Was ist Renaissance?

Definition

Renaissance (franz. Wiedergeburt) bezeichnet die Epoche zwischen dem frühen 15. und dem späten 16. Jahrhundert, in der die Texte der lateinischen Welt und die antike Kunst wiederentdeckt und als vorbildhaft für das aktuelle Kunstschaffen angesehen wurden. Man könnte die Renaissance als „Florentiner Erfindung“ bezeichnen, die sich um 1500 in ganz Italien und im frühen 16. Jahrhundert nördlich der Alpen ausbreitete. Der Florentiner Maler Giorgio Vasari schrieb das erste wichtige Buch über Kunstgeschichte im Jahr 1550. Darin teilte er seine Ansicht eines Aufschwungs der Kunst als Wiedergeburt der Antike nach dem langen, dunklen Mittelalter. Mitte des 19. Jahrhunderts schloss sich Michelet dieser Ansicht an und ab den 1860er Jahren wurde der Begriff Renaissance als Epochenbegriff und Stilbegriff gleichermaßen eingesetzt. Strittig ist bis heute die Frage, ob der Manierismus Teil der Renaissance oder eine eigenständige Stilrichtung ist.

Kunst der Renaissance

Renaissance (franz. Wiedergeburt) bezeichnet die Epoche zwischen dem frühen 15. und dem frühen 17. Jahrhundert (max. 1620), zwischen der Frühen Neuzeit und der Gegenreformation. Von Italien ausgehend, wurden Texte der lateinischen Welt und die antike Kunst wiederentdeckt und als vorbildhaft für das aktuelle Kunstschaffen angesehen.

Die Wiederentdeckung der Antike ist aber nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild (Humanismus) eine gewichtige Rolle. Wichtiges Medium dafür war das Porträt, das als Einzelbildnis oder in Form von Stifterporträts in der Renaissance einen hohen Stellenwert und realistische Ausformungen erfuhr. Die Bewunderung für die antike Kunst und Literatur fand in der zunehmenden Sammeltätigkeit wohlhabender Schichten wie auch der Darstellung von Mythologien beredten Ausdruck.

Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier. Frühe Naturstudien von Martin Schongauer und Albrecht Dürer führten auch die Darstellung von Pflanzen auf eine neue realistische Ebene.

Wenn auch Künstler die Zeichnung noch immer als Hilfsmittel in der Ausführung ihrer Werke betrachteten, so wurden sie doch ab 1500 immer mehr als eigenständige, ja die individuelle Handschrift und Idee des Künstlers sogar besser vermittelnde Ausdrucksform anerkannt und aufbewahrt. In der Malerei löst etwa zum gleichen Zeitpunkt auch in Italien die Ölmalerei die langsam trochnende Temperamalerei ab. Das Fresko galt zumindest in Mittelitalien bis weit in das 16. Jahrhndert hinein als die Königsdisziplin der bildenden Kunst.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Konzepte in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er vermutlich zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

Man könnte die Renaissance als „Florentiner Erfindung“ bezeichnen, die sich um 1500 in ganz Italien und im frühen 16. Jahrhundert nördlich der Alpen ausbreitete. Heute wird die Renaissance häufig mit den florentiner Künstlern Donatello (um 1385/6–1466), Masaccio (1401–um 1448) und Leon Battista Alberti (um 1404–1472) verbunden, die ihren Kunstwerken eine neue Rationalität zugrundelegten. Der Florentiner Maler Giorgio Vasari schrieb das erste wichtige Buch über Kunstgeschichte im Jahr 1550. Darin teilte er seine Ansicht eines Aufschwungs der Kunst als Wiedergeburt der Antike nach dem langen, dunklen Mittelalter. Mitte des 19. Jahrhunderts schloss sich Michelet dieser Ansicht an und ab den 1860er Jahren wurde der Begriff Renaissance als Epochenbegriff und Stilbegriff gleichermaßen eingesetzt. Strittig ist bis heute, ob der Manierismus Teil der Renaissance oder eine eigenständige Stilrichtung ist.

  • Frührenaissance (1400/1420–1500)
  • Hochrenaissance (1500–1520)
  • Spätrenaissance (Manierismus, 1520/1530–1600/1620)

Die Renaissance wird von einigen Forschern auch als Beginn der Moderne bezeichnet, da v.a. im 16. Jahrhundert durch Entdeckungen, Erkenntnissen in der Medizin und Reformation das mittelalterliche Menschenbild und auch das Verhältnis von Mensch-Gott-Welt grundlegend verändert wurden.

 

Skulptur der Renaissance

Renaissance-Skulptur in Florenz

Als Gründungswerk der Florentiner Renaissance-Skulptur gelten die bronzenen Portale (1403–1424/25) von Lorenzo Ghiberti (1378–1455) am Baptisterium: Die beiden Wettbewerbsreliefs des „Isaaksopfers“ (1401) von Brunelleschi und Ghiberti zeigen eine deutlich expressivere Auffassung durch Ghiberti und auch einen höheren Grand an Naturalismus. Die technische Umsetzung als Guss in einem Stück und der um gut sieben Kilo geringere Materialverbrauch sicherte ihm den Auftrag. Büsten von Mino da Fiesole (1430–1484), Reliefs und Porträts von Antonio Rossellino (1427–1479) sowie glasierte Terracotten von Andrea della Robbia (1435–1525) stehen stellvertretend für den Naturalismus der Florentiner Skulptur des 15. Jahrhunderts. Die Werkstatt verwendete das Tondo oft von einem opulenten Früchtekranz umgeben und glasierte sie in typischen Farben Blau, Weiß, Gelb und Grün.

