Wien | Albertina: 250 Jahre Albertina

Albrecht Dürer, Feldhase, Kopf, 1502 (© Albertina, Wien)
Im Sommer/Herbst 2026 wirft die Albertina einen Blick zurück auf ihre 250-jährige Geschichte. Die bedeutende Sammlung umfasst über 1,2 Millionen Objekte aus sieben Jahrhunderten, zählt zu den bedeutendsten Museen der Welt und wurde 1776 von Erzherzogin Marie Christine und ihrem Mann Herzog Albert von Sachsen-Teschen begründet. Aus der einstmals privaten Kollektion, die seit 1864 als "Albertina" bekannt wurde, konnte ein Haus mit Weltgeltung geformt werden. die Zukunft der Albertina sieht Generaldirektor Ralph Gleis zwischen Sammlung und Ausstellungshaus, als Kompetenzzentrums für Kunst auf Papier, die Digitalisierung ermöglicht den weltweiten Austausch:
„Mit Weitblick könnte formuliert werden, dass das Museum der Zukunft nicht mehr nur ein Gebäude ist, sondern ein offenes und globales gesellschaftliches System.“1
- Albrecht Dürer, Feldhase, 1502, Aquarell und Deckfarben, in Deckweiß gehöht, Spuren einer Vorzeichnung am rechten Ohr, 25 x 22,5 cm (© Albertina, Wien, Inv.-Nr. 3073)
250 Jahre Albertina – eine Sonderausstellung
Österreich | Wien: Albertina
19.6. – 11.10.2026
250 Jahre Albertina
Was sammelte Maria Christine? Und was Albert?
Den Grundstein für die heute weltweit renommierte Sammlung legte das Ehepaar Marie Christine und Albert von Sachsen-Teschen im Jahr 1776. 250 Jahre später, im Sommer und Herbst 2026, rückt die Ausstellung erstmals den weiblichen Anteil an dieser Leistung in den Fokus. Marie Christine, die Lieblingstochter Maria Theresias, brachte das Vermögen mit und könnte mit einem ersten Geschenk im Jahr 1766 die Sammelleidenschaft begründet haben. In einem Brief, dem sie eine Koie nach einem Vam Dyck beilegte, meint Marie Christine, dass sie frph seo, dass sich ohr Gemahl mehr für Linst als für Wildschweine und die Jagd interessiere. Gemeinsam gelang dem kinderlosen Paar, mit mehreren tausend Druckgrafiken - anfangs noch von Conte Durazzo, dem österreischischen Botschaften in Venedig zusammengetragen - den Grundstein ihrer Sammlung zu legen. Doch daraus wurde schnell mehr!
Marie Christine (gest. 24. Juni 1798) beschäftigte sich autodidaktisch mit Kunst, indem sie nach Druckgrafiken der kaiserlichen Sammlung zeichnete. Erstmals zeigt die Albertina Werke der jungen Erzherzogin, die ein geschultes Auge, einen sicheren Strich und elegantes Kolorit bewies. Auch wenn ihre Schöpfungen es nicht mit den Werken der großen Meister aufnehmen können, so lässt Albertina-Kurator Christoph Metzger den Blick auf diese Blätter zu. Er identifizierte die Vorbilder - meist niederländische Genreszenen - und hängt die Werke nebeneinander, um den Lehreffekt zu visualisieren.
So war ein Ziel der Albertina-Sammlung von Anfang die Lehre, die kommenden Generationen, die Zukunft. Wenn auch bis ins 20. Jahrhundert darunter Akademie-Studenten verstanden wurden, so erfüllt die Albertina mit dem Bildungsauftrag noch immer ihr historisches Erbe. Doch was sammelte die Erzherzogin? Und was geht auf den Geschmack von Albert zurück?
Im zweiten Ausstellungsraum hängt das berühmteste Werk der Albertina: Albrecht Dürers Feldhase. Auxh wenn, wie Generaldirektor Ralph Gleis betont, viele das Gefühl haben, dieses Bild in- und auswendig zu kennen, so wird der Hase erst zum zehnten Mal in Wien ausgestellt. An die Albertina kam er per Tausch aus der Hofbibliothek (Doubletten).
