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Bremen | PMBM: Die Blauen Reiterinnen

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 14. Juli 2025
Gabriele Münter, Selbstporträt, Detail, um 1908, Öl auf Karton, 49 x 33.6 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Gabriele Münter, Selbstporträt, Detail, um 1908, Öl auf Karton, 49 x 33.6 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Bisher spielten vor allem die männlichen Mitglieder der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ die Hauptrolle. 2027 treten in Bremen ihre weiblichen Kollegen vor den Vorhang! Bei den in den letzten Jahren wiederentdeckten Künstlerinnen handelt es sich um Ehefrauen und Gäste, um Kunstgewerblerinnen und zunehmend berühmte Malerinnen: Erma Bossi, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Elisabeth Erdmann-Macke, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler, Maria Franck-Marc, Olga Meerson, Gabriele Münter, Carla Pohle und Marianne von Werefkin.

Die Blauen Reiterinnen in Bremen 2027

„Hochverehrte Prinzessin, vieladeliger wilder Junge, süße Malerin, wann darf ich kommen – ich träume von der Süßigkeit Ihrer Bilder. (Der Prinz von Theben) Else Lasker-Schüler (Der blauen Reiterreiterin Freundin.)“ (Else Lasker-Schüler an Marianne von Werefkin, 1913)

In einem Brief an Marianne von Werefkin erfand die expressionistische Dichterin Else Lasker-Schüler 1913 den einprägsamen Begriff der „Blauen Reiterreiterin“.

Dass neben Werefkin zahlreiche Künstlerinnen im Umfeld der Bewegung und ihren Ausstellungen aktiv waren und sie entscheidend mitprägten, zählt zu den Besonderheiten des „Blauen Reiter“. Neben Werefkin und Gabriele Münter sind darunter Maria Franck-Marc und Elisabeth Epstein, die ein grenzüberschreitendes Netzwerk zu Erma Bossi, Sonia Delaunay-Terk und Natalja Gontscharowa aufbauten.

Ihre Rollen innerhalb des „Blauen Reiter“, ihre Einflüsse auf die ästhetische Theorie und Kunst der Bewegung sowie ihr Wirken über den Ersten Weltkrieg hinaus sind 2027 erstmals Thema einer umfassenden Ausstellung, die an vier Stationen in Deutschland sowie der Schweiz präsentiert wird. Der Titel geht auf die Überformung Lasker-Schülers zurück und gewährt bereits einen Einblick in die komplexen emanzipatorischen Bestrebungen der Künstlerinnen.

Mit der Ausstellung feiert das Paula Modersohn-Becker Museum als weltweit erstes Museum, das dem Werk einer Malerin gewidmet ist, am 2. Juni 2027 sein 100-jähriges Bestehen. Die Bremer Pionierin der Moderne wird dann auf zwölf Zeitgenossinnen treffen, die ihr Ziel teilten, in ihrer Kunst mit etablierten Wahrnehmungsgewohnheiten zu brechen.

Bisher wurde vor allem die Geschichte der beteiligten Maler erzählt, doch auf ihre kunsthandwerklich tätigen Ehefrauen, ihre malenden Kolleginnen und ihre internationalen, weiblichen Gäste wurde „vergessen“.1 Nahezu völlig unerforscht blieb bis 2024/25 der große Anteil der einzelnen Künstlerinnen im Umfeld des „Blauen Reiter“ an der Entwicklung der Moderne. Die Themen der Ausstellung „Die Blauen Reiterinnen“ kreisen deshalb um folgende Fragestellungen: Welche Strategien und Netzwerke legten sich „Die Blauen Reiterinnen“ zurecht, um trotz des damals vorherrschenden gesellschaftlichen Normen ein Leben als selbstständige Künstlerin führen zu können? Wer waren überhaupt all die mitunter völlig vergessenen Künstlerinnen, deren Lebensläufen sich heute kaum mehr rekonstruieren lassen?

