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Henri Matisse. Der Plastiker Kunsthaus Zürich zeigt „Matisse – Metamorphosen“

Henri Matisse, Nu de dos (I–II), 1908–1909, Bronze, 190 x 118 x 19 cm / 190 x 118 x 19 cm (Kunsthaus Zürich © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)

Henri Matisse, Nu de dos (I–II), 1908–1909, Bronze, 190 x 118 x 19 cm / 190 x 118 x 19 cm (Kunsthaus Zürich © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)

Henri Matisse (1869–1954) war bereits zu Lebzeiten als revolutionärer Maler und Erfinder der „Papiers découpés“ berühmt. Dass er aber auch in Ton und Gips modellierte und Wert darauflegte, als Bildhauer öffentlich wahrgenommen zu werden, ist weit weniger bekannt. Dass er aber auch in Ton und Gips modellierte und Wert darauflegte, als Bildhauer öffentlich wahrgenommen zu werden, ist weit weniger bekannt. Dabei stellen die vier Bronzereliefs „Rückenakt (I-IV)“ aus dem Kunsthaus Zürich nicht nur sein plastisches Hauptwerk, sondern auch einen Meilenstein in der Skulptur der Moderne dar. Hier setzt die Ausstellung an.

Wie schuf Henri Matisse seine Plastiken?

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Matisses künstlerische Methode, die er bei fast allen seiner wichtigsten Plastiken anwendete: Ausgehend von einer naturalistisch anmutenden Gestaltung, abstrahierte er seine Figuren immer stärker bis hin zu einer radikalen Stilisierung. Dabei hielt er die entscheidenden „Zustände“ als eigenständige Plastiken fest und führt uns so seinen Schaffensprozess vor Augen.

Gleichsam einer Metamorphose wandeln sich seine Bronzen von einer Naturform zu einer Kunstform. Dieser Prozess der Verwandlung findet Parallelen in seinem malerischen und zeichnerischen Werk (→ Matisse und die Künstler des Fauvismus). Dieses wird erstmals zu den Skulpturen in Beziehung gesetzt. Unterschiedliche Inspirationsquellen – Aktfotografien, afrikanische und antike Vorbilder – sowie Fotografien, die den Künstler als Bildhauer zeigen, runden diese fokussierte Schau ab.

Quelle: Pressetext

 

 

Matisse. Der Plastiker – Metamorphosen im Kunsthaus Zürich: Bilder

  • Edward Steichen, Henri Matisse arbeitet an „La Serpentine”, 1909 (Musée d‘Orsay, Paris. Foto © Musée d‘Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt, © The Estate of Edward Steichen / 2018 ProLitteris, Zürich; © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)
  • Henri Matisse, Nu de dos (I–IV), 1908–1930, Bronze, 190 x 118 x 19 cm / 190 x 118 x 19 cm / 190 x 114 x 16 cm / 190 x 114 x 16 cm (Kunsthaus Zürich © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)
  • Henri Matisse, Nu de dos (I–II), 1908–1909, Bronze, 190 x 118 x 19 cm / 190 x 118 x 19 cm (Kunsthaus Zürich © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)

Beiträge zu Henri Matisse

19. November 2018
Henri Matisse, Nu de dos (I–II), 1908–1909, Bronze, 190 x 118 x 19 cm / 190 x 118 x 19 cm (Kunsthaus Zürich © Succession Henri Matisse / 2018 ProLitteris, Zürich)

Henri Matisse. Der Plastiker Kunsthaus Zürich zeigt „Matisse – Metamorphosen“

Henri Matisse, ein Plastiker? Neben seiner Arbeit als Maler wollte Henri Matisse auch als Bildhauer Anerkennung finden. Gleich einer Metamorphose wandeln sich seine Bronzen von einer Naturform zu einer Kunstform. Das Kunsthaus Zürich zeigt 2019 Fotografien, Skulpturen, Vorbilder.
12. September 2017
Pierre Bonnard, Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund, um 1909, Öl auf Leinwand, 60 x 65 cm (Städel Museum, Frankfurt, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Matisse – Bonnard Künstlerfreundschaft und Bilddiskurs

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte.
20. August 2017
Vase, Andalusien, Spanien, Anfang 20. Jh., Glas geblasen, 28.5 x 21 cm (ehem. Sammlung von Henri Matisse. Musée Matisse, Nizza. Bequest of Madame Henri Matisse, 1960, 63.2.195, Photo © François Fernadez, Nizza) + Henri Matisse, Safrano Rosen am Fenster, 1925, Öl/Lw, 80 x 65 cm (Privatsammlung, Photo © Private collection, © Succession H. Matisse/DACS 2017)

Henri Matisse: Das geheime Leben der Dinge „Henri Matisse im Atelier“ in London

Henri Matisse (1869– 1954) liebte es zu sammeln. Seine Objekte im Atelier um sich zu wissen, war ihm nicht nur ein ästhetisches und intellektuelles Vergnügen, sondern beeinflusste seine Art der Gestaltung in einer bislang unterschätzten Weise. Seine Vasen, Skulpturen, Stoffe waren ihm wichtig, auch wenn es sich nicht um besonders seltene oder besonders gut erhaltene Werke handelte. Ob es afrikanische Masken und Skulpturen waren oder chinesisches Porzellan und Textilien aus der islamischen Welt – Henri Matisse arrangierte sie über Jahrzehnte hinweg in unzähligen Stillleben.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.