Ernst Wilhelm Nay

Wer war Ernst Wilhelm Nay?

Ernst Wilhelm Nay (Berlin 11.6.1902–8.4.1968 Köln) gilt als einer der bedeutendsten Maler der Nachkriegszeit in Deutschland; stilistisch ist er dem Informel zuzurechnen (→ Abstrakter Expressionismus | Informel). Der am 11. Juni 1902 in Berlin geborene Ernst Wilhelm Nay entstammte einer Beamtenfamilie und begann autodidaktisch zu malen, bevor er zwischen 1925 und 1928 bei Karl Hofer an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin Charlottenburg ausgebildet wurde. Anfangs war Ernst Wilhelm Nay der figürlichen Tradition des deutschen Expressionismus verpflichtet.

Kindheit

Ernst Wilhelm Nay wurde am 11. Juni 1902 als zweites von sechs Kindern des Regierungsrats Johannes Nay und seiner Frau Elisabeth Johanna Nay (geb. Westphal) in Berlin geboren. Ab dem Jahr 1912 besuchte er das Humanistische Gymnasium in Berlin-Steglitz. Ein Jahr nach dem Tod seines Vaters wechselte Nay auf das Internat Schulpforta in Thüringen (1915). Dort zeigte er erstes Interesse für moderne Kunst und unternahm eigene Malversuche.

Nach dem Abitur kehrte Ernst Wilhelm Nay 1921 nach Berlin zurück. Er begann eine Lehre in der Berliner Buchhandlung Gsellius, die er allerdings bereits 1922 wieder abbrach. In diesem Jahr schuf Nay sein erstes Selbstbildnis.

Ausbildung und frühe Werke

Ab 1923 besuchte Ernst Wilhelm Nay Abendkurse für Aktzeichnen am Berliner Kunstgewerbemuseum und verdiente sich seinen Lebensunterhalt unter anderem als Hilfsarchitekt beim Film und als Verkäufer in der Buchabteilung im Kaufhaus des Westens.

Bereits zwei Jahre später (1924) arbeitete Nay an Porträts und Landschaftsbildern. Mit drei seiner Gemälde stellte sich Nay bei Karl Hofer (1878–1955) an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin, vor. Dieser erkannte Nays Begabung und empfahl dessen „Bildnis Franz Reuter“ für die Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie der Künste. Zudem vermittelte Hofer dem Autodidakten Nay ein Stipendium und nahm ihn in seine Malklasse auf.

Bereits 1926 veröffentlichte Paul Westheim, Herausgeber der Zeitschrift „Das Kunstblatt“, einen ersten Artikel über Ernst Wilhelm Nay und sein Werk. Im selben Jahr lernte der Kunststudent seine spätere Frau Helene (Elly) Kirchner kennen, die an der Hochschule als Modell tätig war; das Paar heiratete 1932. Noch während seines Studiums erwarb die Stadt Hannover ein erstes Bild von Nay (1927). Zudem beteiligte sich der Maler an Gruppenausstellungen in Berlin, Hannover und München. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Preußischen Akademie der Künste erhielt Nay in den folgenden Jahren finanzielle Zuwendungen.

Studienreisen

Im Jahr 1928 beendete Ernst Wilhelm Nay das Studium bei Hofer. Seine frühesten Gemälde zeigen Nays Auseinandersetzung mit den Werken von Ernst Ludwig Kirchner und Edvard Munch. Carl Georg Heise, Leiter des St. Annen-Museums und des Museums Behnhaus in Lübeck, wurde auf Nay aufmerksam, woraufhin er den Maler in dessen Berliner Atelier besuchte. Heise erwarb für Lübeck das Gemälde „Blumenkohlstillleben (Gemüsestillleben)“ (1928, Privatbesitz) und lud Ernst Wilhelm Nay dazu ein, an der Ausstellung „Zehn junge deutsche Maler“ (18.11.1928–Anfang Januar 1929) in der Overbeck-Gesellschaft in Lübeck teilzunehmen. Im Dezember 1928 brach Nay zu einer Studienreise nach Paris auf.

Im folgenden Jahr ermöglichte Heise dem Maler Nay einen Aufenthalt auf der dänischen Insel Bornholm (1930), wo er die sogenannten „Strandbilder“ malte. Dort entstand eine Gruppe von Gemälden, aus der die Nationalgalerie Berlin 1931 „Fischerboote an der Hafenmole“ erwarb.

Die Bekanntschaft mit dem Kunstkritiker Will Grohmann ab 1931 wurde für Ernst Wilhelm Nay wichtig. Der Maler erhielt die Prämie des Staatspreises für Malerei der Preußischen Akademie der Künste (für 1930), verbunden mit einem Stipendienaufenthalt an der Villa Massimo in Rom (September 1931 bis Juni 1932). Dort entstanden surrealistisch-abstrakte Bilder. In den 1930er Jahren beschäftigte sich Ernst Wilhelm Nay mit figurativer Malerei, in der er bereits eine Vereinfachung der Formen sowie Bewegungsdarstellung mittel durchlaufender Linien anstrebte. Letzteres lässt sich im Spätwerk von Ernst Ludwig Kirchner in Auseinandersetzung mit dem Kubismus und der geometrischen Abstraktion beobachten. Dies wird häufig als eine Vorwegnahme der späteren abstrakten Gemälde Nays gedeutet. Der Hang zu kontrastreichen, unvermischten Farben verbindet ihn ebenfalls mit dem frühen deutschen Expressionismus.

Auf der Rückreise von Rom nach Berlin besuchte Ernst Wilhelm Nay den Münchner Kunsthändler Günther Franke, der sich von nun an für seine Kunst einsetzte (1932). Über den Kontakt mit dem Kunsthistoriker Ludwig Heinrich Heydenreich wurde Nay auf die Schriften Martin Heideggers aufmerksam. Erste Erfolge trafen 1933 auf Schmähschriften: Nay beteiligte sich an der Ausstellung „Lebendige deutsche Kunst“ in den Galerien Alfred Flechtheim und Paul Cassirer, Berlin. In einem Hetzartikel der Nationalsozialisten im Völkischen  Beobachter  vom 25. Februar 1933 wird ein Bild „Liebespaar“ (1930) von Nay als „Meisterwerk der Gemeinheit“ verhöhnt.

Im Jahr 1934 schloss Ernst Wilhelm Nay Bekanntschaft mit den Kunsthistorikern Erich Meyer, Alfred Hentzen, Werner Haftmann und dem 1933 aus seinem Amt entlassenen Direktor des Essener Folkwang-Museums Ernst Gosebruch. Der Maler begann seine Dünen- und Fischerbilder. Durch Vermittlung von Ernst Gosebruch lernte Nay 1935 den Frankfurter Kunstsammler Carl Hagemann und die Kunstsammlerin Hanna Bekker (auch: Bekker vom Rath), Hofheim am Taunus, kennen. Im Sommer hielt sich der Maler im Fischerdorf Vietzkerstrand (Pommern) und auf dem Darß auf, wo großformatige Rohrfederzeichnungen entstanden.

Im Jahr hielt sich Ernst Wilhelm Nay 1936 erneut in Vietzkerstrand auf. Er beteiligte sich an der Ausstellung „Malerei und Plastik in Deutschland 1936“ im Kunstverein in Hamburg; die Schau wurde durch Adolf Ziegler, den Vizepräsidenten der Reichskammer der Bildenden Künste, bereits nach zehn Tagen vorzeitig mit der Begründung geschlossen, es würde dort „Kunst der Verfallszeit“ gezeigt.

