Milton Avery, Little Fox River, Detail, 1942, Öl-Lw, 91.8 x 122.2 cm (Collection Neuberger Museum of Art, Purchase College, State University of New York. Gift of Roy R. Neuberger © 2021 Milton Avery Trust / Artists Rights Society (ARS), New York and DACS, London 2021. Photo: Jim Frank)
Milton Avery (1885–1965) gilt als einer der größten Koloristen Nordamerikas der Klassischen Moderne. „Nur Henri Matisse – dessen Kunst er natürlich viel verdankte – hat in dieser Hinsicht eine größere Leistung erbracht“, so die „New York Times“. Averys Karriere fiel zwischen den Strömungen der amerikanischen Impressionisten und der Abstrakten Expressionisten, so dass er einen entschieden unabhängigen Weg einschlug.
Großbritannien | London: Royal Academy of Arts
15.7. — 16.10.2022
Die Royal Academy of Art organisiert die erste umfassende Ausstellung von Averys Werk in Europa. Es vereint eine Auswahl von rund 70 Gemälden aus den 1930er bis 1960er Jahren, die zu seinen berühmtesten Werken zählen. Diese Bilder zeigen für Avery charakteristische Szenen des täglichen Lebens, darunter Porträts von Angehörigen und ruhige Landschaften von seinen Besuchen in Maine und Cape Cod. Averys Werk lässt staunen über die Sensibilität und Ausgewogenheit der Farben, sein Stil, der die nächste Generation stark beeinflussen sollte.
Von den Abstrakten Expressionisten Mark Rothko und Barnett Newman verehrt, drückte Milton Avery seine Vision der Welt durch harmonische Farben und vereinfachte Formen aus. Damit distanzierte er sich vom amerikanischen Impressionismus (→ Impressionismus in Amerika) und bereitete die Kunstströmung Abstrakter Expressionismus | Informel vor. Die Londoner Institution zeigt 2022 eine längst überfällige Feier eines amerikanischen Meisters, der, in Rothkos Worten, die Welt um sich herum mit einer Poesie feierte, die „jede Pore der Leinwand bis zum letzten Pinselstrich durchdrang“.
Die Ausstellung wird organisiert mit The Modern Art Museum of Fort Worth und dem Wadsworth Atheneum Museum of Art.