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Baden-Baden | Museum Frieder Burda: Pierre Soulages Lichtbilder in Schwarz von 1946 bis 2019

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 16. Oktober 2020
Pierre Soulages, Peinture , 13 juin 1971, Öl/Leinwand, 111 x 162 cm (Sammlung Domnick © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Pierre Soulages, Peinture , 13 juin 1971, Öl/Leinwand, 111 x 162 cm (Sammlung Domnick © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

Die Ausstellung zeigt Werke aus dem 80-jährigen Schaffen von Pierre Soulages, der zu den außergewöhnlichsten Künstlern der Gegenwart zählt. Seit Jahrzehnten setzt sich Soulages, der „Maler des Schwarz und des Lichts“, mit der Farbe Schwarz auseinander, mittels Struktur, Textur und Reflexion der Farbe malt er seine „Lichtbilder“ (→ Pierre Soulages: Biografie).

Pierre Soulages 1946–2019

Deutschland | Baden-Baden: Museum Frieder Burda
17.10.2020 – 28.2.2021

Pierre Soulages, 1919 im südfranzösischen Rodez geboren, ist der mit Abstand bekannteste lebende Künstler in Frankreich und der letzte herausragende Vertreter der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts sowie des Abstrakten Expressionismus nach 1945 (→ Abstrakter Expressionismus | Informel). Auch hundertjährig ist er noch künstlerisch tätig und nach wie vor einer der produktivsten Maler der Gegenwart. Das Musée du Louvre ehrte Soulages zu seinem 100. Geburtstag mit einer einzigartigen Einzelausstellung wesentlicher Hauptwerke seit 1950 (→ Paris | Louvre: Soulages), diese Ehre wurde bisher nur Pablo Picasso und Marc Chagall zuteil.

Die ihm gewidmete Retrospektive in Baden-Baden zeigt die Entwicklung seines Werkes in seiner – gerade angesichts der so außergewöhnlich langen Schaffensphase – beeindruckenden Kohärenz. Schon seit seinen Anfängen wandte Soulages sich der totalen Abstraktion zu und stellte so die traditionellen Werte der Malerei infrage. Dabei nimmt er nicht allein durch die Wahl seiner Materialien (z. B. Walnussbeize, Teer) und Werkzeuge, seit 1948 eine singuläre Position ein. Seine Leinwände definieren sich anhand von verwendeter Technik, Abmessungen und Ausführungsdatum und nicht etwa durch einen Titel, der die Wahrnehmung des Betrachters beeinflussen könnte. „Ein Gemälde ist ein organisiertes Ganzes, ein Ensemble von Formen (Linien, farbige Flächen etc.), auf dem unsere Sinndeutungen entstehen und zerfallen.“, so erklärte es einmal der Künstler selbst.

Eine Selektion der außerhalb Frankreichs kaum bekannten frühen Gemälde auf Papier, darunter auch kostbare Nussbeize-Gemälde, demonstriert Soulages‘ sehr persönliche Auffassung von Abstraktion. Diese in öffentlichen Sammlungen wenig vertretenen Werke aus den Jahren 1946-1948 bilden den Auftakt der Schau. In Deutschland habe für ihn alles angefangen, betont Soulages oft. In der Tat waren seine Teilnahme an der Wanderausstellung „Französische abstrakte Malerei“ 1948/49 als jüngster Künstler sowie die Wahl eines seiner Gemälde für das Ausstellungsplakat entscheidend für die frühe Bekanntheit seines Œuvres. Und mehr noch: Als einziger Künstler überhaupt nahm er anschließend 1955, 1959 und 1964 an den ersten drei Ausgaben der documenta in Kassel teil.

Die Schaffensphase bis Ende der 1970er Jahre ist gekennzeichnet durch großformatige Arbeiten, in denen neben dem reinen Schwarz auch zurückhaltend Farben zum Einsatz kommen sowie schwarzweiße Gemälde.

1979 begann eine neue Phase seines Schaffens: eine „ganz andere“ Art von Malerei, für die Soulages den Neologismus „Outrenoir“, eine Malerei „jenseits von Schwarz“, fand. Das Verhältnis von Schwarz und Licht ist beständiger Gegenstand seines malerischen Experimentierens, erst das „Outrenoir“ aber bringt die Vielfalt des Lichts mit einer einzigen Farbe hervor. Im Gegensatz zu einem monochromen Werk „sind es die Unterschiede der Texturen, glatt, faserig, ruhig, angespannt oder aufgeregt, die beim Einfangen oder Verwerfen von Licht zu grauen oder tiefen Schwarztönen führen“. Durch Überlagerung und Schaben oder durch das Auftragen eines einzigartigen Pigments lässt Soulages das Licht durch den Kontrast von Hell und Dunkel aus der Leinwand hervortreten. Spektakulär lösen sich einige monumentale Bilder von der Wandfläche und schweben von der Decke im Raum.

 

Baden Baden: Pierre Soulages im Museum Frieder Burda

Die Ausstellung dokumentiert und würdigt den Werdegang des Künstlers von 1946 bis heute. Im lichtdurchfluteten Museum Frieder Burda, der „weißen Villa im Park“, entworfen von Richard Meier, entfaltet die Präsentation der Malerei von Pierre Soulages aus vielen europäischen Museen und Privatsammlungen, insbesondere aus dem Museum Soulages in Rodez und dem Centre Pompidou in Paris, eine ganz besondere Atmosphäre.

Quelle: Museum Frieder Burda, Baden-Baden

 

Pierre Soulages in Baden-Baden: Bilder

  • Pierre Soulages, Peinture , 13 juin 1971, Öl/Leinwand, 111 x 162 cm (Sammlung Domnick © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

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