Barock

Was ist die Kunst des Barock?

Der Barock Stil wurde kurz vor 1600 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt van Rijn geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte. Sein Schüler Anthonis van Dyck feierte an den Höfen von Genua, Brüssel, Den Haag und vor allem London als Portätist große Erfolge.

Definition

Der Begriff Barock leitet sich vom portugiesischen Wort barocco für eine unregelmäßig geformte Perle ab. Er wurde erstmals im späten 18. Jahrhundert abwertend für die Epoche des Absolutismus und der Gegenreformation verwendet. Datiert wird das Barock (auch der Barock) von etwa 1575 bis 1770 und kann in drei Phasen gegliedert werden:

  • Frühbarock (ca. 1575–ca. 1650)
  • Hochbarock (ca. 1650–1720)
  • Spätbarock | Rokoko (ca. 1720–1770) → Rokoko

Barocke Kunst diente der Herrscherrepräsentation und der Durchsetzung der Gegenreformation. Charakteristisch für den barocken Stil ist seine Prachtentfaltung, die sich in überbordenden Dekorationen, farbigen Freskenausstattungen, Materialreichtum, großformatigen Staatsporträts zeigt. Während des 17. Jahrhunderts blühte die Kunst vor allem in Spanien und Holland (Goldenes Zeitalter), zwei Nationen, die aufgrund ihrer Handelskontakte zu großem Reichtum gekommen waren. In Frankreich wurde vor allem die Palastarchitektur (Versailles) prägend und in Rom die Sarkalarchitektur. Ebenfalls in der Ewigen Stadt lebten mit Caravaggio und Gianlorenzo Bernini zwei der wichtigsten Künstler des Barock, deren neuartige, weil realistische bzw. emotional mitreißende Darstellungen in ganz Europa rezipiert wurden.

Bilderdekret am Konzil von Trient

Am Konzil von Trient (1545–1563) wurden wichtige Beschlüsse über die Errichtung von Kirchen und der Bildproduktion erlassen, darunter die Einführung des Hochaltars. Die von den Protestanten abgelehnte Bildproduktion wird von katholischen Theologen bestätigt, indem sie auf das Inkarnationsdogma verwiesen: Der unsichtbare Gott ist durch die Menschwerdung sichtbar und für die Kunst darstellbar geworden.

Die Antwort der römisch-katholischen Kirche auf den Bilderstreit, formuliert während der 25. Sitzung des Konzils von Trient (1563), sprach diese moralischen Vorwürfe an, indem sie die metaphorische Verbindung zwischen physischem und spirituellem Sehen neu ausrichtete. Die Tridentiner Beschlüsse stellten den metaphorischen Wert frommer Bilder im religiösen Leben wieder her.

Die Folge war der bewusste Umgang mit bildender Kunst – allerdings auch die Kontrolle derselben durch den Klerus. Daniele da Volterra wurde beispielsweise beauftragt, die nackten Figuren in Michelangelos „Jüngstem Gericht“ in der Sixtina zu bekleiden. Paolo Veroneses Darstellung des „Abendmahls“ im Refektorium der Mönche von San Giovanni e Paolo in Venedig erregte aufgrund vieler Nebenszenen im Treppenbereich der vorderen Bildebene Anstoß. Der venezianische Maler wurde kurz nach Beendigung am 18. Juli 1573 vor ein Inquisitionsgericht geladen, da er das decorum [Regeln der Sitten] nicht eingehalten hätte. Der Prozess fand, wie die Prozessunterlagen im Staatsarchiv Venedigs dokumentieren, unter dem Vorsitz eines päpstlichen Legaten und des Patriarchen von Venedig statt und verurteilte den Künstler das Werk zu überarbeiten.