Die Bronzeskulptur wurde nach den ersten Höhepunkten, den Portalen von Ghiberti am Baptisterium sowie Werken von Donatello, von Andrea del Verrocchio (1435/36–1488) und Antonio del Pollaiuolo (um 1431–1498) weiter vorangetrieben. Mit Verrochios 2,30 Meter hoher Skulpturengruppe „Christus und der ungläubige Thomas“ (1467–1483) aus Orsanmichele beginnt die glaubhafte Darstellung von einander zugeordneten Figuren wie sie auch „Herkules und Antaeus“ (um 1475, Bargello) von Antonio del Pollaiuolo zeigt. Diese hingegen gehört zur Kategorie der kleinfigurigen Sammlerbronzen, die sich v.a. ab 1500 einer großen Beliebtheit bei internationalen Sammlern erfreuten und begehrte Florentiner Produktionen darstellten. Giovanfrancesco Rustici (1475–1554) führte die von Pollaiuolo entwickelten Qualitäten in die manieristische, in sich gedrehte bzw. verschlungene Figurengruppe (figura serpentinata) weiter.

Zweifellos der berühmteste Bildhauer aus Florenz ist jedoch Michelangelo (1475–1564), der mit der „Pietà“ (1498/99) und dem „David“ (1504) zwei der wichtigsten Statuen der Hochrenaissance schuf. Obschon Micheangelo auch malte (Temperagemälde, Fresken) und Architekturen (San Lorenzo) entwarf, empfand er sich selbst immer als Bildhauer. Zu den herausragendsten Leistungen Michelangelos zählen die Einbeziehung des Werkprozesses in die Arbeit (Frage des Unvollendeten) wie auch die Darstellung emotional hochbewegter Figuren in den Sixtina-Fresken.

Bilderhauer der Renaissance in Italien

  • Donatello
  • Luca della Robbia
  • Antonio Rossellino
  • Benedetto da Maiano
  • Tullio Lombardo
  • Jean de Boulogne (Giovanni da Bologna)
  • Filippo Brunelleschi
  • Lorenzo Ghiberti
  • Nanni di Banco
  • Antonio del Pollaiuolo
  • Antico → Antico, Büste des Marc Aurel
  • Jacopo della Quercia
  • Andrea del Verrocchio
  • Michelangelo Buonarroti
  • Francesco Laurana

Bilderhauer der Renaissance in Deutschland

  • Michael Pacher
  • Bernd Notke
  • Veit Stoß
  • Erasmus Grasser
  • Nikolaus Gerhaert van Leyden
  • Jean Delemer
  • Robert Waterton
  • John Massingham
  • Hans Multscher
  • Peter Vischer der Ältere
  • Martin Kriechbaum
  • Peter Parler

Malerei der Renaissance

Die unzähligen Schulen der italienischen Renaissance-Malerei leiten sich von der jeweiligen Tradition der Entstehungsorte ab. In Venedig hatte die byzantinische Kunst stärkeren Einfluss auf die Kunstproduktion als in Florenz. Das von den Medici ab 1434 regierte Florenz gilt als die Wiege der Renaissance, was auch mit ihrer wirtschaftlichen Macht und Stabilität zu tun hatte. Mit dem Sturz und der Vertreibung der Medici 1494 ging der künstlerische Führungsanspruch auf Rom über, wo mit Julius II. (1503–1513) ein kunstinteressierter Papst regierte, der Michelangelo die Decke der Sixtina und Raffael die Stanzen ausmalen ließ.

 

Renaissance-Malerei in Florenz

Die Florentiner Malerei der 1470er und 1480er Jahre wird durch die Künstler Alessandro di Mariano Filipepi, genannt Sandro Botticelli (1444/45–1510) und sein bekanntester Schüler Filippino Lippi (um 1457–1504) vertreten. Botticelli war einer der Lieblingsmaler der Medici, schuf berühmte Madonnen-Tondi und mit der „Primavera“ und der „Geburt der Venus“ noch berühmtere Mythologien.
Filippino Lippi zeigt hinter seinen Madonnen-BIldern häufig aufwändige, steil in die Tiefe fluchtende Architektur und einen phantasievollen Landschaftsausblick. Tondi waren in Florenz um 1500 sehr beliebte Bildformen für Darstellungen mit dem Christuskind, was sich wohl aus ihrer Herkunft von den sog. „dischi da parto“ (Geburtstellern, die Frauen im Wochenbett geschenkt wurden) ableiten lässt.

 

Renaissance-Malerei in Venedig

Venedig galt jahrhundertelang als Tor in den Osten, war Handelszentrum und Ausgangspunkt für Pilgerfahrten ins Heilige Land. Diese Orientierung in Richtung Orient und sogar China, lösten politische Ereignisse und Entdeckungen eine völlige Neuorientierung der Serenissima aus. Als im Jahr 1453 die Osmanen Konstantinopel eroberten, war es um Byzanz geschehen. Venedig verlor Ende des 15. Jahrhunderts zudem die Kolonien Lepanto, Modon und Corone, zudem führte es Krieg gegen Ercole d'Este, dem Herzog von Ferrara. In der 1508 gegründeten Liga von Cambrai verbündeten sich Papast Julius II., der röm. Kaiser Maximilian I., Frankreich und Spanien gegen den venezianischen Imperialismus. Obwohl ein Jahr später vernichtend geschlagen, gelangte die Stadt unter dem Dogen Andrea Gritti schnell wieder zu alter Macht und Wohlstand zurück.

Die Verbindung zum östlichen Mittelmeer riss auch nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen und dem Zerfall des Byzantinischen Reichs nicht ab, wie Gemälde u.a. von Paolo Veronese belegen, in denen das kosmopolitische Klima der Stadt mit Hilfe von orientalisch gekleideten Besucherinnen und Besuchern verdeutlicht wird.

