Was ist die Kunst des Barock?

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1700 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

 

Definition

Der Begriff Barock leitet sich vom portugiesischen Wort barocco für eine unregelmäßig geformte Perle ab. Er wurde erstmals im späten 18. Jahrhundert abwertend für die Epoche des Absolutismus und der Gegenreformation verwendet. Datiert wird das Barock (auch der Barock) von etwa 1575 bis 1770 und kann in drei Phasen gegliedert werden:

  • Frühbarock (ca. 1575–ca. 1650)
  • Hochbarock (ca. 1650–1720)
  • Spätbarock | Rokoko (ca. 1720–1770)

Barocke Kunst diente der Herrscherrepräsentation und der Durchsetzung der Gegenreformation. Charakteristisch für den barocken Stil ist seine Prachtentfaltung, die sich in überbordenden Dekorationen, farbigen Freskenausstattungen, Materialreichtum, großformatigen Staatsporträts zeigt. Während des 17. Jahrhunderts blühte die Kunst vor allem in Spanien und Holland (Goldenes Zeitalter), zwei Nationen, die aufgrund ihrer Handelskontakte zu großem Reichtum gekommen waren. In Frankreich wurde vor allem die Palastarchitektur (Versailles) prägend und in Rom die Sarkalarchitektur. Ebenfalls in der Ewigen Stadt lebten mit Caravaggio und Bernini zwei der wichtigsten Künstler des Barock, deren neuartige, weil realistische bzw. emotional mitreißende Darstellungen in ganz Europa rezipiert wurden.

 

Bilderdekret am Konzil von Trient

Am Konzil von Trient (1545–1563) wurden wichtige Beschlüsse über die Errichtung von Kirchen und der Bildproduktion erlassen, darunter die Einführung des Hochaltars. Die von den Protestanten abgelehnte Bildproduktion wird von katholischen Theologen bestätigt, indem sie auf das Inkarnationsdogma verwiesen: Der unsichtbare Gott ist durch die Menschwerdung sichtbar und für die Kunst darstellbar geworden.

Die Folge war der bewusste Umgang mit bildender Kunst – allerdings auch die Kontrolle derselben durch den Klerus. Daniele da Volterra wurde beauftragt, die nackten Figuren in Michelangelos „Jüngstem Gericht“ in der Sixtina zu bekleiden. Paolo Veroneses Darstellung des „Abendmahls“ im Refektorium der Mönche von San Giovanni e Paolo in Venedig erregte aufgrund vieler Nebenszenen im Treppenbereich der vorderen Bildebene Anstoß. Der venezianische Maler wurde kurz nach Beendigung am 18. Juli 1573 vor ein Inquisitionsgericht geladen, da er das decorum [Regeln der Sitten] nicht eingehalten hätte. Der Prozess fand, wie die Prozessunterlagen im Staatsarchiv Venedigs dokumentieren, unter dem Vorsitz eines päpstlichen Legaten und des Patriarchen von Venedig statt und verurteilte den Künstler das Werk zu überarbeiten.

 

Kunstakademien

Im Barock wurde die Ausbildung von Künstlern endgültig in die Hände von teils staatlichen Akademien gelegt – und vor allem an Höfen das Zunftsystem umgangen. Die Akademien waren aber nicht nur Ausbildungsstätten, sondern auch Orte des Austauschs und des Kunstdisputs zwischen Kollegen. Um in die Akademie aufgenommen zu werden, mussten Künstler ein Aufnahmestück vorlegen. Vor allem in Frankreich wurde die Akademiezugehörigkeit zu einem wichtigen Status innerhalb der Künstlerschaft, da die Akademie auch Ausstellungen organisierte und höfische Aufträge vergab. Zudem ehrten die Akademien herausragende Mitglieder und organisierten Exequien nach deren Ableben (z.B. ein Trauergerüst für Michelangelo in Florenz).

Akademiegründungen:

  • 1564 Accademia del Disegno, Florenz, durch Giorgio Vasari
  • 1593 Accademia di San Luca, Rom
  • 1666 Académie de France à Rome, durch Colbert als Zweigstelle der Pariser Akademie

Barock-Maler in Italien

  • Annibale Carracci
  • Agostino Carracci
  • Michelangelo da Caravaggio
  • Orazio Gentileschi
  • Guido Reni
  • Giovanni Tiepolo

Barock-Maler in Flandern und Holland

  • Adam Elsheimer
  • Peter Paul Rubens
  • Anthonis van Dyck
  • Jan Brueghel der Jüngere
  • Jan Vermeer
  • Dirck van Baburen
  • Hendrick ter Brugghen
  • Pieter Claesz
  • Gerard Dou
  • Frans II Francken
  • Pieter de Hooch
  • Rembrandt Harmeszon van Rijn

