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Krems | Landesgalerie Niederösterreich: Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler Vom Wiener Gastwirt zum Förderer von Schiele, Kokoschka und Egger-Lienz

Oskar Kokoschka, Portrait Franz Hauer, Detail, um 1914 (© Rhode Island School of Design, Providence / Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018)

Oskar Kokoschka, Portrait Franz Hauer, Detail, um 1914 (© Rhode Island School of Design, Providence / Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018)

Leben und Wirken des Selfmademan und Kunstsammlers Franz Hauer (1867–1914) stehen im Zentrum dieser kunst- und kulturhistorischen Schau. Der mittellose Sohn eines Briefträgers und Hausknechts im Kremser Hotel „Zur weißen Rose“ entwickelte sich zu einem erfolgreichen Geschäftsmann und – für die Wiener Moderne noch wichtiger – zu einem Sammler der Avantgarde. Oskar Kokoschka bezeichnete Hauer als „Kunstenthusiast originellster Art“.

1867 in Weissenkirchen in der Wachau (Niederösterreich in mittellosen Verhältnissen zur Welt gekommen, erwarb er als Wirt des legendären Griechenbeisl in Wien Wohlstand. Fortan konnte er sich dem Kunstsammeln widmen. Hauer war der wichtigste Sammler von Albin Egger-Lienz, besaß aber auch zentrale Werkblöcke von Egon SchieleOskar Kokoschka und anderer Künstler. Für die Präsentation seiner Sammlung konzipierte er eine Galerie in der Silbergasse. Im Alter von 47 Jahren verstarb Franz Hauer an einer Blinddarmentzündung. Nach seinem Tod im Jahr 1914 wurde die bedeutende Sammlung zum großen Teil verkauft. Werke befinden sich heute in wichtigen Sammlungen in Europa und den USA. Die Künstlerin Christa Hauer-Fruhmann erbte einen Teil der Sammlung und überließ sie den Landessammlungen Niederösterreich.

Forschungsprojekt

Seit drei Jahren beforscht die Landesgalerie Niederösterreich unter Christian Bauer Leben und Wirken von Franz Hauer. Zu seinen Lebzeiten konnte die Kunstenthusiast mehr als 1.000 Werke ansammeln. Zentrale Werke daraus werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Kuratiert von Christian Bauer.

Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler der Gegenwart: Ausstellungskatalog

Christian Bauer (Hg.)
Ca. 320 Seiten, ca. 300 Abbildungen in Farbe
22,5 x 28,5 cm, gebunden
ISBN 978-3-7774-3216-8
HIRMER Verlag

Franz Hauer. Selfmademan und Kunstsammler der Gegenwart: Bilder

  • Oskar Kokoschka, Portrait Franz Hauer, um 1914 (© Rhode Island School of Design, Providence / Fondation Oskar Kokoschka)
  • Albin Egger-Lienz, Totentanz, 3. Fassung, 1914 (Landesmuseum für Kärnten)
  • Egon Schiele, Agonie, 1912, Öl auf Leinwand, 70 x 80 cm (Bayerische Staatsgemäldesammlung München, Neue Pinakothek)
  • Egon Schiele, Zerfallende Mühle, 1916, Öl auf Leinwand (Land Niederösterreich, Landessammlungen Niederösterreich, Foto: Manfred Thumberger)

Beiträge zur Wiene Moderne

3. Juni 2021
Vincent van Gogh, Weizenfelder bei Auvers-sur-Oise, Detail, 1890, Öl auf Leinwand, 50 x 101 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Klimt und die Moderne Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert

Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert: Van Gogh, Matisse, Toroop, McNeill Whistler, Rodin, Alma-Tadema uvm. im Frühjahr 2021 in Wien
11. März 2021
Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Erich Hussmann, image industries)

Wien | Leopold Museum: Sammlung Schedlmayer Wiener Moderne von Otto Prutscher bis Broncia Koller-Pinell

Das Leopold Museum präsentiert im Herbst 2021 erstmals die der breiteren Öffentlichkeit – bis auf die Prutscher Sammlungsbestände – weitgehend noch unbekannte Sammlung Schedlmayer.
21. Oktober 2020
Charles Rennie Mackintosh, Hochlehner-Lattenstühle, Entwurf 1903, Ausführung 1905 © bel etage, Wolfgang Bauer

Wien | Möbelmuseum: Von Arts and Crafts zum Bauhaus Kunst und Design – eine neue Einheit!

Die vom Bröhan-Museum, dem Berliner Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus konzipierte Ausstellung „Von Arts and Crafts zum Bauhaus“ will mit vielen der Bauhaus-Mythen aufräumen und einen Beitrag zu einer designgeschichtlichen Einordnung des Bauhauses leisten.

Aktuelle Ausstellungen

15. Juni 2021
René Magritte, La préméditation [Vorsatz], Detail, 1943, Öl/Lw, 55 x 46 cm, unten rechts signiert „Magritte“ (Privatsammlung © Photothèque R. Magritte / Adagp Images, Paris, 2021)

Paris | Musée de l’Orangerie: Magrittes Renoir-Periode „Surrealismus in vollem Sonnenlicht“ als künstlerischer Befreiungsschlag

René Magritte gehört heute zu den berühmtesten Künstlern des Surrealismus. Doch die so genannt „Renoir Periode” zählt zu den unbekannten Seiten des belgischen Malers. Zwischen 1943 und 1947 arbeitete der sonst so fast altmeisterlicher Technik malende Künstler im Stilidiom des Impressionismus unter Einbezug einer Farbharmonie, für die Pierre-Auguste Renoir berühmt geworden ist.
6. Juni 2021
James Ensor, Der tote Hahn, 1894 (Kunsthalle Mannheim)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: James Ensor

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim 2021 zu den Motivkreisen Selbstbildnis – Maske – Tod – Stillleben, incl. Grafikmappe „La Gamme d'Amour“ & 93 Einzelblättern.
2. Juni 2021
Paul Signac, Saint-Tropez. Fontaine des Lices, 1895, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm (Privatsammlung)

Paris | Musée Jacquemart-André: Paul Signac Farbige Harmonien des „Apostels“ des Neoimpressionismus

Paul Signac im Musée Jacquemart-André gibt einen aufschlussreichen Überblick zum Werk des französischen Malers, Aquarellisten und Tuschezeichners.