„Ferner wird in den Bildern Christi, der jungfräulichen Gottesgebärerin und der anderen Heiligen, die vor allem in den Gotteshäusern sein und bleiben müssen, die schuldige Hochachtung und Ehre erwiesen, nicht als würde geglaubt, in ihnen sei irgendeine göttliche Kraft […] wie es einst von den Heiden geschah, die ihre Hoffnung auf die Götzenbilder setzten, sondern weil die Ehre, die ihnen erwiesen wird, sich auf die Urgestalten bezieht, die jene Bilder vergegen­wärtigen […] Folgendes sollen die Bischöfe gewissenhaft ehren: Durch die Erzählung der Geheimnisse unserer Erlösung, wie sie in Gemälden und anderen mimetischen Darstellungen Ausdruck finden, wird das Volk zum Eingedenken und zur beharrlichen Erwägung der Glaubensartikel erzogen und ermutigt. Dann aber wird aus allen heiligen Bildern großer Nutzen gezogen, weil […] den Gläubigen durch die Heiligen Gottes Wunder und segenreiche Beispiele vor Augen gestellt werden […] zur Pflege der Frömmigkeit.“1

Kunstakademien

Im Barock wurde die Ausbildung von Künstlern endgültig in die Hände von teils staatlichen Akademien gelegt – und vor allem an Höfen das Zunftsystem umgangen. Die Akademien waren aber nicht nur Ausbildungsstätten, sondern auch Orte des Austauschs und des Kunstdisputs zwischen Kollegen. Um in die Akademie aufgenommen zu werden, mussten Künstler ein Aufnahmestück vorlegen. Vor allem in Frankreich wurde die Akademiezugehörigkeit zu einem wichtigen Status innerhalb der Künstlerschaft, da die Akademie auch Ausstellungen organisierte und höfische Aufträge vergab. Zudem ehrten die Akademien herausragende Mitglieder und organisierten Exequien nach deren Ableben (z.B. ein Trauergerüst für Michelangelo in Florenz).

Akademiegründungen:

  • 1564 Accademia del Disegno, Florenz, durch Giorgio Vasari
  • 1593 Accademia di San Luca, Rom
  • 1666 Académie de France à Rome, durch Colbert als Zweigstelle der Pariser Akademie

Architektur

Die europäische Baukunst des Barock umschreibt grob die Jahre 1600 bis 1760. Als führende Städte werden Rom, Paris und Zentraleuropa (Bayern, Wien, Prag) angesehen. Von Rom ausgehend, entwickelte sich um 1630/35 in Paris der „style classique“ in Frankreich. Erst ab 1690 lässt sich barocke Architektur auch in den Ländern des Heiligen Römischen Reiches (heute: Deutschland, Österreich) nachweisen.

Im Unterschied zur Renaissance-Architektur erzielen barocke Bauten eine neue dynamische Wirkung, indem die Säulen und Wände konkav-konvexe Schwünge ausbilden. Mit Michelangelos Kuppel für den Petersdom wurde eine wichtige und häufig zitierte Formlösung gefunden: durchfensterter Tambour und hoch aufragende Kuppel (vgl. Stefano Madernos Kuppel von S. Andrea della Valle, 1622 vollendet). Der Bevorzugung des runden oder ovalen Kuppelbaus folgte die barocke Vorliebe für den Zentralraum. Die Gestaltung des Langhauses und des Inneren von St. Peter und des Petersplatzes etablierte die Säule und die Vielfarbigkeit (Gian Lorenzo Bernini, ab 1624; Borromini). Als erste barocke Kirchenfassade Roms gilt S. Susanna von Carlo Maderno (1556–1629), da die Säulen von der Wand getrennt sind und ihr den Eindruck von Beweglichkeit vermitteln.