60 Kassetten mit tausenden Blättern in Venedig nach Pressburg (Bratislava) in der Schlossbibliothek aufgestellt. Danach wandert die Sammlung 1780 nacj Brüssel, da Albert zum Statthaltee der Südlichen Niederlande angetreten. Während der Französischen Revolution wird sie nach Hamvurg verschifft und nach Dresden gebracht. Erst 1800, als das Palais und angemietete Räume im angrenzenden Augustinerkloster bezugsfertig waren, kamen die Preziosen wieder nach Wien. Zu diesem Zeitpunkt war Msriw Christine bereits seit zwei Jahren verstorben. Die Ausstellung findet nun am historischen Ort statt. Berichte im HHStA ermöglichen, einen Einblick in die Übergabe der Raccolta. Diesd sollte die Kunstgeschochte in ausgewählten Werken in Reproduktionsgrafiken. Albert und Marie Christine entwickelten die Idee der Vollständigkeit, weshalb sie ihre Sammlung flexibel halten. Das Paar entwickelte einen persönlichen Geschmack, sie interessierten aber auch Prozess der Entstehung, weshaöb auch Probeabzüge in die Sammlung vib Dürer haben sich nur 5 davon erhaltem, die Albertina besitzt drei davon. Die Zeichnung wurde erst in den 1780ern langsam eingeführt. 1781 erwarbwn sie winw französische pastorale Landschaft. Er in den 1790ern in Wien trafen sie in Graf Fries und Adam Bartdch an der Hofbibliothek Gleichgesinnte. Hier erst begannen sie Sammlungen zu sammeln: 1794 erwerben sie die Zeichnungssammlung des Prince de Ligne en bloc. 1796 Sammlung Winkler in Leipzig 1796 der Coup mit der Hofbibliothek. Während sich die Hofbibliothek auf Druck konzentrieet, lösen das Sammlerpaar die 140 Dürer, Bruegel, Bosch, Rubens und Rembrandt-Zeichnungen aus der kaiserlichen Sammlung. Hier ändert sich der Fokus auf vollende Zeichnungen und Darstellungen des Menschen.
1899/1900 ist Dürer die erste Ausstellung der Albertina gewidmet. Die Sammlung war aber nie in die Vergangenheit gerichtet, sobdern mit Blick in die Zukunft: meitre moderne Jahrgänge ab 1738 zählten dazu. Was wurde prämiert? Was wurde besprochen in Journalen? Was sammelten andere? Es gibt nur ein e Zeichnung von Caspar David Friedrich, aber es ist die größte des Künstlers. Von Jacques Louis David ist eine großformatige Zeichnung von 1776, in Rom entstanden und mit dem Prix de Rome ausgezeichnet. Bis in die Zeit von Josef Meder wurden Blätter der Impressionisten erworben, danach vereinzelt Arbeiten von Klimt und Schiele gekauft. Das war allerdings Privateigentum Friedrichs und ist ihm bei der Verstaatlichung der Albertina übergeben worden. Es wurde versucht, diese Verluste in den folgenden Jahrzehnten zu kompensieren. 1920/21 wird die Kupferstichsammlung der Albertina zusammengelegt, und unter dem Namen Graphische Sammlung verdichtet. Boston, New York wären ohne solche Verkäufe bicht denkbar. Durch die Erlöse konnten die Modernen wieder aufzubauen.
Die Ausstellung ergründet die Anfänge der Albertina und die jeweiligen Motive der Sammler. Welches Profil sollte entwickelt werden, und zu welchem Zweck wurde gesammelt? Welche Künstlerinnen und Künstler wurden bevorzugt? Und warum? Wann kamen die großen Konvolute der Werke von Albrecht Dürer oder Egon Schiele an das Haus?
- Jean-Baptiste Greuze, Ein lächelndes Mädchen, um 1765, Albertina, Foto: Alexandra Matzner.
- Claude Lorrain, Baumgruppe mit ruhendem Hirten, späte 1630er Jahre, Feder, Pinsel, schwarz und braun laviert (Albertina, Wien)
Ausgestellte Werke
Diese und weitere Fragen werden anhand wertvoller Beispiele wie Dürers „Feldhase” beantwortet (→ Albrecht Dürer: Feldhase, 1502). Dabei richtet sich der Blick nicht nur in die Vergangenheit und auf die große Geschichte des Hauses zurück, sondern wendet sich zugleich in seine Zukunft.
Kuratiert von Ralph Gleis und Christof Metzger.