Ernst Wilhelm Nay: „Entarteter“ Maler im Zweiten Weltkrieg

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Partei 1933 wurde die Kunst von Ernst Wilhelm Nay als „entartet“ gebrandmarkt und dem Künstler das Ausstellen verwehrt. Zwei seiner Gemälde wurden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München präsentiert. Insgesamt entfernten die totalitären Machthaber zehn seiner Arbeiten aus öffentlichen Sammlungen in NS-Deutschland. Im Jahr 1940 wurde Ernst Wilhelm Nay eingezogen und diente in Frankreich als Infanterist (Süd-Frankreich und Bretagne) und ab 1942 als Kartenzeichner in Le Mans. Der französische Bildhauer Pierre Térouanne stellte dem Soldaten ein Atelier zur Verfügung. Hier malte er kleinformatige Gemälde und Aquarelle, die ihm wohl schon einen gewissen Bekanntheitsgrad sicherten. So besuchte Ernst Jünger den vierzigjährigen Maler im Atelier, um die „Metamorphotischen Bilder“ zu sehen. Der in Deutschland verfolgte Künstler erfuhr Anerkennung im besetzten Frankreich.

Im Jahr 1937 wurde Ernst Wilhelm Nay von den Nationalsozialisten zeitweilig mit Ausstellungsverbot belegt. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Reichskammer der Bildenden Künste erhielt er aber weiterhin Malmaterialien und Beihilfen. In der Feme-Schau „Entartete Kunst“ war er mit zwei Gemälden vertreten, mindestens zehn seiner Werke aus Museumsbesitz wurden beschlagnahmt. Durch die Vermittlung und Fürsprache der 1933 entlassenen Museumsdirektoren Carl Georg Heise und Ludwig Justi erhielt Nay finanzielle Unterstützung von Edvard Munch und Carl Hagemann, die ihm im Sommer eine Reise nach Norwegen ermöglichten. Er besuchte Munch in Skøien und hielt sich drei Monate auf den Lofoten auf; auf dort gemalte großformatige Aquarelle folgen später, im Berliner Atelier, die „Lofoten-Bilder“ (1937–1938).

Im Winter 1937/38 stellte Ernst Wilhelm Nay seine jüngst entstandenen Aquarelle in der Galerie Holst Halvorsen in Oslo aus. Der Verkaufserlös ermöglichte ihm eine zweite Reise auf die Lofoten (1938). Zurück in Berlin schuf der Maler eine Serie von vier Holzschnitten sowie Landschafts- und Figurenbilder. Im März 1939 besuchte Nay noch Hanna Bekker in Hofheim am Taunus; er arbeitete an weiteren Aquarellen. Gemeinsam untenahmen der Künstler und die Sammlerin Ausflüge, unter anderem nach Frankfurt am Main und Limburg sowie Wiesbaden, wo Nay Bekanntschaft mit Alexej von Jawlensky machte. Dieser übergab Nay ein Werk aus seiner Reihe „Variationen“, dieser revanchierte sich mit einem Farbholzschnitt der 1938 entstandenen Lofoten-Blätter. Eine Reise ans Schwarze Meer nach Bulgarien musste Nay wegen des Kriegsbeginns abbrechen.

Kriegsdienst

Am 1. Dezember 1939 trat Ernst Wilhelm Nay in den Kriegsdienst ein. Anfangs diente er als Schütze in einem Infanterie-Ersatz-Bataillon in Schwerin an der Warthe (heute: Skwierzyna, Polen); im Mai 1940 wurde er als Infanterist zunächst nach Südfrankreich, dann in die Bretagne versetzt. Als Nay in Auray stationiert war, konnte er in seiner dienstfreien Zeit an kleinen Aquarellen und Zeichnungen arbeiten. Während eines Heimaturlaubs in Berlin verschickte Nay den größten Teil seiner Bilder zu einem Onkel nach Bad Muskau in der Oberlausitz, um sie vor Kriegseinwirkungen zu schützen. Heise und Nay standen während der Kriegsjahre im engen brieflichen Kontakt; während seiner Heimaturlaube war der Künstler oft zu Gast beim Ehepaar Heise. Ebenso korrespondierte Nay intensiv mit Hanna Bekker. Beginn der Frankreich-Bilder.

Durch Vermittlung des Juristen Hans Lühdorf, der als Dolmetscher in Le Mans seinen Dienst leistete, wurde Nay 1942 Kartenzeichner bei einem Stab in Le Mans. Lühdorf wurde zum Freund und wichtigen Gesprächspartner in dieser Zeit. In Le Mans lernte Nay auch den Amateurbildhauer Pierre Térouanne kennen, der ihm sein Atelier zur Verfügung stellte und Malmaterial besorgte. Erstmals entstanden nun Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen sowie einige kleinformatige Ölbilder. In Paris besuchte Nay auf einer Dienstreise Galerien und Museen sowie Wassily Kandinsky in dessen Atelier. Während eines Fronturlaubs lernte der Maler den Kunstsammler Hans Dittmayer aus Dresden persönlich kennen. Im folgenden Jahr besuchte ihn der Schriftsteller Ernst Jünger in Le Mans (1943). Bei einem Bombenangriff wurde Nays Berliner Atelier zerstört. Der Rückzug von Nays Einheit über Amiens in die Eifel erfolgte 1944.

Weg zur Abstraktion

Bereits im Mai 1945 wurde Ernst Wilhelm Nay als Obergefreiter von den US-Amerikanern aus der Armee entlassen. Da seine Wohnung in Berlin zerstört worden war, kehrte der Maler nach Hofheim im Taunus zurück; durch Hanna Bekkers Vermittlung konnte er dort das unweit ihrer Villa gelegene ehemalige Atelierhaus der Malerin Ottilie W. Roederstein (1859–1937) beziehen. Ernst Wilhelm Nay schloss in dieser Phase wichtige Verbindungen unter anderem zu Ernst Holzinger und Clemens Weiler, den Direktoren des Städelschen Kunstinstituts und des Museums Wiesbaden, sowie zu dem Schriftsteller Fritz Usinger, dem Kunsthistoriker Ludwig Baron Döry und der Kunstkritikerin Doris Schmidt. Weiters schloss er Kontakte zu Künstlerinnen und Künstlern, darunter Willi Baumeister, Otto Greis, Ida Kerkovius, Otto Ritschl und Conrad Westphal.

Die frühesten nach dem Krieg entstandenen Gemälde werden „Hekate-Bilder“ (1945–1948) genannt, da das erste Hauptwerk der Serie den Titel „Tochter der Hekate I“ (1945) trägt. Alle Bilder dieser Gruppe haben mythologische Titel; die Figuration bildet sich aus autonomen Formen. Ernst Wilhelm Nay entwickelte in den „Hekate-Bildern“ einen Fundus an Formen, die an Pflanzliches erinnern, an Blätter, Schoten, gelegentlich auch an das Auge.

„Nicht etwa verwandelt sich durch die Erfindung der Gegenstand zur Bildgestalt, der Gegenstand ist vielmehr der Stoff, die Substanz, die die Bildzeichen abgibt die als Elemente der Bildgestalt diesen. Mit Hilfe dieser Elemente wird das eigentliche, das absolute, formende Bildthema gefunden, das Gestaltungsthema, das Formprinzip. […] Der Maler geht also nicht vom Gegenstand aus, sondern von den Formelementen, die der Gegenstand stimuliert, er kehrt in das absolute, autonome Formbild ein und findet das Bild als Ereignis, in dem sich die Synthese des raum- und zeitlosen Seinsgrundes mit der Substanz vollzieht.“1 (Ernst Wilhelm Nay)

Erste Nachkriegsausstellungen fanden bei Günther Franke in München und Gerd Rosen in Berlin statt (1946). Bei Günther Franke begegnete Nay Elisabeth Kerschbaumer, seiner späteren Frau. Bereits im folgenden Jahr folgten Einzelausstellungen in der Galerie Vömel, Düsseldorf, bei Werner Rusche, Köln, im Kunstverein in Hamburg im Kellergeschoss der stark zerstörten Hamburger Kunsthalle, in der Overbeck-Gesellschaft in Lübeck sowie in der Galerie Franz, Berlin (1947). In dieser Phase schloss Ernst Wilhel Nay Bekanntschaft mit den Kunstsammlern Bernhard Sprengel, Herbert Kurz und Karl Ströher. Erste Ankäufe durch deutsche Museen nach dem Krieg: Die Hamburger Kunsthalle erwarb das Gemälde „Die Quelle“ (1947, Hamburger Kunsthalle) aus einer Ausstellung im Kunstverein in Hamburg; noch zu Lebzeiten des Künstlers folgten fünf weitere für den Sammlungsbestand. Die Städtische Gemäldegalerie Mainz (heute Landesmuseum Mainz) organisierte die Ausstellung „Neue deutsche Kunst“ mit Werken Nays und kauft das Gemälde „Sitzende“ (1947, Generaldirektion Kulturelles Erbe, Landesmuseum Mainz).

