New York | The Morgan: Wolfgang Amadeus Mozart

Johann Joseph Lange, Unvollendetes Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart, Detail, um 1789, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
Im Frühjahr 2026 präsentieren die Morgan Library & Museum und die Stiftung Mozarteum Salzburg eine umfassende Ausstellung zu Leben und Werk des berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): bedeutende Mozart-Manuskripte und Erstausgaben der Morgan Library werden mit Objekten der Stiftung Mozarteum Salzburg erstmals in den USA vereint. Zu sehen sind unter anderem Mozarts Clavichord, auf dem er „Die Zauberflöte“ komponierte, und seine Geige aus Kindertagen sowie berühmte Porträts, Briefe und persönliche Gegenstände Mozarts und seiner Familie.
Wolfgang Amadeus Mozart: Treasures from the Mozarteum Foundation of Salzburg
[Wolfgang Amadeus Mozart: Schätze aus der Stiftung Mozarteum in Salzburg]
USA | New York: The Morgan Library & Museum
13.3. – 31.5.2026
- Johann Joseph Lange, Unvollendetes Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart, um 1789, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Anhänger mit Medaillon, darin das Haar von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Ludwig van Beethoven (1770–1827) zeigt, Wien, Mitte des 19. Jahrhunderts, Emaille, Glas und Gold mit Haar (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
Wolfgang Amadeus Mozart 2026 in New York
The Morgan lässt Städte, Wohnorte und Menschen, die den Komponisten prägten, lebendig werden und beleuchtet Mozarts zahlreiche Reisen, sein ständiges Streben nach Arbeit und Ruhm, familiäre Spannungen und sein immenses Schaffen trotz häufiger Krankheiten und anderer Herausforderungen. Sie veranschaulicht, wie Mozarts Karriere durch die Förderung des Adels geprägt wurde – ein Kontext, der dem modernen Publikum gleichermaßen fremd und vertraut erscheint. Darüber hinaus dokumentiert sie, wie Mozart im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt durch Beethovens Einfluss, zu einer Schlüsselfigur der aufkommenden Idee der „Klassischen Musik“ wurde. Die Ausstellung untersucht, wie Mozart zu Lebzeiten eine tiefe Verbindung zu seinen Zuhörer:innen aufbaute und welchen anhaltenden Einfluss er auch nach seinem Tod ausübte.
Im Zentrum der Ausstellung stehen die vom Mozarteum ausgeliehenen Objekte, Musikinstrumente und Erinnerungsstücke der Familie Mozart, die einzigartige Einblicke in Mozarts Biografie und sein Schaffen ermöglichen. Ebenso faszinierend ist die reiche Auswahl an Manuskripten, die erstmals öffentlich gezeigt werden und größtenteils aus der Sammlung des Morgan Museums stammen. Die Auswahl umfasst Mozarts bekannteste Werke in seiner eigenen Handschrift, darunter Auszüge aus Opern wie „Die Hochzeit des Figaro“ (1786) und „Die Zauberflöte“ (1791), seine Variationen über das heute als „Funkel, funkel, kleiner Stern“ bekannte Werk sowie seine Sinfonie Nr. 25 in g-Moll, KV 183, die als Titelmelodie des Films „Amadeus“ von 1984 diente.
Die Ausstellung beleuchtet die zwei Lebensabschnitte Mozarts: seine Jugend mit seinem Vater Leopold und seiner Schwester Nannerl in Salzburg und sein Erwachsenenleben mit seiner Frau Constanze in Wien. Nach Mozarts Tod im Jahr 1791 kehrten Nannerl und Constanze nach Salzburg zurück, wo sie gemeinsam mit den beiden Söhnen des Komponisten, Carl Thomas Mozart und Franz Xaver Mozart, sein Erbe bewahrten und erweiterten. Ihre Sammlung bildet den Grundstock der heutigen Mozarteum Stiftung.