  • 1404–1407 eroberte Venedig die „Terra ferma“: Padua, Vicenza, Verona, Treviso; bis Mitte des Jahrhunderts kamen noch Brescia, Bergamo und Ravenna dazu.
  • 1453 eroberten die Osmanen Konstantinopel (heute: Istanbul), wodurch das Byzantinische Reich zugrunde ging.
  • 1479 Friedenvertrag mit dem osmanischen Sultan Mehmet II. sicherte Venedig die Schifffahrtswege.
  • 1492 löste die Entdeckung Amerikas eine Veränderung der Handelsrouten aus.
  • 1508 Gründung der Liga von Cambrai zwischen Papst Julius II., dem römischen Kaiser Maximilian I., Frankreich und Spanien gegen die venezianische Expantionspolitik.
  • 1509 wurde die Serenissima Repubblica von König Louis XII. von Frankreich, Mitglied der Liga von Cambrai, bei Agnadello verheerend geschlagen.
  • Ende der 1520er Jahre Doge Andrea Gritti begann das politische Zentrum Venedigs rund um die Piazetta wiederaufzubauen.
  • 1571 Gemeinsam mit dem Papst und Spanien neuerlicher Kampf gegen die Osmanen, deren Flotte in der Schlacht von Lepanto vernichtend geschlagen wurde. Dennoch verlor Venedig mit Zypern einen wichtigsten Besitz in der Ägäis.

Die außergewöhnliche Lage der Stadt, das große Handelsimperium, das sich lange haltende byzantinische Erbe und die geschlossene politische und gesellschaftliche Struktur führten zur Andersartigkeit Venedigs auch in der Kunst. Zu den wichtigsten Charakteristika zählen: Liebe zu den Farben und Details, Betonung von Mustern und Oberflächen, Beschäftigung mit dem Licht, das Pasticcio.

Der Gründervater der venezianischen Renaissance ist Giovanni Bellini (um 1430–1516), dem sein Schwiergersohn Andrea Mantegna (um 1431–1506). der früh verstorbene Giorgione da Castelfranco (1476/77–1510) und natürlich Tizian (eigentlich Tiziano Vecellio, um 1488–1576) folgten. Giovanni Bellini erreichte mit perspektivisch verkürzter Architektur und realistischen Ausblicken in Landschaften einen neuen Realismus in seinen Altarbildern. Um 1500 begannen venezianische Maler mit Ölfarben auf grober Leinwand zu arbeiten.

Die Mitglieder der 1504 gegründeten Scuole dei Tedesci wandten sich an den Nürnberger Maler Albrecht Dürer (1471-1528), damit er ihnen ein Altarbild malte. „Das Rosenkranzfest“ (1506, Nationalgalerie Prag) ist eine Hommage an den alten Bellini, den Dürer sehr verehrte. Wenn auch von venezianischen Kollegen kopiert, wie er brieflich an Willibald Pirkheimer berichtete, so musste Dürer dennoch 20 Dukaten Strafe zahlen, weil er als Ausländer (d.h. nicht in einer venezianischen Zunft gebundener) Künstler ein Werk verkauft hatte. In den Norden brachte der inspirierte Maler nicht nur humanistisches Gedankengut, sondern auch das Bewusstsein für die Malerei als einer intellektuellen Tätigkeit mit.

Tizian führte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Errungenschaften Bellinis in dramatisch-bewegten Altarbildern und repräsentativen Porträts weiter. Als Lieblingsmaler von Philipp II. von Spanien gelangten viele Gemälde an den Hof nach Madrid, wo sie im frühen 17. Jahrhundert Peter Paul Rubens begeisterten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts prägten vor allem Tintoretto (eigentlich Jacopo Robusti, 1519–1594), die Malerfamilie Bassano sowie Paolo Veronese (1528–1588) die venezainische Malerei der Spätrenaissance.

Sichbares Zeichen venezianischer Malerei sind die Ausstattungen der Kirchen, der Scuole und des Dogenpalastes. Die wichtigsten Maler Venedigs verweigten sich und den Ruhm der Serenissima mit großformaitgen Ölgemälden, die an die Decken geklebt wurden. Mitte des 16. Jahrhunderts befanden sich Dogenporträts und Historienbilder von Gentile und Giovanni Bellini, Carpaccio, Tizian u.a. im Palast. Nach dem verheerenden Brand von 1577 wurde der Große Sitzungssaal mit Werken von Jacopo Tintoretto („Paradies“ an der Ostwand), Paolo Veronese, Jacopo Palma il Giovane. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts hatte sich das venezianische Kolorit und die Reflexion über die Qualitäten des Lichts als typisch für die Malerei der Lagunenstadt etabliert. Sebastiano del Piombo übersiedelte 1511 nach Rom, wo er ein Freund von Michelangelo wurde und mit dessen Hilfe die Florentiner Körperlichkeit und den disegno mit der norditalienischen Farbigkeit zu einer Synthese brachte.

