0

Berlin | Alte Nationalgalerie: Belgischer Symbolismus „Todessehnsucht und Dekadenz“ in der belgischen Kunst um 1900

Jean Delville, L’Amour des âmes, Detail, 1900, Öl und Tempera auf Leinwand (© Musée d’Ixelles Brussels, Foto: Vincent Everarts)

Jean Delville, L’Amour des âmes, Detail, 1900, Öl und Tempera auf Leinwand (© Musée d’Ixelles Brussels, Foto: Vincent Everarts)

Der lustvolle Blick in den Abgrund, der übersteigerte Ästhetizismus einer übersättigten Gesellschaft, die sich zugleich in der Krise wähnte, der morbide Reiz zwischen Thanatos und Eros – dies sind Themenfelder in der Kunst, die Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere im Belgischen Symbolismus ihren Ausdruck fanden. Gegen die Entwicklung des Oberflächenreizes von Naturalismus und Impressionismus formiert sich in den 1880er Jahren eine neue Kunstströmung, deren Kennzeichen die Sinnlichkeit, tiefgründige Bedeutsamkeit wie auch die Irrationalität sind.

Das Spezifikum des belgischen Symbolismus ist eine Vorliebe für eine morbide und dekadente Motivik. Die groß angelegte Sonderausstellung stellt das Spektrum an bislang wenig bekannten belgischen Positionen wie Fernand Khnopff, Léon Spilliaert, Félicien Rops, James Ensor oder Jean Delville vor. Werke von Gustave Moreau, Max Klinger, Arnold BöcklinEdvard Munch, Franz von Stuck und Gustav Klimt bilden die Referenz für Belgien als Knotenpunkt des europäischen Symbolismus.

Ausgestellte Künstler und Künstlerinnen

Arthur Craco (1869-1955), William Degouve de Nuncques (1867-1935), Jean Delville (1867-1953), Charles Doudelet (1861-1938), Paul Dubois (1859-1938), James Ensor (1860-1949), Henri Evenepoel (1872-1899), Émile Fabry (1865-1966), Léon Frédéric (1856-1940), Henry de Groux (1866-1930), Fernand Khnopff (1858-1921), Eugène Laermans, (1864-1940), Georges Le Brun (1873-1914), Xavier Mellery (1845-1921), Charles Mertens (1865-1919), George Minne (1866-1941), Constant Montald (1862-1944), Émile Motte (1860-1931), Jean-François Portaels (1818-1895), Félicien Rops (1833-1898), Victor Rousseau (1865-1954), Juliette Samuel-Blum (1877-1931), Léon Spilliaert (1881-1946), Charles van der Stappen (1843-1910), Théo Van Rysselberghe (1862-1926)

Referenzkünstler des europäischen Symbolismus

Arnold Böcklin (1827-1901), Edward Burne-Jones (1833-1898), Georges de Feure (1868-1943), George Frampton (1860-1928), Vilhelm Hammershøi (1864-1916), Ferdinand Hodler (1853-1918), Albert von Keller (1844-1920), Gustav Klimt (1862-1918), Max Klinger (1857-1920), James McNeill Whistler (1834-1903), Edvard Munch (1863-1944), Gustave Moureau (1826-1898), Odilon Redon (1840-1916), Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), Carlos Schwabe (1866-1926), Franz von Stuck (1863-1928), Jan Toorop (1858-1928)

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit den Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique

Belgischer Symbolismus in Berlin: Ausstellungskatalog

Ralph Gleis (Hg.)
mit Beiträgen von J. Block, M. Brodrecht, Y. Deseyve, J. De Smet, M. Draguet, R. Gleis, A. Gronewald-Schmidt, H. Körner, I. Rossi, H. Todts, C. Verleysen
320 Seiten, 220 Abbildungen in Farbe
24,5 × 29 cm, gebunden
ISBN 978-3-7774-3507-7 (dt.)
ISBN 978-3-7774-3524-4 (engl.)
HIRMER VERLAG

Belgischer Symbolismus in Berlin: Bilder

  • Jean Delville, L’Amour des âmes, 1900, Öl und Tempera auf Leinwand (© Musée d’Ixelles Brussels, Foto: Vincent Everarts)