Ernst Wilhelm Nay wurde 1948 erstmals auf die Biennale von Venedig eingeladen. Seine Bekanntschaft mit dem Sammlerehepaar Günther und Carola Peill sollte sich in der Folge als wichtig erweisen. Die Hamburger Kunsthalle erwarb das Gemälde „Weiße Kuh“ (1933, Hamburger Kunsthalle), vormals Sammlung Carl Hagemann.

Im Sommer 1949 entstand in Worpswede aus der intensiven Beschäftigung mit der Technik der Farblithografie eine Folge von zehn Blättern, die Michael Hertz, Bremen, verlegte. Aus Worpswede berichtete Nay an Clemens Weiler, der das Gemälde „Leda“ (1948, Museum Wiesbaden) sowie die fertiggestellten Druckgrafiken für das Museum Wiesbaden erwirbt, minutiös über seine Fortschritte in dieser ihm neuen Technik. Ausstellungen in der Städtischen Kunsthalle Mannheim (mit Fritz Winter) sowie im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath. Gemälde Nays aus Privatbesitz waren in der Ausstellung „Malerei der letzten 100  Jahre“ in der Hamburger Kunsthalle zu sehen, darunter „Thaïs“ und  „Anna“, „Schmetterlinge“ und „Weiße Kuh“. Beginn der „Fugalen Bilder“. Im Dezember Eheschließung mit Elisabeth Kerschbaumer nach einvernehmlicher Scheidung von Elly Nay.

Das Städelsche Kunstinstitut erwarb 1950 mit „Gaea“ sein erstes Gemälde von Nay. Erste Retrospektive in der Kestner-Gesellschaft, Hannover, unter der Leitung von Alfred Hentzen. Beteiligung an der Biennale von Venedig und erstmals an der „Carnegie International“ in Pittsburgh.

In Berlin begegnet Nay den Bildhauern 1951 Karl Hartung und Hans Uhlmann; mit Letzterem bleibt er freundschaftlich verbunden. Im Oktober übersiedelte der Maler nach Köln, wo er bis zu seinem Lebensende 1968 wohnhaft blieb. Dort bezog er mit seiner Frau eine Dachwohnung in der Wiethasestraße in Köln-Braunsfeld. Erste Beteiligung an der Biennale in São Paulo. Anlässlich seines 50. Geburtstags organisierte das Haus am Waldsee in Berlin Nays erste Retrospektive. Er erhielt den Kunstpreis der Stadt Köln sowie den Karl Ströher-Preis, Darmstadt. In der Folge erwarb das Hessische Landesmuseum Darmstadt das Gemälde „Kleines gelbes Spiel“.

Zunehmend wandte sich Ernst Wilhelm Nay der Abstraktion zu und schuf „Musikalische Abstraktionen“ (→ Abstrakte Kunst), sogenannte „Fugale Bilder“ (1949–1951) und „Rhythmische Bilder“ (1952–1954). In den „Fugalen Bildern“ verfestigte sich der Formenschatz der „Hekate“-Bilder. Die Serie ist nach den Bildtiteln, in denen Nay auf Musik und Komposition anspielt, gestaltet. Die „Rhythmischen Bilder“ unterscheiden sich von der vorhergehenden Phase durch die rhythmische Durchgestaltung des „Bildflachraums“, wie es Werner Haftmann formulierte:

„[…] das feste Flächengebilde ist aufgelöst. Allein aus den Zurufen der Farbtupfer und ihrer räumlichen Ortungen organisiert sich ein schwebendes, kaum spürbares räumliches Flächengerüst. […] So entsteht eine freie herzerfüllende farbige Melodie, der Gesang der Fläche.“2 (Werner Haftmann über Nay, 1991)

Nay zeichnete 1953 den abstrakten Film „Eine  Melodie  –  Vier  Maler“. Regie führte Herbert Seggelke; neben Nay waren die Künstler Jean Cocteau, Gino Severini und Hans Erni beteiligt. Im Herbst übernahm Ernst Wilhelm Nay für drei Monate eine Gastdozentur an der Landeskunstschule Hamburg (heute: Hochschule für bildende Künste); es blieb sein einziger Lehrauftrag. Einzelausstellungen im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, im Kunstverein Bremen, und im Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus, Frankfurt am Main dokumentieren die Hochachtung, die dem Maler entgegengebracht wurde. Die Ausstellung „Meistermann  – Nay  – Winter“ im Kunstverein in Hamburg führte drei der bedeutendsten Maler der ungegenständlichen Kunst zusammen: Georg Meistermann (1911–1990), Nay und Fritz Winter (1905–1976). Die internationale Anerkennung Nays wurde durch die Goldmedaille des „VIII. Premio Lissone Internazionale per la pittura“ einmal mehr bekräftigt (20.9.–4.10.1053).

Scheibenbilder

Zwischen 1954 und 1962 entstanden Ernst Wilhelm Nays „Scheibenbilder [disc pictures]“, in denen runde Farbflächen subtile Raum- und Farbmodulationen in der Bildfläche organisieren. Damit wandte er sich den Spannungen zwischen den Farbflecken zu, die er rhythmisch auf der weißen Fläche verteilte.

Ernst Wilhelm Nay experimentierte mit Spannungen, die durch die Verteilung der unterschiedlich großen, verschiedenfarbigen Scheiben auf der Maloberfläche entstehen. Diese Werke gelten heute im kunsthistorischen Diskurs als Nays charakteristischste Schöpfungen. Nach eigener Aussage wollte er etwas schaffen, das wie geripptes Eisen wirkt, und postulierte, dass, sobald er einen bunten Punkt auf eine leere Maloberfläche setze, eine unglaubliche Anzahl von Spannungen entstanden wäre, die sich noch vergrößere, sobald er den Punkt durch weitere ergänzte. Ein zweiter, dritter, vierter Punkt – alle in derselben Größe – bilden bereits eine hochkomplizierte formale Spannung. Diese erhöhe sich wiederum, wenn er mehrere Farben einsetze und alle Scheiben in unterschiedlichen Farben male. Sie bilden eine chromatische Sequenz, und auch die Zwischenräume erzeugen Spannungen, die mit Farben noch verändert werden können. Es entstehen endlose Möglichkeiten und Variationen und ein Rhythmus. Dies erinnert an eine musikalische Komposition, die frei von jeder Figürlichkeit eine Melodie entwickelt.

Gleichzeitig stieg Ernst Wilhelm Nays Renommee national wie international. 1954 erwarb die Hamburger Kunsthalle das große Gemälde „Mit roten und schwarzen Punkten“, ein Jahr später das Museum Wiesbaden „Afrikanisch“. Im Sommer hielt sich der Maler in Løkken (Dänemark) auf, wo er an einer Reihe großformatiger Aquarelle arbeitete. Das Vorhaben Hans Scharouns, Nay an der Ausgestaltung des Kasseler Theaters mit Wandbildern zu beteiligen, wurde nicht umgesetzt. Nay stand im regen Kontakt mit dem Sprachforscher Georg Buddruss und dem Ethnologen Adolf Friedrich und hatte ebenfalls 1954 eine erste Ausstellung in der Kölner Galerie „Der Spiegel“.