Renaissance-Maler in Florenz und Rom

  • Domenico Veneziano
  • Masaccio
  • Masolino
  • Fra Angelico
  • Fra Filippo Lippi
  • Sandro Botticelli
  • Michelangelo Buonarroti
  • Raffael (Raffaello Sanzio)
  • Leonardo da Vinci
  • Filippino Lippi
  • Paollo Uccello
  • Benozzo Gozzoli
  • Piero della Francesca
  • Andea del Castagno
  • Antonio del Pollaiuolo
  • Pietro Perugino
  • Bronzino

Renaissance-Maler in Venedig und Mantua

Renaissance-Maler in Flandern

Malerinnen der Renaissance

  • Caterina Vigri (1413–1463)
  • Sofonisba Anguissola (um 1531/32–1625)
  • Lavinia Fontana (1552–1614)
  • Barbara Longhi (1552–1638)
  • Catharina van Hemessen (1527/28–nach 1583)
  • Levina Teerlinc (1510–1576)
  • Suzanne Court (aktiv 1575–1625)

 

Sofonisba Anguissola (um 1531/32–1625)

Sofonisba Anguissola

Sofonisba Anguissola (um 1531/32–1625) wurde um 1531 oder 1532 in Cremona als Tochter vonPatriziern geboren. Die Ausbildung von Sofonisba Anguissola, die sehr früh künstlerisches Talent erkennen ließ, fand zwischen 1543 und 1549 bei Bernardino Campi und danach bei Bernardino Gatti, genannt Il Sojaro, statt. Ihr Vater Amilcare Anguissola trat bald als „Manager” seiner Tochter auf und trat in Briefkontakt mit berühmten Künstlern – darunter Michelangelo Buonarroti. Mit knapp 20 Jahren wurde sie für ihre scharfe Beobachtungsgabe und sensible Porträtkunst berühmt.

Sofonisba Anguissola reiste 1559 auf Empfehlung des Herzogs von Alba, Fernando Toledo, an den Hof Philipps II. nach Madrid. Sie malte in den 1560er Jahren Philipp II., dessen Ehefrau Elisabeth und deren Töchter, die Infantinnen Isabella Clara Eugenia und Katharina Michaela (alle im Prado). Der König von Spanien und seine Ehefrauen schätzten Anguissola so sehr, dass sie der Malerin eine jährliche Rente gewährten. Damit dürfte Sofonisba Anguissola die erste Hofmalerin der europäischen Renaissance gewesen sein.

1571 wurde sie mit dem sizilianischen Adeligen Farbizio di Moncada, dem Sohn des Vizekönigs, getraut. Nach dem Tod ihres Mannes 1579 kehrte Sofonisba Anguissola wieder nach Cremona zurück. Auf der Rückreise von Sizilien nach Cremona traf Sofonisba Anguissola 1580 den aus Genua stammenden Kapitän Orazio Lomellini († nach 1632), in den sie sich heftig verliebt. Ohne die Erlaubnis des Königs einzuholen, heirateten die beiden 1581 und zogen nach Genua. Dort begann Sofonisba Anguissola wieder Porträts zu malen und gab Malunterricht. In ihren letzten Lebensjahren hielt sie sich in Palermo auf, wo Anthonis van Dyck sie 1623 in sein „Italienisches Skizzenbuch“ zeichnete. Sofonisba Anguissola verstarb im Alter von 97 Jahren am 16. November 1625 in Palermo.

Renaissance-Maler in Deutschland und Frankreich

Architektur der Renaissance

Der bedeutende Humanist Poggio Bracciolini (1380–1459) entdeckte ein Manuskript von Vitruv in der Klosterbibliothek von St. Gallen und schrieb mit „De varietate fortunae [Über die Vergänglichkeit des Glückes]“ (4 Bücher, 1448) einen Text über die Ruinen von Rom und das Schicksal der ehemals so würdevollen und großartigen Stadt.

Die Architekten Filippo Brunelleschi (1377–1446) und Leon Battista Alberti (1404–1472) erprobten das neue Wissen in epochalen Gebäuden, wie der Domkuppel in Florenz. Brunelleschi hatte 1402 erstmals Rom bereist, um die antiken Bauwerke zu studieren. Kurz zuvor war er im Wettbewerb um das zweite Portal des Baptisteriums seinem Lehrer Ghiberti unterlegen. Die Erkenntnisse seines Antiken-Studiums führte Brunelleschi in der Alten Sakristei von San Lorenzo (1418–1428), der Domkuppel (1418–1436), dem Ospedale degli Innocenti (1421–1455) mit der Loggia aus Kolonnaden und der Pazzi-Kapelle (1442–1461) weiter. Neben seiner Tätigkeit als Architekt ist Brunelleschi für die Entwicklung der Perspektive von größter Bedeutung, wird ihm doch die Erfindung der mathematischen Zentralperspektive zugeschrieben.

Noch näher an antiken Vorbildern bewegte sich Leon Battista Alberti, der 1446 den Palazzo Rucellai mit einer klassischen Pilasterordnung verzierte. In Sa Andrea in Mantua realisierte Alberti erstmals eine Kirche nach römischem Vorbild. Wichtiger noch als seine Bauten sind aber Albertis mannigfaltige Schriften.

 

Druckgrafik der Renaissance

Im 16. Jahrhundert wurden antike Skulptur und Architektur populäre Themen in Druckgrafiken, welche die Kenntnis der antiken Exponate nördlich der Alpen verbreiterte. Ein frühes Beispiel ist Andres Mantegnas Kupferstich „Bacchanal mit einem Weinfass“ (um 1470–1490), der kurz nach dessen Aufenthalt in Rom (1488–1490) entstand. Mantegna reagierte darauf mit seinem „Bacchanal mit Silen“, der wiederum das Interesse von Albrecht Dürer erweckte. Dürer studierte in Venedig die Kunst des Altertums und schuf 1504 „Adam und Eva“, in dem er den kürzlich entdeckten „Apoll vom Belvedere“ zitierte. Der Nürnberger brachte aber auch ein neues Selbstverständnis als Künstler mit. Der Renaissance-Maler verlangte für sich den Status eines Humanisten und Intellektuellen anstelle eines Handwerkers.

 

Erfindung der Kunstgeschichtsschreibung

Der Florentiner Maler Giorgio Vasari schrieb das erste wichtige Buch über Kunstgeschichte im Jahr 1550. Darin teilte er seine Ansicht eines Aufschwungs der Kunst als Wiedergeburt der Antike nach dem langen, dunklen Mittelalter.

