Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt als Künstler und Kämpfer für die Avantgarde bis heute die Wiener Moderne, war er doch einer der Mitbegründer der Wiener Secession, deren erster Präsident und der führende Maler des Jugendstils. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder ab 1910 in farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1916 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine  femmes fatales, Inszenierungen  von genauso verführerischen wie todbringenden Frauen, die maßgeblich zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen. „Der Kuss“ hingegen zeigt ein Liebespaar vor goldenem Grund, die Verschmelzung von Mann und Frau auf einer einsamen Blumenwiese. Dieses in Auseinandersetzung mit der ebenso berühmten Interpretation eines Kusses von Auguste Rodin entstandene Meisterwerk Klimts begeistert auch mehr als 110 Jahre nach seiner Entstehung ein weltweites Publikum.

 

Früher Erfolg als Dekorationsmaler

Nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler an der Wiener Kunstgewerbeschule (1876–1883) feierte Gustav Klimt gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ernst Klimt (1864–1892) sowie dem Studienkollegen Franz Matsch (1861–1942) große Erfolge als Ausstatter von Theatern und öffentlichen Gebäuden. Die jugendlichen Maler schlossen sich für diese Aufträge zur sogenannten Künstler-Compagnie zusammen, die bis zum frühen Ableben Ernst Klimts 1892 Bestand hatte. Die wichtigsten Werke des etwa 30-jährigen Klimt befinden sich an der Wiener Ringstraße: die Deckengemälde für das Burgtheater (1886–1888) sowie die Stiegenhausdekorationen des Kunsthistorischen Museums (1891/92 → Klimts Dekoration im Kunsthistorischen Museum: Stairway zu Klimt). Für diese Arbeiten wie erste Gesellschaftsporträts wurde Gustav Klimt ausgezeichnet, als Mitglied des k. k. Künstlerhauses aufgenommen und galt unter den Zeitgenossen als „Nachfolger von Hans Makart“.

 

Gründung der Wiener Secession und Durchbruch zum Jugendstil

Mitte der 1890er Jahre durchlebte Gustav Klimt eine Krise. Sowohl sein jüngerer Bruder als auch sein Vater verstarben im Jahr 1892, Klimt übernahm die Vormundschaft für seine Nichte Lentschi. Erst mit der Gründung der Wiener Secession 1897, der Klimt als erster Präsident vorstand, und seine Hinwendung zur Formensprache der Avantgarde - Jugendstil und Symbolismus - konnte er diese überwinden. Gleichzeitig arbeiteten er und Franz Matsch am Staatsauftrag der sogenannten Fakultätsbilder und an der Ausstattung einiger Zimmer im Palais Dumba. Der Klimt der Jahre 1898 und 1899 trat mit Bildern wie „Pallas Athene“, „Nuda Veritas“ und dem „Porträt Sonja Knips“ mit geheimnisvollen, erstmals auch mit Goldblatt gestalteten Werken hervor.

 

Fakultätsbilder

Der 1894 an Gustav Klimt und Franz Matsch vergebene Auftrag zu den Fakultätsbildern für die Aula der Universität Wien provozierte die Auflösung der Zweiergemeinschaft. Matsch machte Karriere als Gesellschaftsporträtist, während Klimt sich gleichsam zurückzog. Seine Klientel setzte sich aus wenigen äußerst begüterten Familien Wiens zusammen, die meist jüdische Abstammung hatten und liberal eingestellt waren. Der Skandal um die allegorischen Darstellungen von Medizin, Philosophie und Jurisprudenz beschäftigte Gustav Klimt bis 1905, als er offiziell von diesem Auftrag zurücktrat und das bereits erhaltene Geld dem Ministerium zurückerstattete. Die Werke wurden von Sammlern, darunter sein Künstlerkollege und Freund Koloman Moser, erworben. Sie gelangten während der 1920er Jahre in die Österreichische Staatsgalerie (heute: Belvedere) und verbrannten 1945 in Schloss Immendorf.

 

Goldene Jahre

Diese „Goldene Periode“ kann zwischen 1899 und etwa 1910 datiert werden. Gleichzeitig widmete er sich auch erstmals der Landschaftsmalerei, die durch Klimts Aufenthalte am Attersee (Salzkammergut) inspiriert wurde.