„Um jedoch außerhalb der Welt des Stils etwas zu sein, muss man mit einer Sprache reden, die noch niemand gesprochen hat.“ (Marianne von Werefkin)

Während bisher die Künstler im Rampenlicht standen, werden 2026/27 in Wiesbaden die Künstlerinnen vor den Vorhang gebeten. In den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, dass vor allem Marianne von Werefkin und Elisabeth Epstein wesentlichen Anteil an der Entstehung der neuen Bildsprache des „Blauen Reiter“ hatten. Sie können deshalb zu Recht als „geistige Mütter“ der Bewegung bezeichnet werden. Kurzum: Weder der Almanach „Der Blaue Reiter“ noch die beiden Ausstellungen wären ohne die tatkräftige Mitarbeit von Gabriele Münter, Maria Franck-Marc, Marianne von Werefkin und Elisabeth Epstein möglich gewesen.2

Eine Ausstellung des Paula Modersohn-Becker Museums entsteht in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden (→ Wiesbaden | Wiesbaden Museum: Die Blauen Reiterinnen) und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München sowie der Fondazione Marianne Werefkin in Ascona/CH

Weitere Beiträge zu Der Blaue Reiter

12. Mai 2026
Natalja Gontscharowa, Badende, Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 94,5 x 114,5 cm (Museum Wiesbaden, erworben mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Wiesbaden e.V. sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 12. Mai 2026

Wiesbaden | Wiesbaden Museum: Die Blauen Reiterinnen

Erstmals zeigt das Museum Wiesbaden die Künstlerinnen des "Blauen Reiter"! Mit Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Marc, Elisabeth Erdmann-Macke, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler und die fast unbekannten Olga Meerson sowie Carla Pohle.
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10. März 2026
Franz Marc, Kühe, rot, grün, gelb, 1911, Öl auf Leinwand, 62 cm x 87,5 cm (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 10. März 2026

München | Lenbachhaus: Der Blaue Reiter. Über die Welt hinaus

Ab März 2026 widmet das Lenbachhaus dem "Blauen Reiter" eine neue Ausstellung - mit Fokus auf der Internationalität der beteiligten Künstler:innen.
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26. September 2025
Ernst Ludwig Kirchner, Berlin, 1913, Öl auf Leinwand, 71 × 80 cm (Kunsthalle Mannheim)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 26. September 2025

Mannheim | KUMA: Kirchner, Lehmbruck, Nolde Geschichten des Expressionismus in Mannheim | 2025

Die Kunsthalle Mannheim verfügte bis zum Jahr 1937 über eine Sammlung des Expressionismus, die zu den ersten in deutschen Museen zählte. Mit der großen Sonderausstellung 2025 wird erstmals ein umfassender Fokus auf das für die Geschichte des Museums wichtige Kapitel gelegt.
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Aktuelle Ausstellungen

11. Juni 2026
Barbara Hepworth, Eidos, 1947 (National Gallery of Victoria, Melbourne. Purchased with the assistance of the Samuel E. Wills Bequest to commemorate the retirement of Dr E. Westbrook, Director of Arts for Victoria, 1981 © Bowness. Foto: Predrag Cancar / NGV. Image courtesy National Gallery of Victoria, Melbourne)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 11. Juni 2026

London | The Courtauld: Hepworth in Farbe

Barbara Hepworths Einsatz von Farbe ist das Thema im Sommer 2026 im Courtauld. Fühe Farbskulpturen & Zeichnungen der 1940er treffen auf Werke der folgenden Jahrzehnte.
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10. Juni 2026
Georg Baselitz, Sigmund fliegt mit Sex im Koffer, 2024, Öl und Plastik auf Leinwand (courtesy White Cube Bermondsey, London)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 10. Juni 2026

London | White Cube Bermondsey: Georg Baselitz. Back Again

White Cube Bermondsey plant ab Juni 2026 neue, großformatige Gemälde und Arbeiten auf Papier von Georg Baselitz (1938–2026) zu zeigen. Neben bereits Bekanntem wie den expressiven und schonungslosen Selbstporträts, den Bildnissen seiner Ehefrau Elke widmete sich der Künstler zum Schluss noch goldenen Gottheiten Indiens. Man darf gespannt sein!
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10. Juni 2026
Van Cleef & Arpels im MAK, 2026
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Van Cleef & Arpels im MAK Wien: glitzernde Juwelen x Meisterwerke des MAK

Ein funkelndes Gipfeltreffen der Moderne: Ab Juni 2026 konfrontiert das MAK Wien unter dem Titel „GLANZSTÜCKE“ die spektakuläre Patrimonial Collection der Pariser Maison Van Cleef & Arpels mit den visionären Entwürfen der Wiener Werkstätte. In einer labyrinthartigen Inszenierung treten rund 500 Exponate – von meisterhaftem High Jewelry über japanische Wandschirme bis hin zu Gustav Klimts Werkzeichnungen – in einen fesselnden ästhetischen Dialog. Erfahren Sie hier, wie Geometrie auf florale Poesie trifft und zwei Modemetropolen das frühe 20. Jahrhundert neu erfanden.
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Die Blauen Reiterinnen

Deutschland | Bremen:
Paula Modersohn-Becker Museum
13.3. – 29.8.2027

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