 

Literatur

  • Jacob Burckhardt, Gesellschaft der Renaissance in Italien, 1860.
  • John Addington Symonds, Renaissance in Italy.
  • Heinrich Wölfflin, Klassische Kunst, 1899.

Architekten der Renaissance

  • Filippo Brunelleschi
  • Michelozzo di Bartolomeo
  • Leone Battista Alberti
  • Luciano Laurana
  • Pietro Lombardo
  • Giuliano da Sangallo
  • Bramante
  • Ulrich von Ensingen
  • Hans von Burghausen
  • Richard Winchcombe
  • Benedikt Ried
  • Juan Guas
  • Lorenzo Váquez
  • Alfonso Domingeues
  • Diogo Boytac

Druckgrafiker der Renaissance

  • Andrea Mantegna
  • Antonio del Pollaiuolo
  • Marcantonio Raimondi
  • Martin Schongauer
  • Meister E. S.
  • Israhel van Meckenem
  • Albrecht Dürer

Kunstgewerbe der Renaissance

  • Lorenz Helmschmied (Rüstungen)
15. Juni 2018
Giambologna nach Michelangelo, Der Tag, Detail, Florenz, vor 1574, Alabaster (Skulpturensammlung © SKD, Foto: Wolfgang Kreische)

Giambologna, Michelangelo und die Medici-Kapelle Alabaster und Vervollständigung als Kriterien für neue Zuschreibung

Vier Tageszeiten aus Alabaster nach Michelangelos Allegorien in der Medici-Kapelle könnten Frühwerke von Giambologna (1529–1608) sein. Eine Ausstellung im Zwinger in Dresden stellt diese neue Zuschreibung vor.
9. Juni 2018
Leonardo da Vinci, Madonna mit der Nelke, Detail, um 1475, Pappelholz, 62 × 46,6 × 1,9 cm (Malfläche) (Alte Pinakothek, München, Inv. Nr. 7779)

Florenz und seine Maler: Die Erfindung der Renaissance Meisterwerke der Alten Pinakothek von Giotto bis Leonardo da Vinci

Die „Erfindung“ der Renaissance ist eng mit der Florentiner Skulptur und Malerei des 15. Jahrhunderts verbunden. Die Alte Pinakothek versammelt Werke von Giotto bis Leonardo, um diesen Weg nachzuzeichnen.
1. Juni 2018
Pieter Bruegel d. Ä., Der Triumph des Todes, Reiter mit Sense, 1562–1563, Öl/Holz, 117 x 162 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)

Pieter Bruegel der Ältere: Der Triumph des Todes Moralisierende Todesvision im Prado

Pieter Bruegel d. Ä. zeigt, wie alle Stände vom Tod gleich gemacht werden. Grausame Schreckensvision im Stil von Hieronymus Bosch vom Prado restauriert.
20. Mai 2018
Leonardo da Vinci, Kopf eines Kriegers, Detail, 1504, Rötel, 19 x 21 cm (Szepmueveszeti Muzeum, Budapest)

Leonardo im Teylers Museum Haarlem zeigt Leonardo Zeichnungen anlässlich des 500. Todestages

Leonardo im Teylers Museum ist die erste Ausstellung zu den Handzeichnungen des berühmten italienischen Renaissance-Künstlers in den Niederlanden. Schon zu seinen Lebzeiten (1452–1519) war Leonardo da Vinci dafür berühmt, den menschlichen Charakter und die Affekte in überzeugender Weise einfangen zu können.
27. April 2018
Bronzino (Agnolo di Cosimo; Monticelli, Firenze 1503-Firenze 1572) Ritratto di Eleonora di Toledo col figlio Giovanni, 1545, olio su tavola; cm 115 x 96. Firenze, Galleria degli Uffizi, inv. 1890 n. 748.

Bronzino. Maler und Poet am Hof der Medici Florentiner Manierist im Palazzo Strozzi

Wenige Künstler haben das Bild der Medici-Dynastie so geprägt wie Agnolo di Cosimo, genannt Bronzino (1503–1572). Als Hofmaler von Cosimo I. und Eleonora von Toledo verewigte er die Großherzöge der Toskana auf würdevolle wenn auch statuarische Weise.
22. Dezember 2017
Cellini, Salzfass (Saliera), 1540–1543, Gold, Email, Ebenholz, Elfenbein, 28,5 cm × 21,5 cm × 26,3 cm (Kunsthistorisches Museum Wien)

Benvenuto Cellini: Saliera Goldenes Salzfass für Franz I. von Frankreich

Der Florentiner Goldschmied Benvento Cellini (1500–1571) schuf das Salzfass in den Jahren 1540 bis 1543 während seines Aufenthaltes am Hof des französischen Königs Franz I. (1494–1547).
6. Dezember 2017
Antico, Büste des Marc Aurel, Detail, um 1500, Bronze, vergoldet, 72,5 x 60,0 cm (LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 1630)

Antico, Büste des Marc Aurel Antikenbegeisterung der Hochrenaissance

Antico (um 1455–1528) gehört zu den führenden Bronzebildhauern der Renaissance, da er Werke im antikischen Stil schuf. Diese "Büste von Marc Aurel" aus den Princely Collections Liechtenstein dürfte im frühen 16. Jahrhundert vielleicht für Isabella d'Este entstanden sein.
5. Dezember 2017
Antonello da Messina, Sacra Conversazione, Hl. Nikolaus, August 1475– Anfang April 1476, Öl/Holz, 115 cm x 133 cm (gesamt), 55,9 x 35 cm (linke Tafel), 56,8 x 35,6 cm (rechte Tafel) (Kunsthistorisches Museum, Wien)

Antonello da Messina, Pala di San Cassiano: Sacra Conversazione Fragmentiertes Hauptwerk der Renaissance-Malerei