Ab 1900 wurde Gustav Klimt vor allem als „Maler der Frauen“ berühmt. Er schuf etwa ein großformatiges Frauenbildnis pro Jahr, in denen er die Prinzipien des Jugendstil – Flächigkeit, Dekor, Goldblattauflage – anwandte. Das berühmteste Frauenporträt ist zweifellos das erste von Adele Bloch-Bauer, die er in seinen späteren Jahren ein weiteres Mal festhielt (→ Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer I und Adele Bloch-Bauer II). Im Vergleich zu den frühen Bildnissen, die Gustav Klimt nach den Prinzipien des Realismus gestaltete, lässt er nun die Dargestellte hinter dem ornamentierten Goldmosaik verschwinden. Einzig Kopf, Dekollette und Hände bleiben erhalten, während Körperlichkeit auch des Sessels, auf dem Adele Bloch-Bauer sitzt, in einer flächigen Gestaltung aufgeht. Das repräsentative Porträt großbürgerlicher Frauen, das kurz nach 1900 durch die Fotografie beispielsweise im Atelier Madame d'Ora in Bedrängnis geriet (→ Madame d’Ora: Pionierin der Porträtfotografie in Wien und Paris), fand durch Klimt einen würdigen Höhepunkt.

Gleichzeitig widmete sich Gustav Klimt der Darstellungen von Allegorien und alttestamentarischen Heldinnen, die er jedoch zu gefährliche Femmes fatales verwandelte. Eros, Sexualität und Weiblichkeit wurden von ihm mannigfaltig als lockende Gefahr interpretiert. Leben, Liebe und Tod können als die wichtigen Themen des Klimt’schen Schaffens bestimmt werden.
In diesem Sinne gestaltete er auch den „Beethovenfries“ als Einleitung zur XIV. Ausstellung der Wiener Secession, mit dem er auf die Figur von Ludwig van Beethoven zuführte (→ Rockenschaub "Plattform" für Klimts Beethoven-Fries Ι Gustav Klimt. Zeichnungen zum Beethovenfries). Die bösen Mächte, die das Leben bedrohen sind Krankheit, Tod und Wahnsinn (Syphilis), nagender Kummer wie auch die erotisch-sexuellen Gelüste. Nur die Künste – Musik, Poesie und Malerei –, ergänzt durch Natur (Blumen) und romantische Liebe (Liebespaar am Ende) vermögen, die irdische Unzulänglichkeit zu sublimieren.

 

Sommerfrische am Attersee

Als Erholung empfand der Maler daher auch seine Sommerfrische am Attersee, wohin er zwischen 1900 und 1916 mit wenigen Unterbrechungen nahezu jedes Jahr zurückkehrte (→ Gustav Klimt: Am Attersee (1900)). Hier widmete er sich der Landschaftsmalerei - die Großstadt Wien weckte kein Interesse bei dem inzwischen international gerühmten Maler. Am Attersee fand er Ruhe, meist regnerisches Wetter und grüne Wiesen, Bauerngärten und Waldeinblicke vor, denen er in quadratischen Bildern Tribut zollte. Klimt liebte das Salzkammergut, wie aus der Korrespondenz des häufige reisenden Künstlers hervorgeht. Vor allem das saftige Grün, das seine Landschaftsbilder dominiert, gefiel seinem Auge. Gustav Klimt reiste nicht alleine an den Attersee, sondern wurde immer von der Familie Flöge begleitet - oder er stieß zu derm mit ihm verschwägerten Familie dazu. Auffallend ist, dass er weder Emilie Flöge noch die Kinder,  seine Reisegefährten oder die heimische Landbevölkerung in seine Landschaftsbilder aufnehmen wollte. Reine, scheinbar unberührte Natur, dramatische Wolkenstimmungen, Wasseroberflächen, bunte Bauernblumen, Blumenwiesen und Obstbäume, einsame, von Efeu überwucherte Landhäuser dominieren Klimts Werk.