Barock-Maler in Spanien

  • Diego Velázquez
  • Esteban Bartolomé Murillo
  • Francesco Ribalta

Barock-Architekten

  • Gian Lorenzo Bernini
  • Francesco Borromini
  • Pietro da Cortona
  • Carlo Maderno
  • Cosmas Damian Asam
  • Familie Dientzenhofer
  • Familie Carlone
  • Familie Galli-Bibiena
  • Familie Muggenast
  • Antonio Beduzzi
  • Johann Bernhard Fischer von Erlach
  • Joseph Emanuel Fischer von Erlach
  • Johann Lucas von Hildebrandt
  • Jakob Prandtauer

Barock- Bildhauer

  • Gian Lorenzo Bernini
  • Paul Strudel

Barock-Maler in Frankreich und Lothringen

  • Nicholas Poussin
  • Claude Lorrain
  • Claude Vignon
  • Philippe de Champaigne
  • Charles Le Brun
  • Georges de la Tour

Barock-Maler in Österreich

  • Martin van Meytens
  • Cosmas Damian Asam
  • Hans Georg Asam
  • Daniel Gran
  • Bartolomeo Altomonte
  • Paul Troger
  • Johann Kupetzky
  • Johann Georg Platzer
  • Tobias Pock
  • Johannes Zick
  • Januarius Zick

Malerinnen des Barock

  • Barbara Longhi (1552–1638)
  • Fede Galizia (1578–1630)
  • Clara Peeters (1594–1637?)
  • Artemisia Gentileschi (1597–1653)
  • Judith Leyster (1609–1660)
  • Louise Moillon (1610–1696)
  • Maria van Oosterwyck (1630–1693)
  • Elisabetta Sirani (1638–1665)
  • Maria Sibylla Merian (1647–1717)
  • Justine Ayerer
  • Johanna Sibylla Küsel (1650–1717)
  • Rachel Rysch (1664–1750)
  • Anna Waser (1678–1714)
  • Geertruydt Roghman
  • Anna Cacilia Hamerani (1642–1678)
17. Oktober 2017
Peter Paul Rubens und Jan Brueghel d. Ä., Infantin Isabella Clara Eugenia, um 1615 (oder um 1618–1620?), Öl/Lw, 113 x 178,5 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado © Museo Nacional del Prado, Dist. RMN-GP / image du Prado)

Peter Paul Rubens. Fürstliche Porträts Rubens als Porträtist der Eliten

Peter Paul Rubens (1577–1640) zählte zu den gefragtesten Malern des 17. Jahrhunderts – auch als Porträtist von Mitgliedern der europäischen Höfe. Anhand von 89 Werken gelingt es dem Musée du Luxembourg, die Leistungen Rubens‘ auf diesem Gebiet vorzustellen. Beispiele aus der Werkstatt, druckgraphische Blätter und Tapisserien begleiten die 21 eigenhändigen Arbeiten, unter welchen sich auch Rubens Selbstporträt aus der Sammlung von Queen Elizabeth II. befindet.
15. Oktober 2017
Peter Paul Rubens, Ecce homo, Detail, 1612, Öl auf Holz, 125,7 x 96,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)

Peter Paul Rubens. Kraft der Verwandlung Inspiration und kreative Metamorphose in der Bildwelt des flämischen Barockmalers

Peter Paul Rubens (1577–1640) zog auf mannigfaltige Weise Inspirationen aus Kunstwerken der Antike, der Renaissance aber auch aus Bildern seiner Zeitgenossen. Während Rubens‘ 50jähriger Schaffenszeit beschäftigte er sich aber auch kontinuierlich mit seinem eigenen Werk und wandelte Kompositionen immer wieder ab.
3. Oktober 2017
Bartolomé Esteban Murillo, Selbstporträt, Detail, um 1650–1655, Öl/Lw, 107 x 77.5 cm (The Frick Collection, New York, Gift of Dr. and Mrs. Henry Clay Frick II, 2014 © The Frick Collection, New York)

Murillo: Selbstporträts Selbstdarstellung und Selbstbefragung in Sevilla um 1660

Anlässlich des 400. Geburtstags von Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682) vereinen die Frick Collection, New York, und die National Gallery London die beiden einzigen bekannten Selbstporträts des Künstlers. Zum ersten Mal seit rund 300 Jahren hängen die beiden Bilder Seite an Seite und belegen sowohl das hohe malerische Können wie auch die Selbstreflexion des Barockmalers aus Sevilla.
26. September 2017
Adriaen van Ostade, Der Maler in seiner Werkstatt, Detail, 1663 (Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister © bpk, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut)

Die Geburt des Kunstmarktes Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters

