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Wien | Albertina: Künstlerinnen der ALBERTINA HER STORY | 2026/27

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 27. September 2026
Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", Detail, 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)

Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", Detail, 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)

Die ALBERTINA in Wien nimmt ihr 250-jähriges Jubiläum zum Anlass für eine tiefgreifende Revision der eigenen Bestände. Erstmals widmet das Museum der Sammlungsgeschichte eine umfassende Ausstellung, die sich ausschließlich den Künstlerinnen widmet und damit einen neuen, feministischen Blick auf die europäische und internationale Kunstgeschichte wirft.

HER STORY: Künstlerinnen der ALBERTINA

Österreich | Wien: Albertina
30.10.2026 – 14.2.2027

Elisabeth Vigée-Lebrun, Eine junge Frau zeichnet das Porträt eines kleinen Mädchens, 36,9 x 26,6 cm, Schwarze und weiße Kreide, auf blauem Papier (ALBERTINA, Wien)
Elisabeth Vigée-Lebrun, Eine junge Frau zeichnet das Porträt eines kleinen Mädchens, 36,9 x 26,6 cm, Schwarze und weiße Kreide, auf blauem Papier (ALBERTINA, Wien)
Joan Mitchell, Ohne Titel, 435 x 304 mm, Pastell, Papier mit Spirallochung oben; Beschriftung: Bleistift (ALBERTINA, Wien)
Joan Mitchell, Ohne Titel, 435 x 304 mm, Pastell, Papier mit Spirallochung oben; Beschriftung: Bleistift (ALBERTINA, Wien)

Künstlerinnen der ALBERTINA

Schon im Besitz von Herzog Albert und Erzherzogin Marie Christine befanden sich zahlreiche Werke von Zeichnerinnen und Druckgrafikerinnen. Epochenübergreifend werden Werke von Zeichnungen und Druckgrafiken früher Kupferstecherinnen und Verlegerinnen, die bereits Herzog Albert von Sachsen-Teschen und Erzherzogin Marie Christine von Habsburg-Lothringen sammelten, über Künstlerinnen der Moderne bis zu frühen feministischen Positionen der 1970er Jahre, die verdeutlichen, dass Kunstgeschichte stets auch von Frauen geschrieben wurde. Bei Sammlungserweiterungen der letzten Jahre wurde gerade im zeitgenössischen Bereich vermehrt auf weibliche Positionen in der Kunst reflektiert und Künstlerinnen berücksichtigt.

Dies lässt aber zugleich nach den historischen Beständen der ALBERTINA fragen, die unter gänzlich anderen gesellschaftlichen und politischen (Macht-) Verhältnissen gesammelt wurden. Die Ausstellung fußt auf einem vom ALBERTINA-Direktor Ralph Gleis angestoßenem Forschungsprojekt zu den Künstlerinnen in allen Sammlungsbereichen. Das Ergebnis: eine erstaunliche Vielfalt und beachtliche Anzahl von herausragenden Werken, die bislang wenig oder gar nicht gezeigt wurden.

Wie Generaldirektor Ralph Gleis betont, zeigt die Schau vom 15. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre, dass Frauen die Entwicklung der Kunst über die Jahrhunderte hinweg entscheidend mitprägten. Ihre Beiträge blieben jedoch in der traditionellen Geschichtsschreibung allzu lange unsichtbar oder wurden aktiv vergessen (auch von der Wiener Schule der Kunstgeschichte!). Die kommende Sammlungspräsentation bricht diese patriarchalen Narrative radikal auf, indem die Werke weiblicher Kunstschaffender in den Fokus rücken.

Von der Renaissance bis zur Avantgarde: Die weibliche Sammlungsgeschichte

Der zeitliche Bogen der Ausstellung ist bemerkenswert weit gespannt. Er reicht von vergessenen Meisterinnen der Frühen Neuzeit über Ikonen der klassischen Moderne bis hin zu den wegweisenden Protagonistinnen der Nachkriegsavantgarde. Die ALBERTINA holt dabei sowohl Raritäten als auch neu zu entdeckende Hauptwerke aus den Depots.

Diese Auswahl verdeutlicht, dass die Schau keine bloße Ergänzung des Kanons anstrebt, sondern eine fundamentale Neujustierung dessen, was man als kunsthistorische Entwicklung begreift. Für das Publikum der Albertina verspricht diese Ausstellung das nachzuholen, was in den letzten Jahren versäumt wurde: Künstlerinnen vor den Vorhang zu holen und die weibliche Kreativität zu feiern! Denn trotz viele gesellschaftlicher und institutioneller Widerstände gelang es einer beachtlichen Anzahl von Künstlerinnen ihren Traum vom Zeichnen, Malen und Gestalten zu verwirklichen.