 

„Liebe Mizzi! Heute Sonntag – regnet es natürlich wieder in Strömen, es ist schon zu dumm – ich habe im Ganzen nicht mehr als höchstens fünf halbwegs schöne Tage gehabt. – ein Tag schön und 3 oder 4 Tage Regenwetter. Mit den Landschaftsbildern schaut es demgemäß sehr traurig aus, ich habe vorläufig erst zwei angefangen, und die wollen gar nicht vorwärts gehen, die anderen BiIder, welche ich im Zimmer malen kann, kommen ein klein wenig besser vom Fleck, aber auch hier lässt die Geschichte sehr zu wünschen übrig. Also wie du siehst liebe Mizzi schau ich recht windig aus mit meinen Schöpfungen.“1 (Gustav Klimt an Maria Ucicka, Sommer 1903)

 

Der Kuss und die Kunstschau 1908

Mit dem Gemälde „Der Kuss“ (1907/08) gelang Gustav Klimt DIE Ikone der Liebe (→ Gustav Klimt: Der Kuss (1907/08)). Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das Männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das Weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze in einer goldenen Aureole. Der Abgrund hinter den Füßen der Frau wird unterschiedlich gedeutet; zum einen kann er jenen entrückten Platz auf einer Bergspitze andeuten, zum anderen aber auch eine Gefahrenquelle symbolisieren.

Auffassungsunterschiede und Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern der Secession und vor allem Carl Molls neues Engagement für die Galerie Miethke führte zum Austritt der sogenannten Klimt-Gruppe 1905. Klimt gründete 1906 den Österreichischen Künstlerbund und organisierte mit seinen Freunden, wie etwas Josef Hoffmann, 1908 die „Kunstschau“. Auf dem Gelände des heutigen Konzerthauses und des Eislaufvereins stellte Josef Hoffmann eine „Mustersiedlung“, in der Kunst und Leben verschmolzen. Von einem Klimt-Raum, in dem erstmals „Der Kuss“ (1907/08) ausgestellt war, bis zu einem Friedhof mit künstlerisch gestalteten Grabstätten und Grabkreuzen konnten sich die Besucherinnen und Besucher davon überzeugen, dass der Jugendstil in der Wiener Variante formal, inhaltlich wie stilistisch höchst geeignet war, damit das Leben zu gestalten. Dafür hatten Josef Hoffmann und Koloman Moser 1903 die Wiener Werkstätte gegründet und gerade mit dem Auftrag für das Palais Stoclet in Brüssel eine mustergültige Gelegenheit, dies weiter zu bekräftigen. Gustav Klimt entwarf für das Speisezimmer des Palais Stoclet den berühmten Stoclet-Fries, dessen Entwürfe im MAK aufbewahrt werden: Der alles verbindende Lebensbaum zählt heute zu den bekanntesten Motiven aus Gustav Klimts Werk (→ Gustav Klimt: Lebensbaum – Erwartung – Erfüllung – Ritter).

 

Farbenprächtiges Spätwerk

Einer der Höhepunkte der Ausstellungsbeteiligungen von Gustav Klimt war 1910 die Einladung zur 9. Biennale von Venedig. In den folgenden Jahren entdeckte er gemeinsam mit Emilie Flöge den Gardasee, wo mehrere Landschaften entstanden. Stilistisch löste sich Klimt um 1910 von seiner „Goldenen Periode“ und wandte sich – offensichtlich in Auseinandersetzung mit den französischen Fauves rund um Henri Matisse – einem leuchtenden Kolorit zu. Der malerische Duktus dieser Bilder wurde intensiver, die Frage der Vollendung eines Werks drängender. Den Ersten Weltkrieg verbrachte Gustav Klimt in Wien und am Attersee im Forsthaus bei Weißenbach (1914–1916). Er besuchte häufig die Familie Primavesi in Winkelsdorf in Mähren. Kurz nachdem er von einem Silvesteraufenthalt 1917 wieder nach Wien zurückgekehrt war, erlitt Gustav Klimt am 11. Januar 1918 einen Hirnschlag, der ihn halbseitig lähmte. Er starb am 6. Februar 1918 im Allgemeinen Krankenhaus in Wien an den Folgen und wurde am 9. des Monats am Hietzinger Friedhof beerdigt.

