Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599-1660) war der spanische Hofmaler unter den Königen Philipp IV. und einer der bedeutendsten Barockmaler des 17. Jahrhunderts. Vermutlich verliße Velázquez seine Heimat nur ein (oder zwei) Mal in Richtung Italien, wo er sich an der Antike und der zeitgenössischen Malerei in Rom fortbilden konnte. Als Hofmaler schuf Velázquez vor allem Portäts der königlichen Familie und ihres Hofstaats (inclusive der kleinwüchsigen Hofnarren) sowie Mythologien zur Ausstattung der Schlösser.

Religiöse Malerei spielte vor allem während Velázquez' Ausbildung in der Werkstatt von Francisco Pacheco eine Rolle, wo der in Sevilla geborene Maler seit 1611 ausgebildet wurde. Nachdem er die Tochter seines Lehrherrn geheiratet hatte, wandte sich Velázquez dem Naturalismus nach Vorbild Caravaggios zu und wurde ein Spezialist für bodegones (Küchenstillleben). Im Sommer 1624 wurde er erstmals nach Madrid berufen, um ein heute verlorenes Porträt von Philipp IV. anzufertigen. Damit schaffte er eine Berufung an den Hof, wo er bis zu seinem Lebensende lebte und arbeitete.

Wichtige Inspirationsquellen wurde die königliche Sammlung mit ihren reichen Beständen an venezianischer Renaissance-Malerei (→ Renaissance Malerei in Venedig), darunter vor allem die Gemälde Tizians (→ Der späte Tizian), aber auch Zeitgenossen wie Caravaggio und Peter Paul Rubens. Das Spätwerk von Diego Velázquez ist erstaunlich frei und brillant. Da Velaázquez' Gemälde hauptsächlich für den Madrider Hof entstanden, befanden sie sie sich bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Besitz der königlichen Familie und unter Verschluss. Erst die Umwälzungen durch Napoleons Kriegszüge brachten einige Werke ins Ausland. Seither ist Diego Velázquez als artist's artist, Künstler für Künstler, bekannt. Vor allem sein Einsazt der Farbe Schwarz, seine offene, spontane Malweise, die Präsenz seiner Porträts wird international bewundert.

29. Juni 2016
Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, Der ruhende Mars, um 1638, Öl auf Leinwand, 179 × 95 cm (Museo Nacional del Prado. Madrid, Inv.-Nr. P 1208)

Die Ära Velázquez Ausstellung zu Spaniens Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts in Berlin und München

Der Begriff „El Siglo de Oro“ – das „Goldene Zeitalter“ – beschreibt die Blüte des Kulturschaffens Spaniens von ca. 1590 bis 1700. Die Berliner Gemäldegalerie und die Kunsthalle München widmen sich in einer spektakulären Schau der Vielfalt von Malerei, Skulptur und Zeichnung auf der Iberischen Halbinsel.
11. Juni 2015
Annibale Carracci, Der Genius des Ruhmes, 1588-1589, Öl auf Leinwand, 174 x 114 cm © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Rembrandt – Tizian – Bellotto Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie

Von Ende September 2013 bis 2017 wird das Gebäude der Gemäldegalerie in Dresden modernisiert. Da im Ausstellungshaus von Gottfried Semper derzeit nur die „Highlights“ wie Raffaels „Sixtinische Madonna“ und Giorgiones und Tizians „Schlafende Venus“ bewundert werden können, wurden 99 Werke auf Reisen geschickt.
11. November 2014
Diego Velázquez, Prinz Baltasar Carlos zu Pferd, 1635, Öl auf Leinwand, 209 x 173 cm © Madrid, Museo del Prado

Diego Velázquez. Portäts und Rokeby-Venus Maler der spanischen Könige

Das KHM zeigt seine erste große Ausstellung über Diego Rodriguez de Silva y Velázquez, die vom hauseigenen Bestand der dynastischen Porträts ausgeht. Alle Bildnisse wurden während der Regierungszeit von Philipp IV. (1632–1659) nach Wien geschickt, weshalb das KHM über den größten Bestand an Porträts des Künstlers außerhalb des Prado verfügt. Die Werke dokumentieren die engen dynastischen Beziehungen zwischen dem Spanischen und Wiener Hof während des 17. Jahrhunderts, die in einer intensiven Heiratspolitik gipfelte. Leider wurde die Sammlung im 19. Jahrhundert nicht museal ergänzt.
11. November 2014
Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, Gaspar de Guzmán, Conde Duque de Olivares, um 1635, Öl auf Leinwand (The Metropolitan Museum, New York)

Diego Velázquez: Biografie

Diego Velázquez war der wichtigste Hofmaler in Madrid während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die wichtigsten Ereignisse und Werke seiner Biografie
11. März 2010
Juan Martínez Montañés (1568–1649), Kreuzigung, 1617 © Photo The National Gallery, London. Courtesy of Iglesia Conventual del Santo Ángel, Carmelitas Descalzos, Sevilla.

Malerei und Skulptur im barocken Spanien Ausstellung "The Sacred Made Real" in London

Malerei und Skulptur ergänzten einander im Spanien des 17. Jahrhunderts (Siglo d'Oro) auf beispiellose Weise. Juan Martínez Montañés sowie Gregorio Fernández oder Pedro de Mena verlebendigten ihre Figuren, indem sie entweder mit Malern wie Francisco Pacheco zusammenarbeiteten oder selbst ihre Skulpturen bemalten. Gemälde von Diego Velázquez und Francisco de Zurbarán im Dialog....