Seit wann gibt es einen Markt für Kunst, und wie definiert man den Kunstmarkt? Wie konnte sich dieser gerade in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts entwickeln? Welche Auswirkungen hatte er auf den Umgang mit Kunstwerken, auf deren Schöpfer, auf die Käufer und die Darstellungen? Diesen Fragen widmet sich der Direktor des Bucerius Kunst Forums, Franz Wilhelm Kaiser, in seiner ersten Ausstellung: Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters.
2. September 2017
Claude Lorrain, Blick vom Monte Mario über den Tiber, um 1640, Pinsel in Braun, 185 x 265 mm (London, British Museum, Department of Prints and Drawings © Trustees of the British Museum)

Claude Lorrain. Das Licht der Campagna Zeichnungen Claude Lorrains aus dem British Museum, London

Der aus Frankreich stammende und beinahe sein ganzes Leben lang in Rom lebende und arbeitende Maler und Zeichner Claude Gellée, gen. Claude Lorrain (1604/05–1682) gehört zu den bedeutendsten Landschaftskünstlern des 17. Jahrhunderts. Während fünf Jahrzehnte seines Malens und Zeichnens in Rom – von 1627 bis zu seinem Tod im Jahr 1682 – widmete er sich der pastoralen Idylle bzw. der Ideallandschaft mit mythologischer oder historischer Staffage. Doch nicht nur in der Malerei ging Claude Lorrain neue Wege – auch in seiner Art, Gemälde präzise mit Hilfe von getuschten Zeichnungen vorzubereiten: erste Skizzen, aquarellierte Lichtstimmungen bis hin zu den Erinnerungszeichnungen im sog. Liber veritatis (ab 1835).
17. Juli 2017
Henri Gascar (Paris 1634 oder 1635–1701 Rom), Porträt der Familie von Jan III. Sobieski, 1691, Öl auf Leinwand, 151 × 232 cm (Krakau, Königsschloss auf dem Wawel – Staatliche Kunstsammlungen)

Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien

Jan III. Sobieski (1629–1696) war einer der bedeutendsten militärischen Protagonisten der Barockepoche, damit ein Zeitgenosse von Prinz Eugen von Savoyen und spielte eine herausragende Rolle während der Belagerung Wiens 1683. Das Oberkommando Sobieskis bei der militärischen Operation des Entsatzes von Wien führte ihn zu hohen Ehren. Sobieski verstand es, den Sieg durch seine Künstler und das Protokoll inszenieren zu lassen.
13. Juli 2017
John Michael Wright, Charles II, Detail, um 1676, Öl auf Leinwand, 281,9 x 239,2 cm (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2017)

Charles II. Kunst und Macht

Am 29. Mai 1660 feierte Charles II seinen 30. Geburtstag und seine triumphale Rückkehr nach London. Mit seiner Besteigung des englischen und irischen Königsthrones endete eine über zehn Jahre dauernde Periode republikanischer Regierung. Im Laufe der folgenden 25. Jahre spielten die Künste eine wichtige Rolle in der Legitimierung von Charles‘ Autorität als Herrscher.
10. Juli 2017
Maria Sibylla Merian, Ast einer West Indischen Kirsche mit einem Blauen Morpho Falter (quer), 1702/03, aus: Metamorphosis Insectorum Surinamensium (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2017)

Maria Sibylla Merian: Schmetterling aus Surinam Ausstellung in der Royal Collection in London mit Bildern aus dem Buch der Schmetterlinge

1705 publizierte Maria Sibylla Merian (1647–1717) ihr bahnbrechendes Buch über die Flora und Fauna von Surinam. Die Royal Collection besitzt eine Ausgabe von „Metamorphosis Insectorum Surinamensium [Die Metamorphose der Insekten aus Surinam]“, die teilweise auf Pergament gedruckt und teilweise handgemalt ist. König George III. (1738–1820) erwarb den Prachtband um 1810 für seine wissenschaftliche Bibliothek in Buckingham Palace.
29. Juni 2017
Friedrich Heinrich Füger, Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776, Tempera auf Pergament 34,2 x 39 cm Rahmenmaße: 48 x 53 x 6 cm © Belvedere, Wien

Maria Theresia und die Kunst Kunst- und Kulturförderung in Wien während des 18. Jahrhunderts

Maria Theresias Ruf als Kunstförderin ist nicht herausragend: Häufig bevorzugte sie wenig avancierter Künstler am Wiener Hof. Aus heutiger Sicht ist die größte und wirkmächtigste kulturpolitische Leistung der mariatheresianischen Zeit die Öffnung der kaiserlichen Sammlung im Oberen Belvedere für das allgemeine Publikum. Die bildende Kunst erfuhr nicht nur aus propagandistischen Gründen kaiserliche Unterstützung, wobei der Landschaftsmalerei erstmals größere Bedeutung zukam.
12. Juni 2017
Aelbert Cuyp, Gewitter über Dordrecht, um 1645, Öl auf Eichenholz (Stiftung Sammlung E.G. Bührle Zürich, Inv.Nr. 149)