 

Ehe(n)

  • Unverheiratet

 

Freundinnen, Lebensabschnittspartnerinnen und Mütter von Klimts Kindern

  • Emilie Flöge (30.8.1874–26.5.1952): Wie auch immer die Beziehung von Emilie Flöge und Gustav Klimt gewesen sein mag, ihr schrieb er täglich offenbar mehrere Korrespondenzpostkarten und ließ sie an sein Sterbebett kommen. Die etwa 400 erhaltenen Korrespondenzpostkarten sind nur ein kleiner Ausschnitt der ursprünglichen Masse an Briefen, die beide einander lebenslang geschrieben haben. Ob die Freundschaft zwischen Klimt und seiner Schwägerin Emilie Flöge in den 1880ern als Liebesgeschichte begann oder nicht – die unverheiratete Emilie war zeitlebens die „Frau an Klimts Seite“.
  • Marie Zimmermann, genannt Mizzi (1879–1975)
  • Maria Ucicky [Učická] (1880–1928)
  • Consuela Camilla „Ella“ Huber (1896-1978)

 

Kinder (anerkannt)

  • Gustav Ucicky (6.7.1899–26.4.1961)
  • Gustav Zimmermann (August 1899– 1976)
  • Otto Zimmermann (1902)
  • Gustav Huber (1912–1989)
  • Charlotte Huber (1914–1915)
  • Wilhelm Huber (1915–1943)

 

Mitgliedschaften

  • Genossenschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus Wien (1891–1897)
  • Mitbegründer und erster Präsident der Wiener Secession (1897–1905)
  • Ehrenmitglied der Königlich Bayerischen Akademie der bildenden Künste in München (12.3.1906)
  • Mitbegründer und Präsident des Bundes Österreichischer Künstler, Kunstschau (1908–1918)
  • Mitglied der Sächsischen Akademie der bildenden Künste in Dresden (25.5.1916)
  • Mitbegründer und erster Präsident der „Kunsthalle“, einer Ausstellungs- und Arbeitsgruppe von Malern, Schriftstellern und Musikern (1917/18)

 

Beiträge zu Klimts Kollegen, Freunden und Zeitgenossen

Alle Beiträge zu Gustav Klimt auf ARTinWORDS

1. Juni 2018
Egon Schiele, Selbstporträt, Detail, 1911, Aquarell, Gouache und Bleistift, 51,4 x 34,9 cm (The Metropolitan Museum, New York, Bequest of Scofield Thayer, 1982)

Obsessionen: Akte von Klimt, Schiele und Picasso aus der Scofield Thayer Sammlung Erotische Kunst der Klassischen Moderne

Erotische Kunst – Frauenakte – von Klimt, Schiele und Picasso aus der Scofield Thayer Sammlung zeigt das MET Breuer im Sommer 2018. Knapp 50 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken der berühmten Künstler anlässlich der 100. Wiederkehr der Todestage von Gustav Klimt und Egon Schiele.
3. März 2018
Egon Schiele, Aktselbstbildnis, Detail, 1910, Schwarze Kreide, Pinsel, Aquarell, Deckfarben, Deckweiß auf braunem Packpapier (Albertina, Wien)

Klimt und Schiele: Zeichnungen aus der Albertina in Boston Methodisch wie emotional eine „gezeichnete Nähe“

Zeichnungen von Gustav Klimt (1862–1918) und Egon Schiele (1890–1918) aus dem Bestand der Albertina stehen einander als höchst direkte Schöpfungen zweier bedeutender Künstler der Moderne gegenüber. Die Ausstellung beleuchtet deren zeichnerisches Werk in 60 Blättern aus der Sammlung der Albertina, Wien. In einer reduziert gehaltenen Ausstellungsgestaltung wird die zeichnerische Entwicklung beider Künstler im gegenübergestellt.
12. Februar 2018
Gustav Klimt, Athena im KHM, Foto © Alexandra Matzner, ARTinWORDS

Klimts Dekoration im Kunsthistorischen Museum: Stairway zu Klimt Klimtbrücke und Präsentation der „Nuda Veritas“

Zum 100. Todestag von Gustav Klimt (1862–1918) können BesucherInnen im Kunsthistorischen Museum die einzigartigen Gemälde des Meisters, die in einer Höhe von 12 Metern über der Eingangshalle in die Säulen- und Arkadenarchitektur des Stiegenhauses eingebettet sind, aus nächster Nähe bewundern.
30. Januar 2018
Frederick Baker, Klimt’s Magic Garden, Still aus dem Director’s Cut zu Klimt’s Magic Garden: A Virtual Reality Experience by Frederick Baker, 2018 © Frederick Baker