Antonella da Messina (um 1430–1479) war ein führender Maler der italienischen Frührenaissance und führte als einer der ersten Künstler die flämische Technik der Ölmalerei ein. Der für die Kirche San Cassiano in Venedig 1475/76 geschaffene Altar wurde von seinen Zeitgenossen bewundert und beeinflusste die Künstler der Serenissima, unter anderem Giovanni Bellini und Tizian.
5. Dezember 2017
Jacopo Tintoretto Susanna im Bade, Detail, um 1555/1556, ÖlLw, 146 x 193,6 cm (Kunsthistorisches Museum Wien, Inv.-Nr. GG 1530)

Jacopo Tintoretto, Susanna im Bade Sex & Crime mit venezanischem Kolorit

Tintorettos „Susanna im Bade“ des Kunsthistorischen Museums überrascht durch ihre klassische Klarheit in der Formgebung: Bildbeschreibung, Symbolik, Stilanalyse.
27. November 2017
Pieter Bruegel der Ältere, Der Turmbau zu Babel, Turm, 1563, signiert und datiert, Öl auf Eichenholz, 114 x 155 cm (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1026)

Pieter Bruegel d. Ä.: Werk und Leben Erste monografische Ausstellung zu Pieter Bruegel d. Ä.

2019 jährt sich der Todestag von Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30–1569) zum 450. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Kunsthistorische Museum diesem bedeutendsten niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts die weltweit erste große monografische Ausstellung.
20. November 2017
Michelangelo, Unvollendeter Karton für eine Madonna mit Kind, Detail, 1525–1530, Schwarze und rote Kreide, weiße Gouache, Blatt 54.1 x 39.6 cm (Casa Buonarroti, Florenz 71F SL.6.2017.12.7)

Michelangelo Zeichnungen im Metropolitan Museum „Göttlicher Zeichner und Entwerfer“

Wer dem „Genie“ von Michelangelo Buonarroti (1475–1564) nahekommen möchte, möge sich mit seiner Zeichenkunst beschäftigen, empfiehlt das Metropolitan Museum, New York. Hier zeigt sich seine ungebrochene Innovationskraft, sein Kunstverständnis, seine Erfindungen über die Gattungsgrenzen hinaus. Schon zu seinen Lebzeiten wurden Zeichnungen zunehmend als authentische, persönliche Formen des Ausdrucks wertgeschätzt und gesammelt.
16. November 2017
Leonardo da Vinci, Salvator Mundi (mit Rahmen), Detail, Öl/Walnuss, 65.7 x 45.7 cm, um 1500 (Privatsammlung, courtesy Sothenby‘s)

Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ für 450 Mio. USD verkauft Teuerstes auktioniertes Kunstwerk aller Zeiten

Um 2 Uhr früh MEZ fiel in New York der Hammer bei 450 Millionen USD (450.312.500 USD mit Gebühren), oder umgerechnet 380 Millionen Euro. Leonardo da Vinci’s (1452–1519) erst 2005 wiederentdeckter „Salvator Mundi“ ging von dem im Exil lebenden Russen Dimitri Rybolowiew an eine_n anynome_n Sammler_in.
6. November 2017
Michelangelo, David, Oberkörper (Florenz, Galleria dell‘Accademia)

Michelangelo Bounarroti: David Entstehungsgeschichte der Statue, Analyse und Interpretation

Das bekannteste Werk des Florentiner Bildhauers Michelangelo ist zweifellos der „David“ (1501–1504), den er eigentlich für den Florentiner Dom fertigte. Ihr Aufstellung vor dem Palazzo Vecchio verdankt sie der herausragenden Qualität und dem überzeugenden Antikenzitat wie auch der respektierten Bedeutung ihres Schöpfers.
2. November 2017
Albrecht Dürer, Geburt Christi, Detail, 1514, Feder in Schwarz, 31,3 x 21,7 cm (Albertina)

Albrecht Dürer, Geburt Christi (Albertina) Heilige Nacht im Stall

Albrecht Dürers „Geburt Christi“ zeigt das heilige Geschehen als Familienglück! Das von Herzog Albert von Sachsen-Teschen erworbene Blatt zeigt die Anbetung des Christusknaben durch Maria und Josef. Hirten eilen im Hintergrund zum heiligen Geschehen. Die Architektur des Stalls ist räumlich überzeugend wiedergegeben, was die Federzeichnung mit dem „Marienleben“ (publiziert 1511) verbindet.
20. Oktober 2017
Meister von Meßkirch, Epiphanie, Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin in Meßkirch, Meßkirch, Pfarrkirche St. Martin, © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann.

Meister von Meßkirch. Katholische Pracht in der Reformationszeit Katholische Reform und Bildpropaganda in Württemberg

Der Meister von Meßkirch (1515–1540 aktiv) erhielt seinen Notnamen nach dem zwischen 1536 und 1540 gemalten Altarensemble für die Stiftskirche St. Martin in Meßkirch, südlich von Sigmaringen. Insgesamt werden dem Meister von Meßkirch zwölf Flügelaltäre mit je sieben Einzeltafeln zugeschrieben, die zwischen 1520 und den frühen 1540ern im oberschwäbischen Raum in Auseinandersetzung mit dem Dürer-Kreis entstanden sind. Davon sind acht Mittelbilder und 58 Tafeln überliefert.
5. Oktober 2017
Jacopo Tintoretto, Kreuzigung, Detail, 1565, Öl/Lw, 535 x 224 cm (Sala dell’Albergo, Scuola di San Rocco, Venedig)