„Die Ausstellung verdeutlicht, wie außergewöhnlich Mozarts Leben und Karriere schon zu seinen Lebzeiten waren. Sie gewährt Einblicke in sein Umfeld und lässt diesen großen Komponisten menschlich erscheinen, indem sie seine Lieben und seine Leidenschaft beleuchtet.“ (Robinson McClellan)
Die Ausstellung „Wolfgang Amadeus Mozart: Schätze aus der Stiftung Mozarteum Salzburg“ widmet sich zunächst Mozarts Kindheit in Salzburg und seinen Beziehungen zu seinen Familienmitgliedern, die den größten Einfluss auf seine frühen musikalischen Anfänge hatten. Sein Vater, Leopold Mozart, war ein bekannter Geigenlehrer und stellvertretender Kapellmeister am Salzburger Hof. Er nahm Wolfgang und seine Schwester Maria Anna (Nannerl), eine begabte Pianistin, mit auf eine Europareise, wo sie vor dem Adel spielten und neue Musikstile auf dem Kontinent kennenlernten.
Neben Mozarts Geige aus Kindertagen umfasst die Ausstellung seine frühesten Kompositionen, darunter vier Klavierstücke (KV 1a bis KV 1d) aus dem Jahr 1761, als er erst fünf Jahre alt war, sowie eine Reihe von Familienporträts. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich Mozarts Wien-Jahren, in denen er viele seiner bekanntesten und wichtigsten Werke schuf. In Wien verdiente Mozart seinen Lebensunterhalt mit Unterricht und öffentlichen Konzerten, die er „Akademien“ nannte. Diese inspirierten viele seiner großen Meisterwerke, darunter vierzehn Klavierkonzerte, die er vorwiegend für diese Konzerte komponierte.
Die Ausstellung umfasst unter anderem das handschriftliche Manuskript des Klavierkonzerts in C-Dur, KV 467, aus der Sammlung Morgan, eines von Mozarts beliebtesten und bekanntesten Werken. In seinen letzten fünf Jahren in Wien komponierte Mozart fünf bedeutende Opern. Die ersten drei – „Le nozze di Figaro“ (1786), „Don Giovanni“ (Uraufführung 1787 in Prag, 1788 in Wien) und „Così fan tutte“ (1790), alle in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte entstanden – hoben die Opera buffa, die komische Oper aus Italien, auf ein neues künstlerisches Niveau.
Im Herbst 1791 vollendete Mozart zwei weitere Meisterwerke: „La clemenza di Tito“ und „Die Zauberflöte“. Die Ausstellung beinhaltet eine Erstausgabe von Da Pontes Libretto zu „Le nozze di Figaro“ (1786) sowie Mozarts handschriftliche Skizze zum „Marsch der Priester“ aus der „Zauberflöte“, KV 620, Nr. 1. 9 (1791) aus der Sammlung des Morgan Museums, neben anderen Werken, die mit diesen Opern in Verbindung stehen. Mozart starb im Dezember 1791 und hinterließ rund 150 unvollendete Werke.
Kuratiert von Robinson McClellan, the Morgan’s Mary Flagler Cary Curator of Music Manuscripts and Printed Music, in Zusammenarbeit mit Deborah Gatewood, Armin Brinzing und Linus Klumpner vom Mozarteum, und Christopher J. Salmon.