Wetter-Smalltalk im Museum Niederländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts aus Sicht der Meteorologie

Mit Smalltalk-Leichtigkeit lädt aktuell das Kölner Wallraf-Richartz-Museums zu einer zwanzig Werke umfassenden, Sonderschau ein, welche sich der Darstellung von meteorologischen Phänomenen und der Frage nach deren Realitätsgehalt widmet.
16. Mai 2017
Elisabeth Louise Vigée Le Brun, Marie Antoinette in einem Chemisen Kleid, Detail, 1783, Öl auf Leinwand, 89.8 × 72 cm (Hessische Hausstiftung, Kronberg)

Cathérine Hug: „Es ist keine Sünde, wenn man sich mit Mode befasst.“ Kritische Reflexion der Mode: Vorschau auf die Ausstellung „Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst“ im Kunsthaus Zürich

Cathérine Hug, Kuratorin des Kunsthaus Zürich, bereitet mit Kunsthaus Direktor Christoph Becker gerade die Ausstellung „Fashion Drive. Extreme Mode in der Kunst“ vor, für die sie Werke der Sammlung mit rund 150 nationalen und internationalen Leihgaben auf die Darstellung und Bedeutung von Mode untersucht. Im Winterpalais reden wir über kuratorische Zugänge, Künstler als Gesellschaftskritiker und die Rolle der Mode dabei, Mode in der Schweiz, Marie Antoinette als Mode-Rebellin.
10. April 2017
Maria Sibylla Merian, Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, Detail, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Blumenbilder Ausstellung "Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes" in Berlin und Frankfurt

Blumen haben in der Kunst immer schon eine große Rolle gespielt – von Rankenwerken in Pompeij über mittelalterlichen Buchschmuck, vom Genter Altar bis zur Blumen-Symbolik barocker Blumenstillleben. Erste realistische Darstellungen von Blumen finden sich um 1500 in Büchern zu Natur- und Heilkunde. Vergleichbar naturalistische Schilderungen finden sich in der Kunst erstmals in den Werken von Martin Schongauer und Albrecht Dürer. Vorbereitend für das außergewöhnliche Werk von Maria Sibylla Merian, das sowohl naturwissenschaftlich wie kunsthistorisch bedeutsam war, müssen Georg Flegel und Georg (Joris) Hoefnagel angesehen werden.
16. März 2017
Alfred Weidinger mit Pam Hogg, Foto: © Ouriel Morgensztern, Belvedere, Wien.

Alfred Weidinger: „Am Ende bezieht sich das alles auf eine Erlebniswelt, wie es sie im Barock gegeben hat“ Mode als skulptural-performative Kunstform

Rundgang mit Alfred Weidinger durch die Ausstellung „Vulgär? Fashion Redefined“ im Winterpalais des Prinzen Eugen von Savoyen. Die von Judith Clark und Adam Philipps für die Barbican Gallery kuratierte Schau verwebt Modegeschichte mit einer komplexen, weil auch englischen Begriffsdefinition des Vulgären als „Absenz des guten Geschmacks“. Weidinger über die Schwierigkeit eine Ausstellung zwischen zwei Kulturkreisen und Ausstellungsräumen zu übersetzen, Illusionismus, Performance und skulpturale Werte in der Mode.
23. Januar 2017
Jean-Baptiste Greuze, Kopfstudie eines lächelnden Mädchens, Detail, um 1765 (Albertina, Wien)

Französische Zeichnung des Barock, Rokoko und Klassizismus Ausstellung des Sammlungsbestands der Albertina, Wien

Die Albertina besitzt einen repräsentativen Querschnitt französischer Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Dieser geht auf den Begründer der Albertina, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, zurück, der bereits insgesamt 2000 französische Zeichnungen erwarb. Davon datiert rund die Hälfte in das 18. Jahrhundert. Die Themen der ausgestellten Blätter reichen von heroischen Landschaften, barocke Standesporträts, Naturstudien und Eroten des Rokoko bis zu dramatischen Kompositionsstudien für Genregemälde. Der Rundgang durch 70 Meisterwerke ermöglicht einen gerafften Überblick über die Entwicklung der akademischen Zeichnung von meisterhaften Detailstudien und pathosgetränkten Landschaftsausschnitten zu alltäglichen Szenen und theatralischen Inszenierungen.
12. Januar 2017
Maria Sibylla Merian, Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, Detail, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Maria Sibylla Merian: Bilder und Bücher von Blumen und Insekten Die wichtigsten Facts zur Künstlerin und Naturforscherin des Barock