Gleichzeitig wurde die Pilastergliederung an der römischen Palastfassade üblich.2

Berühmte Barockmaler

Barockmaler in Italien

Berühmte Malerinnen des Barock

Barockmaler in Flandern

Barockmaler in den nördlichen Niederlanden

Barockmaler in Spanien

Barockmaler in Frankreich und Lothringen

  • Nicholas Poussin
  • Claude Lorrain
  • Claude Vignon
  • Philippe de Champaigne
  • Charles Le Brun
  • Georges de La Tour

Barockmaler in Österreich

Berühmte Barockarchitekten

  • Carlo Maderno
  • Gian Lorenzo Bernini
  • Francesco Borromini
  • Pietro da Cortona
  • Guarino Guarini
  • Cosmas Damian Asam
  • Familie Dientzenhofer
  • Familie Carlone
  • Familie Galli-Bibiena
  • Familie Muggenast
  • Antonio Beduzzi
  • Johann Bernhard Fischer von Erlach
  • Joseph Emanuel Fischer von Erlach
  • Johann Lucas von Hildebrandt
  • Jakob Prandtauer

Berühmte Barockbildhauer

  • Gian Lorenzo Bernini (1598–1680 - Link siehe oben)
  • Alessandro Algardi (1598–1654)
  • Francois Duquesnoy (1597–1643)
  • Paul Strudel (um 1648–1708)
  • Balthasar Permoser (1651–1732)
  • Georg Raphael Donner (1693–1741)
  • Balthasar Ferdinand Moll (1717–1785)
  • Jakob Gabriel Mollinarolo (1717–1780)
  • Franz Xaver Messerschmidt (1736–1783)

Beiträge zur Barock Kunst

10. Mai 2022
Johann Ulrich Hurdter, Ringende Nymphen, ca. 1670, Kunsthistorisches Museum Wien

Ulm | Museum Ulm: Barock in Ulm! Geschichte, Kunst und Kultur im 17. Jahrhundert | 2022

Erstmals nimmt das Museum Ulm das 17. Jahrhundert und die Kunst des Barock in den Blick. Das Zeitalter der Extreme sah den Dreißigjährigen Krieg, gelehrte Debatten aber auch kunstvolle Schnitzrereien von David Heschler und Johann Ulrich Hurdter.
2. April 2022
Bernardo Bellotto gen. Canaletto, Die Kirche SS. Giovanni Paolo und die Scuola di San Marco in Venedig, 1740, Feder, braune Tinte über Bleistift (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)

Darmstadt | Hessisches Landesmuseum: Bernardo Bellotto Zeichnungen Veduten italienischer Städte | 2022

In der Darmstädter Ausstellung werden Bellottos Zeichnungen aus seiner Zeit in Italien - mit einem Fokus auf Venedig, Rom, Padua und Verona- durch einen Ausblick auf Bellottos Dresdner Schaffensperiode ergänzt. Seit 1829 befindet sich knapp die Hälfte aller erhaltenen Zeichnungen Bellottos in Hessen, ergänzt durch über 30 Radierungen seiner Veduten von Dresden, Pirna und Königstein.
16. März 2022
Salomon Kleiner, Belvedere, Detail Unteres Belvedere (Belvedere)

Wien | Unteres Belvedere: Das Belvedere. 300 Jahre Ort der Kunst Kritische Hommage der eigenen Geschichte | 2023

Die Schau läutet das Belvedere-Jubiläumsjahr 2023 ein. Als kritische Hommage auf die Geschichte eines Ortes der Kunst über Jahrhunderte hinweg zeichnet die Ausstellung historische Entwicklungen und institutionelle Veränderungen nach.
8. März 2022
Annibale Carracci und Werkstatt, Hl. Diego de Alcalá erhält Almosen, Detail, 1604–1607, Wandmalerei auf Leinwand übertragen, 126 x 223,5 cm (Museum Nactional del Prado, Madrid)

Madrid | Prado: Annibale Carracci. Die Fresken der Herrera-Kapelle Episoden aus dem Leben des hl. Diego de Alcalá | 2022

Episoden aus dem Leben des hl. Diego de Alcalá wiedervereint mit dem Altarbild: Carraccis letztes Werk entstand gemeinsam mit seinen Schülern Lanfranco, Dominichino, Badalocchio und Albani.
1. März 2022

Wien | Gartenpalais Liechtenstein: Joseph Wenzel und seine Kunst Treuer Fürst: Kunstsammler, Diplomat, Stratege | 2022