Weitere Beiträge zum Symbolismus

6. Juni 2021
James Ensor, Der tote Hahn, 1894 (Kunsthalle Mannheim)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: James Ensor

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim 2021 zu den Motivkreisen Selbstbildnis – Maske – Tod – Stillleben, incl. Grafikmappe „La Gamme d'Amour“ & 93 Einzelblättern.
25. März 2020
Agnes Pelton, Untitled, Detail, 1931, Öl/Lw, 91.9 × 61.4 cm (Whitney Museum of American Art, New York; purchase, with funds from the Modern Painting and Sculpture Committee 96.175)

New York | Whitney Museum of American Art: Agnes Pelton Wiederentdeckte „Wüstentranszendentalistin“

Agnes Pelton (1881–1961) war eine visionäre Symbolistin. Sie stellte die spirituelle Realität dar, die sie in Momenten meditativer Stille erlebte. Diese Ausstellung von ungefähr 45 Werken stellt der Öffentlichkeit eine wenig bekannte Künstlerin vor, deren leuchtende, abstrakte Bilder der Transzendenz erst jetzt vollständig erkannt werden.
3. März 2020
Aubrey Beardsley, The Climax, Detail, Illustration in Oscar Wildes Salome, 1893, Liniendruck auf Papier (Stephen Calloway Photo: © Tate)

London | Tate Britain: Aubrey Beardsley Grafik-Wunderkind des Symbolismus

Aubrey Beardsley (1872–1898) zählte in den 1890er Jahren zu den berühmtesten Illustratoren Englands. Sein Tod im Alter von nur 25 Jahren beendete die kurze, aber erstaunliche Karriere Beardsleys. Mit 200 spektakulären Werken ist dies die größte Ausstellung seiner Originalzeichnungen seit über 50 Jahren und die erste Ausstellung seiner Arbeiten in der Tate seit 1923.

Aktuelle Ausstellungen

10. Juli 2021
Yayoi Kusama, Infinity Mirrored Room – Filled with the Brilliance of Life, 2011/2017 (Tate © Yayoi Kusama)

London | Tate Modern: Yayoi Kusama. Infinity Mirror Rooms Magie - Unendlichkeit - Selbstauslöschung

Die japanische Künstlerin und Schriftstellerin Yayoi Kusama erschafft mit den „Infinity Mirror Rooms“ Kunstwerke, in die man eintreten und eintauchen kann. Zwei große Installationen – „Infinity Mirrored Room - Filled with the Brilliance of Life“ (2012) sowie „The Universe as Seen from the Stairway to Heaven” (2021) – begeistern nun ein ganzes Jahr das Publikum.
1. Juli 2021
Hans Robertson, Der Tänzer Harald Kreutzberg, Detail, 1925, Gelatinesilberpapier, 23,4 × 17,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum, Frankfurt am Main)

Frankfurt | Städel Museum: Fotografie zwischen den Weltkriegen Neu Sehen in den 1920er und 1930er Jahren

Das Städel Museum zeigt 2021 eine Ausstellung über Tendenzen und Bewegungen in der Fotografie der Moderne. Die Schau präsentiert eine Auswahl von rund 120 wegweisenden Fotografie - mit Alfred Ehrhardt, Hans Finsler, Lotte Jacobi, Felix H. Man, Albert Renger-Patzsch, Erich Salomon, August Sander, Umbo, Paul Wolff, Yva uvm.
22. Juni 2021
Bonn, Beuys - Lehmbruck

Bonn | Bundeskunsthalle: Beuys – Lehmbruck Denken ist Plastik

Im Jahr 1986 erhielt Joseph Beuys den Wilhelm-Lehmbruck-Preis. In seiner Dankesrede betont er die Bedeutung, die die Kunst des expressionistischen Bildhauers für ihn hatte. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys geht die Ausstellung „Beuys – Lehmbruck. Denken ist Plastik“ dem Weg vom expressionistischen Bildhauer zur Sozialen Plastik nach.