Sandra Pisot.
Quelle: Hamburger Kunsthalle

 

Jan Steen, Vaterfreuden, Öl/Lw, 69 x 79 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Jan Steen, Vaterfreuden, Öl/Lw, 69 x 79 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

 

Niederländische Barockmalerei der Hamburger Kunsthalle: Bilder

  • Pieter de Hooch, Der Liebesbote, um 1670, Öl/Lw auf Holz aufgezogen, 57 x 53 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Jan Steen, Vaterfreuden, Öl/Lw, 69 x 79 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Gerard ter Borch, Jan Roever, Bürgermeister von Deventer, um 1660/61, Öl/Lw, 66,5 x 51,5 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • David Teniers, Die Neuigkeit, 1660-1670, Öl/Eichenholz, 24 x 34 cm (© Hamburger Kunsthalle)

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