Die Fürstlichen Sammlungen widmen aus Anlass seines 250. Todestages im Gartenpalais Liechtenstein eine Sonderausstellung, die Fürst Joseph Wenzel I. von Liechtenstein als Kunstsammler, Diplomat und Stratege würdigt (freier Eintritt).
8. Februar 2022
Hendrik ter Brugghen, Der Zecher, Detail, 1627, Leinwand, 71,3 x 60 cm (© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Foto: Nicole Wilhelms)

München | Alte Pinakothek: Hendrick ter Brugghens Zecher Restaurierung eines barocken Genrebildes | 2022

Restaurierung macht eigenhändige Motivänderungen Hendrick ter Brugghens nun wieder deutlich erkennbar.
25. Januar 2022
Plautilla Bricci

Rom | Palazzo Barberini: Plautilla Bricci Erste Architektin des barocken Rom | 2022

Die Galleria nazionale d’Arte Antica widmet der Ausnahmekünstlerin Plautilla Bricci (Rom 1616–nach 1690) eine erste Einzelausstellung und enthüllt damit eine Erfolgsgeschichte zwischen Malerei und Architektur.
3. Januar 2022
Wolfgang Heimbach, Selbstportraet, Detail

Münster | LWL-Museum: Wolfgang Heimbach Deutscher Barockmaler an europäischen Höfen | 2022

Die Ausstellung im LWL-Museum zeichnet die verschiedenen Stationen in Leben und Werk Heimbachs nach und setzt Gemälde, ihre Auftraggeber an den unterschiedlichen Orten und sein Umfeld in Beziehung.
1. Januar 2022

Wien | KHM: Idole & Rivalen. Künstler im Wettstreit Konkurrenz in Renaissance und Barock | 2022

Ausstellung zum paragone (dt. Künstlerwettstreitt) in Renaissance und Barock mit Meisterwerken von Leonardo, Michelangelo, Dürer, Tizian, Lavinia Fontana, Sofonisba Anguissola bis Peter Paul Rubens und vielen mehr.
11. Dezember 2021
Guido Reni, Himmelfahrt Mariens, Detail, um 1596–1597, Öl auf Kupfer, 58,0 x 44,4 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Frankfurt | Städel Museum: Guido Reni Die Schönheit des Göttlichen | 2022/23

Wiederentdeckung eines vergessenen Malers des italienischen Barock: Guido Reni zählte zu den berühmtesten Künstlern des frühen 17. Jahrhunderts. Göttlichen Figuren konnte er unglaubliche Schönheit verleihen, während er in seinem provaten Leben gegen Spielsucht und Aberglauben kämpfte.
8. Dezember 2021
Artemisia Gentileschi, Susanna und die Alten, Detail, Öl auf Leinwand (The Burghley House Collection, Stamford)

Köln | Wallraf: SUSANNA Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo | 2022/23

Mit der weltweit ersten Ausstellung zur biblischen Susanna in der Kunst widmet sich das Wallraf einer Erzähl- und Bildtradition, die auch vor dem Hintergrund der MeToo-Bewegung kaum aktueller sein könnte.
5. Dezember 2021
Jan Vermeer, Das Mädchen mit dem Perlenohrring, Detail, 1665, Öl/Lw, 39 x 44.5 cm (Mauritshius, Den Haag)

Amsterdam | Rijksmuseum: Vermeer 2023 größte Vermeer-Ausstellung

Das Rijksmuseum kündigt für das Frühjahr 2023 die größte Vermeer-Ausstellung in seiner Geschichte an.
26. November 2021
Hamburger Kunsthalle, Niederländische Genremalerei 2021

Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Das Niederländische Goldene Zeitalter Klasse Gesellschaft würdigt die niederländische Genremalerei

Im „Goldenen Zeitalter“ der Niederlande erlebte die Malerei im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung einen großen Aufschwung. Dabei erfuhr die Genremalerei aufgrund ihrer sehr realitätsnah wirkenden Darstellungen bei wohlhabenden Bürgern und Kaufleuten eine hohe Wertschätzung.
9. November 2021
Louise Moillon, Schale mit Kirschen, Pflaumen und Melone, Detail, 1633 (Louvre)

