Diego Velázquez: Biografie (Lebenslauf) des barocken Hofmalers
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Diego Velázquez: Biografie Lebenslauf des spanischen Barockmalers

Diego Velázquez, Selbstbildnis, um 1650 (?), Öl auf Leinwand, 45 x 38 cm © Valencia, Museo de Bellas Artes

Diego Velázquez, Selbstbildnis, um 1650 (?), Öl auf Leinwand, 45 x 38 cm © Valencia, Museo de Bellas Artes

Diego Velázquez (1599–1660) war der bedeutendste spanische Hofmaler der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das sogenannt siglo d'oro, und prägte die spanische Barock-Malerei entschieden mit. Nördlich der Alpen erfreuten und erfreuen sich nur noch von Peter Paul Rubens und (heute) Rembrandt van Rijn. ähnlich berühmt zu sein. Als solcher schuf der aus Sevilla stammende Maler unzählige Porträts der königlichen Familie und des Hofstaates, darunter das berühmte, selbstreflexive Gemälde "Las meninas". Seine mythologischen Szenen bezeugen Velázquez' Inventionskraft und seine intensive Beschäftigung mit der italienischen Renaissance-Malerei, vor allem der berühmten Tizian Sammlung des Königs. Die Auflösung der Konturen durch seine malerische Auffassung des Duktus beeinflusst noch Jahrhunderte später Künstler wie Edouard Manet.

Beiträge zu Diego Velázquez

Biografie von Diego Velázquez

  • 1599

    Am 6. Juni 1599 wurde Diego Rodriguez de Silva y Velázquez in der Kirche San Pedro in Sevilla getauft. Er war der Sohn von Juan Rodríguez de Silva aus dem niederen Adel.
  • 1610

    Am 1. Dezember begann Velázquez seine Lehre bei dem Maler Francisco Pacheco (1564–1644). In dessen Haus traf er Humanisten, Dichter, Theologen und Maler. Velázquez interessierte sich besonders für Sprachen und Philosophie, wie die Bücher in seiner Bibliothek belegen.
  • 1611

    Vertragsunterzeichnung über die fünfjährige Ausbildung am 17. September.
  • 1617

    Obwohl noch nicht 18jährig wurde Velázquez am 14. März in die Malergilde San Lucas zu Sevilla aufgenommen. Davor hatte er bei Pacheco und Juan de Uceda eine Prüfung abgelegt. Bis 1622 malte er vor allem Genreszenen in Schenken oder Garküchen mit Geschirr, Speisen und Getränken, so genannte „bordegones“, biblische Historien und einige Porträts.
  • 1618

    Am 23. April Heirat mit der Tochter eines Lehrers, Juana, in der Kirche San Miguel.
  • 1619

    Geburt der ersten Tochter Francisca am 18. Mai.
  • 1620

    Diego de Melgar begann seine sechsjährige Ausbildungszeit bei Velázquez.
  • 1621

    Geburt der zweiten Tochter Ignacia am 1. Januar, die früh verstarb.
  • 1622

    im April Aufenthalt in Madrid zum Studium der königlichen Sammlungen. Velázquez wohnte bei dem königlichen Kaplan Juan de Fonseca y Figueroa (1585–1627), der ebenfalls aus Sevilla stammte und im Kardinalkapitel tätig war.
  • 1623

    Im Frühjahr von Minister Conde Duque de Olivares aufgefordert, an den Hof in Madrid zu kommen. Ab dem 30. August entstand ein erstes Porträt von „König Philipp IV.“ als Brustbild (Dallas, Meadows Museum), das vielleicht das erste in der langen Reihe von höfischen Porträts ist. Am 6. Oktober Berufung als Hofmaler.
  • 1627

    Vereidigung als Kammerherr des Königs am 7. März. Velázquez darf mietfrei wohnen und einen Arzt konsultieren, die Medikamente sind ebenfalls gratis. Gewinnt den Wettbewerb zwischen den Hofmalern Philipps IV. zum Thema „Ausweisung der Morisken aus Spanien“ (verschollen).
  • 1629

    Bewilligung für einen längeren Italienaufenthalt. Kam am 19. September in Genua an. Reise über Venedig und Florenz nach Rom.
  • 1630

    Aufenthalt in Rom. Nach Angaben Pachecos zeichnete Velázquez nach Michelangelos „Jüngstem Gericht“, den Fresken Raffaels in den Stanzen und antiken Skulpturen in der Villa Medici. Um 1650 versicherte der Maler allerdings, dass ihm die Malerei Raffaels nicht gefiele, sondern die der Venezianer wie besonders Tizian. Während seiner Abwesenheit wird auf Initiative von Minister Olivares am Stadtrand von Madrid mit dem Bau eines neuen Königspalastes, dem Buon Retiro, begonnen.
  • 1631

    Am 1. Januar Rückkehr nach Madrid.
  • 1634–1635

    Empfehlung von Velázquez, Francisco de Zurbarán an den Hof zu berufen. Arbeit an großformatigen Gemälden für den Salón dei Reinos im Buen Retiro: Es entstanden fünf Reiterporträts der königlichen Familie und die „Kapitulation der Festung Breda vor dem spanischen Belagerungsheer des Marchese Ambrogio Spinola“.
  • 1636

    Am 10. Januar beschloss Philipp IV. die Erweiterung seines Jagdschlösschens Torre de la Parada samt umfangreicher Gemäldeausstattung, an der neben Velázquez auch Peter Paul Rubens beteiligt waren.
  • 1638

    Im April wurden die Porträts des Königs, seinem Bruder Kardinalinfant Ferdinand und dem Kronprinzen Baltasar Carlos als Jäger in den Torre gebracht. Sein Lehrer und Schwiegervater Pacheco veröffentlichte den Malereitraktat „El Arte de la Pintura“.
  • 1643

    Zum Kammermaler berufen.
  • 1645

    Malt den im Dienst des Kronprinzen stehenden Kleinwüchsigen Sebastián de Morra.
  • 1647

    Bauleitung von einigen königlichen Projekten, darunter die Umgestaltung des Alcázar.
  • 1648

    Zweite Italienreise in Begleitung seines Mitarbeiters Juan de Pareja.
  • 1649–1650

    In Rom malt Velázquez das „Porträt des Papstes Innozenz X. Pamphilij“ (Rom, Galleria Doria Pamphilij)
  • 1651

    Landung in Barcelona im Juni, Rückkehr nach Madrid.
  • 1652

    Berufung zum Oberhofmarschall/Palastkämmerer. Bis 1655 letztes Brustbild des Königs ohne Insignien.
  • 1655

    Im August Umzug in die Casa del Tesoro an der Ostseite des Alcázar.
  • 1657

    Vollendung der „Las Meninas“ (Madrid, Prado)
  • 1659

    Aufnahme in den angesehenen Santiago-Ritterorden.
  • 1660

    Als Oberhofstallmeister bereitete Velázquez die Reise des Königs zu den Fasaneninseln und die dortige Dekoration des spanischen Bereichs vor. Nach seiner Rückkehr am 26. Juni starb er am 6. August in Madrid. Beerdigt in der Kirche San Juan Bautista.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.