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Entfesselte Natur. Katastrophen im Bild seit 1600 Schiffsuntergänge, Explosionen und Vulkanausbrüche in der Kunst

Caspar David Friedrich, Das Eismeer, 1823/24, Öl auf Leinwand, 96,7 x 126,9 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)

Caspar David Friedrich, Das Eismeer, 1823/24, Öl auf Leinwand, 96,7 x 126,9 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)

Eines der bedeutendsten Bilder der Hamburger Kunsthalle ist Caspar David Friedrichs „Eismeer“ (1823/24 → Caspar David Friedrich: Das Eismeer). Rund um den auf den ersten Blick kaum wahrnehmbaren Schiffsuntergang gruppiert Markus Bertsch Katastrophenszenarien aus vier Jahrhunderten. Die bildlich-künstlerische Aufbereitung von Naturkatastrophen beleuchtet u. a. das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner Technikgläubigkeit.

 

Katastrophen sind allgegenwärtig. Pausenlos berichten die Medien über Naturereignisse, Kriegshandlungen, politische Umbrüche oder anderweitige Krisenszenarien und greifen für deren Charakterisierung auf den Begriff der Katastrophe zurück: Katastrophen geschehen nicht einfach, sie werden gemacht. Erst in der Rezeption, in der aktiven Auseinandersetzung mit derart einschneidenden Begebenheiten erhalten sie ihre Kontur und offenbaren ihr charakteristisches Gesicht. Jedes Zeitalter macht sich seine Katastrophen und definiert diejenigen Kriterien neu, nach denen bestimmte Ereignisse erst als solche etikettiert werden können. Diese grundlegenden Bestimmungen bilden die Basis des Ausstellungsprojekts.

 

 

„Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600“ in der Kunsthalle Hamburg

Mit Feuersbrünsten, Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen und Schiffsuntergängen entfaltet sich in den Ausstellungsräumen ein thematischer Parcours. Einerseits werden den Besucherinnen und Besuchern die bildnerischen Konstanten in der Aufbereitung derartiger Katastrophen vor Augen geführt, andererseits aber auch die epochenspezifischen Unterschiede vermittelt werden. Spannend wird die räumliche Zusammenführung von Exponaten, die in ihrer jeweiligen Entstehungszeit Jahrhunderte voneinander getrennt sind. Dabei spannt sich der Bogen der ausgestellten Werke von den Jahren um 1600 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die zeitgenössischen Positionen sorgen für eine Verortung des Themas in der Jetztzeit und unterstreichen dessen Aktualität.

Die Ausstellung versammelt etwa 120 Exponate, darunter Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen, Fotografien, Filme und Videos. Zu sehen sind unter anderem Werke von Wenzel Hollar (1607–1677), Jan Asselijn (1610–1652), Johann Wolfgang Goethe (1749–1832), Caspar David Friedrich (1774–1840), Théodore Géricault (1791–1824 → Théodore Géricault), John Martin (1789–1854), Werner Herzog (* 1942), Martin Kippenberger (1953–1997 → Martin Kippenberger: XYZ), Christian Jankowski (*1968) und Julius von Bismarck (* 1983).

Kuratiert von Dr. Markus Bertsch.

Quelle: Pressetext

 

 

Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600: Bilder

  • Jan Asselijn, Bruch des St. Anthonisdeichs nahe Amsterdam, 1651, Öl auf Holz, 85,5 x 108,2 cm (© Rijksmuseum, Amsterdam)
  • Egbert van der Poel, Blick auf Delft nach der Explosion von 1654, 1654, Öl auf Eichenholz, 36,2 x 49,5 cm (© The National Gallery, London, John Henderson Bequest, 1879)
  • Joseph Wright of Derby, Ausbruch des Vesuvs, o. J., Öl auf Leinwand, 58,6 x 73,5 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Pierre-Henri de Valenciennes, Der Ausbruch des Vesuv mit dem Tod des Plinius, 1813, Öl auf Leinwand, 192 x 145 cm (© Musée des Augustins, Toulouse)
  • Caspar David Friedrich, Das Eismeer, 1823/24, Öl auf Leinwand, 96,7 x 126,9 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Friedrich von Rohde, Sündflut, 1841, Öl auf Leinwand, 99 x 129 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Julius Schnorr von Carolsfeld, Loth flieht mit seiner Familie aus Sodom, 1855, Feder in Grau über Bleistift, 22 x 26,2 cm (© Bildarchiv Hamburger Kunsthalle)
  • Johann Carl Berthold Püttner, Untergang des Auswandererschiffes „Austria“ am 13. September 1858, 1858, Öl auf Leinwand, 112 x 154 cm (© Deutsches Historisches Museum, Berlin / A. Psille)
  • Uta Schotten, Titanic, 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm (Privatbesitz)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.