Vom Gestaltwert der Farbe

Im Jahr 1956 publizierte Ernst Wilhelm Nay seine programmatische Schrift „Vom Gestaltwert der Farbe. Fläche Zahl und Rhythmus“, die er selbst als die „Lehre vom Tonsatz für die Malerei“ bezeichnete. Der manifestartige Text basiert auf den theoretischen Ausführungen seines Hamburger Lehrkurses. Darin gliederte er die wichtigsten Themen wie folgt: 1. Die Fläche, 2. Chromatik, 3. Rhythmus und Bewegung, 4. Volumen, 5. Die Veranstaltung, 6. Funktion und Relation, 7. Kontrapunkt, 8. Die Zahl, 9. Das grafische Element, 10. Human, 11. Das Geistige, 12. Kontakt und 13. Wahrheit. Er schloss mit der Bemerkung:

„Bilder fügen dem Weltganzen ein Gran Liebe hinzu.“ (E. W. Nay, 1955)

Ausstellungen und Ehrungen

Ernst Wilhelm Nay war auf den ersten drei documenta Ausstellungen in Kassel (1955, 1959, 1964) und der Biennale in São Paulo (1956, 1959) mehrmals prominent vertreten. Auf der „documenta III“ präsentierte er „Drei Bilder im Raum“ (1964) neben Malern wie Sam Francis, Roberto Echauren Matta oder Robert Rauschenberg. Zudem vertrat der die Bundesrepublik Deutschland auf der Biennale von Venedig 1956.

Im Jahr 1956 erhielt Nay den Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg; zudem richtete der Kunstverein in Hamburg und die Kestner-Gesellschaft, Hannover, ihm eine Retrospektive aus. Auf die Teilnahme an der „documenta“ in Kassel folgte seine erste Ausstellung in den USA in den Kleemann Galleries, New York, und eine Einzelausstellung im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig. Für das Chemische Institut der Universität Freiburg im Breisgau malte Nay ein über sechs Meter breites Wandbild (Das  Freiburger Bild). Ernennung zum Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Malerei. Beteiligung an der Ausstellung „Hundred Years of German Painting“ in der Tate Gallery, London.

Im Februar 1957 hielt sich Ernst Wilhelm Nay in Crans-sur-Sierre auf, wo weitere Aquarelle entstanden. In Paris mietete Nay durch Vermittlung des Fotografen Herbert List für zwei Monate das Atelier der Fotografin Florence Henri und druckte bei Georges Visat eine Serie von fünf farbigen Aquatinta-Blätter, die Michael Hertz verlegte. Beteiligung an der Ausstellung „German Art of the Twentieth Century“ im Museum of Modern Art, New York, unter anderem mit dem Gemälde „Mit roten und schwarzen Punkten“.

Nay war 1958 auf der Ausstellung „50 Ans d’Art Moderne“ im Rahmen der Weltausstellung in Brüssel vertreten. Zeitgleich zeigte ihn die Brüsseler Galerie Les Contemporains in einer Einzelausstellung; dort erwarb das Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique das Gemälde „Blau und Rubin“.

Gemeinsam mit Willi Baumeister richtete die Kunsthalle Basel 1960 eine Doppel-Retrospektive aus, kuratiert von Arnold Rüdlinger. Dort erwarb Georg Schmidt das Gemälde „Ontario Blau“ für das Kunstmuseum Basel. Werner Haftmanns Nay-Monografie erschien; er und Nay kannten einander seit 1929, vertieften ihren Kontakt aber erst im Verlauf der 1950er Jahre.Fritz Usingers Monografie „E. W.  Nay“ erschien bereits im folgenden Jahr.

Anlässlich seiner zweiten Einzelausstellung in den Kleemann Galleries 1950 reiste der Künstler erstmals nach New York. Im Folgejahr erhielt er den Guggenheim Preis, New York (Deutsche Sektion), zugesprochen. Im Sommer entstanden Aquarelle auf der Insel Ischia. The New London Gallery organisierte Nay eine Einzelausstellung; 1961 lernte er den Kunsthändler Harry Brooks, Geschäftsführer der Galerie Knoedler, New York, kennen, der ihn 1962 in einer Einzelausstellung würdigte. Im Januar 1962 reiste Ernst Wilhelm Nay deshalb durch die USA, unter anderem nach New York, Washington D. C., Buffalo und Boston, wo er auch die Museen besuchte. Über Harry Brooks lernte Nay die Maler Robert Motherwell und Mark Rothko kennen. Anlässlich seines 60. Geburtstags ehrte das Museum Folkwang, Essen, den Kölner Abstrakten mit einer großen Retrospektive, und Max Imdahl veröffentlichte seine Werkmonografie zu Nays Gemälde „Akkord in Rot und Blau“.

Eine erneute Reise in die USA (New York, Chicago, San Francisco, Los Angeles) folgte ein Abstecher nach Mexiko (1963), wo Ernst Wilhelm Nay Paul Westheim in Mexiko-Stadt besuchte. Einzelausstellung zum 40-jährigen Bestehen der Galerie Günther Franke, München, und Beginn der Augenbilder. Nay führte einen Briefwechsel mit dem Philosophen Martin Heidegger sowie dem Geologen und Anthropologen Helmut de Terra.

Auf Anregung Arnold Bodes schuf Nay 1964 drei großformatige Gemälde, die auf der „documenta III“ in Kassel an der Decke hängend präsentiert werden. Ausgelöst durch Hans Platscheks Artikel „Nays Scheiben – Ein repräsentativer deutscher Maler genauer betrachtet“ (DIE ZEIT, 4.9.1964), entstand eine öffentliche Debatte über die Geltung Nays als führender Maler der deutschen Moderne. Einzelausstellungen bei Knoedler in New York und Paris bestätigten diese Annahme international. Den Sommer 1964 verbrachte Nay auf Mykonos, wo er sich dem Aquarell widmete.

Im Sommer 1965 reiste der Maler nach Kreta, wo weitere Aquarelle entstanden. Er hatte Einzelausstellungen bei Günther Franke in München und in der Galerie Holst Halvorsen in Oslo. Druck der Aquatintafolge „Über den Menschen“ bei Georges Visat in Paris, die im Verlag Wolfgang Ketterer, München, erschien. Beginn der „Späten Bilder“. Im folgenden Jahr reiste Nay nach Marokko, New York, Los Angeles, Hawaii, Japan und Hongkong. Anlässlich des 85. Geburtstages von Pablo Picasso veröffentlicht der Maler einen Aufsatz über dessen Kunst in der „Süddeutschen Zeitung“.

In den letzten beiden Lebensjahren zwischen 1966 und 1968 malte er Bilder mit flächigen, vereinfachten Formen und reduzierte Farbpalette. 1967 stellte er seine aktuellen Werke in der Galerie Günther Franke in München, in der Galerie Der Spiegel, Köln, sowie in der Galerie im Erker, St. Gallen, vor. Nay druckte vier Lithografien in der Erker-Presse. Die Bekanntschaft mit dem Schriftsteller und Kunsthistoriker Jean Cassou führte 1969 zum Buch „Nay-Aquarelle“ veröffentlicht. Retrospektivausstellungen in der Akademie der Künste, Berlin, in der Städtischen Kunsthalle Mannheim und im Museum des 20.  Jahrhunderts in Wien würdigten Nays Schaffen der vergangenen Jahrzehnte. Im Sommer 1967 entstanden noch Aquarelle in Ronchi, Italien. Nay wurde das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Tod

Im Februar 1968 unternahm Ernst Wilhelm Nay eine letzte Reise nach Berlin anlässlich einer Ausstellung von Hans Uhlmann. Nay vollendete Entwürfe für das Keramische Wandbild im Auftrag des Kernforschungszentrums Karlsruhe (posthum durch Jörg von Manz realisiert). Anfang April entstand mit „Schwarz – Gelb“ eines seiner letzten Gemälde.

Am 8. April 1968 starb Ernst Wilhelm Nay an Herzversagen in seinem Atelierhaus in Köln.

Ernst Wilhelm Nays Nachfolge

1959 besuchte Gerhard Richter die documenta II in Kassel und war tief beeindruckt von den Bildern von Ernst Wilhelm Nay, Jackson Pollock, Lucio Fontana, Jean Fautrier.

Literatur zu Ernst Wilhelm Nay

  • Ernst Wilhelm Nay. Retrospektive, hg. v. Karin Schick, Sophia Colditz und Roman Zieglgänsberger (Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle, 25.3.–7.8.2022; Museum Wiesbaden, 16.9.2022–5.2.2023; MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, 24.3.–6.8.2023), Köln 2022.
  • Die Informellen – von Pollock bis Schumacher, hg. v. Susanne Anna (Ausst.-Kat. Städtisches Museum Leverkusen Schloss Morsbroich, 13.9.–22.11.1998), Ostfildern-Ruit 1999.
  • Abstrkte Kunstm, hg. v. Melitta Kliege (Ausst.-Kat. Neues Museum Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg, 19.5.–9.7.2000), Nürnberg 2000.