Frederick Baker, Klimt’s Magic Garden ein Virtual-Reality-Experiment zum Stoclet-Fries im MAK

Anlässlich des 100. Todestags von Gustav Klimt (1862–1918) rückt das MAK einen Höhepunkt seiner Sammlung, die Entwürfe des Künstlers für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüsseler Palais Stoclet, in den Fokus: „KLIMT’S MAGIC GARDEN“ ist ein Virtual-Reality-Experiment, inspiriert von Klimts Meisterwerk „Erwartung und Erfüllung“.
30. Dezember 2017
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt: Der Kuss (1907/08) Ikone der Liebe

„Der Kuss“ – eine Ikone der Liebe, ein Hauptwerk von Gustav Klimt und dem Belvedere, wo es sich seit 1908 befindet.
30. Dezember 2017
Moritz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, Detail

Gustav Klimt: Biografie Lebenslauf und wichtige Werke des Wiener Jugendstilmalers

Gustav Klimt (1962-1918) begann als Dekorationsmaler, durchlebte in den 1890ern eine Krise, gründete die Wiener Secession und wurde schlussendlich der berühmt-berüchtigte "Maler der Frauen".
30. Dezember 2017
Gustav Klimt, Am Attersee, Detail, 1900, Öl/Lw, 80,2 x 80,2 cm (Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 4148)

Gustav Klimt: Am Attersee (1900) „Ein Rahmen voller Seewasser“ im Leopold Museum

„Am Attersee“ entstand 1900 während Klimts erstem Aufenthalt am gleichnamigen See in Oberösterreich und wurde im folgenden Jahr auf der X. Secessionsausstellung gezeigt. Die Darstellung des Wassers mittel türkiser und lila Wellen entzückte die Kritiker.
6. Juni 2017
Gustav Klimt, Sitzender weiblicher Halbakt, 1904 (Leopold Museum, Wien, Reproduziert in: Die Hetärengespräche des Lukian)

Klimt und die Antike Griechische Vasenmalerei als Inspirationsquelle für Gustav Klimt

Ausgehend von den „Hetärengesprächen“ des Lukian, die Gustav Klimt für eine Neuübersetzung 1908 mit erotischen Zeichnungen „illustrierte“, stellt Tobias N. Natter im Belvedere die Frage nach der Bedeutung der Antike und Erotik für das Werk des berühmten Wiener Jugendstilmalers.
6. Januar 2017
Gustav Klimt, Adele Bloch-Bauer I, Detail, 1907, Öl, Golz, Platin (?)/Lw, 138 x 138 cm (Neue Galerie, New York)

Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer I und Adele Bloch-Bauer II „Goldene Adele“ und Frauenporträts in der Neuen Galerie, New York

Im Jahr 1907 vollendete Gustav Klimt das erste Porträt von Adele Bloch-Bauer, das als „Adele Bloch-Bauer I“ neben dem „Kuss“ zweifellos das bekannteste Frauenbildnis des Wieners ist. Die Neue Galerie gruppiert zu „Adele Bloch-Bauer I“, „Adele Bloch-Bauer II“ und weitere Fraunebildnisse aus der gesamten Lebensspanne des Wieners.
31. August 2016
Johann Victor Krämer, Modellstudie vor dem unvollendeten Gemälde „Nymphentanz“, um 1898, Albumin © Belvedere.

Fotografie inspirierte Makart bis Klimt Warum die Angst der Maler vor dem technischen Bild erst um 1900 eintrat

Wie reagierten Künstler auf die Erfindung der Fotografie? Oder vielleicht doch besser: Hatten sie Angst vor der Fotografie? Monika Faber fragt gemeinsam mit dem Belvedere im Sommer 2016 nach den Reaktionen von Malern auf die neue Technologie. Fürchteten sich Maler wirklich vor dem neuen Medium, und wie gingen sie mit ihm um?
10. Juni 2016
Gustav Klimt – Emilie Flöge, Ausstellung im Gustav Klimt Zentrum am Attersee 2016, Installationsansicht: Alexandra Matzner.