Paris | Louvre: Die Dinge. Eine Geschichte des Stilllebens seit der Vorgeschichte Neues Verhältnis zwischen Lebenden und Unbelebtem

Das lange diskreditierte Genre des Stilllebens wird einer Neubewertung unterzogen, ausgelöst durch unsere wachsende Bindung an die Dinge sowie unsere neuen Beziehungen zwischen Lebenden und Nichtlebenden.
22. Oktober 2021
Peter Paul Rubens, Marchesa Bianca Spinola Imperiale und ihrer Nichte Maddalena Imperiale, Detail, um 1605/06 (Staatsgalerie Stuttgart)

Stuttgart | Staatsgalerie: Rubens Flämischer Malerstar des Barock und seine Anfänge in Italien

Die Herbst-Ausstellung 2021 in Staatsgalerie Stuttgart ist dem flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens gewidmet (ab 22.10.). Grundlage für die Ausstellung ist der eigene Rubens-Bestand, von dem bisher nur ein frühes Doppelporträts als eigenhändig zugeschrieben ist.
6. Oktober 2021
Rembrandt, Die Blendung Simsons, Detail, 1636, Öl/Lw, 206 x 276 (Städel Museum, Inv.-Nr. 1383)

Frankfurt | Städel: Rembrandt

Einschließlich der Druckgrafiken besitzt das Städel Museum 35 Werke in seinen Sammlungen. Mit der „Blendung Simsons“ von 1636 nennt es ein Hauptwerk der 1630er Jahre sein Eigen.
1. Oktober 2021
Nicolas Poussin, Eine bacchanalische Feier vor einer Herme, Detail, 1632/33, Öl/Lw, 98 x 142.8 cm (© The National Gallery, London)

London | National Gallery: Poussin und der Tanz Freudvolle Bilder des "ernsthaften" Barockmalers

Für Herbst 2021 plant die National Gallery of Art eine wegweisende Ausstellung zu Nicolas Poussin (1594–1665). Erstmals konzentrieren sich die Kuratoren auf Bilder von Tänzer*innen und Feiernden.
21. September 2021
Frans Hals, Der lachende Kavalier, Detail, 1624 (The Trustees of the Wallace Collection, London)

London | Wallace Collection: Frans Hals. Das Männerporträt Der lachende Kavalier in Begleitung

Mit stuppender Maltechnik und befreiten Posen revolutionierte Frans Hals zwischen den 1630ern und seinem Tod 1666 das Genre des Männerporträts. Erstmals versammelt die Wallace Collection eine Reihe dieser Werke um seinen eigenen „Lachenden Kavalier“.
9. September 2021
Jan Vermeer, Die Briefleserin (am offenen Fenster), Detail, um 1657/59, Öl/Lw, 83 x 64,5 cm (Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister – Staatliche Kunstsammlungen)

Dresden | Zwinger: Vermeer „Briefleserin am offenen Fenster“ und die holländische Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Anlässlich der Restaurierung von „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ plant Dresden für das Frühjahr 2021 eine Vermeer-Ausstellung: Zehn Bilder Vermeers und weitere 50 seiner Zeitgenossen kontextualisieren das Dresdner Genrebild mit neuer Aussage!
26. August 2021
Johannes Nepomuk, Detail, um 1750, Gouache auf Pergament, Reliefstickerei mit Metallfäden auf Seide (Dommuseum Salzburg / J. Kral)

Salzburg | Dommuseum: Johannes Nepomuk Der Heilige schlechthin?