Zu den angekündigten Positionen gehören unter anderem:

Pionierinnen der Frühen Neuzeit & Aufklärung: Maria Sibylla Merian, Gesina Ter Borch, Geertruydt Roghman, Diana Scultori sowie die gefeierte Porträtistin Angelika Kauffmann und Elisabeth Vigée-Lebrun.

Die historische Gründungsfigur der ALBETINA-Sanmlung: Erzherzogin Marie-Christine, deren Rolle in der Sammlungsgenese in der Sommerausstellung zum 250-Jahr-Jubiläum neu beleuchtet wird, wird hier erstmals als dilettierende Adelige eine Bühne geboten.

Klassische Moderne & Radikaler Aufbruch: Alexandra Exter, Suzanne Valadon, Käthe Kollwitz und die Landschaftsmalerin Emilie Mediz-Pelikan.

Bauhaus, Surrealismus & Textilkunst: Anni Albers und Meret Oppenheim.

Nachkriegsmoderne, Abstraktion & Gegenwart: Joan Mitchell, Eva Hesse, die Art-Brut-Künstlerin Madge Gill sowie die österreichische Pop Art-Ikone Kiki Kogelnik.

Emilie Mediz-Pelikan, Weiblicher Kentaur, 1895, 29 x 54,6 cm, Farbkreide, graugrünes Papier (ALBERTINA, Wien)
Emilie Mediz-Pelikan, Weiblicher Kentaur, 1895, 29 x 54,6 cm, Farbkreide, graugrünes Papier (ALBERTINA, Wien)

Künstlerinnen der Albertina: Ausstellungskatalog

Ralph Gleis, Elisabeth Dutz, Katharina Hövelmann, Elsy Lahner, Eva Michel (Hg.)
mit Beiträgen von G. Bauer, E. Dutz, N. Eisterer, R. Gleis, A. Gnann, K. Hövelmann, G. Kirpicsenko, E. Lahner, L. Luzianovich, C. Malissa, Ch. Metzger, E. Michel, E. Pokorny, L. Ritter, A. Stief, S. Wratzfeld, J. Zaunbauer
400 S., 260 Abb., 23,5 × 28 cm, Hardcover, Heißfolienprägung, Lesebändchen
ISBN: 978-3-7774- 4843-5 (dt.)
ISBN: 978-3-7774- 4844-2 (engl.)
HIRMER Verlag

Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)
Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück “Salome”, 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)
Suzanne Valadon, Studie des nackten stehenden Paares für das Gemälde "Adam und Eva" (auch "Jeux" genannt), 1910, 34,7 x 22,5 cm, Schwarze Kreide, Übertragungsraster, ALBERTINA, Wien)
Suzanne Valadon, Studie des nackten stehenden Paares für das Gemälde “Adam und Eva” (auch “Jeux” genannt), 1910, 34,7 x 22,5 cm, Schwarze Kreide, Übertragungsraster, ALBERTINA, Wien)

Bilder

  • Alexandra Exter, Skizze für das Theaterstück "Salome", 1917, 52 × 35 cm, Gouache auf Papier (ALBERTINA, Wien – Privatsammlung)
  • Meret Oppenheim, Parapapillonneries; La psyché, amie des hommes, attend le mâle au mur de la cuisine. ..., 1976, Farblithographie (ALBERTINA, Wien)
  • Joan Mitchell, Ohne Titel, 435 x 304 mm, Pastell, Papier mit Spirallochung oben; Beschriftung: Bleistift (ALBERTINA, Wien)
  • Elisabeth Vigée-Lebrun, Eine junge Frau zeichnet das Porträt eines kleinen Mädchens, 36,9 x 26,6 cm, Schwarze und weiße Kreide, auf blauem Papier (ALBERTINA, Wien)
  • Emilie Mediz-Pelikan, Weiblicher Kentaur, 1895, 29 x 54,6 cm, Farbkreide, graugrünes Papier (ALBERTINA, Wien)
  • Suzanne Valadon, Studie des nackten stehenden Paares für das Gemälde "Adam und Eva" (auch "Jeux" genannt), 1910, 34,7 x 22,5 cm, Schwarze Kreide, Übertragungsraster, ALBERTINA, Wien)
  • Anni Albers, GR I, 1970, 73,6 x 61 cm, Farbsiebdruck (ALBERTINA, Wien)

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