Gustav Klimt – Emilie Flöge Reform der Mode, Inspiration in der Kunst

Gustav Klimt (1862–1918) und Emilie Flöge (1874–1952) waren ein kreatives Power-Paar, das sich gegenseitig künstlerisch antrieb und unterstützte. Trotz akribischer Spurensuche bleibt jedoch Emilie Flöge die große Unbekannte an der Seite des österreichischen Malers.
26. September 2015
Gustav Klimt, Beethovenfries: Diesen Kuss der ganzen Welt, 1901-1902, Gesamtmaße 2,15 m x 34,14 m, Mischtechnik, Belvedere, Wien / Leihgabe in der Secession, Wien © BDA.

Gustav Klimts Gold für das Paradies Vergoldungstechnik im Beethovenfries

Zu den bekanntesten Werken aus Gustav Klimts (1862─1918) „Goldener Periode“ zählt zweifellos der Beethovenfries. Das Wandgemälde entstand als temporärer Dekorationsmalerei für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession, die vom 15. April bis 27. Juni 1902 zu sehen war. Insgesamt 20 Secessionskünstler und eine Künstlerin gestalteten den Raum für die Beethovenstatue von Max Klinger. Technologische Untersuchungen enthüllen den präzisen Umgang des Künstlers mit Materialien und Techniken.
2. Juli 2015
Gustav Klimt, Die Musik (Entwurf), Detail, 1895, Öl auf Leinwand, 37 × 44,5 cm (Bayerische Staatsgemäldesammlungen München – Neue Pinakothek)

Gustav Klimt, die Musik und das Palais von Nicolaus Dumba Hans Makart und Klimt im Vergleich

Gustav Klimt malte zwischen 1895 und 1898 zwei Supraportenbilder für das Musikzimmer des Palais Dumba: „Musik“ und „Schuber am Klavier“. Wenn auch die ausgeführten Werke 1945 verbrannten, so geben die beiden erhaltenen Entwürfe doch einen guten Einblick, wie sich der Maler vom Historistmus zum Jugendstil entwickelte.
3. Mai 2015
Joseph Maria Olbrich, Entwurf für die Secession, 1898, Archiv der Secession.

Baugeschichte der Wiener Secession Wie Joseph Maria Olbrich und Gustav Klimt die Ikone des Jugendstils entwarfen

Die Vereinigung bildender Künstler_innen Wiener Secession öffnet anlässlich des Ringstraßen-Jubiläums ihr Archiv und zeigt Zeichnungen, Pläne und Entwürfe zur Baugeschichte ihres Ausstellungshauses. Nach zwei Jahren heftiger Auseinandersetzungen rund um den Pavillon konnten die Secessionisten am 12. November 1898 die Pforten endlich öffnen. Es hätte das modernste Haus an der Ringstraße werden können, denn ursprünglich planten die Gründungsväter die Secession schräg gegenüber des Museums für Angewandte Kunst zu errichten, dort wo heute das Lueger-Denkmal steht. Doch es kam anders!
27. Oktober 2014
Claude Monet, Waterloo Bridge, Sonne im Nebel, 1903, Öl auf Leinwand, 73,7 x 100,3 cm, Erworben 1914 © National Gallery of Canada, Ottawa.

Impressionismus in Österreich Einfluss des Pariser Impressionisten auf die österreichische Malerei

Für Claude Monet war die Entstehung eines Gemäldes gleichbedeutend mit der Unmöglichkeit, die Schönheit der Stimmung einzufangen, in der sich seine Bildsujets befanden. Es ging ihm weniger darum, einen Hühnerhof, Blumen im Garten, die Kathedrale von Rouen, das Londoner Parlament oder einfach tosende Wellen an der Atlantikküste festzuhalten, als das Licht und die Atmosphäre treffend wiederzugeben. Formen und Volumina der Objekte konnte er daher vernachlässigen, Farben und Farbharmonien erlangten ungleich größere Bedeutung.
24. Februar 2014
Franz Lerch, Mädchen mit Hut, 1929, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm © Belvedere, Wien.