Als eine der wenigen Institutionen widmet das Salzburger Dommuseum dem hl. Johannes von Nepomuk (um 1345/50–1393) eine Ausstellung anlässlich der Seligsprechung des Prager Kanonikers vor 300 Jahren.
25. August 2021
Düsseldorf, Kunstpalast, Barock Modern

Düsseldorf | Kunstpalast: BAROCK MODERN Gegenüberstellung barocker Werke und abstrakten Arbeiten der Nachkriegszeit

In einer rund 120 Gemälde, Skulpturen, Papierarbeiten und Glasobjekte umfassenden Ausstellung untersucht der Kunstpalast die bislang kaum beleuchteten Spuren des Barocks in der Kunst nach 1950.
10. August 2021
Bernardo Bellotto, Festung Königstein: Hof mit Brunnenhaus, Detail, 1756–1758, Öl/Lw, 133.9 × 238 cm (Manchester Art Gallery © Manchester Art Gallery, UK / Bridgeman Images)

London | National Gallery: Bellotto. Festung Königstein

Erstmals seit 250 Jahren sind fünf Ansichten der Festung Königstein von Bernardo Bellotto (1722–1780) wiedervereint.
26. März 2021
Silbermöbel der Welfen, Spiegel © Bayerisches Nationalmuseum, Foto: Walter Haberland

Braunschweig | Herzog Anton Ulrich-Museum: Silbermöbel der Welfen Die Silbermöbel der Welfen

Das Herzog Anton Ulrich-Museum präsentiert in einer Sonderausstellung 2021 die kostbaren Silbermöbel der Welfen, die als langfristige Leihgabe 2019 von der Marienburg nach Braunschweig übersiedelten.
12. März 2021
Rembrandt und Werkstatt, Mann in orientalischer Tracht, Detail, um 1635, Öl/Lw, 98.5 x 74.5 cm (National Gallery of Art, Washington, Andrew W. Mellon Collection, Inv.-Nr. 1940.1.13)

Potsdam | Museum Barberini: Rembrandts Orient Orientalisch-exotisch Motive in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Rembrandt und seine Zeitgenossen nutzten auffallend häufig orientalische Kostüme in ihren Werken. Die Stadt Amsterdam war ein gewaltiges Warenhaus für Güter aus dem Nahen und Fernen Osten, was zu einem tieferen Verständnis des Orients beitrug.
7. März 2021
Ginevra Cantofoli, Junge Frau in orientalischer Kleidung,detail, 2. Hälfte 17. Jhdt, Öl/Lw, 65 x 50 cm (Padova, Museo d'arte Medioevale e moderna, legato del Conte Leonardo Emo Capodilista, 1864)

Mailand | Palazzo Reale: Italienische Malerinnen des 16. und 17. Jahrhunderts Weibliches Kunstschaffen von Manierismus bis Barock

150 Werke von 34 Künstlerinnen, die zwischen 1500 und 1600 in Italien lebten, sind 2021 im Palazzo Reale in Mailand ausgestellt: mit Bildern von Artemisia Gentileschi, Sofonisba Angissola, Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Giovanna Garzone und Fede Galizia uvm.
17. Dezember 2020
Jusepe de Ribera, Paulus, der Eremit, Detail, 1647, Öl/Lw (Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto:RBA Köln)

Köln | Wallraf: Naturalismus des spanischen Barock Malerei, die „Unter die Haut“ geht!

Ribera, Zurbarán und Murillo: Drei Namen, drei Künstler, ein Königreich, eine Epoche – sie alle bringt das Wallraf in seiner nächsten Jahrespräsentation zusammen. Die drei Stars des spanischen Barock und ihre naturalistischen Malereien werden den Besucher*innen „Unter die Haut“ gehen. Dafür sorgen nicht nur der ergreifende Realismus, das Pathos und die spirituelle Überzeugungskraft der Meister, sondern auch ihre Inspirationsquellen.
31. Oktober 2020
Rembrandt und Werkstatt, Mann in orientalischer Tracht, Detail, um 1635, Öl/Lw, 98.5 x 74.5 cm (National Gallery of Art, Washington, Andrew W. Mellon Collection, Inv.-Nr. 1940.1.13)

Basel | Kunstmuseum: Rembrandts Orient Orientalisch-exotisch Motive in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Rembrandts Vorstellung vom Orient und seine Orientbilder im Kontext der niederländischen Malerei, Ausstellung im Kunstmuseum Basel 2020/21
15. Oktober 2020
Caravaggio, Hl. Johannes der Täufer (Knabe mit Widder), Detail, 1602, Öl/Lw, 129 × 94 cm (Musei Capitolini, Pinacoteca Capitolina, Rom – Archivio Fotografico dei Musei Capitolini © Roma, Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali)