Tintoretto in der Scuola Grande di San Rocco, Venedig

Tintoretto erhielt den Auftrag für die Ausstattung der Scula Grande di San Rocco 1564. In Summe malte er, unterstützt durch seine Werkstatt, 50 großformatige Leinwändem die in drei Sälen ind ei Wand eingelassen wurden.
5. Oktober 2017
Jacopo Tintoretto, Selbstporträt, Detail, um 1547, Öl auf Leinwand, 45,1 x 38,1 cm (Philadelphia Museum of Art)

Tintoretto – A star was born Frühe Werke des venezianischen Manieristen im Wallraf-Richartz-Museum, Köln

Jacopo Tintoretto (1518/19–1594) wurde – je nach Auslegung der historischen Dokumente – 1518 oder 1519 in Venedig geboren. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln und das Pariser Musée du Luxembourg feiern bereits 2017/18 den 500. Geburtstags des höchst einfallreichen Manieristen.
3. Oktober 2017
Lorenzo Lotto, Porträt einer Frau als Lukretia, Detail, um 1530–1532, Öl/Lw, 96.5 x 110.6 cm (© The National Gallery, London)

Lorenzo Lotto. Porträts Porträtmalerei der Hochrenaissance in Oberitalien

Lorenzo Lotto (um 1480–1556/7) zählt zu den faszinierendsten Renaissancemalern des frühen 16. Jahrhunderts und ist vor allem für seine Porträts und religiösen Gemälde bekannt. Seine Werke zeichnen sich durch eine expressive Empfindsamkeit und Unmittelbarkeit aus und sind an ihren tief gesättigten Farben und dem markanten Einsatz von Schatten erkennbar.
2. Oktober 2017
Giovanni Bellini, Christus im Garten Gethsemane, um 1465, Tempera/Holz, 81.3 x 127 cm (© The National Gallery, London)

Mantegna und Bellini Frührenaissance in Venedig und Mantua

Die künstlerische wie private Beziehung zwischen den beiden Malern der oberitalienischen Renaissance, Giovanni Bellini (tätig um 1459–1516) und Andrea Mantegna (1430/1–1506). Wichtige Leihgaben, darunter Gemälde, Zeichnungen und vor allem Skulpturen, die beide Künstler im Laufe ihrer Karriere maßgeblich beeinflussten, ermöglichen einen Vergleich zwischen den Œuvres dieser beiden bedeutenden – und miteinander verschwägerten – Maler.
27. September 2017
Raffael, Porträt des Bindo Altoviti, Detail, um 1514/15 (National Gallery of Art, Washington)

Raffael in der Albertina „Doppelnatur der Zeichnung“ zwischen Reflexion, Vorbereitung und autonomem Kunstwerk

Raffael in der Albertina ist ein chronologischer Rundgang durch ein facettenreiches Werk, das in nur zwanzig Jahren entwickelt wurde. Der 1483 im Herzogtum Urbin geborene Maler absolvierte seine Lehre in der Werkstatt von Pietro Perugino und fand in Leonardo und Michelangelo seine Lehrmeister in Florenz. Der kunstsinnige Papst Julius II. (reg. 1503–1513) berief ihn Ende 1508 an seinen Hof in Rom. Hier brillierte der gerade knapp Dreißigjährige mit den Fresken der Stanza della Segnatura und stellte sogar den „göttlichen“ Michelangelo in den Schatten. Weitere Freskenausstattungen, unzählige feinfühlige Madonnenbilder und Porträts, Aufgaben wie Dombaumeister und Antikenbeauftragter folgten.
4. September 2017
Pieter Bruegel der Ältere, Der Turmbau zu Babel, Turm, 1563, signiert und datiert, Öl auf Eichenholz, 114 x 155 cm (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1026)

Pieter Bruegel der Ältere, Der Turmbau zu Babel Kritik an menschlichem Hochmut oder an der Papstkirche?

Pieter Bruegels berühmtestes Gemälde im Kunsthistorischen Museum ist „Der Turmbau zu Babel“ aus dem Jahr 1563. In die monumentale, bildbeherrschende Architektur des Turmes ließ Pieter Bruegel das Erscheinungsbild des Kolosseums in Rom, das er während seiner zweijährigen Italienreise gesehen hatte, einfließen.
3. September 2017
Pieter Bruegel der Ältere, Die Jäger im Schnee (Winter), Detail, 1565, signiert und datiert, Öl auf Eichenholz, 117 x 162 cm (Wien, Kunsthistorisches Museum)

Pieter Bruegel der Ältere, Jäger im Schnee (Winter) Beschreibung und Einordnung in den Jahreszeitenzyklus

„Die Jäger im Schnee (Winter)“ ist ein 117 x 162 cm großes, mit Ölfarben auf Eichenholz gemaltes Bild, das Pieter Bruegel der Ältere signierte und mit der Jahreszahl 1565 datierte. Bei dem Gemälde handelt es sich um eine Darstellung des Winters aus einem sechsteiligen Zyklus zu den „Zeiten des Jahres [Jahreszeiten]“.
3. September 2017
Pieter Bruegel der Ältere, Kinderspiele, Detail, 1560, signiert und datiert, Öl auf Eichenholz, 118 x 161 cm (Wien, Kunsthistorisches Museum, Inv.-Nr. 1017)

Pieter Bruegel der Ältere: Kinderspiele Beschreibung und Deutung

Pieter Bruegel der Ältere stellte im Gemälde „Kinderspiele“ 246 Kinder – 168 Buben und 78 Mädchen – in Beschäftigung mit 91 Kinderspielen dar, lediglich zwei Erwachsene sind in der Komposition zu entdecken.
3. September 2017
Eva Michel

Eva Michel: „Bruegel gelang ein neuer Blick auf die Landschaft, ein neuer Realismus“ Landschaftsmaler, Moralist und ein bisschen Kirmes: facettenreicher Bruegel in der Albertina

