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Rockefeller Auktion: $ 828 Millionen und ein paar Weltrekorde Würdevolles Ende der prestigesträchtigen Versteigerung

Saliba Douaihy, Untitled, 1963, Öl/Lw, 66.3 x 106.9 cm (Privatsammlung)

Saliba Douaihy, Untitled, 1963, Öl/Lw, 66.3 x 106.9 cm (Privatsammlung)

Die drei Tage dauernde Rockefeller Auktion ging mit dem „Fine Art Day Sale“, sowie den Versteigerungen von englischen und europäischen Möbeln, Keramik und dekorativer Kunst Teil 2 sowie „Reise und Amerikana“ zu Ende. Hier warten noch von Pablo Picasso bemalte Keramik ($ 336.500.-; Schätzpreis 100.000-150.000), ein Fächer von Edouard Manet ($ 348.500.-; Schätzpreis 300.000-400.000), eine sonnige Landschaft von Henri-Edmond Cross ($ 2, 2 Mio.; Schätzpreis 1,5-2 Mio. → Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus), eine Barke von Odilon Redon ($ 3,1 Mio; Schätzpreis 500.000-700.000) und der „Herbstblätterstrauß“ von Paul Klee ($ 972.500.-; Schätzpreis 400.000-600.000), ein Frauenporträt von Jean-Auguste-Dominique Ingres ($ 225.000; 120.000-180.000) auf neue Besitzer. Auktionsrekord - weil den Schätzpreis vierfach übersteigend - erzielte Henry Moore „Ovale Sculpture“ (1964, $ 3,972.500.-; Schätzpreis 300.000-500.00.-).

Insgesamt 18 neue Weltrekorde wurden in den letzten Tagen erzielt, darunter für den libanesischen Maler Saliba Douaihy (1912–1994), der in den frühen 1930er Jahren in Paris studiert hatte und dann zu den frühen abtrakten Malern des Libanons gezählt wurde. Das auf 25.000 bis 35.000 Dollar geschätzte Gemälde aus dem Jahr 1963 war einem anonymen Bieter $ 336.500.- wert, womit Douaihy in die Riege der informellen Maler wie Ernst Wilhelm Nay aufgestiegen ist.

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Am Freitag, dem 11. Mai 2018 New Yorker Ortszeit, wird auch die Online-Auktion beendet. Am Samstag dürfte dann klar sein, ob das selbst gesetzte Ziel – eine Milliarde Dollar zu erreichen – realistisch war. Freitag mittags MEZ lag das Ergebnis bei knapp über $ 828 Mio (€ 694,7 Mio.). Da wohl die Internetauktion keine $ 170 Mio. erzielen wird, dürfte das erhoffet Ziel von einer Milliarde nicht erreicht werden. Schlussendlich wurden es $ 832,573.469.- (€ 698,302.524.-). Die wertvollste Privatsammlung wurde die Rockefeller Collection nach der beispiellosen Kampagne und drei Auktionstagen aber allemahl.

 

 

Rockefeller-Auktion: Bilder

  • Fairfield Porter (1907–1975), The Schooner II (1965), Öl/Lw, 94.2 x 137.5 cm (Privatsammlung)
  • Henri-Edmond Cross, Route du Lavandou vers Saint-Clair, 1895/96, Öl/Lw, 73 x 92.2 cm (Privatsammlung)
  • Pablo Picasso, Deux poissons en relief sur fond rouge, signiert und datiert Picasso 11.4.57 (Einzelstück), terracotta plate, partially engraved, with colored engobe and glaze, Dm 43 cm (Privatsammlung)
  • Édouard Manet, Chaussons de danse, 1879, Öl/Pergament auf Papier, Dm 21.3 cm (Privatsammlung)
  • Jean-Baptiste-Camille Corot, Honfleur, Maisons sur les quais, um 1830, Öl/Lw, 38.4 x 54.9 cm (Privatsammlung)
  • Lucian Freud, David Dawson, 1998, Radierung, 28/46, Plattenmaß: 59,1 x 42,5 cm (Privatsammlung)
  • Jean-Auguste-Dominique Ingres, Louise Sophia Enrietta Catharina Ritter (Fräulein Ritter), Rom 1817, Bleistift und Rötel, 22.2 x 16.7 cm (Privatsammlung)
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.