Werke
- Giambettino Cignaroliz zg., Mozart in Verona [1770], Öl auf Leinwand (Leihgabe einer privaten Sammlung an die Internationale Stiftung Mozarteum, Salzburg)
- Pietro Antonio Lorenzoni (um 1721–1782), Porträt von Leopold Mozart, Mozarts Vater, Salzburg, um 1766, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Mozarts früheste Kompositionen [1761], Manuskript in der Schrift von Leopold Mozart, Andante in C (K. 1a), Februar–April 1761, Allegro in C (K. 1b), Februar–April 1761, Allegro in F (K. 1c), 11.12.1761, Menuett in F (K. 1d), 16.12.1761 (The Morgan Library & Museum, Mary Flagler Cary Music Collection)
- Andreas Ferdinand Mayr, Violine, Salzburg, 1746(?), Fichte und Ahorn (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Michel-Barthélémy Ollivier, Englischer Tee im Salon des Quatre-Glaces im Maison du Temple, 1770, Öl auf Leinwand (Christopher J. Salmon Collection, New York, ehemals in der Sammlung von Louis Philippe (1773–1850), Duc d’Orléans und König Frankreichs (reg. 1830–1848)
- Pietro Antonio Lorenzoni, Portrait of Leopold Mozart, Salzburg, ca. 1766, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Maria Rosa Hagenauer, zg., Porträt von Anna Maria Mozart, Salzburg, um 1766, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Pietro Antonio Lorenzoni, Porträt von Maria Anna “Nannerl” Mozart, Salzburg, 1763, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Pietro Antonio Lorenzoni, Mozart in höfischer Kleidung, Salzburg, 1763, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Baptiste Delafosse nach Louis Carrogis de Carmontelle, Die Mozart Familie, Paris, 1764, Kupferstich (Christopher J. Salmon Collection, New York)
- Anhänger mit Medaillon, darin das Haar von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Ludwig van Beethoven (1770–1827) zeigt, Wien, Mitte des 19. Jahrhunderts, Emaille, Glas und Gold mit Haar (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Nachwort zu Leopold Mozarts Brief an Anna Maria und Maria Anna “Nannerl” Mozart, Wörgl, 14.12.1769 (The Morgan Library & Museum. MLT M9397.M9395)
- Anonym, Porträt von Maria Anna Thekla Mozart, letztes Viertel des 18. Jahrhunderts, Bleistift auf Papier (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Brief an Maria Thekla Mozart („Bäsle“), Mannheim, 13.11.1777 (The Morgan Library & Museum, Heineman Music Collection)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Klaviersonate No. 8 in A-Moll (K. 310), Manuskript, Paris, 1778 (The Morgan Library & Museum, Robert Owen Lehman Collection, als Leihgabe)
- Eduard Mandel (1810–1882) nach Doris Stock (1760–1832), Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart, Berlin, 1858, Stich (Christopher J. Salmon Collection, New York)
- Wolfgang Amadeus Mozart, “Haffner” (Hafner) Symphonie No. 35 in D-Dur (K. 385), Manuskript, 1782 (The Morgan Library & Museum, Mary Flagler Cary Music Collection)
- Clavichord, Süddeutschland (?), letztes Viertel des 18. Jahrhunderts, Fichte, Pflaume, Ahorn, Buche (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Eintrittskarte für ein Konzert von Wolfgang Amadeus Mozart, Wien, nach 1782 (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Wolfgang Amadeus Mozart, Horn Konzert No. 4 in Es-Dur (K. 495), 2. Satz, fol. 13r., Manuskript, Wien, 26.6.1786 (The Morgan Library & Museum, Mary Flagler Cary Music Collection)
- Wolfgang Amadeus Mozart, “Non so più cosa son, cosa faccio” (Ich weiß nicht, was ich bin, was ich tue), Arie aus Le nozze di Figaro (K. 492/6), Bearbeitung für Klavier, Violine und Gesang von Mozart, Autograph, Wien, Ende 1785/Anfang 1786 (The Morgan Library & Museum, Heineman Music Collection MS 157)
- Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), Ein musikalischer Spaß in F-Dur (K. 522), Offenbach, J. André, 1802 [Erstausgabe] (The Morgan Library & Museum, James Fuld, Music Collection)
- Johann Joseph Lange, Unvollendetes Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart, um 1789, Öl auf Leinwand (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)
- Gehstock mit Sphinx, spätes 18. Jh., Elfenbein und Holz (Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart Museum)


