Hamburg | Bucerius Kunst Forum: Jüdische Kunstsammler_innen in Deutschland vor 1945. Von Monet bis Picasso

Wladimir von Zabotin, Sonntagmorgen in Danzig, Detail, o. J. (Kunsthalle Mannheim © Sammlung Emma Zabotin © Foto: Kunsthalle Mannheim)
Für die Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ rekonstruiert 15 bedeutende Kunstsammlungen deutscher Jüdinnen und Juden vor 1945 und führt viele ihrer heute weltweit verstreuten Meisterwerke der Moderne wieder an einem Ort zusammen. Präsentiert werden rund 100 Werke vom Realismus und Impressionismus bis zum Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit von Künstler:innen wie Paul Cézanne, Lovis Corinth, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Milly Steeger und vielen anderen.
Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland
Deutschland | Hamburg: Bucerius Kunst Forum
11.9.2026 – 29.3.2027
- Karl Schmidt-Rottluff, Dr. Rosa Schapire, 1919 (Tate, London © VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Foto: Tate)
- ARTinWORDS | Gemini, Jüdische Sammler_innen, (1) Max Meirowsky, Max Silberberg und Antonie Lessing, (2) Martha und Walter Blank, Kurt, Franz und Georg Hirschland, Paul Schüler
Jüdische Kunstsammler:innen vor 1945 in Deutschland
Welche Rolle spielten jüdische Kunstsammler:innen für die Etablierung, Förderung und Verteidigung moderner Kunst seit der Wende zum 20. Jahrhundert in Deutschland? Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum erinnert an 15 Familien, Paare sowie Einzelpersonen und ihre Sammeltätigkeit. Zu ihnen zählen u.a. Max Emden (Hamburg), Martha und Walter Blank (Köln), die Familie Hirschland (Essen), Julie und Wilhelm Landmann (Mannheim), Clothilde und Paul Schüler (Bochum), Max Meirowsky (Köln), Rosa Schapire (Hamburg) und Margarete Mauthner (Berlin) und Antonie „Toni“ Lessing (Berlin), Alfred Wolf (Stuttgart), Max Silberberg (Breslau), Margarete Oppenheim (Berlin), Martha und Hugo Nathan (Frankfurt am Main), Familie von Mendelssohn (Berlin). Ihre Lebensgeschichten, die in der Zeit des Nationalsozialismus von Ausgrenzung, Entrechtung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung geprägt waren, werden anhand von Zeitdokumenten und Fotografien erfahrbar gemacht.
Das Publikum ist eingeladen, die Ausstellung auf unterschiedliche Weise zu entdecken: Einzigartige Kunstwerke der Moderne – von Monet bis Picasso – werden in ihrem historischen Kontext präsentiert. Dafür ist jeder Sammlung ein eigener Raum gewidmet, der die Begegnung mit dem Original unmittelbar und eindrücklich werden lässt.
Im Folgenden bietet die Schau die Möglichkeit, anhand von Dokumenten, Fotografien, Briefen und Zeitzeugnissen die Persönlichkeiten der Sammler:innen und ihre Geschichten kennenzulernen. So werden die Schicksale der Menschen und die damit einhergehende Zerschlagung ihrer Sammlungen, aber auch die Wege der einzelnen Kunstwerke bis heute nacherzählt.
Kuratiert von Stefan Koldehoff.
Ausgestellte Künstler
Camille Corot, Honoré Daumier, Claude Monet, Alfred Sisley, Camille Pissarro, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Henri Manguin, Maurice Utrillo, Lovis Corinth, Franz Wilhelm Seiwert, Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker, Wladimir von Zabotin, Ferdinand Hodler, Franz Marc, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Karl Hofer, Milly Steeger
- Lovis Corinth, Bunte Wicken und Rosen, 1913 (Niedersächsisches Landemuseum Hannover)
- Max Pechstein, Das Paar (Interieur), 1921 (Kunstmuseum Bochum)
Bilder
- ARTinWORDS | Gemini, Jüdische Sammler_innen, (1) Max Meirowsky, Max Silberberg und Antonie Lessing, (2) Martha und Walter Blank, Kurt, Franz und Georg Hirschland, Paul Schüler
- Franz Wilhelm Seiwert, Diskussion, 1926 (Kunstmuseum Bonn © Foto: Reni Hansen – ARTOTHEK)
- Unbekannt, Martha und Walter Blank beim Karneval in Köln, 1928, © Foto: Archiv Klaus Blank
- Edvard Munch, Alter Fischer mit Tochter, 1902 (Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.)
- Camille Pissarro, Le Pont Neuf, Paris, 1902 (Musée des Beaux-Arts de Lyon)
- Paul Cézanne, Mont Sainte-Victoire, von Gardanne aus gesehen, 1892–1895 (Collection of the Yokohama Museum of Art)
- Unbekannt: Porträt Kurt, Franz und Georg Hirschland, o. J.
- Paula Modersohn-Becker, Vier Kinder vor Landschaft mit Moorkanal, ca. 1900 (Kunstsammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser)
- Wladimir von Zabotin, Sonntagmorgen in Danzig, o. J. (Kunsthalle Mannheim)
- Maurice Utrillo, Le Moulin de la Galette, um 1915 (Privatsammlung)
- Lovis Corinth, Bunte Wicken und Rosen, 1913 (Niedersächsisches Landemuseum Hannover)
- Unbekannt, Bildnis Antonie Lessing, o. J. (Privatarchiv Jens-Peter Ketelsen)
- Henri Manguin, Stillleben mit Blumen, 1903 (Klassik Stiftung Weimar)
- Karl Hofer, Tropisches Bad, um 1913 (Privatbesitz)
- Unbekannt, Porträt Max Meirowsky, o. J.
- Pablo Picasso, Drehorgelspieler mit Knabe, 1905 (Kunsthaus Zürich, 1942)
- Jean-Baptiste Camille Corot, Baumlandschaft (Abend), nach 1870 (Österreichische Galerie Belvedere)
- Claude Monet, Der Leuchtturm von Honfleur, 1864 (Kunsthaus Zürich, Geschenk der Erben von Dr. Adolf Jöhr (Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft 1922-1940), 1975)
- Honoré Daumier, Beim Verlassen des Theaters, um 1865 (The San Diego Museum of Art: Museum purchase through the Earle W. Grant Acquisition Fund, 1972.186. www.sdmart.org)
- Ferdinand Hodler, Thunersee mit Blüemlisalp und Niesen, 1876 (Überarbeitung 1882) (Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur (SKKG)
- Vincent van Gogh, Mädchen mit zerzaustem Haar, 1888 (Musée des Beaux-Arts La Chaux-de-Fonds)
- Karl Schmidt-Rottluff, Dr. Rosa Schapire, 1919 (Tate, London)
- Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Frauen, 1912 (Tate, London)
- Max Pechstein, Das Paar (Interieur), 1921 (Kunstmuseum Bochum)
- Unbekannt, Porträt Paul Schüler, o. J.
- Ferdinand Hodler, Thunersee mit Stockhornkette, um 1913 (Kunstmuseum St. Gallen, Leihgabe der Simon und Charlotte Frick-Stiftung 2011)
- Unbekannt, Porträt Max Silberberg, o. J.
- Alfred Sisley, Ein Obstgarten, 1885, Öl auf Leinwand (A.G. Leventis Gallery, Nikosia/Zypern)
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