Maria Sibylla Merian (1674–1717) war Künstlerin und Naturforscherin in der Epoche der Aufklärung. Wie die Malerinnen Rachel Ruysch (1664–1750) und Maria van Oosterwijck (1630–1693) schuf sie Blumenstillleben, gleichzeitig widmete sie ihr ganzes Leben der Erforschung von Schmetterlingen und Käfern. Bereits als Kind interessierte sich die in Frankfurt geborene Maria Sibylla Merian für Insekten und deren Entwicklung. Von 1699 bis 1701 reiste Merian nach Surinam in Südamerika, was sie in ihrer Publikation über die Metamorphose der dort heimischen Insekten verarbeitete: „Metamorphosis insectorum Surinamensium“ erschien zwischen 1702 und 1705. Außerdem brachte die Naturforscherin Tierpräparate mit, die, folgend den Interessen der Aufklärung, einen traditionellen Bestandteil in naturwissenschaftlichen Sammlungen bildeten.
12. Januar 2017
Maria Sibylla Merian, Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, Detail, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Maria Sibylla Merian: Biografie Lebenslauf der außergewöhnlichen Zeichnerin und Naturwissenschaftlerin aus Frankfurt

Maria Sibylla Merian Biografie. Lebenslauf der Künstlerin, Zeichnerin und Naturwissenschaftlerin auf Frankfurt, Bücher, Reisen.
3. Dezember 2016
Clara Peeters, Stillleben mit Früchten und Blumen, um 1612/13, Öl auf Kupfer, 64 x 89 cm (Oxford, The Ashmolean Museum. Bequeathed by Daisy Linda Ward, 1939)

Clara Peeters Antwerpener Stilllebenmalerin im Zeitalter von Peter Paul Rubens

Clara Peeters (um 1594–um 1640) gehört zu den vielen allzu wenig bekannten Malerinnen des Barock. Sie war zwischen 1607 und 1621 in Antwerpen, Amsterdam und Den Haag aktiv, zumindest haben sich aus diesem Zeitraum datierte Stillleben erhalten. Dass die außergewöhnlich präzise arbeitende Künstlerin, die gleichzeitig mit Peter Paul Rubens, Jan Bruegehl dem Älteren, Frans Snyders in der flämischen Stadt tätig war, in Publikationen über flämische und holländische Kunst kaum erwähnt wird, dürfte nach dieser Kabinettausstellung des Prado noch weniger verständlich sein. Peeters Früchte- und Essensstillleben zählen zu den exquisiten barocken Schöpfungen und sind Pionierarbeiten im Fach der Stilllebenmalerei.
29. Juni 2016
Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, Der ruhende Mars, um 1638, Öl auf Leinwand, 179 × 95 cm (Museo Nacional del Prado. Madrid, Inv.-Nr. P 1208)

Die Ära Velázquez Ausstellung zu Spaniens Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts in Berlin und München

Der Begriff „El Siglo de Oro“ – das „Goldene Zeitalter“ – beschreibt die Blüte des Kulturschaffens Spaniens von ca. 1590 bis 1700. Die Berliner Gemäldegalerie und die Kunsthalle München widmen sich in einer spektakulären Schau der Vielfalt von Malerei, Skulptur und Zeichnung auf der Iberischen Halbinsel.
24. Juni 2016
(?) Troyen nach Raffael, Hl. Margarethe, 1660, in: David Teniers d. J., Theatrum pictorium, Brüssel 1660 (Privatsammlung), Installationsansicht: Alexandra Matzner.

Barocke Gemäldegalerien und ihre Kataloge Galeriewerke: die Erfindung des Kunstbuchs und der Kunstwissenschaft

Unter dem Titel „Fürstenglanz. Die Macht der Pracht“ zeigt das Belvedere im Winterpalais des bedeutenden Sammlers und Mäzens Prinz Eugen von Savoyen die Entwicklung des so genannten Galeriewerks. Darunter versteht man die Publikation einer Gemäldesammlung.
6. Juni 2016
Georges de La Tour, Die reumütige Maria Magdalena, Detail, Öl auf Leinwand, 113 x 92.7 cm (National Gallery of Art, Washington. Alisa Mellon Bruce Fund, Washington D. C.)

Georges de La Tour Der lothringische Barockmaler und seine Falschspieler, blinden Musiker, eine Wahrsagerin und mystischen Heiligen

Georges de La Tour (1593–1652) bleibt als Person ein Geheimnis, prominent sind hingegen seine mystischen Heiligendarstellungen und unterhaltsamen Genrebilder. Mit größter Akribie setzte sie der lothringische Barockmaler mit nächtlichen Räumen oder farbenfrohen Gewändern um. Da nur vier Werke datiert und 18 signiert sind, herrscht in der Forschung noch Uneinigkeit über die künstlerische Entwicklung La Tours. Der Prado schaffte es, mit 31 Gemälden zwei Drittel des Gesamtwerks nach Madrid zu holen!
11. Juli 2015
Francisco de Zurbarán, Heilige Apollonia, um 1636-1640, Öl auf Leinwand, 115 x 67 cm (Paris, Musée du Louvre).