Beiträge zu Ernst Wilhelm Nay

16. Oktober 2022
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Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.
13. Oktober 2022

Berlin | Sammlung Scharf-Gerstenberg: Ernst Wilhelm Nay und André Masson Mythos und Massaker | 2023/24

Die Ausstellung widmet sich erstmals der künstlerischen Beziehung zwischen dem Surrealisten Masson und Nay, dessen Kunst wenig später, in der Nachkriegs-BRD, zum Aushängeschild der abstrakten Moderne werden sollte.
16. September 2022
Ernst Wilhelm Nay, Mit roten und schwarzen Punkten, 1954 (Hamburger Kunsthalle. © Hamburger Kunsthalle ⁄ bpk, © Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln ⁄ VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Elke Walford)

Wiesbaden | Museum Wiesbaden: Ernst Wilhelm Nay Retrospektive | 2022/23

Zu sehen sind nicht nur Ernst Wilhelm Nays berühmte Lofoten-, Scheiben- oder Augenbilder, sondern auch die in der Rhein-Main-Region entstandenen Hekate- und Fugalen Bilder.
3. Juni 2022
Mark Rothko, Untitled (Blue, Yellow, Green on Red), 1954 (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945 Abstrakter Expressionismus vs. Informel | 2022

Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.
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Vom Expressionismus zum Informel in Deutschland: Nolde, Kandinsky, Nay Farbe und Gefühl zwischen Figur und Abstraktion

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11. Mai 2018
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Rockefeller Auktion: $ 828 Millionen und ein paar Weltrekorde Würdevolles Ende der prestigesträchtigen Versteigerung

18 Weltrekorde wurden während der Auktionswoche in New York aufgestellt, mehr als 800 Objekte in der Zwischenzeit verkauft - und die Milliarde ist in Griffweite.
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Heidi Horten Collection im Leopold Museum: von Klimt, Chagall, Warhol bis Basquiat Privatsammlung der Kärntner Milliardärin erstmals zu sehen

Was sammelt Heidi Horten? Bislang war das ein großes Geheimnis, das die Kärntner Milliardärin streng gehütet hat. Nun stellt sie erstmals ihre zwischen den 1990ern und 2000ern zusammengestellte Collection im Leopold Museum der Öffentlichkeit vor.

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Nicholas Nixon, The Brown Sisters, Greenwich, Rhode Island, 1980, Silbergelatinen-Abzug, 19,3 x 24,4 cm (Olbricht Collection © Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco)

Tübingen | Kunsthalle Tübingen: SISTERS & BROTHERS 500 Jahre Geschwister in der Kunst | 2022/23

Die Ausstellung leistet einen wichtigen Auftakt für eine längst überfällige, fundierte Analyse von Geschwistern in unserer Gesellschaft.
18. November 2022
Constant, Fantastische Tiere, 1947, Öl auf Leinwand (Kunsten Museum of Modern Art Aalborg. Foto Niels Fabaek)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: Becoming CoBrA Anfänge einer europäischen Kunstbewegung | 2022/23

Mit der Ausstellung „Becoming CoBrA. Anfänge einer europäischen Kunstbewegung“ nimmt die Kunsthalle Mannheim die bis in die 1930er Jahre zurückreichenden Ursprünge einer der einflussreichsten Avantgarde-Gruppen im 20. Jahrhundert in den Blick.
18. November 2022
Max Ernst, Die Versuchung des Heiligen Antonius, 1945 (Lehmbruck Museum, Duisburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Bernd Kirtz)

Duisburg | Lehmbruck Museum: Surreale Welten Sammlungspräsentation mit Rätsel und Fantasie | 2022/23

Mit Meisterwerken von Künstlern wie Max Ernst, Salvador Dalí und René Magritte zeigt die Sammlungspräsentation ausgewählte Werke, die uns mit psychologisch aufgeladenen, verrätselten Darstellungen und fantasievollen Objekten magische Welten eröffnen.
18. November 2022
Refik Anadol. Unsupervised MoMA 2022

New York | MoMA: Refik Anadol Unsupervised | 2022/23

Refik Anadols „Unsupervised“ ist eine Meditation über Technologie, Kreativität und moderne Kunst. Anadol trainierte eine ausgeklügelte KI, um die öffentlich zugänglichen Daten der MoMA-Sammlung neu zu interpretieren.
18. November 2022
Norbert Kricke, Raumplastik, 1959 © Nachlass Norbert Kricke, Foto: Octavian Beldiman

Duisburg | Lehmbruck Museum: Norbert Kricke Zum 100. Geburtstag des informellen Bildhauers | 2022/23

Seinen 100. Geburtstag nimmt das Lehmbruck Museum zum Anlass für eine Studioausstellung, die sich dem facettenreichen Werk des Rheinländers zuwendet.
18. November 2022
George Grosz, Der Mädchenhändler (Blatt 8 in: Ecce Homo), Detail, 1918 (1923) (© Estate of George Grosz, Princeton, N.J./ VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Stuttgart | Staatsgalerie Stuttgart: George Grosz in Berlin Glitzer und Gift der Zwanzigerjahre | 2022/23

Wie kaum ein anderer Maler prägte George Grosz unsere Vorstellung vom Leben und Leiden im Berlin der wilden Zwanziger. Die Ausstellung beleuchtet seine stilistische Entwicklung in der Weimarer Republik.
16. November 2022
Franz Hagenauer, Weibliche Büste, 1928 © MAK/Georg Mayer

Wien | MAK: Werkstätte Hagenauer Wiener Metallkunst 1898–1987 | 2022

Mit der Ausstellung „WERKSTÄTTE HAGENAUER. Wiener Metallkunst 1898–1987“ holt das MAK eine der erfolgreichsten kunstgewerblichen Metallwerkstätten in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor den Vorhang.
16. November 2022
Magdalena Abakanowicz, Abakan Red 1969 (Tate. © Magdalena Abakanowicz Foundation)

London | Tate modern: Magdalena Abakanowicz Abakans - zwischen Textil und Skulptur | 2022/23

Ziel der Ausstellung ist, die Phase der Veränderung genauer unter die Lupe zu nehmen, als Abakanowicz ihre künstlerische Praxis radikal neu definierte: als sie ihre gewebten Formen von der Wand löste und sie in den Raum übertrug.
16. November 2022
Frank Bowling, 2020, © Frank Bowling/VG Bild-Kunst Bonn, 2021, Courtesy: der Künstler und Hauser & Wirth, Foto Sacha Bowling

Köln | Museum Ludwig: Frank Bowling

Ausstellung des bedeutenden britischen Malers des Abstrakten Expressionismus anlässlich der Preisverleihung.
13. November 2022
Robert Wiene, in: Das Cabinet des Dr. Caligari, 1920 (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung & Institut für Kulturaustausch, Tübingen)

Schweinfurt | Museum Georg Schäfer: Expressionismus in Kunst und Film Gesamtkunstwerk verbindet Kunst und Leben

Die Ausstellung hat den Anspruch, den Expressionismus über herkömmliche Gattungsgrenzen hinweg neu zu beleuchten und die wechselseitigen Einflüsse zwischen Malerei, Grafik und Film aufzuzeigen.
11. November 2022
Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Kind, Detail, 1902, Öl/Karton, 45.3 x 50.5 cm (Kunstmuseum Den Haag)

London | Royal Academy of Art: Modersohn-Becker – Kollwitz – Münter – Werefkin Pionierinnen der Moderne in Deutschland

„Making Modernism“ ist die erste große britische Ausstellung, die den Pionierinnen der frühen 1900er Jahren in Deutschland gewidmet ist.
3. November 2022
William Turner, Cologne, the Arrival of a Packet-Boat: Evening [Köln, die Ankunft des Paketbootes: Abend], Detail, 1826, Öl/Lw, 168.6 x 224.2 cm (The Frick Collection, New York)