Pieter Bruegel der Ältere (1526/30–1569) ist vielen als „Bauernmaler“ bekannt. Die Albertina widmet dem niederländischen Spätrenaissancekünstler eine Ausstellung, die den Blick auf Bruegel als Miterfinder der Landschaftsmalerei, als moralisierenden Nachfolger von Hieronymus Bosch und als genialen Zeichner präsentiert.
9. August 2017
Hans Memling, Thronende Madonna mit Kind und die hll. Katharina und Barbara sowie zwei musizierende Engel, Detail, frühe 1480er Jahre, Öl auf Holz, 68.3 x 73.3 cm (Metropolitan Museum, New York)

Hans Memling Brügger Maler in der Nachfolge von van der Weyden

Der aus Deutschland stammende Hans Memling (um 1440–1494) ist ab 1465 nachweislich in Brügge wohnhaft, wo er bald zu den anerkanntesten Malern der Stadt zählte. Memling malte Altarbilder und Porträts für die Bürger, die Gilden und die Klöster der Stadt. Das Johannesspital (Sint-Janshospitaals), wo bis heute sein berühmter Ursula-Schrein aufbewahrt wird, war sein wichtigster Auftraggeber.
5. August 2017
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)

Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473 Erste „realistische“ Landschaftszeichnung der mitteleuropäischen Kunst?

Am 5. August 1473 datierte der 21-jährige Leonardo da Vinci (1452–1519) diese berühmte Landschaftszeichnung aus den Uffizien. Sie zeigt das Arno-Tal, jener Flusslauf, an dem Leonardo in Vinci zur Welt gekommen war. Das Dorf Vinci befindet sich im unteren Arno-Tal, nördlich von Empoli. Leonardo wurde am 15. April 1452 auf einem Bauernhof in Anchiano geboren. Bis heute prägen sanfte Hügel, Weinberge und Olivenhaine die Umgebung am Fuße des Monte Albano, und es scheint sich der Maler wenig von der Landschaft seiner Kindheit für seine späteren Gemälde abgeschaut zu haben.
31. Juli 2017
Jan van Scorel, Maria Magdalena, um 1530, Öl auf Holz, 66.3 × 76 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Jan van Scorel Niederländischer Maler der Hochrenaissance

Jan van Scorel (1495–1562) wurde am 1. August 1495 in Schoorl nordwestlich von Alkmaar als Sohn des Priesters Andries Ouckeyn und der Dieuwer Aertsdr geboren, berichtet sein Biograf Karel van Mander. Der niederländische Maler starb am 6. Dezember 1562 in Utrecht und wurde in der Mariakerk begraben, wo ein Grabdenkmal mit einem Porträt Scorels von seinem Schüler Anthonis Mor aufgestellt wurde.
18. Juli 2017
Jean Fouquet, Diptychon des Etienne Chevalier [Diptychon von Melun], um 1455, linker Flügel: Etienne Chevalier und hl. Stephanus, rechter Flügel: Madonna umgeben von Engeln, Eichenholz, 93 x 85 cm (li), 95 x 85,5 cm (re), Fotomontage ARTinWORDS. (© Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders; © Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten)

Jean Fouquet: Madonna und Stifter wiedervereint „Das Diptychon von Melun“, Werk und Leben des bedeutenden französischen Malers

Jean Fouquet (um 1420–1477/81) ist der wichtigste französische Maler des 15. Jahrhunderts. Fouquet zählte zu den berühmtesten Porträtmalern seiner Zeit und auch in Italien bekannt. Sein berühmtestes Werk ist das Diptychon von Melun: Der Stifter Étienne Chevalier, Schatzmeister des Königs, wird vom hl. Stephanus der Muttergottes vorgestellt. Die irdische Szene befindet sich auf dem linken Flügel in Berlin, die von Engeln umgebene Maria mit Kind auf der rechten in Antwerpen. Erstmals seit 80 Jahren werden beide Flügel des Diptychons wieder miteinander vereint!
15. Juni 2017
Veronese, Raub der Europa, Detail, um 1580, Öl auf Leinwand, 162 x 191 cm (Madrid, Museo del Prado)

Renaissance Malerei in Venedig Ausstellung „Der Triumph der Schönheit und die Zerstörung des Gemäldes“ in Madrid

Tizian, Tintoretto, Veronese, Bassano, Giorgione und Lotto sind die Heroen der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Venezianische Renaissance-Malerei unterscheidet sich von der Florentiner Kunst durch den Einsatz des Chiaroscuro und Farbe als Grundlagen der Darstellung. Figuren und Raum werden genauer beobachtet, allerdings idealistischer in ihren Konzeptionen, die Vorstellung von Schönheit in der venezianischen Renaissance ist den Werken in Rom, Parma und Florenz ebenbürtig.
6. Juni 2017
Sebastiano del Piombo, Das Urteil des Solomon, um 1506–1509, Tempera und Öl auf Leinwand, Spuren von Vergoldung, 208 x 318 cm (Kingston Lacy, The Bankes Collection (National Trust) (1257074, KLA/P/33) © National Trust Images / Derrick E. Witty

Sebastiano del Piombo Venezianischer Maler in Rom

Sebastiano del Piombo (um 1458–1547) war ein Maler der Hochrenaissance und des beginnenden Manierismus in Venedig und Rom. In seinen frühen Jahren feierte er in Venedig Erfolge als Lautenspieler, ließ sich jedoch gleichzeitig von Giovanni Bellini und Giorgione zum Maler ausbilden. Als Mitarbeiter des früh verstorbenen Giorgione wurde Sebastiano mit der venezianischen Schule und der Bedeutung der Farbe vertraut, was er ab 1511 in Rom mit den monumentalen Formen Michelangelos geschickt zu verbinden wusste.