Dresden | Zwinger: Caravaggio Das Menschliche und das Göttliche konfrontiert Caravaggio mit seinen Nachfolgern

Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610) schuf 1602 das Gemälde „Johannes der Täufer“, das heute in der Sammlung der Kapitolinischen Museen in Rom hängt – im Herbst/Winter 2020/21 in Dresden zu Gast ist. Mehr als 50 Werke aus der eigenen Sammlung belegen Caravaggios weitreichenden Einfluss auf die Kunst – über Generationen und Landesgrenzen hinweg.
10. Oktober 2020
Artemisia Gentileschi, Selbstporträt als hl. Katherina von Alexandria, Detail, um 1615–1617, Öl/Lw, 71.5 x 71 cm (© The National Gallery, London)

London | National Gallery of Art: Artemisia Gentileschi Selbstporträts der italienischen Barockmalerin

Im Zentrum der Ausstellung „Artemisia“ steht das jüngst erworbene „Selbstporträt als Heilige Katharina von Alexandria“. Erstmals wird diese Entdeckung des Jahres 2017 neben eng verwandten Werken von Artemisia Gentileschi ausgestellt.
1. Oktober 2020
Giovanni Benedetto Castiglione, genannt Il Grechetto, Noah leitet die Tiere in die Arche, Detail, um 1660, Pinsel in Braun und Rotbraun, stellenweise Blaugrau, auf hellbeigem Papier, 32 x 45,4 cm (Kunsthaus Zürich, 1945)

Zürich | Kunsthaus: Giovanni Benedetto Castiglione

Das Kunsthaus Zürich widmet diesem Virtuosen auf Papier - dem Zeichner und Erfinder der Monotypie, dem Genuesen Giovanni Benedetto Castiglione - 2021 eine Einzelschau und zeigt ihn unter anderem in Auseinandersetzung mit seinem großen Vorbild Rembrandt.
19. Juni 2020
Bernardo Strozzi, Die Köchin, Detail, um 1625, Öl/Lw, 176 x 186 cm (Musei di Strada Nuova, Palazzo Rosso, Genua)

Washington | National Gallery of Art: Barock in Genua Malerei und Skulptur von 1600 bis 1750

Etwa 60 Gemälde und zahlreiche Arbeiten auf Papier bringen 2020 das Genueser Barock nach Washington D. C. Mit Werken von Rubens, Orazio Gentileschi, van Dyck, Bernardino Strozzi, Benedetto Castigione, Baccicio, Alessandro Magnasco uvm. wird die reiche visuelle Kultur der ligurischen Hafenstadt von 1600 bis 1750 nachvollziehbar.
3. Juni 2020
Giovanna Garzoni, Stillleben mit chinesischem Teller, Artischocken, Rosen und Erdbeeren, Detail, Pergament (Galleria Palatina ed Appartamenti Reali, Florenz)

Florenz | Palazzo Pitti: Giovanna Garzoni Italiens berühmteste Stilllebenmalerin des Barock

Die Uffizien kündigen an, dass im Frühjahr 2020 die von den Medici gesammelten Werke von Giovanna Garzoni ausgestellt werden. Dabei wird ein Fokus auf die Stillleben der italienischen Malerin gelegt.
27. Mai 2020
Adriaen van Ostade, Der Leiermann, Detail, um 1647

Winterthur | Reinhart am Stadtgarten: Adriaen van Ostade Haarlemer Genremaler als scharfer Beobachter in Malerei in Druckgrafik

Der Haarlemer Maler Adriaen van Ostade (1610–1685) ist berühmt für seine Bauerndarstellungen. Weniger bekannt ist sein grundlegender Stilwandel Ende der 1640er Jahre sowie seine Hinwendung zur Radierung.
27. Januar 2020
Rembrandt, Selbstporträt mit Hut und zwei Ketten, Detail, um 1642/43, Öl/Lw, 72 x 54,8 cm (Museo Nacional Thyssen Bornemisza, Madrid)