London | National Gallery of Art: Turner auf Tour Häfen aus Dieppe und Köln | 2022/23

Zwei der revolutionären Hafen-Bilder von William Turner aus der Frick Collection sind seit über 100 Jahren erstmals wieder in London zu sehen. Sonne, Licht und Wasser inspirierten den Reisekünstler zu lichtvollen Darstellungen der europäischen Häfen - und provozierten ehemals das Publikum in der Royal Academy of Arts.
3. November 2022
Marc Chagall, Der Engelssturz, Detail, 1923/33/47, Öl auf Leinwand (Kunstmuseum Basel, Depositum aus Privatsammlung, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Martin P. Bühler)

Frankfurt a. M. | Schirn: Marc Chagall Zweiter Weltkrieg, Holocaust und Hinwendung zu biblischen Themen | 2022/23

Marc Chagall gilt als Poet unter den Künstlern der Moderne. In einer großen Ausstellung beleuchtet die SCHIRN 2021 eine bislang wenig bekannte Seite seines Schaffens: Chagalls Werke der 1930er und 1940er Jahre, in denen sich seine farbenfrohe Palette verdunkelt.
29. Oktober 2022
Walter De Maria, The Arch, 1964 (The Menil Collection, Houston. © The Estate of Walter De Maria. Foto Paul Hester)

Houston | The Menil Collection: Walter De Maria Boxes for Meaningless Work | 2022/23

Erste museale Präsentation zur mehr als 50-jährigen Karriere Walter De Marias in den USA - mit Neuerwerbungen, mit manchmal humorvolle Handlungen und spielerische Gesten ohne produktiven Ausgang und der Auseinandersetzung des Künstlers mit Wahrnehmung, Raum, Naturgewalten und dem Konzept des Erhabenen.
28. Oktober 2022
Etel Adnan, Arbres [Bäume], 2015, Wolle, 165 x 220 cm (Sharjah Art Foundation Collection © Etel Adnan)

Hamburg | Halle für Aktuelle Kunst: In The Heart Of Another Country Kunst des Nahen und Mittleren Ostens | 2022/23

Die zeitgenössische Kunst des Nahen und Mittleren Ostens seit den 1960er Jahren steht im Fokus der von Omar Kholeif konzipierten Ausstellung.
28. Oktober 2022
Hugo Erfurth, Max Beckmann, 1929

Braunschweig | Herzog Anton Ulrich-Museum: Max Beckmann Max wird Beckmann. Es begann in Braunschweig

Der 1885 in Leipzig geborene Max Beckmann verbrachte seine Jugendjahre, in Braunschweig, wo seine frühesten künstlerisch anmutenden Werke entstanden. Das Herzog Anton Ulrich-Museum zeigt frühe Zeichnungen, Aquarellen und Skizzen neben „Jungen Männern am Meer“ (1905) oder der „Sintflut“ (1908).
28. Oktober 2022
Artemisia Gentileschi, Susanna und die Alten, Detail, Öl auf Leinwand (The Burghley House Collection, Stamford)

Köln | Wallraf: SUSANNA Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo | 2022/23

Mit der weltweit ersten Ausstellung zur biblischen Susanna in der Kunst widmet sich das Wallraf einer Erzähl- und Bildtradition, die auch vor dem Hintergrund der MeToo-Bewegung kaum aktueller sein könnte.
28. Oktober 2022
Hugo van der Goes, Marientod, Detail, um 1470 (Groeningemuseum, Brügge)

Brügge | Sint-Janshospitaal: Hugo van der Goes‘ Marientod Ergebnisse der Restaurierung

Der frisch restaurierte „Marientod“ des Hugo van der Goes macht deutlich, wie genial van der Goes Farbe, Komposition und Technik einsetzt. Anhand von sieben Visionen oder sieben Mini-Ausstellungen erfahren die Besucher*innen mehr über dieses außergewöhnliche Gemälde.
28. Oktober 2022
Cappenberger Kopf

Münster | LWL-Museum: Barbarossa Die Kunst der Herrschaft | 2022

Breiter kulturgeschichtlicher Überblick zu dem um Machtausgleich bemühten Politiker, tiefgläubigen Christen, streitbaren Ritter und potenten Kunstförderer Barbarossa - mit dem berühmten „Cappenberger Kopf“ (um 1160).
27. Oktober 2022
Piet Mondrian, Wald (Wald bei Oele), Detail, 1908, Öl/Lw, 128 x 158 cm (Kunstmuseum Den Haag – bequest Salomon B. Slijper, Inv.-Nr. 0334284)

Düsseldorf | K20: Mondrian Vom Symbolismus zur Abstraktion | 2022

Der Fokus der Ausstellung „Mondrian“ liegt 2022 auf Werken, welche Mondrians künstlerische Entwicklung bis in die 20er Jahre und die stilistische Entstehung seines Spätwerks beleuchten.
25. Oktober 2022
Etel Adnan, Persian, 1963/64 (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Rechtsnachfolge Etel Adnan / Legal Successors to Etel Adnan, Foto Achim Kukulies

München | Lenbachhaus: Etel Adnan Monografische Ausstellung zur Malerei | 2022/23

Erste umfassende monografische Ausstellung zum Werk von Etel Adnan (1925–2021) in Deutschland.
22. Oktober 2022
Max Ernst: Die Einkleidung der Braut, Detail, 1940 (Peggy Guggenheim Collection, Venedig (Solomon R. Guggenheim Foundation, New York), 76.2553 PG 78, Foto: David Heald © Solomon R. Guggenheim Foundation, New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Potsdam | Museum Barberini: Surrealismus und Magie Okkulte Symbole und ein Selbstbild als Magier | 2022/23

Die Ausstellung „Surrealismus und Magie. Verzauberte Moderne“ ist die erste umfassende Werkschau, die das Interesse der Surrealisten an Magie, Mythos und Esoterik in den Blick nimmt. Sie spannt den Bogen von der „metaphysischen Malerei“ Giorgio de Chiricos um 1915 über Max Ernsts ikonisches Gemälde „Die Einkleidung der Braut“ (1940) bis zu den okkulten Bildwelten im Spätwerk von Leonora Carrington und Remedios Varo.
21. Oktober 2022

New York | The Morgan Library & Museum: Georg Baselitz: Drawings Zentrale Rolle der Zeichnung in Baselitz’ Werk | 2022/23

Die Ausstellung umfasst etwa 65 Zeichnungen und beleuchtet die zentrale Rolle, die das Zeichnen in Baselitz' Praxis spielt.
21. Oktober 2022
Johann Heinrich Tischbein, Selbstbildnis in jüngeren Jahren, um 1752/55 (Kassel)

Kassel | Schloss Wilhelmshöhe: Johann Heinrich Tischbein Der Maler als Zeichner – der Zeichner als Maler | 2022/23

Zum 300. Geburtstag widmet die Gemäldegalerie Alte Meister dem Hofmaler Johann Heinrich Tischbein eine Ausstellung mit Porträts und Zeichnungen,
21. Oktober 2022
Kees van Dongen, Comedia, um 1925 (Heidi Horten Collection)

Wien | Heidi Horten Collection: LOOK Mode in der Kunst trifft auf Look der Sammlerin | 2022/23

Die erste Themenausstellung der Heidi Horten Collection stellt die Museumsgründerin Heidi Goëss-Horten selbst und einen wesentlichen Aspekt ihrer Sammlung in den Mittelpunkt: MODE.
20. Oktober 2022
Bernardo Bellotto gen. Canaletto, Die Kirche SS. Giovanni Paolo und die Scuola di San Marco in Venedig, 1740, Feder, braune Tinte über Bleistift (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)

Darmstadt | Hessisches Landesmuseum: Bernardo Bellotto Zeichnungen Veduten italienischer Städte | 2022