Francisco de Zurbarán und Juan de Zurbarán Ausstellung in Madrid und Düsseldorf

Das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid und das Museum Kunstpalast in Düsseldorf widmen dem spanischen Barockmaler Francisco de Zurbarán eine Retrospektive mit 47 Werken...
11. Juni 2015
Annibale Carracci, Der Genius des Ruhmes, 1588-1589, Öl auf Leinwand, 174 x 114 cm © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Rembrandt – Tizian – Bellotto Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie

Von Ende September 2013 bis 2017 wird das Gebäude der Gemäldegalerie in Dresden modernisiert. Da im Ausstellungshaus von Gottfried Semper derzeit nur die „Highlights“ wie Raffaels „Sixtinische Madonna“ und Giorgiones und Tizians „Schlafende Venus“ bewundert werden können, wurden 99 Werke auf Reisen geschickt.
16. November 2014
Der späte Rembrandt, 2015 (HIRMER Verlag)

Der späte Rembrandt Wie der Maler aus Amsterdam die Maltechnik revolutionierte

Die Londoner National Gallery und das Amsterdamer Rijksmuseum diskutieren in dieser grundlegenden Ausstellung Rembrandts Spätwerk. Dabei ist ihnen ein überaus ansprechendes Ausstellungsbuch bei Hirmer gelungen. Rembrandt Harmeszoon van Rijn (1606–1669) hatte sich zuerst in Leiden und ab 1631 in Amsterdam einen Namen als Maler, Radierer und Zeichner von Einzel- und Gruppenporträts, mythologischen und christlichen (v. a. alttestamentarischen) Themen, Landschaften und Alltagsszenen gemacht. Sein Spätwerk ist berühmt für dessen dunkle, tonige Gemälde, dichte Radierungen mit ungewöhnlichen, weil alltäglichen Szenen und ebensolchen Rohrfederzeichnungen. Die experimentelle Technik sowohl in der pastosen Malerei als auch Radierung und Zeichnung steht in dieser Publikation im Vordergrund. Weitere Themen sind Licht, Intimität, Kontemplation, innerer Konflikt und Versöhnung.
11. November 2014
Diego Velázquez, Prinz Baltasar Carlos zu Pferd, 1635, Öl auf Leinwand, 209 x 173 cm © Madrid, Museo del Prado

Diego Velázquez. Portäts und Rokeby-Venus Maler der spanischen Könige

Das KHM zeigt seine erste große Ausstellung über Diego Rodriguez de Silva y Velázquez, die vom hauseigenen Bestand der dynastischen Porträts ausgeht. Alle Bildnisse wurden während der Regierungszeit von Philipp IV. (1632–1659) nach Wien geschickt, weshalb das KHM über den größten Bestand an Porträts des Künstlers außerhalb des Prado verfügt. Die Werke dokumentieren die engen dynastischen Beziehungen zwischen dem Spanischen und Wiener Hof während des 17. Jahrhunderts, die in einer intensiven Heiratspolitik gipfelte. Leider wurde die Sammlung im 19. Jahrhundert nicht museal ergänzt.
14. März 2014
Anonym, Herzog Albert von Sachsen-Teschen mit dem Plan der Schlacht von Maxen, 1777, Albertina, Wien (Dauerleihgabe des Kunsthistorischen Museums Wien, Gemäldegalerie).

Die Gründung der Albertina Zwischen Dürer und Napoleon

Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738–1822) stieg am Wiener Hof vom Offizier zum Ehemann von Erzherzogin Marie Christine (1742–1798), der Lieblingstochter von Maria Theresia, auf. Gemeinsam gründeten sie die Albertina mit Werken von Leonardo, Michelangelo und Raffael, Pieter Bruegel d. Ä., Rubens und Rembrandt, Füger, David und Caspar David Friedrich.
22. November 2013
Domenico di Michelino, Die Allegorie der Göttlichen Komödie, 1465, Opera di Santa Maria del Fiore, Florenz © Opera di Santa Maria del Fiore - Archivio storico e fototeca, Firenze.

Florenz und seine Kunst Von der Renaissance bis zur Aufklärung

FLORENZ! Mehr braucht es als Titel nicht, um einen der mythischsten Sehnsuchtsorte in Italien zu beschreiben. Eine Stadt als Synonym für Kunst und Kultur, gelungene Stadtplanung seit der Renaissance (seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe), eine neuartige Verbindung von Wissenschaft und Kunst und schlussendlich eine Kunstförderung durch die Bürger und Herrscher aus der Familie der Medici, die über ganz Italien und noch weiter ausstrahlte.
21. November 2013
Karlskirche von Johann Bernhard Fischer von Erlach, 1716-1737, Foto: Alexandra Matzner.