Madrid | Museo Nacional Thyssen-Bornemisza: Rembrandt und das Porträt Amsterdamer Porträtmalerei 1590–1670

Zum ersten Mal in Spanien zeigt das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza eine Ausstellung über Rembrandt van Rijns Aktivitäten als Porträtist, ein Genre, in dem auch der bedeutendste niederländische Maler des 17. Jahrhunderts das höchste Niveau erreichte.
20. Dezember 2019
Raffael, Sixtinische Madonna, 1512/13, Detail, Öl auf Leinwand, 256 × 196 cm (Gemäldegalerie Alte Meister Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Neuaufstellung Wiedereröffnung der Renaissance- und Barocksammlung im Dresdener Zwinger

Nach mehrjähriger Sanierungsphase finden am 29. Februar 2020 die feierliche Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister und die Neupräsentation der Skulpturensammlung bis 1800 statt.
24. November 2019
Peter Paul Rubens, Landschaft mit Regenbogen, Detail, um 1636, Öl/Eiche, 135.6 x 235 cm (Wallace Collection, London)

London | National Gallery & Wallace Collection leihen Rubens für Tizian „Landschaft mit Het Steen“ und „Landschaft mit Regenbogen“ wiedervereint

Rubens' „Landschaft mit Het Steen“ und „Landschaft mit Regenbogen“ werden 2020 in der Wallace Collection wiedervereint. Geschiche und Bedeutung der Bilder legen Rubens' römisch geprägtes Landschaftskonzept offen.
11. November 2019
Nicolaes Maes, Die alte Spitzenklöpplerin, Detail, um 1655, Öl/Holz, 38.8 × 35.9 cm (Mauritshuis, Den Haag, erworben mit der Hilfe der Freunde der Mauritshuis Stiftung, der VSB Stiftung Den Haag und der Rembrandt Association, 1994 (1101) © Mauritshuis, Den Haag)

Den Haag | Mauritshuis: Nicolaes Maes Rembrandts Schüler und niederländischer Meister des Golden Zeitalters

Die Ausstellung im Mautitshuis in Den Haag zeigt über 35 Gemälde und Zeichnungen von Nicolaes Maes, der einer der wichtigsten Schüler Rembrandts war.
14. Oktober 2019
Caravaggio, David mit dem Haupt des Goliath, Detail, um 1600/01, Pappelholz, 91,2 × 116,2 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie © KHM-Museumsverband)

Wien | KHM: Caravaggio & Bernini Barocke Genies in Wien

Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert erstmals ein visuelles Barockspektakel. Im Zentrum stehen dabei bahnbrechende Werke des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio, genannt Caravaggio (1571–1610), und des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini (1598–1680).
24. September 2019
Carel Fabritius, Der Distelfink, Detail, 1654, Öl/Holz, 33,5 x 22,8 cm (Mauritshuis, Den Haag)

Carel Fabritius: Der Distelfink Haustier im natürlichen Delfter Licht

Carel Fabritius schuf sein 33,5 x 22,8 cm kleines Gemälde „Der Distelfink“ im Jahr 1654. Es besticht sowohl durch die naturalistische Wiedergabe und die Einfachheit des Motivs.
11. September 2019
Caravaggio, Bacchus, Detail, um 1596 (Uffizien, Florenz)

Caravaggio in Japan 11 Caravaggios aus italienischen Museen in Hokkaido, Nagoya und Osaka

Bis zum Februar 2020 leihen führende italienische Museen und Privatsammlungen 11 Gemälde Caravaggios nach Japan!
  1. Zit. n. Josef Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzile. Bd. 3: Konzile der Neuzeit, Paderborn 2002, S. 775.
  2. In Oberitalien war sie bereits im 16. Jahrhundert üblich, in Rom setzte sie sich erst im 17. Jahrhundert durch.