In der Darmstädter Ausstellung werden Bellottos Zeichnungen aus seiner Zeit in Italien - mit einem Fokus auf Venedig, Rom, Padua und Verona- durch einen Ausblick auf Bellottos Dresdner Schaffensperiode ergänzt. Seit 1829 befindet sich knapp die Hälfte aller erhaltenen Zeichnungen Bellottos in Hessen, ergänzt durch über 30 Radierungen seiner Veduten von Dresden, Pirna und Königstein.
20. Oktober 2022
Edouard Manet, Eva Gonzalès, Detail, 1870, Öl/Lw, 191.1 x 133.4 cm (Sir Hugh Lane Bequest, 1917, The National Gallery, London. In partnership with Hugh Lane Gallery, Dublin)

London | National Gallery: Manet und Eva Gonzalès Kontext und Maltechnik eines Malerinnenporträts | 2022

Monet malt Eva Gonzalès – die Künstlerin im Kontext, das Gemälde kunsttechnologisch untersucht und die Entstehungsgeschichte enthüllt.
19. Oktober 2022
Henri Matisse, Frau in Blau, Detail, 1937 (Philadelphia Museum of Art © 2022 Succession H. Matisse / Artists Rights Society (ARS), New York)

Philadelphia | Philadelphia Museum of Art: Matisse in den 1930ern Neue Arbeitspraxis rund um „Der Tanz“ | 2022/23

Der Auftrag zum Wandbild „Der Tanz“ veränderte Matisses Arbeitsweise gänzlich. Die Ausstellung zeichnet diesen Prozess in verschiedenen Formaten nach, darunter Staffeleibilder und dekorative Malerei, Skulptur, Druckgrafik, Zeichnung und das illustrierte Buch.
19. Oktober 2022
Johann Gottfried Schadow, sog. Prinzessinnengruppe, Detail, 1797, Marmor (© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger)

Berlin | Alte Nationalgalerie: Johann Gottfried Schadow Neue Erkenntnisse zum Berliner Bildhauer der Klassizismus

Viele neue Erkenntnisse sind seit der letzten Retrospektive zu Johann Gottfried Schadow, seinem Werk aber auch Werkstattbetrieb und seinen Arbeitsmethoden bekannt geworden – Zeit für eine neue Retrospektive!
19. Oktober 2022
Helmut Newton, Fashion, Melbourne, 1955 © Helmut Newton Foundation

Wien | Kunstforum: Helmut Newton Legacy Retrospektive zum 100. Geburtstag | 2022

Mit der Retrospektive Helmut Newton Legacy feiert das Kunstforum im Herbst 2022 den 100. Geburtstag des Berliner Fotografen (1920-2004) – coronabedingt verzögert, aber umso umfassender mit ca. 300 Arbeiten, die Newtons gesamtes Schaffen dokumentieren.
18. Oktober 2022
Rosa Bonheur, Pflügen in Nivernais [Le sombrage], 1849, Öl/Lw, 133 × 260 cm (Musée d'Orsay, Staatsauftrag, 1848, geplant für das Musée de Lyon; Luxemburg, 1849 © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michel Urtado)

Paris | Musée d’Orsay: Rosa Bonheur Berühmteste Tiermalerin des 19. Jhs | 2022

Anlässlich des 200. Geburtstags von Rosa Bonheur veranstaltet das Musée d'Orsay eine große Retrospektive ihres Werks.
16. Oktober 2022
Amedeo Modigliani, Junge Frau in gelbem Kleid (Renée Modot), 1918 (Sammlung Fondazione Francesco Federico Cerruti per l’Arte. Dauerleihgabe an Castello di Rivoli, Museo d'Arte Contemporanea, Rivoli-Torino)

Philadelphia | Barnes Foundation: Modigliani Up Close Arbeitsmethoden und Materialien | 2022/23

Wie hat Modigliani seine Werke geschaffen? Neueste Erkenntnisse zu seinen Arbeitsmethoden und Materialien.
16. Oktober 2022
Mark Rothko, Untitled (Blue, Yellow, Green on Red), 1954 (Museum Barberini, Potsdam)

Wien | Albertina modern: Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945 Von Jackson Pollock bis Maria Lassnig | 2022

Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.
15. Oktober 2022
Phyllida Barlow

Hannover | Sprengel Museum: Phyllida Barlow Kurt-Schwitters-Preis | 2022

Phyllida Barlow ist Preisträgerin des von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergebenen Kurt-Schwitters-Preises und wird mit einer Ausstellung geehrt.
15. Oktober 2022
Anni und Josef Albers in Den Haag

Den Haag | Kunstmuseum: Anni und Josef Albers Farbstudien und Textilkunst | 2022

Die Ausstellung zeigt, wie sich Anni Albers zu einer wahren Pionierin der modernen Textilkunst entwickelte und Josef Albers einen künstlerischen Entwicklungsprozess durchlief, der in seiner weltberühmten „Homage to the Square“-Serie gipfelte.
14. Oktober 2022
Borchgrave x Kahlo

Brüssel | Königliche Kunstmuseen: Isabelle de Borchgrave X Frida Kahlo Miradas de Mujeres | 2022/23

Die Casa Azul und Frida Kahlos Liebe zum Textil inspiriereten Isabelle de Borchgrave zu einer begehbaren Installation.
14. Oktober 2022
Picasso, Violine und Musikblatt, Herbst 1912, Papiere und Partitur auf Karton geklebt, Gouache, 78 x 65 cm (Paris, Musée Picasso, M.P. 368)

Brüssel | Königliche Kunstmuseen: Picasso & Abstraktion Pendelbewegung zwischen Abstraktion und Figuration | 2022/23

Zum allerersten Mal wird Picassos komplexe Beziehung zur Abstraktion anhand von mehr als 140 außergewöhnlichen Werken vorgestellt.
14. Oktober 2022
Franz von Stuck, Tilla Durieux als Circe in dem gleichnamigen Stück von Pedro Calderón de la Barca, 1912 (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie/ Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland, Foto: bpk/Nationalgalerie, SMB, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland/Jörg P. Anders)

Wien | Leopold Museum: Tilla Durieux Eine Jahrhundertzeugin und ihre Rollen | 2022/23

In einer umfassend angelegten Schau geht das Leopold Museum erstmals der Faszination, die Tilla Durieux bereits bei ihren Zeitgenoss:innen auslöste, auf den Grund. Anhand von Bildnissen quer durch alle Medien folgt sie den Spuren dieser schillernden Persönlichkeit.
13. Oktober 2022
Max Ernst, Tremblement de terre, Detail, 1925, Öl auf Leinwand (Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: David Ertl)

Bonn | Kunstmuseum Bonn: Max Ernst Die Natur als Erfindung | 2022

Anhand von Gemälden, Zeichnungen, druckgrafischen Blättern, illustrierten Büchern und Fotografien bezieht Künstler:innen wie Max Ernst, Hans Arp und Paul Klee, Rebecca Horn und Thomas Ruff sowie andere ein, die die Natur ebenfalls als das zugleich vertraute und fremde Andere entwerfen.
12. Oktober 2022
Pablo Picasso, Mann mit einer Klarinette, Detail, 1911/12, Öl/Lw, 106 x 69 cm (Museo nactional Thyssen-Bornemisza, Madrid © Sucesión Pablo Picasso, VEGAP, Madrid)

Madrid | Museo Thyssen-Bornemisza: Picasso und Chanel Kunst und Mode zwischen Kubismus und Neo-Antike | 2022

Die Ausstellung zeigt den Einfluss des Kubismus auf Chanels Stil, wie Olga Picasso zum Chanel-Model wurde, und thematisiert die Zusammenarbeit von Picasso und Chanel am Theater: Antigone & Le Train bleu.
10. Oktober 2022

Wien | KHM: Idole & Rivalen. Künstler:innen im Wettstreit Konkurrenz in Renaissance und Barock | 2022

Ausstellung zum paragone (dt. Künstlerwettstreitt) in Renaissance und Barock mit Meisterwerken von Leonardo, Michelangelo, Dürer, Tizian, Lavinia Fontana, Sofonisba Anguissola bis Peter Paul Rubens und vielen mehr.
8. Oktober 2022
Kopf des Augustus mit Bürgerkrone im Typus Primaporta Claudische Replik, um 40 n. Chr. eines Vorbilds um 27 v. Chr., Marmor (München, Glyptothek, Inv. GL 350A)