Der Karlsplatz in Wien

Der Wiener Karlsplatz wird maßgeblich durch die 6-spurige „Stadtautobahn“, die historische Architektur und die Parkanlage der 1970er Jahre geprägt. Er war ein Experimentierfeld für die Ringstraßenarchitektur mit den ersten Gebäuden ab 1860 – der Verabschiedung vom Klassizismus (noch am TU Hauptgebäude) bis hin zum großbürgerlichen Ringstraßenstil. Die hier entwickelte Architektursprache wird ab 1870 für die gesamte Ringstraße prägend werden: Beispiele dafür sind die Evangelische Schule von Theophil Hansen (1813-1891) und die Handelsakademie im sog. „Arsenalstil“ von Ferdinand Fellner dem Älteren. Es handelt sich hierbei um erste Kulturbauten auf Bürgerinitiative.
18. Oktober 2013
Das Winterpalais des Prinzen Eugen, Einblick, Foto: Oskar Schmidt, © Belvedere, Wien.

Winterpalais des Prinzen Eugen von Savoyen Barocke Baukunst in Wien vor 350 Jahren

Die spannendste Neueröffnung des Herbstes 2013 macht nichts Geringeres als das Winterpalais des Prinzen Eugen von Savoyen (1663–1736) erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Das Gebäude und seine Innenausstattung zeigt den bedeutenden österreichischen Feldherrn nicht nur als erfolgreichen Militär und als Stütze des Hauses Habsburg, sondern lässt auch den Kunst- und Büchersammler, den Auftraggeber für Architekten und Kunsthandwerker wiederauferstehen.
10. Oktober 2013
Werner Telesko, Kosmos Barock (Böhlau Verlag)

Kosmos Barock Architektur - Ausstattung - Spiritualität. Die Stiftskirche Melk

Für Werner Telesko sind Klöster und Stifte „Kulminationspunkte europäischer Kultur“, sie sind Ausdruck von Lebensfreude, Weltdeutung und Intellektualität. Seit 2006 beschäftigte sich der Wiener Kunsthistoriker mit der Ausstattung der Kirche und der Sakristei des Benediktinerstifts in Melk. Die Ergebnisse der langjährigen Studien werden nun auf 212 Seiten in leicht verständlicher Form zusammengefasst und mit vielen Abbildungen zusammengeführt.
16. März 2013
Bartolomé Esteban Murillo, Immaculata Conceptio der Venerables Sacerdotes, 1660–1665, Öl auf Leinwand, 274 x 190 cm (Museo Nacional del Prado, Madrid)

Murillo und Justino de Neve Die Kunst der Freundschaft

Die Londoner Dulwich Picture Gallery, die eine der exquisiten englischen Adelssammlungen des 18. Jahrhunderts beherbergt, widmet ihre Frühlingsausstellung der Freundschaft zwischen dem berühmten Sevillaner Barockmaler Bartolomé Esteban Murillo 1617-1682) und dessen Auftraggeber Justino de Neve (1625-1685). Ausgehend vom hauseigenen Gemälde „Spring (?) as a Flower Girl / Frühling (?) als Blumenmädchen“ bringt die Dulwich Picture Gallery nahezu alle Bilder zusammen, die Murillo für de Neve gestaltet hat – darunter auch das atemberaubende Altargemälde der „Immaculata Conceptio der Venerables Sacerdotes“ (1660-1665) aus dem Prado.
16. März 2013
Pieter Bruegel der Ältere, Die großen Fische fressen die kleinen, Detail, 1556, Feder und Pinsel, Foto: Alexandra Matzner.

Bosch Bruegel Rubens Rembrandt Meisterwerke der Albertina

„Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt“, sind für Dir. Klaus-Albrecht Schröder „vier Namen, die wohl jeder kennt“ und symbolisieren für ihn auch die ältere und jüngere Geschichte der Albertina. Neben den wichtigen Dürer-Beständen, die derzeit in der National Gallery in Washington ausgestellt werden, bilden diese Zeichnungen eine Basis der größten Grafiksammlung der Welt.
7. November 2012

Gestochen scharf Von Dürer bis Kirkeby

Zig-fach vergrößert blickt Rembrandt persönlich vom Cover des Katalogs „Gestochen scharf. Von Dürer bis Kirkeby“. Das Bauen der Figur aus einem Liniennetz wird sofort deutlich, die technische Raffinesse der insgesamt 10 x 9 cm großen Radierung in der Vergrößerung ebenso.
7. Mai 2011
Frans Snyders (1579–1657), Stillleben mit Früchten, Wild und Gemüse sowie ein lebender Affe, ein Eichhörnchen und eine Katze, um 1635-40, Öl auf Leinwand; 81 x 118 cm, Sign. unten rechts: F. Snyders fecit, Hohenbuchau Collection, Inv.-Nr. HB 87.