Kunst in Wien und Berlin (1900-1935) Kunst zweier Metropolen

Gemeinsam mit der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur erarbeitete das Belvedere die reiche Schau „Wien – Berlin. Kunst zweier Metropolen“. Der zeitliche Horizont spannt sich hierbei von den Secessionsbildungen 1897 in Wien und 1898 in Berlin bis in die frühen 30er-Jahre, d.h. stilistisch vom Jugendstil über den Expressionismus, hin zu Dada, Konstruktivismus und Neue Sachlichkeit.
4. April 2012
Moritz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, Detail

Gustav Klimt in Wien 2012 Mehr als nur "Der Kuss"

Zur 150. Wiederkehr von Gustav Klimts Geburtstag feiern zehn Ausstellungen in Wien seine Kunst, beschäftigen sich mit seiner Person und seinem Umfeld. In Wien zelebriert man den vielleicht wichtigsten, sicher aber teuersten aller österreichischen Künstler mit Präsentationen aus den eigenen Hausbeständen. Zehn Ausstellungen nutzen spektakuläre Brücken, geben detaillierte Einblicke und dekonstruieren den Mythos. Wer zudem seinen Klimt-Pass mit Stempeln von allen Veranstaltern füllt, nimmt an der Verlosung eines Attersee-Wochenendes teil.
20. März 2012
Gustav Klimt, Lebensbaum (drei mittlere Zeichnungen), 1910/1911 (© MAK/Georg Mayer)

Gustav Klimt: Lebensbaum – Erwartung – Erfüllung – Ritter Der Mosaikfries für das Palais Stoclet in Brüssel

Lebensbaum – Erwartung – Erfüllung – Ritter sind Figuren aus dem Stoclet-Fries von Gustav Klimt. Der Wiener schuf zwischen Juli 1910 und Juni 1911 neun Entwürfe für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüsseler Palais, die heute im Museum für Angewandte Kunst in Wien verwahrt werden.
8. Januar 2012
Gerwald Rockenschaub, Plattform und Gustav Klimt, Beethoven Fries, Secession 2012, Foto: Wolfgang Thaler.

Rockenschaub „Plattform“ für Klimts Beethoven-Fries Dem Ungeheuer in die Augen schauen

Der Beethovenfries von Gustav Klimt für die sog. Beethoven-Ausstellung in der Wiener Secession 1902 als trockene Wandmalerei ausgeführt, wird anlässlich des Klimt-Jahres durch die „Plattform“ von Gerwald Rockenschaub aus der Nähe erlebbar (geb. 1952 in Linz, lebt und arbeitet in Berlin).
10. August 2010
Annette Vogel (Hg.): Gustav Klimt. Beethovenfries. Zeichnungen, 2010 (Hirmer Verlag)

Gustav Klimt. Zeichnungen zum Beethovenfries 125 vorbereitende Studien

Das wichtigste Werk der Wiener Moderne – dem Beethovenfries von Gustav Klimt – entschlüsselt und einfühlsam mit Zeichnungen „erklärt“. Dem berühmtesten Wiener Jugendstilkünstler, Gustav Klimt, ist diese Publikation im Hirmer Verlag gewidmet. Annette Vogel befragt darin den Stellenwert der Zeichnung im Werk Klimts und würdigt dabei besonders den Beethovenfries, der als Fresko für die XIV. Secessionsausstellung 1902 entstanden und heute in der Secession ausgestellt ist.
7. Oktober 2008
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 Epochale Ausstellung der Jugendstilkünstler Wiens

„Wir sind keine Genossenschaft, keine Vereinigung, kein Bund, sondern haben uns in zwangloser Form eigens zum Zweck dieser Ausstellung zusammengefunden, verbunden einzig durch die Überzeugung, dass kein Gebiet menschlichen Lebens zu unbedeutend und gering ist, um künstlerischen Bestrebungen Raum zu bieten, dass (…) auch das unscheinbarste Ding, wenn es vollkommen ausgeführt wird, die Schönheit dieser Erde vermehren hilft, und dass einzig in der immer weiter fortschreitenden Durchdringung des gesamten Lebens mit künstlerischen Absichten der Fortschritt der Kultur begründet ist.“ (aus der Festrede von Gustav Klimt anlässlich der Eröffnung)
  1. Zit. n. Sandra Tretter, Peter Weinhäupl (Hg.), Chiffre: Sehnsucht – 25. Gustav Klimts Korrespondenz an Maria Ucicka 1899–1916, Wien 2014, S. 152–153.