Hamburg | Bucerius Kunst Forum: Die neuen Bilder des Augustus

Die erste Augustus-Ausstellung in Deutschland seit mehr als 30 Jahren präsentiert mit internationalen Leihgaben die Bilder und Monumente dieser Zeit.
8. Oktober 2022
Albert Venus, Campagnalandschaft, Aquarell, 12,7 x 18,7 cm (Kupferstich-Kabinett, Dresden)

Dresden | Residenzschloss: Albert Venus Der letzte Romantiker Dresdens | 2022/23

Erste monografische Ausstellung des 1871 mit nur 29 Jahren verstorbenen Landschaftsmalers der Dresdner Romantik.
8. Oktober 2022
Vincent van Gogh, Selbstporträt, Detail, 1887, Öl/Karton, 32,8 x 24 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo © Indien van Toepassing, Amsterdam)

Rom | Palazzo Bonaparte: Van Gogh Meisterwerke aus dem Kröller-Müller Museum | 2022/23

70 Bilder aus der gesamten Schaffenszeit zeigen van Goghs Stil und Farbigkeit.
7. Oktober 2022
Gustav Klimt, Judith I, Detail, 1901, Öl/Lw, 98 × 48 × 5 cm (incl. Rahmen) (Belvedere, Wien)

Amsterdam | Van Gogh Museum: Gustav Klimt Retrospektive des Wiener Malerstars mit Fokus auf seine Inspiration durch Monet, Van Gogh und Matisse

Das Van Gogh Museum, Amsterdam, zeigt eine Retrospektive zu Gustav Klimt, incl. den Einfluss der internationalen Avantgarde auf dessen Werk. 100 Gemälde, je 50 von Klimt sowie James McNeill Whistler, Jan Toroop, Claude Monet, Auguste Rodin, Vincent van Gogh, Henri Matisse - Herbst 2020!
7. Oktober 2022
Aristide Maillol, La Montagne, 1937 (Musée d'Orsay, déposé à Lyon, Musée des Beaux-Arts, Foto © RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojeda)

Zürich | Kunsthaus: Aristide Maillol

Die Ausstellung vereinigt über 150 Werke, die das Schaffen Maillols in all seinen Facetten beleuchten.
6. Oktober 2022
Paul Cézanne, Korb mit Äpfeln, um 1893 (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection)

London | Tate Modern: Paul Cézanne Retrospektive zum “Vater der Moderne“

Die Ausstellung in der Tate Modern, London, konzentriert sich auf die vielen Spannungen und Widersprüche in Cézannes Werk und versucht, den Künstler in seinem eigenen Kontext zu verstehen.
5. Oktober 2022
Joan Mitchell, Das Große Tal, Detail, 1983, Öl-Lw, 260.4 x 200 cm (Fondation Louis Vuitton, Paris © The Estate of Joan Mitchell © Primae / Louis Bourjac)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Joan Mitchell Meisterin des „Abstrakten Impressionismus“ | 2022/23

Die Ausstellung vereint rund 50 großformatige und farbgewaltige Gemälde, in denen sie Erinnerungen, Landschaftseindrücke, Gefühle, Poesie und Musik verarbeitete.
5. Oktober 2022
Claude Monet, Der Garten in Giverny, Detail, 1922–1926, Öl-Lw, 93 x 74 cm (Musée Marmottan Monet, Paris © Musée Marmottan Monet, Paris)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Claude Monet – Joan Mitchell Dialog über Landschaft, Farbe und Licht | 2022/23

Anhand von etwa 60 emblematischen Werken beider Maler:innen bietet die Ausstellung eine farbintensive Reise, die von bemerkenswerten visuellen und thematischen Korrespondenzen unterbrochen wird.
4. Oktober 2022
Lucia Moholy – Das Bild der Moderne, im Bröhan-Museum, Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus, Berlin, 2022-2023

Berlin | Bröhan-Museum: Lucia Moholy Das Bild der Moderne | 2022/23

Das Bröhan-Museum lenkt mit der Ausstellung zu Lucia Moholy die Aufmerksamkeit auf eine zu Unrecht vergessene Protagonistin des Bauhaus.
1. Oktober 2022
Lucian Freud, Girl with Roses, Detail, 1947/48 (Courtesy of the British Council Collection. Photo © The British Council © The Lucian Freud Archive / Bridgeman Images)

London | National Gallery: Lucian Freud. Neue Perspektiven

Die erste große Retrospektive zu Lucian Freuds Werk seit 10 Jahren vereint Gemälde aus mehr als sieben Jahrzehnten und zeigt, wie sich Freuds‘ Malerei während 70 Jahren Praxis von seinen frühen und intimen Werken zu seinen bekannten, großformatigen Leinwänden und seinen monumentalen Aktporträts veränderte.
1. Oktober 2022

Münster | Kunstmuseum Pablo Picasso: Fernande und Françoise Musen, Modelle, Biografinnen | 2022/23

Die Ausstellung widmet sich der Rezeptions- und Publikationsgeschichte beider Memoiren und beleuchtet, wie sie auf die Betrachtung von Picassos Werk Einfluss genommen haben.
29. September 2022
Rembrandt aus Frick im Mauritshuis

Den Haag | Mauritshuis: Rembrandt und Freunde aus der Frick Niederländische Barock-Meister aus Manhattan | 2022

Das Jubiläumsjahr 2022 im Mauritshuis endet mit einer ganz besonderen Ausstellung: Zehn Gemälde aus der Sammlung The Frick in New York.
28. September 2022
Martin Schongauer, Die Versuchung des heiligen Antonius, Detail, um 1470–1480, Kupferstich auf Vergépapier, 311 x 227 mm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Frankfurt | Städel Museum: Der frühe Kupferstich vor Dürer Vom Meister E. S. bis zu Dürer | 2022

Auswahl von besonders qualitätsvollen und seltenen Werken des frühen Kupsterstichs von Meister E. S. bis Albrecht Dürer.
28. September 2022
Besteck Modell 7000, Edelstahl, Entwurf Janos Megyik, Ausführung Amboss, 1970 © Thomas Abendroth

Wien | Möbelmuseum: Schöner Essen. Amboss Design & Tischkultur 1950–1970 Ess-, Alltags- und Wohnkultur | 2022/23

Zit. n. E. W. Nay 1902–1968. Bilder und Dokumente (Werke und Dokumente, Neue Folge, Bd. 1, hg. vom Archiv für Bildende Kunst am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg), […]
27. September 2022
Hendrik ter Brugghen, Der Zecher, Detail, 1627, Leinwand, 71,3 x 60 cm (© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Foto: Nicole Wilhelms)

München | Alte Pinakothek: Hendrick ter Brugghens Zecher Restaurierung eines barocken Genrebildes | 2022

Restaurierung macht eigenhändige Motivänderungen Hendrick ter Brugghens nun wieder deutlich erkennbar.
25. September 2022
Růžena Zátková, Porträt von Marinetti, Öl auf Leinwand, 1915–1918

Enschede | Rijksmuseum Twenthe: Marinetti und der Futurismus Manifest für eine neue Welt | 2022/23

Anhand von Werken der „ersten Generation“ von Futuristen sowie Werken späterer Futurist:innen zeichnet die Ausstellung die Entwicklung des italienischen Futurismus nach. Reich ergänzt mit Texten und Dokumentationsmaterial.
  1. Zit. n. E. W. Nay 1902–1968. Bilder und Dokumente (Werke und Dokumente, Neue Folge, Bd. 1, hg. vom Archiv für Bildende Kunst am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg), München 1980, S. 104–105.
  2. Werner Haftmann, Ernst Wilhelm Nay, Köln 1991, S. 188.
  3. Zit. n. E. W. Nay 1902–1968. Bilder und Dokumente (Werke und Dokumente, Neue Folge, Bd. 1, hg. vom Archiv für Bildende Kunst am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg), München 1980, S. 104–105.
  4. Werner Haftmann, Ernst Wilhelm Nay, Köln 1991, S. 188.