Brueghel, Rubens, Jordaens… Meisterwerke europäischer Malerei aus der Hohenbuchau Collection

Die letzte Sonderausstellung des LIECHTENSTEIN MUSEUM stellt die bereits seit Dezember 2007 als Dauerleihgabe vom Museum verwaltete HOHENBUCHAU COLLECTION vor. Schwerpunkt der Sammlung des Ehepaars Faßbender ist die Malerei des 17. Jahrhunderts – vor allem das holländische und flämische Barock.
11. März 2010
Juan Martínez Montañés (1568–1649), Kreuzigung, 1617 © Photo The National Gallery, London. Courtesy of Iglesia Conventual del Santo Ángel, Carmelitas Descalzos, Sevilla.

Malerei und Skulptur im barocken Spanien Ausstellung "The Sacred Made Real" in London

Malerei und Skulptur ergänzten einander im Spanien des 17. Jahrhunderts (Siglo d'Oro) auf beispiellose Weise. Juan Martínez Montañés sowie Gregorio Fernández oder Pedro de Mena verlebendigten ihre Figuren, indem sie entweder mit Malern wie Francisco Pacheco zusammenarbeiteten oder selbst ihre Skulpturen bemalten. Gemälde von Diego Velázquez und Francisco de Zurbarán im Dialog....
3. März 2010
Jacob van Schuppen, Reiterbildnis Prinz Eugen von Savoyen, vor 1721, Öl auf Leinwand, 396 × 275 cm, Galleria Sabauda, Turin © Galleria Sabauda, Turin.

Prinz Eugen Feldherr Philosoph und Kunstfreund

Die Frühjahrsausstellung des Belvedere ist niemand Geringerem gewidmet als dem Erbauer des Schlosses Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736). Die umfassende Schau zeigt den bedeutenden österreichischen Feldherrn nicht nur als erfolgreichen Militär und als Stütze des Hauses Habsburg, sondern lässt auch den Kunst- und Büchersammler, den Auftraggeber für Architekten und Kunsthandwerker wiederauferstehen. Und dennoch bleibt trotz eines Aufgebots von über 280 ausgestellten Objekten die Figur des Prinzen selbst im Dunkeln. Die kulturgeschichtliche Schau möchte Prinz Eugen als „Feldherr Philosoph und Kunstfreund“ darstellen, wobei der titelgebende „Feldherr Philosoph“ eine Ehrenbekundung des französischen Schriftstellers Jean-Baptiste Rousseau (1671-1741) war.
13. Februar 2010
Johannes Vermeer van Delft (1632–1675, tätig in Delft), Die Malkunst, Detail, um 1665-66, Leinwand (© Wien, Kunsthistorisches Museum)

Vermeer. Die Malkunst Spurensicherung an einem Meisterwerk des KHM

Jan Vermeers „Die Malkunst“ ist ein Schlüsselwerk des holländischen Malers aus Delft und eine Ikone der barocken Kunst. Es zählt seit 1945 zu den größten Schätzen des Kunsthistorischen Museums, Wien. Dessen kurze und auf seine Heimatstadt konzentrierte Karriere fasziniert seit dem 19. Jahrhundert.
10. Februar 2010
Paul Cézanne, Steingutkrug, 1893/94, Fondation Beyeler, Riehen/Basel © Foto: Peter Schibli, Basel.

Augenschmaus Vom Essen im Stillleben

Die allerorts zu beobachtende Popularität von Kochen und Essen in den Medien findet in Ausstellung und Katalogpublikation „Augenschmaus – vom Essen im Stillleben“ eine ergötzliche visuelle Entsprechung.
12. Oktober 2009
Bacon - Caravaggio

Caravaggio – Bacon Ein interessanter Vergleich zum Realismus

Die Galleria Borghese in Rom zeigt „Caravaggio – Bacon“, eine Ausstellung, die einlädt den englischen „Maler der gequälten Körper“ vor historischem Hintergrund zu studieren. Umgeben von Werken der Hochrenaissance (Raffael, Tizian) und jetzt vor allem im Dialog mit den barocken Kompositionen Caravaggios, zeigt sich das dramatische Potenzial von Bacons Auffassung vom Menschsein besonders deutlich.
9. November 2007
Herman van Swanevelt, Italienische Flusslandschaft mit rastenden Reisenden und Fischern in einem Boot, 1654 datiert, Öl/Lw, 77 x 102,2 cm (München, Privatbesitz)

Niederländische Landschaftsmalerei in Italien Antike Ruinen, Licht und Landschaft als Inspirationsquellen

Wenn sich die holländischen Maler des 16. und 17. Jahrhunderts auf den Weg nach Italien machten, dann hatte sie ein großes Ziel vor Augen: Rom, das einstige caput mundi. Wenn sie nach einigen Jahren Aufenthalt in der geschichtswürdigen Stadt wieder gen Norden aufbrachen, dann hatten sie die Sonne im Herzen und italianisante Landschaften mit im Gepäck.