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Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld: Der deutsche Symbolismus Schönheit und Geheimnis

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 24. Februar 2013
Leo Putz, Vanitas, Detail, 1896 (Sammlung Siegfried Unterberger © Sammlung Siegfried Unterberger)

Leo Putz, Vanitas, Detail, 1896 (Sammlung Siegfried Unterberger © Sammlung Siegfried Unterberger)

Durch die rasante Entwicklung von Industrie und Technik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ändern sich die Lebensverhältnisse rasch und tiefgreifend, und die Künstler suchten nach einem neuen Weltbild. Die Idealisierung des bäuerlichen Lebens bannte ebenso wie der impressionistische Blick auf die Bürgerwelt der Großstadt existenzielle Ängste.

Schönheit und Geheimnis
Der deutsche Symbolismus

Deutschland | Bielefeld: Kunsthalle Bielefeld
24.2.2013 – 7.7.2013

Zwischen Natursehnsucht und Fortschrittsglauben trat seit den 1870er Jahren der Symbolismus als ein gesamteuropäisches Phänomen hervor. Mit einer neuen Spiritualität reagierte er auf den Materialismus der Gründerzeit. Wesentlich weniger erforscht und präsent als der fast gleichzeitige Impressionismus, bewahren die mythologisch-märchenhaften Bildwelten des Symbolismus bis heute die Aura des geheimnisvoll Unergründlichen. Eher eine Geisteshaltung als eine Stilbewegung, verbindet der Symbolismus Elemente der Tradition mit modernen Auffassungen und bedient sich einer akademisch-realistischen Malerei ebenso wie einer betonten Farbigkeit.

 

Anselm Feuerbach, Nanna, um 1861 (Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal)
Anselm Feuerbach, Nanna, um 1861 (Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal)
Arnold Böcklin, Flora, die Blumen weckend, 1876 (Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal)
Arnold Böcklin, Flora, die Blumen weckend, 1876 (Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal)

 

Die Ausstellung widmete sich der deutschen Entwicklung der symbolistischen Kunst, die ihre Wurzeln in der Romantik hatte und mit ihren Bildern einer paradiesisch-zeitlosen Einheit von Mensch und Natur auf expressionistische Auffassungen vorauswies (→ Expressionismus). In Anselm Feuerbach, Hans von Marées und vor allem Arnold Böcklin hat sie ihre großen Vorbilder. Mit Max Klinger, Hans Thoma und Ludwig von Hofmann gehören Hauptvertreter des deutschen Symbolismus zu den frühesten Ankäufen für die Bielefelder Sammlung.

 

Ausgestellte Künstler des deutschen Symbolismus

Anselm Feuerbach (1829–1880) | Arnold Böcklin (1827–1901) | Hans von Marées | Franz von Lenbach | Franz von Stuck. Sünde und Secession (1863–1928) | Lovis Corinth (1858–1925) | Alexander Koester (1864–1932) | Walter Leistikow (1865–1908) | Leo Putz (1869–1940) | Oskar Zwintscher (1870–1916) | Ludwig von Hofmann (1861–1945) | Eugen Bracht (1842–1921) | Max Klinger | Hans Thoma

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber-Verlag.
Quelle: Kunsthalle Bielefeld

 

Franz von Lenbach, Schlangenkönigin, 1894 (Privatbesitz Foto: Ingo Bustorf)
Franz von Lenbach, Schlangenkönigin, 1894 (Privatbesitz Foto: Ingo Bustorf)
Leo Putz, Vanitas, 1896 (Sammlung Siegfried Unterberger © Sammlung Siegfried Unterberger)
Leo Putz, Vanitas, 1896 (Sammlung Siegfried Unterberger © Sammlung Siegfried Unterberger)

 

Deutscher Symbolismus in der Kunsthalle Bielefeld: ausgestellte Bilder

  • Anselm Feuerbach, Nanna, um 1861 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Arnold Böcklin, Flora, die Blumen weckend, 1876 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Franz von Lenbach, Schlangenkönigin, 1894 (Privatbesitz)
  • Franz von Stuck, Die Wippe, um 1898 (Museum Villa Stuck, München (Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland))
  • Franz von Stuck, Blasender Faun, 1914 (© Museum Villa Stuck, München)
  • Franz von Stuck, Die Sünde, 1899 (Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln)
  • Franz von Stuck, Frühlingsreigen, um 1910 (Kunstsammlungen Chemnitz)
  • Lovis Corinth, Heimkehrende Bacchanten, 1898 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Lovis Corinth, Salome II, 1900 (Museum der bildenden Künste Leipzig)
  • Leo Putz, Vanitas, 1896 (Sammlung Siegfried Unterberger)
  • Leo Putz, Das kitzlige Schnecklein, 1904 (Sammlung Siegfried Unterberger)
  • Alexander Koester, Goldweiden, 1898 (Sammlung Siegfried Unterberger)
  • Walter Leistikow, Grunewaldsee oder Schlachtensee, um 1900 (Bröhan-Museum, Berlin)
  • Oskar Zwintscher, Gold und Perlmutter, 1909 (Kunstsammlungen Chemnitz)
  • Arnold Böcklin, Sirenen, 1875 (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie)
  • Ludwig von Hofmann, Idolino, um 1892, Öl/Lw., 190 x 148 cm (Kunsthalle Bielefeld)
  • Eugen Bracht, Die Gestade der Vergessenheit, 1889 (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)

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Alexandra Matzner

Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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